Wie „uncool“ ist Bier?

Bierreklame aus den 50iger Jahren des 20. Jhrs.

Am stahlblauen Himmel über der Wüste sieht ein verlorener, schwitzender Spaziergänger die Fata Morgana eines frostigen Bierglases und ein nebenstehender Text verkündet dass „Durst erst durch Bier schön“ würde. Heute ein Klassiker, war diese Reklame in den 50iger Jahren eine höchst suggestive Verführung zum Biergenuss und hat sicher dazu beigetragen, dass im Laufe der Jahre Deutschland zum europäischen Bierkonsumenten Nummer 1 wurde. Die Deutschen trinken 8 Milliarden Liter Bier pro Jahr und sind damit im Vergleich mit anderen Ländern absolute Spitzenreiter, gefolgt von Großbritannien mit 4,2, Polen mit 4,1 und Spanien mit 3,8 Milliarden Litern, alkoholfreies Bier ist in dieser Statistik nicht enthalten. Global betrachtet sind die bevölkerungsreichen Länder China (381 Milliarden), die USA (215 Milliarden) und Brasilien mit 141 Milliarden Litern die größten Bierbrauer. Deutschland steht auf Platz 5 der weltgrößten Braunationen. Das „Pils“ ist mit 3,5 Milliarden Litern pro Jahr der Liebling unter den Biersorten, gefolgt von Export und Weizen. Für den Staat ist das Brauereiwesen eine lukrative Angelegenheit: von den 19 Milliarden, die die Bierkonsumenten für ihr Trinkvergnügen jährlich ausgeben, bleiben fast 700 Millionen Euro als Biersteuer im Staatssäckel.  Genug der Statistik! Es ist sicher bereits deutlich geworden, welche wirtschaftliche Bedeutung dem Bier in unserem Land zukommt. Dies alles im Kopf wurde ich durch einen „Spiegel“-Beitrag mit dem Titel „Warum die Deutschen die Lust auf Bier verlieren“ (DER SPIEGEL 39/2022) regelrecht aufgeschreckt.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Wie „uncool“ ist Bier?

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Avantgarde: der Flamenco des Francisco Contreras alias Niño de Elche

„Niño de Elche“ – ein spanischer Ausnahmekünstler

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2022 war Spanien Ehrengastland und im Zusammenhang damit gab der Flamenco-Sänger mit dem Künstlernamen „Niño de Elche“ im Frankfurter Mousonturm ein denkwürdiges Konzert. Eigentlich nennt er sich Francisco Contreras und so bürgerlich korrekt wie sein Name sieht er auch aus wenn er die Bühne betritt: dunkler Anzug und schneeweißes, gebügeltes Hemd. Was dann allerdings folgt, wenn seine Vorstellung beginnt, lässt sich nicht so leicht in Worte fassen oder in eine bereits vorhandene, künstlerische Schublade packen. In blauem Licht und Bühnennebel steht ein Mikrophon und rechts davon ein Tisch mit einem Mischpult. Aus dem dunklen Hintergrund tauchen der Sänger und seine Begleiterin für die elektronischen Töne auf. Dann klingt es aus dem Lautprecher wie die „musique concrete“ des vorigen Jahrhunderts gefolgt von dadaistisch anmutenden Klängen des Sängers, die mich an György Ligetis spannende Komposition „Nouvelles Aventures“ erinnern. Allmählich erkenne ich schließlich Fetzen von Flamenco-Tönen, die sich gelegentlich wie Bruchstücke eines „cante jondo“ anhören. In ähnlicher Weise geht es die nächsten 90 Minuten weiter und ich lausche gebannt. Es klingt zeitweise so als seziere der Sänger die Flamenco-Musik und zerlege sie in ihre tonalen Bestandteile. Während sich Worte und Melodien aufzulösen scheinen und zu bloßen Tongebilden oder gar nur zu Geräuschen reduziert werden bleiben die Emotionen im Gesang bestehen. Das war das Mysterium der Musik an diesem Abend!  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Avantgarde: der Flamenco des Francisco Contreras alias Niño de Elche

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Das untergegangene „Garum“

Reste einer kulturellen und gastrosophischen Blütezeit: das Forum Romanum in Rom (Pixabay)


