Jedem seine „Siesta“!

Auich Ferkel scheinen die „Siesta“ zu geniessen (Foto: Pixabay).

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle das Loblied der Faulheit gesungen. Dabei bezog ich mich auf Paul Lafargue (1842 – 1911), den Schwiegersohn und großen Bewunderer von Karl Marx, der 1883 eine Broschüre mit dem Titel „Das Recht auf Faulheit“ schrieb. Jetzt möchte ich mich einer spanischen Spielart dieses Gemütszustandes widmen, der dort als „Siesta“ bezeichnet wird. Das Konversationslexikon erläutert den Begriff mit seinem Synonym „Mittagsruhe“. Tatsächlich liegt der etymologische Hintergrund des spanischen Wortes „siesta“ im Lateinischen hora „sexta“, die sechste Stunde. Gemeint ist die sechste Stunde nach Sonnenaufgang, der im spanischen Sommer mehr oder weniger um 6.00 Uhr morgens stattfindet. Während der 6ten Stunde klettern auf der Iberischen Halbinsel die Tagestemperaturen langsam auf ihr Maximum und das Verlangen nach einer Arbeitspause wurde immer stärker. Die ersten Hinweise auf eine institutionalisierte Mittagspause mit dem Namen „siesta“ stammt aus dem 17. Jahrhundert, also aus jener kulturellen Blütezeit Spaniens, die als „siglo de oro“ (goldenes Zeitalter zwischen 1550 und 1681) ihren Platz in der Geschichte gefunden hat.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Jedem seine „Siesta“!

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Das Taschenbuch – eine frenetische Liebeserklärung

Auch Taschenbücher können in einem Regal recht bunt und dekorativ wirken.

Gelegentlich gerate ich mit den Leseratten unter meinen Bekannten in einen regelrechten Kulturkampf, nämlich bei der Frage ob man Bücher in der traditionellen Weise auf Papier gedruckt oder als elektronisch gespeicherte Datei am Bildschirm lesen sollte. Während die guten und sachlich begründeten Argumente fast alle auf der Seite der Computer-Freaks sind, bleiben mir, als Verfechter des altmodischen Papiers, zur Rechtfertigung meines Standpunktes nur die Emotionen: das Haptische, das Geräusch und Gefühl beim Seitenumblättern, der Geruch von Papier und Druckerschwärze und die ständige Möglichkeit der Leistungskontrolle bei der Beurteilung der Buchdicke, die ich schon zurückgelegt habe. In einem Satz: die sinnliche Erfahrung eines Buches! Ein überwiegender Anteil der Bücher, die heutzutage gelesen in meinen Bücherregalen stehen sind sog. „Taschenbücher“. Die Entwicklung dieses Buch-Genres stellt ganz offensichtlich eine wesentliche Voraussetzung für die weite Verbreitung schriftlicher Bildungs- und Unterhaltungsinhalte in der Bevölkerung dar.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Das Taschenbuch – eine frenetische Liebeserklärung

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Die spanischen Beziehungen von Franz Liszt

Franz Liszt am Klavier zur Zeit seiner Begegnung mit Kaiserin Eugénie

Historiker-Dilettanten, wie ich zweifellos einer bin, können sich in Personen der Geschichte regelrecht verlieben und mit ihnen in emotionalen Kontakt treten. Die Recherche über das Privatleben und gesellschaftliche Bedeutung der französischen Kaiserin Eugénie (1826 – 1920), Gemahlin Napoleons III., hat mich fasziniert und ich habe mein Herz ein wenig an diese vor über 100 Jahren verstorbene Frau verloren. Sie wurde als Eugenia de Montijo in Granada geboren. Dort, im Museum Casa de los Tiros ist ein Raum dieser Tochter der Stadt gewidmet. Er ist im Stile des französischen Empire eingerichtet, an der Wand hängen farbenfrohe Bilder mit Motiven Granadas und ein Stich auf dem Eugenia mit ihrem etwa dreijährigen Sohn, dem Prinzen Louis Napoleon, zu sehen sind. Der Betrachter ahnt welchen großen Einfluss in Stilfragen Eugenia auf Europa gehabt haben muss. Ihr ganzes Leben und die von ihr beeinflusste Umgebung ordneten sich einem ästhetischen Prinzip unter, dessen Schlichtheit enorme Eleganz ausdrückt. In dem Ambiente spüre ich den Duft des kostbaren Parfüms der Kaiserin. Auf dem Bild über dem mit gelber Seide bezogenen Sofa strahlt Eugenia und mir wird klar, dass der deutsche Maler Franz Xaver Winterhalter (1805 – 1873) mit seinem Portrait nicht übertrieben hat. Eugenia kann froh sein, dass ihr langes Leben zu einer Zeit stattfand, in der die Macht der Medien noch beschränkt war. Kaum vorzustellen wie sie heute kompromisslos vereinnahmt worden wäre.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die spanischen Beziehungen von Franz Liszt

