Dresdener Titanen: Caspar David Friedrich und Richard Wagner

Der Mönch am Meer von Caspar David Friedrich – KwEv_TMiJhn5kA — (Google Arts & Culture, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13266070)

Nach Ansicht mehrerer Experten währte die Epoche der Romantik in der Kunst vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhundert und prägte sowohl die Literatur und die Musik als auch die bildende Kunst und die Philosophie. Neben der Musik ist es vornehmlich die romantische Malerei, die mich an diesem Zeitalter so fasziniert und bei der ich sehr häufig die geistige Nähe zur Musik der gleichen Epoche spüre. Unter den romantischen Malern ist schon seit Jahrzehnten Caspar David Friedrich (1774 – 1840) mein Favorit, an dessen Geburt vor 250 Jahren wir uns am 5. September 2024 erinnern werden. Auf einer um 1830 entstandenen Kreideskizze setzt Friedrich eine Harfenspielerin vor eine gotisch inspirierte Fantasiekathedrale und ich stelle mir vor, dass der Künstler damit, vielleicht unbewusst, eine Hommage an die Architektur im Sinne hatte, etwa analog zu Arthur Schopenhauer, der die Architektur mit der Metapher „gefrorene Musik“ bezeichnet hatte.  Und tatsächlich, Caspar David Friedrich und die Musik ist ein Thema welches mir beim Betrachten seiner Bilder sofort in den Sinn kommt. Man muss keinen ausgeprägten Sinn für farbiges Hören haben, also für das Visualisieren von Tönen in Farbe oder umgekehrt für das Hören von Farben oder Formen, um den Zusammenhang von Friedrichs Bildern mit der Musik zu verstehen. Es wird nicht schwer sein beim Zuhören vom Adagio sostenuto aus Beethovens Hammerklavier-Sonate Op. 106 sich den Mönch am Meer, den einsamen Strand und den riesigen Himmel an dem die dunklen Wolken aufziehen, vorzustellen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Dresdener Titanen: Caspar David Friedrich und Richard Wagner

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Das Geheimnis der Zunge: schmecken, sprechen und singen

Ein Wunderwerk der Biologie: die Zunge (Foto: Pixabay)

„Von der Zunge hängt des Menschen Würde und Glück ab“ so hat sich der große Humanist  und Theologe Erasmus von Rotterdam (1469 – 1536) einst geäußert und damit gleich auf die doppelte Wichtigkeit dieses kleinen Körperteils hingewiesen. Die Zunge ist essentiell für das Formen der Sprachlaute und genauso bedeutend für unseren Hedonismus. Mit der Zunge empfangen wir sensorische Signale, die höchst erotisch und genussvoll sein können. Die Zunge ist ein Organ sowohl mit sehr empfindlichem Tastsinn als auch einem ebensolchen Geschmackssinn. In unserer Begriffswelt hat die Zunge unendlich viele Attribute zugewiesen bekommen, wir reden von Engelszungen, schweren Zungen, verknoteten Zungen , im Zaum gehaltenen Zungen, losen Zungen, verbrannten Zungen usw., usw. Auch in Buchtiteln kommt die Zunge vielfach vor, der berühmteste unter ihnen ist vermutlich „Die gerettete Zunge: Geschichte einer Jugend“ von Elias Canetti. Auch in der Mythologie hören wir immer wieder von der Zunge, z.B. in der Odyssee von Homer heißt es bei der Beschreibung der Qualen des Tantalos:  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Das Geheimnis der Zunge: schmecken, sprechen und singen

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Die „Rückbeuge“ als Ausdrucksfigur im Flamenco-Tanz