Entsprechend der geographischen Ausbreitung des Römischen Reiches über die Zeit wandelte sich dessen Küche von ursprünglich sehr einfachen, rustikalen Zubereitungen zu einer höchst raffinierten „haute cuisine“ in den letzten Jahrhunderten des Kaiserreiches. Im Vergleich zur heutigen Situation hatten die römischen Köche und Köchinnen mit einem kaum zu überwindenden Problem zu kämpfen: Kräuter und Gewürze standen nur in sehr beschränktem Maße zur Verfügung und, wenn es sie überhaupt gab, waren sie außerordentlich teuer. Wer auf die Idee kam aus den reichlich vorhandenen Fischen des Mittelmeeres ein flüssiges Gewürz herzustellen ist nicht überliefert, aber es wurde bei Arm und Reich unter dem Namen „Garum“ zum kulinarischen Hit im gesamten Herrschaftsbereich der Römer. Die Herstellung des Garum nahm rasch  industrielle Maßstäbe an, die Archäologen berichten uns von Ausgrabungen bei denen große Garum-Manufakturen in Pompeji und Neapolis gefunden wurden. Vermutlich gab es noch sehr viele andere Orte in denen die Würzsoße produziert wurde.  Wir müssen uns die Bedeutung des Garum in römischen Haushalten vorstellen etwa wie den obligatorischen Gebrauch von Soja-Soße in manchen asiatischen Ländern.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Das untergegangene „Garum“

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Manchmal ein Dilemma für Konsumenten: die Diversität der Weine

Leere Gläser als Vorbereitung einer Weinprobe im Freien (Pixabay)

Mit Sinnsprüchen, die der Abwechslung im Leben huldigen, könnte man Bücher füllen. Sie alle gehen irgendwie zurück auf den antiken „Orestes“ des Euripides (ca. 480 – 406 v. Chr.), in dessen lateinischer Übertragung der schlichte Aphorismus „variatio delectat“ (Abwechslung erfreut) zu finden ist. Was damit gemeint sein könnte, das hat uns Hermann Hesse  (1877 – 1962) später noch näher erläutert: „ich bin ein Verehrer der Untreue, des Wechsels, der Phantasie. Ich halte nichts davon, meine Liebe an irgendeinen Fleck der Erde festzunageln. Ich halte das, was wir lieben, immer nur für ein Gleichnis. Wo unsere Liebe hängenbleibt und zur Treue und Tugend wird, da wird sie mir verdächtig“ schrieb er um 1917  in „Die Wanderung“. Obwohl ich diese Einsicht seit meiner Jugend immer geteilt habe, sind mir ihre Schattenseiten auch öfter begegnet: unter „der Qual der Wahl“ habe ich bei vielen Gelegenheiten gelitten. Sich für eine unbekannte unter lauter unbekannten Alternativen entscheiden zu müssen, gehört oft genug zu den Stresssituationen des Lebens. Kriterien festlegen um die zur Verwirklichung des eigenen Ziels beste Option zu finden muss zwangsläufig am Beginn eines jeden Entscheidungsprozesses stehen. So ist es beim Einkauf von Kleidung, Lebensmitteln, Büchern und natürlich auch Wein.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Manchmal ein Dilemma für Konsumenten: die Diversität der Weine

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Die dunkle Geschichte eines großen Trinkvergnügens

Kupferstich von William Hogarth (16t97 – 1764): Gin Lane

Die Sonne steht tief im Westen über den Bergkuppen, ihr Licht lässt die Landschaft mit ihren Mandel- und Olivenbäumen golden aufleuchten, ich sitze auf der Terrasse und denke mir, dass es Zeit für einen Gin-Tonic wäre. Genüsslich bereite ich mir das Glas mit Eis und einer Limettenscheibe vor, schütte reichlich Gin dazu und fülle das Ganze mit sehr kaltem Tonic Wasser auf. Bereits der erste Schluck nimmt die angestaute Hitze des Tages aus den Gliedern und ein wohliges Gefühl macht sich breit. Was ich hier tue ist nicht der spezielle Genuss meiner Person sondern eine weit verbreitete Mode der Hedonisten in aller Welt. Um dem Geschmacksbedürfnis der unterschiedlichen Genießer-Soziologien Rechnung zu tragen sind im letzten Jahrzehnt unendlich viele Gin-Marken erschienen, die neben dem klassischen Wacholder lokale Kräuter und Gewürze enthalten. Ja, sogar die Kräuter der Frankfurter „grünen Soße“ sind im Gin verarbeitet worden! Eine ganz ähnliche Entwicklung hat bei den Tonic-Wässern stattgefunden: manche sind gefärbt, andere enthalten zusätzlich zum Chinin verschiedene, weitere Aromen, so dass es eine schier unüberschaubare Kombinationsmöglichkeit zwischen Gin- und Tonic Geschmacksnuancen gibt.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die dunkle Geschichte eines großen Trinkvergnügens

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