Aufwühlend: “der Tod der Kleopatra” von Hector Berlioz

Hector Berlioz, Karikatur von Étienne Carjat, veröffentlicht in Le Boulevard 1863 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Was ist eigentlich „Programmmusik“? Um die Antwort auf diese Frage wirklich verstehen zu können sollte man sich vielleicht den Begriff der „absoluten Musik“ vergegenwärtigen. Diese ist frei von Geschehnissen, die außerhalb der Musik liegen, d.h. dass der Komponist in seiner Musik keine konkrete Geschichte erzählen oder Bilder erzeugen will und die Interpretation seines Werkes alleine dem Zuhörer überlässt. Die großen Sinfonien Beethovens, Schuberts, Brahms´,  Bruckners und meist auch Mahlers sind Protagonisten der absoluten Musik. Denen gegenüber steht die „Programmusik“ mit einem Inhalt, der jenseits des musikalischen Ausdrucks liegt und im jeweiligen Titel des Stückes beschrieben wird. Der Erzromantiker Franz Liszt hat die Gattung der „Sinfonischen Dichtung“ als Bezeichnung seiner inhaltlich  mit Programm versehenen Musik in die Konzertsäle gebracht, beispielsweise die Stücke “Les Préludes”, die “Faust-Sinfonie” und “Hungaria”. Diese stehen auch am Anfang einer musikalischen Entwicklung, die in Frankreich mit Berlioz und später Debussy, Franck, Dukas und Saint-Saëns  als „Programmmusik“ einen künstlerischen Höhepunkt erreicht hat (siehe u.a. im blog hier). Mittels musikalischer Nachahmung von Geräuschen und Tönen aus einem völlig anderen Kontext oder der sog. „Tonmalerei“, in der visuelle Wahrnehmungen dem  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Aufwühlend: “der Tod der Kleopatra” von Hector Berlioz

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Ein fragwürdiges Jubiläum: der Beginn der Prohibition in den USA

Alkohol-Entsorgung während der Prohibition im Straßengully unter den Augen der Polizei (Foto: Wikimedia, gemeinfrei)

Im Dezember 1917 verabschiedete der amerikanische Kongress  das 18. Amendment (den 18. Verfassungszusatz) mit einer Zweidrittelmehrheit, allerdings gegen das Veto des Präsidenten Woodrow Wilson. Es sollte noch zwei Jahre dauern, bis das Gesetz alle parlamentarischen Hürden genommen hatte: am 16. Januar 1920, also vor ziemlich genau 100 Jahren, trat es offiziell in Kraft. Die vielen Organisationen und Verbände, die jahrzehntelang für ein generelles Alkoholverbot in den USA gekämpft hatten, schienen am Ziel angelangt zu sein. Die „Herstellung, der Verkauf und Transport sowie die Ein- und Ausfuhr berauschender Getränke“ war ab sofort verfassungswidrig. In den Vereinigten Staaten hatte die Prohibition begonnen. Der schon von den „Mayflower“-Pilgrim Fathers  importierte englische Puritanismus hatte in der amerikanischen Gesellschaft einen vermeintlichen Sieg errungen, aber eben nur einen „vermeintlichen“. Das nicht nur von Soziologen als „The Noble Experiment“ bezeichnete Alkoholverbot war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, denn es gab überhaupt keine effiziente staatliche Kontrollmöglichkeit zu seiner Durchsetzung.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein fragwürdiges Jubiläum: der Beginn der Prohibition in den USA

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Von der Wildtraube zur europäischen Weinkultur

