Richard Wagners Schweizer Idylle

Richard Wagner Bronzekopf vor seinem Haus in Tribschen (Luzern)

Auf einer kleinen Halbinsel im Vierwaldstätter See mit Blick auf die Stadt Luzern, liegt das Haus, in dem Richard Wagner von 1866 bis 1872 gewohnt hat. Hier fand er nach langer Zeit  wieder Ruhe und Entspannung von seinen selbstgeschaffenen Problemen. Aus Staatsraison hatte er Hals über Kopf seinen damaligen Wohnort München verlassen müssen, denn er hatte,  entgegen der Absprache mit seinem Gönner  König Ludwig II., versucht sich in die bayrische Politik einzumischen. Zusätzlich hatte er sich in ein kompliziertes Beziehungsgeflecht mit zwei Frauen und einem gehörnten Ehemann begeben. Die überstürzte Abreise in die Schweiz und das gemietete Haus dort in beschaulicher Landschaft waren der Beginn eines ruhigeren und kreativen Lebensabschnittes des Komponisten. Cosima, die Mutter seiner beiden Kinder Isolde und Eva, die noch mit dem Dirigenten und Pianisten Hans von Bülow verheiratet war, war erneut von Wagner schwanger. Im Sommer 1869 kam der ersehnte „Stammhalter“ in Tribschen zur Welt und wurde Siegfried genannt. Kurz danach konnte die frisch geschiedene Cosima ihren Geliebten, Richard Wagner, heiraten. In den darauf folgenden Monaten entstand das „Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang“ Fidi war der Kosename für die Tochter Eva, die tatsächlich einen Vogel ihr eigen nannte, dessen Gesang in den Bläserstimmen im Mittelteil des „Idyll“ verarbeitet wurde.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Richard Wagners Schweizer Idylle

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Der Maler Murillo als Zeuge der Geschichte des Weins

Ausschnitt aus dem Gemälde von Murillo “Die Hochzeit von Kana” (Wickimedia Commons, gemeinfrei)

Der große spanische Maler des Barock, Bartolomé Esteban Murillo, wurde 1618 in Sevilla geboren. Anlässlich seines 400sten Geburtstages hat man in seiner Geburtsstadt in den Sälen der von ihm selbst mitgegründeten Akademie der Schönen Künste (Real Academia de Bellas Artes de Santa Isabel de Hungría) eine repräsentative Ausstellung seiner Werke gezeigt. Dabei handelte es sich im Wesentlichen um die Darstellungen religiöser Sujets, die aber in zeitgenössische Alltagssituationen projiziert waren. Daher entpuppte sich die ganze Ausstellung als eine faszinierende Schau des barocken Lebens in der Stadt Sevilla, die zu Murillos Zeiten eines der führenden Handelszentren der iberischen Halbinsel war. Die engen Verbindungen der andalusischen Stadt zu den amerikanischen Kolonien sorgten damals dort für eine weltoffene und stimulierend kosmopolitische Atmosphäre.

Dass auch Luxus und Wohlstand Bestandteil dieser Gesellschaft waren, zeigte Murillos Bild „die Hochzeit zu Kana“ (Joh.2,1-12). Der Inhalt dieser Geschichte aus dem Neuen Testament ist schnell zusammengefasst:  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Der Maler Murillo als Zeuge der Geschichte des Weins

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Darwins Abstammungslehre und der Alkoholgenuss

 

Alkoholisierter Elephant? Aus dem Calwer historischen Bilderbuch, Tafel 60, 1883

Von uns Menschen wissen wir nur zu genau, dass die Bedeutung des Trinkens und auch des Essens weit über die Bereitstellung von Nährstoffen für den täglichen Kalorienbedarf hinaus geht. Essen und Trinken sind wesentliche Bestandteile der Lebensfreude und des Genusses. Beinahe so alt wie die Menschheit selbst ist die Erkenntnis, das zucker- oder stärkehaltige Flüssigkeiten bei warmer Temperatur vergären können und danach noch höheren Lustgewinn erzeugen. Bei exzessivem Genuss alkoholischer Getränke entstehen Rauschzustände, die die Konsumenten „angeheitert, torkelnd und kommunikativ“ erscheinen lassen. Wir glauben vielfach, dass diese Alkohol-bedingten Rauschzustände etwas sehr spezifisch Menschliches seien und, dass komplette Nüchternheit nur bei Tieren vorkommen würde.
Dass dies mitnichten so ist zeigen zwei willkürlich ausgewählte Beispiele:

Manche Vögel lieben den Traubenmost – sowohl in seinem fruchtigen Original, wie in seinem vergorenen Zustand. So sehr, dass Schwärme von Vögeln im Herbst die Trauben ganzer Weinberge gierig in ihren Schnäbeln verschwinden und die Weinbauern ohne Ernte dastehen lassen. Als Ergebnis von Gärprozessen finden sich Spuren von Alkohol praktisch immer bereits in den reifen Trauben und zeigen damit den Vögeln an, dass die Beeren zum Verzehr geeignet sind. Sie benötigen in ihrer Nase das biologische „o.k.” des vergorenen Mostes um sich dem Genuss hingeben zu können.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Darwins Abstammungslehre und der Alkoholgenuss

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Was Thiole im Wein alles bewirken.

Der individuelle Fruchtgeschmack wird u.a. durch Thiol-Verbindungen vermittelt. Bild von suju auf Pixabay

Chemisch betrachtet sind Thiole (vom griechischen ” theío” = Schwefel) organische Verbindungen, die den Alkoholen ähneln, aber statt des Sauerstoffatoms ein Schwefelatom enthalten, daher werden sie auch als Thioalkohole bezeichnet.  Sie sind ein ganzer Strauß von chemisch leicht abgewandelten Molekülen, die sehr geruchsintensiv sein können und z. B.  verantwortlich für den aggressiven Duft der Stinktiere (Mephitidae), ebenso wie für den der Zwiebel und den des Knoblauchs sind. Wegen der geruchlichen Missempfindung, die diese Substanzen beim Menschen erzeugen können, werden sie auch im Gaswerk dem Haushaltsgas als olfaktorisches Warnsignal beigemengt.  Auch der charakteristische Geruch von Milchprodukten, einschließlich des überreifen Käses, wird von Thiolen mitbestimmt. Andererseits können Thiole auch sehr positive Geruchsempfindungen auslösen, man denke nur an die Grapefruit-, Zitronen- und Limettenaromen beim Sauvignon Blanc und der Scheurebe. Die Passionsfrucht- und Muskat-Aromen der Traminer-Familie sowie die schwarze Johannisbeere beim Cabernet Sauvignon sind ebenfalls durch spezifische Thiole mit bedingt.  Auch Feuersteinaromen, die im Wein gelegentlich den Eindruck von großer Mineralität vermitteln können (z.B. beim “Fino” aus Jerez de la Frontera), sind strukturell wiederum Thiole.

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Passt die Welt des Hieronymus Bosch noch zum Zeitgeist?

Die 7 Hauptsünden. Von Hieronymus Bosch oder Nachahmer – www.museodelprado.es : Home : Info : Pic, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1170708

Im Madrider Prado hängen unendlich viele Meisterwerke der europäischen Kunstgeschichte und eines davon ist die 120 x 150 cm große Tischplatte mit der auf das Holz gemalten Darstellung der „Sieben Hauptsünden“  und der „vier letzten Dinge“ vermutlich von Hieronymus Bosch (1450? – 1516) oder einem namenlosen – aber offensichtlich talentierten – Zeitgenossen gemalt. Philip II. von Spanien soll dieses Objekt für sein Schlafzimmer im Escorial gekauft haben. Später hat man es den „Tisch der Weisheit“ genannt. Darauf sieht man folgende Szenen: innerhalb eines Strahlenkranzes in der Mitte des Bildes, der einer riesigen Iris entsprechen könnte und in deren blauer Pupille sich ein Christus-Bild spiegelt, steht geschrieben „Cave, cave, Dominus videt“. (Sieh dich vor, Gott sieht alles). Rings um dieses Gottesauge ordnen sich sieben Darstellungen je einer der im Mittelalter definierten Todsünden (Hauptsünden) an.

Jedem Bild ist die schriftliche lateinische Erklärung seines Inhaltes beigegeben. “Superbia” = Hochmut, Stolz, Eitelkeit, “Avaritia” = Geiz,Habgier, Habsucht, “Luxuria” = Wollust, Ausschweifung, Genusssucht, Unkeuschheit, “Ira” = Zorn, Jähzorn, Wut, Rachsucht, “Gula” = Völlerei, Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht, “Invidia” = Neid, Eifersucht, Missgunst und “Acedia” = Feigheit, Ignoranz Überdruss Trägheit des Herzens.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Passt die Welt des Hieronymus Bosch noch zum Zeitgeist?

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