“Kindermord” beim Weintrinken?


Frei nach Friedrich Nietzsche: “Die Reife eines Weins kommt auf Taubenfüßen daher” (original: Die großen Ideen kommen auf…)

Über die Flaschenreifung des Weines habe ich mich an dieser Stelle bereits vor einiger Zeit ausgelassen, möchte aber anlässlich einer Begebenheit nochmals auf dieses Thema zurückkommen: Bei einer Weinprobe unter Gleichgesinnten war ich von einem außerordentlich animierenden und fruchtbetonten Spätburgunder aus der Pfalz ganz begeistert. Da fiel mir ein anderer Genießer, der mir gegenüber saß, ins Wort: „Aber diesen Wein zu trinken ist doch reiner Kindermord!“ dozierte er mit bitterernster Miene. Obwohl ich den Begriff aus der Kriminalistik im Zusammenhang mit jungem Wein schon mehrfach gehört hatte (auch in der Variante „Babymord“) war ich wieder tief getroffen von der verbalen Hässlichkeit und Aggressivität dieser Aussage, die tatsächlich wie eine Anklage klang! Ich schämte mich beinahe denn in den Augen meines Gegenübers haben wir alle, die dem Öffnen der Flasche widerspruchslos zugesehen haben, Beihilfe zu einem Kapitalverbrechen geleistet, was in meinem speziellen Fall besonders verabscheuungswürdig war, weil ich beim Trinken des Mordopfers sogar noch Lust empfunden hatte.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: “Kindermord” beim Weintrinken?

Empfehlen Sie uns weiter - würde uns freuen!

Bietet “terra preta” einen Vorteil für die Reben?

Würde “Terra preta” zu noch besserem Wein führen?

In der Kulturgeschichte des Menschen gebührt der Geschichte der Landwirtschaft besondere Aufmerksamkeit, denn um das Überleben unserer Spezies zu garantieren bedurfte es zu allen Zeiten und in allen Regionen der Erde Techniken, die mit der stetig wachsenden Bevölkerung die Effizienz der Nahrungsmittelproduktion  steigerten. Dazu gehörte auch die Bodenbearbeitung, die im Laufe der Jahrtausende durch Verbesserungen und Innovationen erhebliche Fortschritte gemacht hat. Irgendwann in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts hat sich ein Team von Archäologen und Biologen in den brasilianischen Regenwald des Amazonas-Gebietes aufgemacht um dort nach Spuren der alten amerikanischen Hochkulturen zu suchen. Dabei stießen sie nicht nur auf deutliche Hinweise für eine rege Kultur in dieser aus klimatischen Gründen schwer bewohnbaren Gegend, sondern fanden auch an manchen Stellen eine seltsame, torfartige Schwarzerde, die sie einfach „Terra preta“ (portugiesisch = schwarze Erde) nannten.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Bietet “terra preta” einen Vorteil für die Reben?

Empfehlen Sie uns weiter - würde uns freuen!

Problematisch: Kupfer im ökologischen Weinbau

Ist der ökologische Rebbau ohne Kupfersulfat nicht mehr möglich?

Unter dem Begriff „Bordelaiser Brühe“ versteht man weder eine Suppen-Spezialität von der Garonne noch einen in der Kellerei verunglückten Bordeaux-Wein. Es handelt sich vielmehr um ein altbewährtes Pflanzenschutzmittel bestehend aus Kupfervitriol, Kalk und Wasser welches in der Landwirtschaft beim Wein- und beim Obstbau seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Anwendung findet. Der „falsche Mehltau“ ist eine Pilzkrankheit der Reben, die entweder einen muffig-schimmeligen Geschmack im Wein erzeugen und oder auch zu erheblichen Einbußen der Erntemenge führen kann. Diese Rebkrankheit reagiert sehr empfindlich auf die Bordelaiser Brühe.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Problematisch: Kupfer im ökologischen Weinbau

Empfehlen Sie uns weiter - würde uns freuen!

Alexander von Humboldt und das ökologische Bewusstsein

Buchcover: Ansichten der Natur

Die vergangenen Sommermonate (des Jahres 2018) standen bei mir ganz im Zeichen der Lektüre von Andrea Wulfs grandioser Humboldt-Biografie „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ (C. Bertelsmann, München 2016). Die Autorin hat darin einen Mann porträtiert, in dessen Persönlichkeit sowohl ein ernsthafter Naturwissenschaftler als auch ein reisender Abenteurer mit einer großen Begabung für Poesie verwirklicht war. In seinem kleinen, 1807 erschienenen und seinem großen Bruder Wilhelm gewidmeten Buch mit dem Titel „Ansichten der Natur“ (Nikol Verlag, Hamburg 2018) hat sich Alexander von Humboldt als ein Meister der Naturbeschreibung „geoutet“. Kein Wunder, dass diese vielfach übersetzte Schrift zu einem Bestseller in ganz Europa wurde. Die Erklärung für diese erstaunliche Tatsache hat der Autor selbst geliefert. In den „Ansichten“ versuchte er zu erklären warum die nordischen Völker, also unsere daheimgebliebenen Vorfahren, den Naturgenuss, den die Tropen bieten konnten, nicht hatten und sich deshalb kaum ein Bild von der Üppigkeit der Flora und Fauna dieser Regionen machen konnten. „Aber“, schrieb er „in der Ausbildung unserer Sprache, in der glühenden Phantasie des Dichters, in der darstellenden Kunst der Maler ist eine reiche Quelle des Ersatzes geöffnet. Aus ihr schöpft unsere Einbildungskraft die lebendigen Bilder einer exotischen Natur.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Alexander von Humboldt und das ökologische Bewusstsein

Empfehlen Sie uns weiter - würde uns freuen!

Blühende Rebstöcke – eine Untertreibung der Natur

Blühender Tempranillo-Stock auf dem Cerro de la Retama (Andalusien)

„Die Bescheidenheit ist eine Eigenschaft, die vom Bewußtsein der eigenen Macht herrührt“. Dieser Aphorismus stammt von Paul Cézanne (französischer Maler 1839 – 1906) und lässt sich auch auf die Natur anwenden. Der spektakuläre aber schrecklich aufgeblasene Pfau ist ein absoluter Nichtsnutz und der kümmerlichen Frucht der selbstbewußten und meist wunderbar duftenden Rose kann man nur mit einiger Mühe Genussfähigkeit zugestehen. Dagegen weiß die Rebe mit ihrer äußerst bescheiden geratenen Blüte um ihre Macht über den Menschen, der aus ihren Früchten das schönste Getränk unter dem Sternenzelt zu machen versteht.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Blühende Rebstöcke – eine Untertreibung der Natur

Empfehlen Sie uns weiter - würde uns freuen!