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Der arme Poet

Über diesen Becher kam ich zu Spitzwegs aussagekräftigem Bild.

Ein Porzellanbecher mit Carl Spitzwegs aufgedrucktem Gemäldeklassiker war einst das Danaergeschenk eines guten Bekannten für meine täglichen Kaffeepausen. Gut gemeint aber entsetzlich vulgär und kitschig, so jedenfalls war meine Einschätzung und das Objekt verschwand in der hintersten Ecke des Geschirrschrankes. Jetzt, in der Corona-Krise, suchte ich ein passendes Gefäß für den Tee, den ich mir zum vormittaglichen Schreiben bereiten wollte. Da entdeckte ich den Becher mit dem reproduzierten „armen Poeten“. Ich erinnerte mich, dass ich in meinen Münchner Studentenzeiten bei jedem Besuch der Neuen Pinakothek, und die gehörte damals zu meinen regelmässigen kulturellen Pflichtübungen, wie von magischer Hand gelenkt zuerst immer den Weg zu Spitzwegs Poeten suchte. „Das Lieblingsbild der Deutschen“ titelte die ZEIT-Online am 12. Januar 2012 anlässlich einer Versteigerung einer bislang unbekannten Version des kleinen Ölbildes. Kein Wunder, dass ich fortan täglich beim Teetrinken mit großem Vergnügen auf den mürrischen Herrn mit der Schlafmütze schaute und mir Gedanken machte, die ich immer weiter fortspann und die schließlich in einer fiktiven Biographie des armen Schriftstellers mündeten.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Der arme Poet

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Geschichte der Önologie: der Wein-Arzt von 1753.

Titelblatt des “Wein-Arztes”

Bis ins 19. Jahrhundert war erschreckend wenig über das tatsächliche Geschehen während des Weinmachens bekannt. Sowohl die Griechen als auch später die Römer haben ihre Weine immer jung getrunken, denn lange Lagerung war naturgemäß regelmäßig mit dem Auftreten von Weinfehlern verbunden. Erst als Louis Pasteur  ab ca 1850 Licht in den Vorgang der Gärung brachte und Fäulnis-Bakterien als Ursache für das Verderben des Weins erkannte, begann die Periode des wissenschaftlich orientierten Weinmachens. In den  vorangegangenen  Jahrhunderten versuchten viele Autoren immer wieder das Wissen um das Weinmachen systematisiert darzulegen. Einer von diesen war “der curieus- und offenhertzige Wein-Arzt, das ist: Sicher und unschädliche Mittel, wie man dem Wein von der Kelter an, sorgfältig warten, wann er zu Schaden gekommen, ihm wieder helffen, und den  Einheimischen in Fremde und andrere Weine verwandeln könne“ geschrieben und 1753 in „Franckfurt und Leipzig“ von einem „Liebhaber der Oeconomischen Wissenschafften“ publiziert. Die Identität des anonymen Verfassers war mir leider nicht möglich herauszufinden, obwohl die Vorrede immerhin mit den Anfangsbuchstaben E. L. W als Autor gekennzeichnet ist. Der in meinem Besitz befindliche Nachdruck der Originalausgabe wurde in der Reihe „Die bibliophilen Taschenbücher“ 1984 herausgebracht.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Geschichte der Önologie: der Wein-Arzt von 1753.

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La Chufa – die Erdmandel und ihre Milch

Am Meer im Sommer: ein idealer Ort Horchata zu trinken

An einem Sommertag im Jahr vor der “Corona-Krise”  am Strand von Malvarrosa in Valencia: über dem Café und über dem türkisfarbenen Meer wölbt sich ein lichter, mediterraner Himmel und eine laue Brise bringt Erfrischung von Osten über die zarten Schaumkronen des Wassers. Auf dem Tisch vor mir steht ein mit einer beigefarbenen Flüssigkeit gefülltes, hohes und frostiges Glas, dazu ein Strohhalm und eine leuchtend gelbe Zitronenschale als dekorativer Kontrast. Das, was fast so aussieht als sei es Milch ist eine „Horchata de Chufa“, oder wie man es auf valencianisch schreibt “Orxata de Xufa“. Auf deutsch würde man es mit „Erdmandelmilch“ übersetzen. Bevor ich darauf eingehe, was es tatsächlich ist, möchte ich versuchen den sinnlichen Eindruck zu beschreiben, den die „Horchata“ hinterlässt. Im Duft nimmt man Zimt- und angedeutete Zitronenschalentöne wahr. Beim ersten Schluck des eiskalten Getränks fällt tatsächlich die milchähnliche Textur und eine zarte Süße am Gaumen auf. Im Geschmack erkennt man dann etwas Nussiges, das irgendwo zwischen Walnüssen und Mandeln angesiedelt ist. Ein Hauch von zarten Gerbstoffen und Umami gibt dem Ganzen eine unbeschreibliche Finesse. Für mich verkörpert die Horchata de Chufa ein ausgeprägtes Sommergefühl und stellt in dieser Jahreszeit eine wunderbare Erfrischung mit ganz köstlichem Geschmack dar.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: La Chufa – die Erdmandel und ihre Milch

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Wein und Schlaf

Nachteule. Ausschnitt aus einem Foto von Syaibatul Hamdi auf Pixabay

 

Schon in der Kindheit hätte ich gerne gewusst, was eigentlich während meines Schlafes mit mir passiert. War ich dann für eine Nacht tot? Der Schlaf blieb ein ganzes Leben lang ein Mysterium welches sich mir in seinem Wesen nie wirklich offenbarte. Ich habe schon sehr früh bemerkt, dass es unendlich viele Hilfsmittel für den Schlaf gab: Betten, Matratzen, Kissen, Decken, Plumeaus, Pyjamas, Schlafanzüge, Nachthemden Schlafmützen und Wecker. Das alles zeigte mir, dass offenbar sehr viele Menschen auch schliefen und sich, wie ich mich selbst, jeden Abend intensiv und individuell darauf vorbereiteten. Zwar gingen die Eltern anscheinend abends nie ins Bett, aber am Morgen lagen sie trotzdem darin, also schliefen sie irgendwie auch! Mittlerweile weiß ich sogar, dass es Schlafforscher gibt, die das Phänomen des Schlafes wissenschaftlich ergründen wollen. Von der Lüftung des großen Geheimnisses sind sie allerdings noch sehr, sehr weit entfernt – wie ich herausgefunden habe. Immerhin beschreiben kann man den Schlaf mit ihrer Hilfe mittlerweile sehr präzise: Die Forscher haben fünf Phasen identifiziert, die sich in ihrer Länge unterscheiden und den Schläfer mit unterschiedlicher Intensität durch die Nacht begleiten.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Wein und Schlaf

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