 Leonardo da Vinci: Der Vitruvianische Mensch
In diesem Essay werde ich drei Dinge zusammenbringen, zwischen denen das kollektive Bewusstsein bislang keine Verbindung angenommen hat. Ich werde über Käse, Wein und den gefürchteten „Morbus Alzheimer“ schreiben. Vergesslichkeit, Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit sind die ersten Hinweise auf eine beginnende Erkrankung, unter der bereits 1,2 Millionen Bürger in unserem Land, mit zunehmender Tendenz, leiden. Kein Wunder, dass viele Menschen große Angst davor haben, zumal das Alter den absolut größten Risikofaktor darstellt und wir, als gesamte Bevölkerung, bekanntlich immer älter werden. Die Konsequenz aus dem Gesagten ist die Suche nach Möglichkeiten die Entstehung des Morbus Alzheimer zu unterbinden bzw. zu verzögern. Seit langem ist bekannt, dass soziale und medizinische sowie ernährungsphysiologische Faktoren bei seiner Entwicklung eine Rolle spielen. Genetische Ursachen kann man in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht völlig ausschließen. Unter den diätetischen Faktoren wird u. a. auch dem gemäßigten Alkoholkonsum eine prophylaktische Wirkung bei der Entwicklung verschiedener Formen der Demenz, einschließlich des M. Alzheimer, zugeschrieben, wobei der Wein eine besonders positive Rolle zu spielen scheint.
…. bitte lesen Sie hier weiter: Käse und Wein verhindern die Alzheimer-Demenz!
 meditative Abendstille
Heute erleben wir Stille nur noch selten. Am Arbeitsplatz muss man viel mit den Kollegen kommunizieren, Telefonanrufe beantworten, Dinge zwischendurch erledigen und zu guter Letzt noch die eigentliche Arbeit bewältigen. Zuhause ist es auch nicht besser: nach dem abendlichen Heimfahrtstress durch verstopfte Straßen, zuhause angekommen, plärren vielleicht die Kinder oder der Hund erfordert Aufmerksamkeit und schließlich möchte der Partner gerne seine Tagesprobleme diskutieren. Wenn es später dann eigentlich ruhig werden könnte dröhnt der Fernseher die Stille zu. Dabei wäre es nur erforderlich einen kleinen Knopf zu bedienen um Ruhe zu haben, aber diese Bewegung schaffen viele Menschen nicht mehr aktiv auszuführen, denn sie wollen, oder können ohne die gewohnte Geräuschkulisse den Abend nicht verbringen, sie würden sich einsam fühlen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Stille und das Gespräch mit dem Wein
 Jahrzehntelang das Non-Plus-Ultra des heimischen Musikgenusses: die Langspielplatte (Bild von Pexels auf Pixabay)
Die Schallplatte war meine erste Begegnung mit konservierter Musik. Meine Tante war nämlich im Besitz eines Vorkriegsplattenspielers, eines sog. Grammophons, und in den Kindertagen durfte ich nach den langweiligen Kaffekränzchen mich in ihr Schlafzimmer zurückziehen und damit Musik hören. Damals habe ich Bekanntschaft gemacht mit Rudi Schuricke und den Caprifischern sowie mit Zarah Leander, die immer noch wusste, dass einmal ein Wunder geschehen würde – obwohl es schon längst zu spät war. Aber das wirkliche Faszinosum waren die gerillten Schelllackplatten mit den exotischen Namen „Decca“, „Parlophone“ oder „His Masters Voice“, dazu der magische Arm mit der Membran und der Nadel, der sich auf der drehenden Platte langsam nach innen bewegte. Meinen ersten eigenen Plattenspieler bekam ich mit 13 Jahren. Er sah aus wie eine Hutschachtel und konnte die 45er sowie die großen 33er-Langspielplatten abspielen. Mit diesem Gerät der Firma „Philips“ und Mozarts kleiner Nachtmusik begann meine Liebe zur klassischen Musik. …. bitte lesen Sie hier weiter: Geliebte Musikkonserven: Von der Schallplatte zum Live-Stream
 „Kamel“ aus dem Bestiarium des Muhammad ibn Muhammad Shakir Ruzmah-‚i Nathani
Die Menschen des Mittelalters standen staunend vor einer Welt, deren Größe und Komplexität sie nur ahnen konnten, denn weder das Wissen über die Geographie der Erde noch die Fortbewegungsmöglichkeiten waren damals ausreichend um die Phantasievorstellungen von anderen Orten und deren belebter Natur zu überprüfen. Gerüchteweise hatten die Europäer von Tieren in Urwäldern jenseits der sie umgebenden Meere gehört, die sich ihrer Vorstellungskraft entzogen. Neugierde und Sensationslust motivierten Künstler und „Wissenschaftler“ am Beginn des Mittelalters ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen und die unbekannten Tiere darzustellen. Der erste Lexikograph war Isidor, Bischof von Sevilla (560 -636), der in seiner 20-bändigen Enzyklopädie „Etymologiarum sive originum“ das Wissen seiner Zeit zusammenstellte. Im zwölften Buch werden die Tiere beschrieben und dieses Werk ist eines der ersten „Bestiarien“ (lat. bestia = das wilde Tier), die im Hochmittelalter, durch Auszüge und Abschriften des Originals, eine Art „Bestseller“ waren. …. bitte lesen Sie hier weiter: Kurios: die zoologischen Phantasien der „Bestiarien“ liebten den Wein
 Max Slevogt: Die Champagnerarie mit Francisco d´Andrade als Don Giovanni (Wikimedia Commons, gemeinfrei)
Sylvester war für mich mal wieder Anlass eine Flasche Cava zu entkorken um auf das Neue Jahr 2021 anzustoßen. Früher einmal war ich ein großer Fan dieses Getränks und habe es sogar, wie in Katalonien so beliebt, als Essensbegleiter verehrt. Im Laufe der Jahre haben sich meine Geschmackssinne und deren Verknüpfungen im Gehirn vermutlich so verändert, dass mir Schaumweine nicht mehr viel zu sagen haben. Es ist nicht lange her, als ich auf einem Empfang ein Glas Champagner in die Hand gedrückt bekam und mich nach dem ersten Schluck verwundert fragte: was für ein langweiliges „Prickelwasser“ das denn sei? Um mich herum wurde dagegen ein Diskurs über Finesse, Perlage, Aroma, Cremigkeit, Frische und Harmonie initiiert, dem ich nur bedingt folgen konnte. Mein erster Gedanke dazu war: typisch Champagner, mehr Schein als Sein! Die begnadeten Marketingexperten zwischen Épernay und Reims haben um den auf Flaschen gezogenen Fehler eines Kellermeisters ein Image aufgebaut, dem Kaiser, Könige und Zaren sowie deren adeliges Fußvolk, in ganz Europa mit Begeisterung auf den Leim gegangen sind. Erfolg wird immer plagiiert und so haben clevere Unternehmer die Welt mit prickelndem Sekt, Cava, Spumante, Crémant und Ähnlichem beglückt, dabei haben sie nicht vergessen ihrem jeweiligen Getränk die magischen Kräfte des Vorbilds, nämlich ein Luxusgut zu ein, anzudichten, dessen Bedeutung für Feiern im großen oder kleinen Kreise nicht überschätzt werden kann. …. bitte lesen Sie hier weiter: Mozart und meine „Freude“ am Champagner
|
Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
|