Der Weingenuss hätte Wagner und Brahms zusammenführen können

Sehnsuchtsort der Weinfreunde auch schon im 19. Jahrhundert: das Rheintal

Wenn Musikhistoriker vom „Krieg der Romantiker“ sprechen, meinen sie den Streit zwischen zwei Betrachtungsweisen der Musik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die eine Richtung wollte  die Harmonien der Klassik auflösen und der Musik ein erzählerisches Programm unterlegen während sich die anderen Musiker der Tradition verpflichtet fühlten und der „absoluten Musik“ huldigten. Die progressive „Neudeutsche Schule“, die ihre Heimat in Weimar hatte, wurde von Franz Liszt und Richard Wagner angeführt, während die Protagonisten des konservativen Kreises, vorwiegend in Leipzig ansässig und auf dem Einfluss von Felix Mendelsson-Bartholdy fußend, Clara Schumann, Johannes Brahms und der Star-Geiger Joseph Joachim waren. Interessanterweise war für beide Gruppen der geistige und künstlerische Vater ihrer Bewegung Ludwig van Beethoven.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Der Weingenuss hätte Wagner und Brahms zusammenführen können

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Pyrazine stehen für die grünen Aromen im Wein

Bei maschineller Lese können Pyrazine aus Weinblättern mit in den  Gärtank und später in den Wein kommen (Foto: Pixabay)

Wie kann es sein, dass frisch gepflückte Essweintrauben, auch Tafeltrauben genannt, neben ihrer Süße nur sehr verhalten fruchtige Aromen preisgeben? Manchmal kann man allerdings Muskat-, grasige Apfelnoten oder auch andere, vegetabile Geschmacksstoffe wahrnehmen. Dagegen bringt das Traubenprodukt Wein häufig eine ganz unerwartete Fülle von Aromen ins Glas. Das hat natürlich mit dem Prozess der Vinifikation und der anschließenden Lagerung des Weins zu tun. Entsprechend spricht man von drei Aromentypen: (1) den Primäraromen, die tatsächlich aus den Trauben stammen, (2) den Sekundäraromen, die während und rund um den Prozess der Gärung entstehen, und (3) den Tertiäraromen, die sich während der Tank- bzw. Flaschenlagerung bilden. Im Folgenden möchte ich mich auf eine ganz besondere Gruppe von Primäraromen und deren Hintergründe konzentrieren.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Pyrazine stehen für die grünen Aromen im Wein

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Camille Saint-Saëns und seine Orgelsymphonie

Camille Saint-Saëns (1835-1921)

Die bezaubernd humorvolle Programmmusik der Suite „Karneval der Tiere“ und die Oper „Samson und Dalila“ haben den Namen des Komponisten Camille Saint-Saëns (1835-1921) am Beginn des 20. Jahrhunderts auch weit über die Grenzen seiner französischen Heimat bekannt gemacht. Heute ist er leider wieder ein wenig in Vergessenheit geraten. Im Licht seiner Zeitgenossen wie z. B. Debussy oder Ravel erschien seine Musik altbacken und eher uninspiriert langweilig. Dass dies ein unverzeihliches Vorurteil war, wurde mir am 6. 12. 2022 in der Frankfurter Alten Oper klar, als Cristian Macelaru (geb. 1980) mit dem „Orchestre National de France“ die 3. Symphonie in c-Moll 0pus 78, die so genannte „Orgelsymphonie“, von Saint-Saëns dirigierte. Dies war ein grandioses Fest für die Ohren! Die Farbigkeit der Töne, die sich unter Zuhilfenahme der Orgel, bis ins Bombastische steigerten, war ein enorm sinnliches Erlebnis. Zwar besteht die Symphonie nur aus den beiden Sätzen „Adagio allego moderato-Poco adagio“ und „Allegro moderato presto-Maestoso allegro“, jeder dieser beiden Sätze ist aber in zwei voneinander getrennte Abschnitte aufgeteilt, so dass die „klassische“ 4-sätzige Form der Symphonie erhalten blieb. Bei einem Blick auf die Instrumentierung fällt die Übermacht der Blasinstrumente auf: Flöten, Oboen, Englischhorn, Klarinetten Fagotte, Hörner, Trompeten, Posaunen und Tuba sind zu hören. Unterstützt werden sie von einem gewaltigen Aufgebot an Schlagzeugen: Pauken, Trommeln, Becken und Triangel und dazu kommen noch ein vierhändig gespieltes Klavier sowie die Orgel neben einer großen Zahl an Streichern.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Camille Saint-Saëns und seine Orgelsymphonie

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Wie „uncool“ ist Bier?