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Das Mysterium Feuer in der Weinbeschreibung


Für Körper und Seele: Feuer und Wein

Feurig ist ein Adjektiv, welches auf manche Weine zu passen scheint, denn es gehört zu den häufigsten Rotweinbeschreibungen in deutscher Sprache. Kein Wunder, dass es in allen spezifischen Weinlexika erwähnt ist und regelmässig mit Eigenschaften wie Alkoholreichtum, Fülle, Kraft, Körperreichtum, Macht, Wuchtigkeit, Schwere, Reife und rubinroter Farbe, belegt wird. Das ist erstaunlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Feuer als das wildeste und destruktivste der antiken, vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde gilt. Die griechische Mythologie lässt einen der Titane, nämlich Prometheus, das Feuer von den Göttern rauben und es den Menschen bringen. Dafür hat ihn der Göttervater Zeus hart bestraft: er ließ ihn an einen Felsen des Kaukasus-Gebirges fesseln und machte ihn zur Beute des Adlers. Irgendwann befreite Herakles den Titanen und Zeus versöhnte sich wieder mit ihm. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Mythos um das gestohlene Feuer und den grausam bestraften Prometheus in unserem abendländischen Kulturkreis zum fest etablierten Motiv in der Literatur, in der Musik und in den bildenden Künsten. Entsprechend der fundamentalen Bedeutung des Feuers für den Menschen wurde dieses im Laufe der Zeit in allen Kulturen der Welt mit enormer Symbolkraft ausgestattet.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Das Mysterium Feuer in der Weinbeschreibung

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Meine Sicht auf Russland und die Ukraine

Der Präsident der Ukraine: Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj (Screenshot der Tagesschau vom 19. März 2022)

Wie viele Bürger unseres Landes sehe auch ich mit Wut und Empörung auf die russischen Invasoren der Ukraine. Welche menschlichen Dramen sich in diesem Krieg direkt vor unserer Haustüre abspielen, hätte ich mir vor Kurzem noch nicht vorstellen können. Die Bilder von zerbombten Städten sind so bedrohlich, wie sie vor acht Jahrzehnten nach Adolf Hitlers Krieg hier bei uns waren und ich sie als Kind hautnah miterleben musste. Wieder ist es ein Gewaltherrscher, Wladimir Putin, dessen Machtgelüste Leid und Elend über Menschen bringen. Die Politiker der Ukraine rufen verzweifelt nach militärischer Unterstützung in dieser Auseinandersetzung mit einem übermächtigen Feind von Demokratie und Freiheit. Das westliche Verteidigungsbündnis will diese Hilfe nicht gewähren mit dem Argument, dass dies einen neuen Weltkrieg heraufbeschwören könnte. Diese Logik erinnert mich an die französische Haltung von 1939 „Mourir pour Danzig?“ wo gefragt wurde ob man für die Verteidigung einer fernen Stadt tatsächlich in einem Krieg sterben müsse. Damals hatte sich die Frage durch die folgenden Ereignisse erübrigt. Wie wird die Frage „Mourir pour l’Ukraine“ beantwortet werden? Wir können nur hoffen, dass die von uns gewählten Volksvertreter über kompetente Berater verfügen und die für Deutschland richtigen Entscheidungen treffen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Meine Sicht auf Russland und die Ukraine

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