Eine leere Weinkaraffe als „Vanitas“-Symbol

Hans Holbein der Jüngere. Erasmus von Rotterdam

Eines der ganz großen Portraits der deutschen Renaissance-Malerei stammt von Hans Holbein dem Jüngeren (1498 – 1543)  und stellt den einflußreichen, zeitgenössischen Humanisten und Schriftsteller Erasmus von Rotterdam (1469-1536) dar.  Erasmus war als Philologe, Theologe und Philosoph mit seinen kirchlichen Reformideen ein Wegbereiter Martin Luthers. Auf dem Portrait (National Gallery, London) wird er vom Künstler ganz bewusst als feinsinniger Gelehrter idealisiert. Sein kultivierter und aufgeklärter Charakter, der aus seinen Gesichtszügen spricht, überträgt sich auf den Betrachter, der sofort Vertrauen in die Person von Erasmus fasst. Oben rechts im Bild erkennt man hinter einem halb aufgezogenen, grünen Vorhang und auf einem kleinen Holzregal an der Wand, eine Art Vanitas-Stillleben: ein paar Bücher, mit offensichtlich unbedeutenden Titeln und eine ganz typisch geformte, aber leere, Weinkaraffe.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Eine leere Weinkaraffe als „Vanitas“-Symbol

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Genuss mit Rabatt: Weinfreunde als Schnäppchenjäger

Wird da gerade ein Schnäppchen-Wein eingeschenkt? (Foto: Pixabay)

Wie bei vielen Konsumgütern spielt auch beim Wein die Marke des Produktes eine wichtige Rolle. Vergleichbar mit Polohemden, Armbanduhren, Autos oder Kameras muss beim Wein nicht nur die Qualität sondern auch die Marke sofort und leicht identifizierbar sein. Um dies zu erreichen haben sich die Hersteller immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Man denke an die phantastische Präsentation des auf durchsichtiges Glas gebrannten Emails der „Belle Époque” von Perrier-Jouët oder das bräunlich-grünliche Etikett in Schildform auf der dickbauchigen Flasche der Edelmarke „Dom Pérignon” um zu ermessen, welche Bedeutung dem Image einer Marke beim Champagner zukommt. Beim Wein ist es nicht anders: das schlichte Weiß mit den abgeschnittenen Ecken und dem edlen, doppellinigen Rahmen um das Etikett des „Chateau Margaux” ist unzählige Male in der ganzen Welt kopiert worden. Moderne, optisch und inhaltlich auffällige Designs richten sich an die weinaffine Jugend.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Genuss mit Rabatt: Weinfreunde als Schnäppchenjäger

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Jedem seine „Siesta“!

Auich Ferkel scheinen die „Siesta“ zu geniessen (Foto: Pixabay).

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle das Loblied der Faulheit gesungen. Dabei bezog ich mich auf Paul Lafargue (1842 – 1911), den Schwiegersohn und großen Bewunderer von Karl Marx, der 1883 eine Broschüre mit dem Titel „Das Recht auf Faulheit“ schrieb. Jetzt möchte ich mich einer spanischen Spielart dieses Gemütszustandes widmen, der dort als „Siesta“ bezeichnet wird. Das Konversationslexikon erläutert den Begriff mit seinem Synonym „Mittagsruhe“. Tatsächlich liegt der etymologische Hintergrund des spanischen Wortes „siesta“ im Lateinischen hora „sexta“, die sechste Stunde. Gemeint ist die sechste Stunde nach Sonnenaufgang, der im spanischen Sommer mehr oder weniger um 6.00 Uhr morgens stattfindet. Während der 6ten Stunde klettern auf der Iberischen Halbinsel die Tagestemperaturen langsam auf ihr Maximum und das Verlangen nach einer Arbeitspause wurde immer stärker. Die ersten Hinweise auf eine institutionalisierte Mittagspause mit dem Namen „siesta“ stammt aus dem 17. Jahrhundert, also aus jener kulturellen Blütezeit Spaniens, die als „siglo de oro“ (goldenes Zeitalter zwischen 1550 und 1681) ihren Platz in der Geschichte gefunden hat.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Jedem seine „Siesta“!

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Die Sternstunde eines Riesling-Muffels

„Der gelbe Riesling von der Mosel“; Illustration entstanden vermutlich um 1830. Wickipedia gemeinfrei

Laut  Wikipedia ist im heutigen Sprachgebrauch der Muffel ein „geschlechtsneutrales Schimpfwort für die Eigenschaften Übellaunigkeit und Engstirnigkeit“. Entsprechend erzeugt Wein aus der großen deutschen Rebsorte bei einem Riesling-Muffel tatsächlich Übellaunigkeit. Ich zählte mich bislang zu dieser merkwürdigen Gruppe von Weinfreunden, aber spätestens seit der grandiosen Probe mit dem Collegium Vini im Bremer Ratskeller am 14. Mai 2022 weiß ich auch, dass die Bezeichnung Engstirnigkeit für Personen meinesgleichen ihre volle Berechtigung hat. Dabei war ich dem Riesling gegenüber nicht immer ablehnend eingestellt. Erst als ich nach einem feucht-fröhlichen Wochenende an der Mosel mit einer wochenlangen Gastritis bestraft wurde, begann die Liebe zu erlöschen. Die Äpfelsäure im Wein macht mich krank und so verschob sich meine Liebe zu Weinen, die den „biologischen Säureabbau“ hinter sich hatten, oder die von Natur aus säureärmer waren. Diese Weißweine konnten zum Teil auch gut altern und dabei attraktive, neue Duft- und Geschmacksnoten entwickeln.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die Sternstunde eines Riesling-Muffels

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Das Taschenbuch – eine frenetische Liebeserklärung

Auch Taschenbücher können in einem Regal recht bunt und dekorativ wirken.

Gelegentlich gerate ich mit den Leseratten unter meinen Bekannten in einen regelrechten Kulturkampf, nämlich bei der Frage ob man Bücher in der traditionellen Weise auf Papier gedruckt oder als elektronisch gespeicherte Datei am Bildschirm lesen sollte. Während die guten und sachlich begründeten Argumente fast alle auf der Seite der Computer-Freaks sind, bleiben mir, als Verfechter des altmodischen Papiers, zur Rechtfertigung meines Standpunktes nur die Emotionen: das Haptische, das Geräusch und Gefühl beim Seitenumblättern, der Geruch von Papier und Druckerschwärze und die ständige Möglichkeit der Leistungskontrolle bei der Beurteilung der Buchdicke, die ich schon zurückgelegt habe. In einem Satz: die sinnliche Erfahrung eines Buches! Ein überwiegender Anteil der Bücher, die heutzutage gelesen in meinen Bücherregalen stehen sind sog. „Taschenbücher“. Die Entwicklung dieses Buch-Genres stellt ganz offensichtlich eine wesentliche Voraussetzung für die weite Verbreitung schriftlicher Bildungs- und Unterhaltungsinhalte in der Bevölkerung dar.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Das Taschenbuch – eine frenetische Liebeserklärung

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