Bierreklame aus den 50iger Jahren des 20. Jhrs.

Am stahlblauen Himmel über der Wüste sieht ein verlorener, schwitzender Spaziergänger die Fata Morgana eines frostigen Bierglases und ein nebenstehender Text verkündet dass „Durst erst durch Bier schön“ würde. Heute ein Klassiker, war diese Reklame in den 50iger Jahren eine höchst suggestive Verführung zum Biergenuss und hat sicher dazu beigetragen, dass im Laufe der Jahre Deutschland zum europäischen Bierkonsumenten Nummer 1 wurde. Die Deutschen trinken 8 Milliarden Liter Bier pro Jahr und sind damit im Vergleich mit anderen Ländern absolute Spitzenreiter, gefolgt von Großbritannien mit 4,2, Polen mit 4,1 und Spanien mit 3,8 Milliarden Litern, alkoholfreies Bier ist in dieser Statistik nicht enthalten. Global betrachtet sind die bevölkerungsreichen Länder China (381 Milliarden), die USA (215 Milliarden) und Brasilien mit 141 Milliarden Litern die größten Bierbrauer. Deutschland steht auf Platz 5 der weltgrößten Braunationen. Das „Pils“ ist mit 3,5 Milliarden Litern pro Jahr der Liebling unter den Biersorten, gefolgt von Export und Weizen. Für den Staat ist das Brauereiwesen eine lukrative Angelegenheit: von den 19 Milliarden, die die Bierkonsumenten für ihr Trinkvergnügen jährlich ausgeben, bleiben fast 700 Millionen Euro als Biersteuer im Staatssäckel.  Genug der Statistik! Es ist sicher bereits deutlich geworden, welche wirtschaftliche Bedeutung dem Bier in unserem Land zukommt. Dies alles im Kopf wurde ich durch einen „Spiegel“-Beitrag mit dem Titel „Warum die Deutschen die Lust auf Bier verlieren“ (DER SPIEGEL 39/2022) regelrecht aufgeschreckt.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Wie „uncool“ ist Bier?

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Avantgarde: der Flamenco des Francisco Contreras alias Niño de Elche

„Niño de Elche“ – ein spanischer Ausnahmekünstler

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2022 war Spanien Ehrengastland und im Zusammenhang damit gab der Flamenco-Sänger mit dem Künstlernamen „Niño de Elche“ im Frankfurter Mousonturm ein denkwürdiges Konzert. Eigentlich nennt er sich Francisco Contreras und so bürgerlich korrekt wie sein Name sieht er auch aus wenn er die Bühne betritt: dunkler Anzug und schneeweißes, gebügeltes Hemd. Was dann allerdings folgt, wenn seine Vorstellung beginnt, lässt sich nicht so leicht in Worte fassen oder in eine bereits vorhandene, künstlerische Schublade packen. In blauem Licht und Bühnennebel steht ein Mikrophon und rechts davon ein Tisch mit einem Mischpult. Aus dem dunklen Hintergrund tauchen der Sänger und seine Begleiterin für die elektronischen Töne auf. Dann klingt es aus dem Lautprecher wie die „musique concrete“ des vorigen Jahrhunderts gefolgt von dadaistisch anmutenden Klängen des Sängers, die mich an György Ligetis spannende Komposition „Nouvelles Aventures“ erinnern. Allmählich erkenne ich schließlich Fetzen von Flamenco-Tönen, die sich gelegentlich wie Bruchstücke eines „cante jondo“ anhören. In ähnlicher Weise geht es die nächsten 90 Minuten weiter und ich lausche gebannt. Es klingt zeitweise so als seziere der Sänger die Flamenco-Musik und zerlege sie in ihre tonalen Bestandteile. Während sich Worte und Melodien aufzulösen scheinen und zu bloßen Tongebilden oder gar nur zu Geräuschen reduziert werden bleiben die Emotionen im Gesang bestehen. Das war das Mysterium der Musik an diesem Abend!  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Avantgarde: der Flamenco des Francisco Contreras alias Niño de Elche

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