Wokismus und Opernlibretti

Anzeige für Giacomo Puccini’s Oper „Turandot“, 1926.

Bei Wikipedia lautet die Begriffserklärung für „woke“: erhöhtes Bewusstsein für Rassismus und mangelnde soziale Gerechtigkeit. Was simpel klingt und im vergangenen Jahrzehnt als „Wokismus“ zu einer Weltanschauung mit klaren Verhaltensregeln mutierte. Die Geisteshaltung der Woke-Bewegung wurde von Anbeginn von einer gebildeten, bürgerlichen Mitte abgelehnt. Das haben sich Aktivisten vom rechten Rand der westlichen Gesellschaften zu Nutze gemacht, um gegen die, vornehmlich links zu verortenden, politischen Kontrahenten zu polemisieren und vorzugehen. Dieser „Kulturkampf“ ist gerade in den USA in vollem Gange. Ich finde es ganz erstaunlich, dass linguistische Turnübungen wie das sog. „gendern“, mit seinen Sternchen mitten in den Worten, nicht die weltanschaulichen Petitessen gebliebenen sind, die sie von der Sache her ja tatsächlich waren. Etwas tiefer geht da schon die woke Begrifflichkeit der „kulturellen Aneignung“ womit die Übernahme von Sprache, Tanz, Musik oder Symbolen bzw. anderen Eigenschaften einer Kultur durch Mitglieder einer anderen gemeint ist. Dies ist besonders dann beklagenswert, wenn es sich bei der übernehmenden Kultur um frühere oder gegenwärtige Kolonialmächte handelt. Zudem wird die fremde Kultur häufig aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen und willkürlich in einen neuen eingebettet. Ich kann das schlechte Gewissen heutiger Generationen bei der Gewalt sowie der materiellen und kulturellen Ausbeutung der Kolonien von den einst dominierenden Mächten sehr gut verstehen. Leider sind etliche Aspekte dieser Geschichte ihrerseits bereits Teil unserer eigenen Kultur geworden.

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Die Erschaffung der Welt und der Musik

Das berühmteste Gemälde der Welt: Michelangelos Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle -Die Erschaffung Adams

Mich haben Mythen, die die Entstehung der Welt beschreiben, schon immer fasziniert. Jeder Kulturkreis auf unserer Erde hat offenbar seine eigene Schöpfungsgeschichte, die versucht den Ursprung der jeweiligen Gesellschaft, ihres Landes, des gesamten Planeten und des ihn umgebenden Universums zu beschreiben. In der germanischen Edda spielen Eis und Feuer bei der Geburt der Götter die überragende Rolle und aus diesen übernatürlichen Wesen entstand schließlich die Materie. In der chinesischen Mythologie war die Welt ein Ei aus dem die dunkle Erde (Yin) und der helle Himmel (Yang) entstanden. Die alten Ägypter glaubten an ein Urwasser, aus dem der Schöpfergott stammte, dessen Gedanken die Welt schließlich erschufen. Ich könnte noch viele andere Mythen aus anderen Ländern und Kontinenten aufzählen, würde aber dadurch keinen weiteren Erkenntnisgewinn erzielen, denn es liefe immer auf eine höhere Macht hinaus, durch deren Willen die Schöpfung in Gang gesetzt wurde.

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Genußreiche Barbarenwurzel

Bedanke dich bei ulleo

Rhabarber Stängel (Foto Pixabay mit Dank an ulleo)

Ende April tauchen sie wieder in den Regalen der Obst- und Gemüsehändler auf, die langen, von Rot nach Grün changierenden Stangen namens Rhabarber und lassen die Herzen der Freunde süß-sauerer Spezialitäten höher schlagen, denn die Saison ist kurz: nach dem 24. Juni (dem Johannistag) wird traditionell kein Rhabarber mehr geerntet. Aufgrund seines Säuregehaltes wird der Rhabarber kulinarisch meist als Obst behandelt, obwohl er eigentlich eine Gemüseart ist. Seine Geschichte beginnt als asiatische Heilpflanze in den Tälern des Himalaya, wo man die getrockneten Wurzeln zur Therapie von Darmbeschwerden in der traditionellen Medizin noch heute benutzt. Li Shizhen, der Verfasser des „Bencao Gangmu“ (Kompendium der Heilkunde) im 16. Jahrhundert, lieferte detaillierte Beschreibungen zur richtigen Anwendung und Wirkung der Rhabarberwurzel.

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Die musikalischen Visionen des Alexander Scriabin

Alexander Scriabin (Foto: Wikipedia, gemeinfrei)In meinem Beitrag „Musik ist meine Religion“ – übrigens eine von vielen Musikliebhabern geteilte Erkenntnis – bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Musik Trost, Hoffnung und Ekstase bieten und somit über eine spirituelle Kraft verfügen kann, die Menschen emotional verbindet und glücklich macht. Bei meinem Stöbern in der neueren Musikgeschichte bin ich kürzlich auf Alexander Scriabins (1872 – 1915) Werk gestoßen. Dieser russische Komponist war in seinem späteren Leben sehr tief in der Theosophie verwurzelt. Musik war für ihn nicht nur eine Kunstform, sondern das Medium um höhere Bewusstseinszustände zu erreichen und damit beim Hörer eine Metamorphose zur Spiritualität in Gang zu setzen. In seiner Musik war er äußerst innovativ: Seine Rhythmik und seine Klangfarben waren unkonventionell und machten ihn gewissermaßen zu einem Vorreiter der späteren Moderne. Scriabin entwickelte einen spezifischen, sechs Töne umfassenden Akkord, den er den „Mystischen Akkord“ nannte. Er war überzeugt davon, dass sich in dieser Harmonie göttliche Kräfte verwirklicht hätten. Man findet ihn in so gut wie sämtlichen Werken seiner zweiten Schaffenshälfte.

 

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Heinrich Heines Spanien

Heinrich Heine (Ausschnitt aus einem Gemälde von Moritz-Daniel Oppenheim – Kunsthalle Hamburg)

Seit meiner Jugend bin ich ein glühender Verehrer der Schriften Heinrich Heines (1797 – 1856). Seine fast alltägliche, einfache und, nach meinem Empfinden, sehr moderne Sprache hat mich immer wieder begeistert. Er redete von Deutschland- und seinen damaligen politischen und gesellschaftlichen Problemen zwar sehr kritisch und meist auch satirisch, aber nie destruktiv. Das unterscheidet ihn von den heutigen notorischen Miesmachern und Nörglern in unserem Land. Zugegeben, Heine hatte es da einfacher, denn er lebte einen Großteil seines Lebens als Emigrant in Paris und Deutschland war im Grunde nur seine „poetische Heimat“. Reisen nach Italien, England und die Niederlande ließen ihn zu einem überzeugten Europäer werden, der jeden chauvinistischen Nationalismus verabscheute.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Heinrich Heines Spanien

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