Die ursprünglichen Trauben waren vermutlich immer rote

War es der Hochmut der deutschen Weinfreunde in der Vergangenheit, dass sie alles was irgendwie mit der Trauben-Frucht zusammenhing mit dem Präfix „Wein-“ versahen und dies der Sprache aufgezwungen haben?  Die Frucht wird Wein-Traube genannt und wo sie am Wein-Stock wächst sind die Wein-Berge. Die Wein-Flaschen werden im Wein-Keller im Wein-Regal gelagert und schließlich aus einem Wein-Glas getrunken. Unsere geographischen Nachbarn jenseits der Landesgrenzen haben diese linguistische Präzision nicht: beispielsweise sind die Traube schlichtweg „uva/grape/grappe/grappolo“,  der Weinkeller ist „bodega/cellar/cave/cantina“ und die Weinlese „vendimia/vintage/récolte/vendemmia“ jeweils auf spanisch, englisch französisch und italienisch. Steht hinter diesem Sprachphänomen der deutsche Hang zur Genauigkeit im Ausdruck oder die sprachliche Huldigung des von Menschenhand mühsam erzeugten Endproduktes mit seiner langen Geschichte? Über deren Anfänge, die von Historikern im Nahen Osten vermutet werden, werde ich im Folgenden ein wenig nachdenken.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Von der Wildtraube zur europäischen Weinkultur

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Ein Essay über die Ursprünge der Rioja und ihrer Weine

Lopez de Heredia: Traditionelle Werte beim Wein und bei der Architektur

Lopez de Heredia: Traditionelle Werte beim Wein und bei der Architektur

Eine Legende besagt, dass ein Enkel des Sintflutschiffers Noah in den frühen Tagen der Menschheit einst mit einer kleinen Gefolgschaft in einem Boot von Osten kommend das Mittelmeer überquerte. Vor der Küste Spaniens, an der Ebromündung, erlitten sie Schiffbruch und stürzten in den geheimnisvollen Fluss. Als sie der Strömung auf wundersame Weise wieder entstiegen, waren sie in der heutigen Rioja, wo die Schönheit der Landschaft die fremden Seeleute derart in Erstaunen versetzte, dass sich einige von Ihnen entschlossen hier zu bleiben, während der Rest weiter in die Kantabrischen Berge und ins Baskenland zog. Diese Mär soll vermutlich zeigen, dass die Vergangenheit der Rioja bis in biblische Zeiten zurückreicht.

Wer heute an einem lichten Frühsommer- oder pastellfarbenen Herbsttag durch das Ebrotal zwischen Haro und Logroño reist, wird den Entschluss der biblischen Männer leicht nachvollziehen können. Dem Reiz der Landschaft kann man sich nicht entziehen und es scheint wie ein Wunder, dass die Rioja, im Gegensatz zu anderen großen Weinbaugebieten dieser Welt, vom Massentourismus noch nicht völlig verunstaltet ist. Vielleicht haben wir dies dem  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein Essay über die Ursprünge der Rioja und ihrer Weine

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Ein großartiger Monet in der Berner Sammlung Gurlitt

Das Kunstmuseum Bern: die neue Heimat der Sammlung Gurlitt

Kunstfreunde erinnern sich vermutlich noch sehr genau an den November 2013 und an die Aufregung der Medien über den sog. „Schwabinger Kunstfund“. Bereits zwei Jahre vorher, im Jahr 2011 hatten Beamte wegen des dringenden Verdachtes auf ein Steuer-Vergehen  in der Wohnung des damals schon fast 80-jährigen Cornelius Gurlitt  über 1.200 Kunstwerke entdeckt. Erst ein detaillierter Bericht im „Focus“ machte die Kunstsammlung in der Öffentlichkeit bekannt. Schnell wurde deutlich, dass es sich dabei um unbeschreibliche Werte handelte, die größtenteils aus dem Nachlass des Vaters , dem einst angesehenen Kunstexperten und -händler Hildebrand Gurlitt (1895 – 1956), stammten. Da dieser u.a. in großem Stil die in der Nazi-Zeit als „entartete Kunst“ diffamierten Bilder ins Ausland verkaufte und gleichzeitig Einkäufer für Hitlers Linzer Kunstmuseum war, musste man annehmen, dass sich in seiner vererbten Sammlung etliches an „Nazi-Raubkunst“ befand. Somit stellte sich die Frage nach der Herkunft der einzelnen Werke, die sich jetzt im Besitz des Sohnes, Cornelius Gurlitt, befanden.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein großartiger Monet in der Berner Sammlung Gurlitt

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