Reisen mit Claude Debussy: ein Abend in Granada

Fayence-Mosaik aus dem Saal der Gesandten in der Alhambra: farbenfroh wie Debussys Musik.

Reisen scheint zur Lieblingsbeschäftigung aller Generationen geworden zu sein. Die leichte Verfügbarkeit von Transportmitteln zu Land, Wasser und Luft, gepaart mit dem unsäglichen Konkurrenzkampf der Reiseunternehmen untereinander haben die Reisekosten beinahe für jedermann erschwinglich gemacht. Es kann sogar preisgünstiger sein eine Junggesellenabschiedsparty am Ballermann zu feiern als in einer Frankfurter Kneipe. Den Sommer am Mittelmeer zu verbringen wird schon nicht mehr als Reise in ein fremdes Land betrachtet, denn Bier, „Wienerle“ und Brezeln gibt es auch dort überall und unter sich bleibt man meist auch. Es gibt genug Kritik an diesen Massen von reisenden Zeitgenossen, ja sogar die Gastgeber in der Fremde beginnen zu verstehen, dass man sie, trotz ihres Geldes, eigentlich nicht mehr haben will. Aber es gibt selbstverständlich auch noch andere Reisende, eben jene, die es mit dem großen deutschen Reise-Vorbild  Alexander von Humboldt halten: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.“ Nicht um Bier zu trinken verreist man, sondern um zu sehen und zu verstehen was man gesehen hat. Damit erweitert sich der geistige Horizont des Betrachters und er oder sie haben vielleicht etwas fürs Leben gelernt.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Reisen mit Claude Debussy: ein Abend in Granada

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Der Peleponnes – eine Zeitreise rückwärts

Dorischer Tempel in Alt-Korinth

Seit der epochalen Einsicht Albert Einsteins ist es für jedermann klar: Raum und Zeit sind eine Einheit. Der Haken dabei ist allerdings, dass dieses Naturgesetz ausschließlich in der Zukunft gilt, d.h., dass wirkliche Zeitreisen eines Tages nur in einen zukünftigen Raum möglich sein werden. Die Vergangenheit bleibt unserer physikalischen Wahrnehmung und Überprüfbarkeit verschlossen, so jedenfalls ergibt es sich aus der speziellen Relativitätstheorie. Um zu verstehen was war und warum Dinge so sind wie sie sind, benötigt man, gleichsam als „intellektuellen Gegenpol“ zu den Physikern, die Archäologen und Historiker. Wir, die wir diese akademischen Disziplinen nicht studiert haben, müssen uns Attribute der Vergangenheit suchen und sie in unserer Phantasie zu Denkmälern bzw. Monumenten, die wir verehren oder bewundern können, hochstilisieren. In diesem Prozess der persönlichen Erkenntnis unserer Geschichte spielt das Reisen eine ganz wichtige Rolle.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Der Peleponnes – eine Zeitreise rückwärts

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Warum “Parzellen”-Weine in einer globalisierten Weinwelt?

Was für ein königliches Terroir haben wohl die Weinterrassen von Sanssouci?

Unter Weinfreunden wird kaum ein Wort zur Beschreibung des Charakters eines Weines so viel benutzt wie „Terroir“. Ein bestimmter Wein sei maßgeblich von Terroir geprägt, hört man gelegentlich mit Erstaunen und fragt sich „ja wie schmeckt er denn dann?“. Ich persönlich habe häufiger das Gefühl, dass vieles an Gerüchen und Geschmäckern, was nicht sofort zuordenbar ist, als „Terroir“ klassifiziert wird. Das kann  so weit gehen, dass ein regelrechter Böckser dem Terroir zugeschrieben wird – was natürlich Unfug ist. Darüber kann man dann nur noch humorvoll  hinwegsehen. Spätestens seit der Mosel-Winzer Reinhard Heymann-Löwenstein seine Streitschrift „Terroir: Weinkultur und Weingenuss in einer globalen Welt“ (2006) veröffentlichte, weiß die teutonische Genießerwelt, dass Terroir der Gegensatz zu „industriell-gefertigt“ und Massen-Abfüllung bedeuten kann oder soll. Manch einer mag sich an den Latein-Unterricht erinnern, wenn er meint terroir sei die direkte französische Übersetzung von „terra“ (Erde) und nach erdigen Tönen im Wein sucht.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Warum “Parzellen”-Weine in einer globalisierten Weinwelt?