André Brouillet (1857 – 1914): „Une leçon clinique à la Salpêtrière“

Selbst wenn wir schweigen spricht unser Körper mit all seinen dazu zur Verfügung stehenden Mitteln und diese reichen von der Kleidung über die Körperhaltung bis hin zur Gestik und Mimik. Manche Psychologen behaupten, dass die physische Kommunikation eine deutlich höhere Mitteilungswertigkeit habe als die verbale. Über unseren Körper drücken wir meist unbewußt aus was wir fühlen und denken. Die Inhalte der Körpersprache können direkt, intuitiv verstanden werden oder Sie brauchen eine Interpretation. Die Fähigkeit die Gebärden und die Pose seines jeweiligen Gegenübers korrekt zu interpretieren ist ein wichtiger Teil dessen, was wir „soziale Kompetenz“ nennen. Auch die Empathie, das Einfühlungsvermögen, ist ohne das Verständnis der Körpersprache nicht wirklich möglich. Auch der Tanz ist Körpersprache und vermutlich die natürlichste und älteste Kunstform des Menschen. Er verbindet Rhythmus und Musik mit Mimik und Gestik um nonverbal Emotionen zu beschreiben, dabei wurden bestimmte Körperhaltungen bzw. -bewegungen zum Ausdruck von Gefühlen eingesetzt. Im Laufe unserer Menschheitsgeschichte haben unterschiedliche Tänze feste kulturelle Zuschreibungen erhalten und sind zu Volkstänzen oder regionalen Kunsttänzen geworden. Der Flamenco auf der Iberischen Halbinsel ist ein Beispiel dafür.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die „Rückbeuge“ als Ausdrucksfigur im Flamenco-Tanz

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Kulturelle Aneignung und kulturelle Unterdrückung

Sklavenhandel als Konsequenz der kulturellen Unterdrückung. Aus Bilder-Tafeln zur Länder- und Völker-Kunde, Calw & Stattgart 1883.

Die laufende, gesellschaftspolitische Debatte über die „kulturelle Aneignung“ ist untrennbar mit dem Namen Susan Scafidi verbunden, der ersten amerikanischen Professorin für „Moderecht“ an der Fordham University School of Law in New York,. In ihrem Buch „Who owns Culture?“ (1) nennt sie „Cultural appropriation“ die Bereicherung von dominanten Kulturen, wie z. B. unserer, der weißen, europäisch-amerikanischen,  an kulturellen Elementen schwarzer oder indigener Minderheiten. Neben deren intellektuellem Eigentum, traditionellem Wissen und kulturellen Ausdrucksformen sind es insbesondere die unautorisierte Inanspruchnahme von Tanz, Kleidung, Musik, Sprache, Folklore, Küche, traditioneller Medizin und religiöser Symbole, die sich, laut Frau Scafidi, unter dem Begriff „kulturelle Aneignung“ zusammenfassen lassen. Vielen Forschern und Denkern geht diese enge Begriffsdefinition zu weit, denn sie schließt eine ehrliche Anerkennung und Sichtbarmachung der kulturellen Leistungen von Minderheiten durch Dritte praktisch aus, ja kriminalisiert sie u.U. sogar! Diesem Umstand wird Abhilfe geschaffen durch einen weiteren Begriff, nämlich den der respektvollen „kulturellen Anerkennung“ (Cultural Appreciation).  Im Gegensatz dazu ist die sog. „kulturelle Aneignung“ immer ein egozentrisches, auf den eigenen Vorteil fokussiertes rücksichtsloses Vorgehen auf Kosten einer Minderheiten-Kultur, dem natürlich jede Legitimation fehlt.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Kulturelle Aneignung und kulturelle Unterdrückung

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Die spanische Armeleuteküche

Klassische Armenküche: die Tortilla española

Im großartigen Schelmenroman eines anonymen, spanischen Autors aus der Mitte des 16. Jahrhunderts mit dem Titel seines Protagonisten, des „Lazarillo de Tormes“ erfahren wir von einigen  Kohlstrünken, die dieser zum Frühstücke verzehrt hatte. Später, zu Mittag, teilte er sich einen „Kuhfuß“ mit seinem Herrn und schrieb: „Ich gab ihm den Kuhfuß und drei bis vier Stücke von dem weißesten Brote in die Hand. Er setzte sich neben mich und fing an zu essen wie einer, der sehr guten Appetit hat, indem er jedes Knöchelchen abnagte, besser als ein Windhund es würde getan haben. Mit einer Knoblauchbrühe, sagte er, ist dies ein ganz köstliches Essen.“ Die von Miguel de Cervantes   (1547 –1616) beschriebenen Mahlzeiten des Don Quijote und seines Begleiters Sancho Pansa, eines vehementen Verfechters sinnlicher Freuden, sind nicht minder frugal und ein historisches Zeugnis der früheren Einfachheit spanischer Gastrosophie. Darauf ist man heute, in einer Zeit raffinierter Sterneküche, sehr stolz und zelebriert überall im Land die „Armeleuteküche“ am heimischen Herd und in den Luxusrestaurants der spanischen Metropolen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die spanische Armeleuteküche

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