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Das mediterrane Licht des Joaquín Sorolla

Joaquín Sorolla: Boote am Strand (1915). www.wikiart.org/en/joaqu-n-sorolla/beached-boats-1915 (public domain)

Auf dem Paseo del General Martínez Campos, 37, mitten unter ziemlich hässlichen und  hohen Wohnblocks im Madrider Chamberí-Viertel, steht ein wahres Juwel: das kleine Stadtpalais des spanischen Malers Joaquín Sorolla y Bastida (1863 – 1923). Durch ein schmiedeeisernes Tor betritt man den kleinen, vom Künstler selbst entworfenen Garten. Er ist eine Oase der Ruhe und Besinnlichkeit inmitten des Getümmels der Großstadt. Zwischen plätschernden Brunnen, blühenden Sträuchern und marmornen Skulpturen, umweht vom Duft nach Buchsbaum und Moos spürt man schnell, dass sich hier ein kreativer Geist ein  Paradies im Diesseits geschaffen hat und ist von der Intensität der sinnlichen Eindrücke wie berauscht. Im Haus selbst ist alles noch so wie zu den Zeiten als Sorolla mit seiner Frau Clotilde García del Castillo hier gelebt haben. Sie hat das Anwesen und viele darin enthaltene Bilder und Kunstgegenstände nach seinem Tod dem spanischen Staat vermacht.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Das mediterrane Licht des Joaquín Sorolla

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Die Magie der grünen Fee

Anis: aus “Arznei- und Giftgewächse” hrsg. von Hermann Wagner. 1861
(Collection Missouri Botanical Garden’s Materia Medica)

In der Geschichte gab es viele Gelegenheiten bei denen es zu einer Verbrüderung von Künstlern mit der Arbeiterklasse kam. So geschehen z.B. im Frankreich der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dort war der Absinth, eine Spirituose aus dem Schweizer Kanton Neuchâtel, zum Kultgetränk avanciert. Die sog. „Bohème“, heute eine verehrte und gefeierte Randgruppe der damaligen Gesellschaft, hatte sich dem Genuss der „grünen Fee“, wie der Absinth liebevoll genannt wurde, hingegeben. Namen wie van Gogh,  Lautrec, Baudelaire, Hugo, Picasso u.v.a. sind eng mit dieser Subkultur verbunden. Aber der Absinth war auch der Liebling der einkommensschwachen Arbeiter, denn ein Rausch war deutlich billiger mit ihm zu erreichen als mit teurem Wein, Die explosionsartige Entwicklung der 1737 im schweizerischen Val-de-Travers entwickelten Rezeptur bewirkte, dass sich in der geographischen Nachbarschaft westlich vom Neuenburger See, einschließlich grenznaher Orte in Frankreich, ein regelrechter Absinth-Manufakturen-Boom ausbrach. Vorreiter war ein gewisser Henri Louis Pernod, der, um der Zahlung von Zoll in Frankreich zu entgehen seine Schweizer Destille 1805 in den grenznahen, französischen Nachbarort Pontarlier verlegte.

Alkoholische Anis-Zubereitungen sind seit der Verfügbarkeit von einfachen Destillationsverfahren im 15. Jahrhundert um das ganze Mittelmeer verbreitet: Ouzo, Raki, Sambuca, Masticha, Chinchon und Pastis sind nur einige wenige Namen dafür. Man bezeichnet  diese Anis-Spirituosen auch mit dem französischen Oberbegriff „Anisées“. Der Absinth wurde einst in den Apotheken des Schweizer Jura als Hausmittel bei Magenverstimmungen verkauft.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die Magie der grünen Fee

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