 Frou-Frou Wagner. Karikatur auf die Publikation der Briefe Wagners an seine Wiener Putzmacherin. Floh, Wien 1877 (links: Richard Wagner, rechts: Daniel Spitzer)
Die berühmte Aussage Simone de Beauvoirs (1908 – 1986) eine Frau werde nicht zur Frau geboren sondern dazu gemacht, lässt sich, wie man weiß, mit der gleichen Berechtigung auch auf das Mann-Sein beziehen. Wenn wir von den sozialen Aspekten der Geschlechtsdifferenzen reden, benutzen wir heute vielfach den englischen Terminus „Gender“ im Gegensatz zum Sex, der die biologische Seite des Geschlechts bezeichnet. Komplex wird es, wenn wir juristische Aspekte mit in Betracht ziehen, denn seit Ende 2018 haben Menschen in Deutschland die Möglichkeit, beim Eintrag in das Personenstandsregister außer den Geschlechtern „männlich“ und „weiblich“ auch die Option „divers“ zu wählen, die sogenannte „Dritte Option“. Damit war ein neuer Diskurs über non-binäre (binär = zweiteilig) Veranlagungen in der deutschen Gesellschaft eröffnet. Wegen der genau umrissenen Thematik des vorliegenden, kleinen Beitrages möchte ich mich auf die sog. „Maskulinität“ beschränken. Diese wird, wie ihr Gegenstück die Feminität, von sozialen, historischen und kulturellen Faktoren wesentlich stärker beeinflusst, als von anatomischen oder biologischen Strukturen. Vereinfachend kann man vielleicht auch von männlichem und weiblichem „Lebensgefühl“ sprechen um die geistigen und emotionalen Gender-Eigenschaften gegenüber den sexuellen abzugrenzen. Klar ist, dass das Lebensgefühl, oder im Plural die -gefühle, einer Bevölkerungsgruppe von einer sozialpsychologischen Entwicklung abhängen, die von den Strömungen der jeweiligen Gegenwart, dem sog. Zeitgeist, wesentlich mitbestimmt werden. Diese müssen dann auch immer, insbesondere bei Künstlern, vor dem Hintergrund der Selbstinszenierung verstanden werden. …. bitte lesen Sie hier weiter: Im Fokus des Gender-Diskurses: Richard Wagner
 Der Kelch der Doña Urraca in der Basilica San Isidro in León, Spanien
Es ist schon ein paar Jahre her, dass endlich Klarheit herrscht, wie das Gefäß aus dem Christus beim Abendmahl getrunken hat, aussieht und wo es sich zur Zeit befindet: Der Heilige Gral steht, wie spanische Historiker behaupten, als Reliquie in der Nordspanischen Stadt León in der dortigen romanischen Basilica San Isidro. Es ist ein pompöser Kelch aus Achat, der mit Gold und wertvollen Edelsteinen besetzt ist. Der unvoreingenommene Besucher dieser stimmungsvollen Kirche aus den frühen Tagen der Christenheit, kommt angesichts dieses großen Kunstwerkes schnell ins Grübeln: Wo hatte die Gesellschaft um den armen, zum Tode verurteilten Zimmermann namens Jesus von Nazareth so ein teures Trinkgefäß her? Bei der meditativen Betrachtung des Kelches beginnt es einem zu dämmern: der Heilige Gral war und ist nur eine populäre Legende unserer christlichen Kultur. Schon die berühmte Tafelrunde der Ritter um König Artus hatte im Mittelalter von ihm geträumt und jeder Einzelne der Ritter wollte ihn aufspüren. Im Falle des Kelchs von León verhielt es sich aber, gemäß der spanischen Wissenschaftler, etwas anders denn sein Ursprung ist nachvollziehbar. Er kam von Jerusalem nach Kairo und von dort als Geschenk eines Emirs an einen Taifa-Fürsten nach al Andalus, und dann weiter nach Kastilien. Seine Präsens auf iberischem Boden wird bekanntlich auch in Wagners „Lohengrin“ besungen (Monsalvat ist ein Synonym für den Berg Montserrat in Katalonien, wo sich die Gralsburg befand): …. bitte lesen Sie hier weiter: Das berühmteste Weingefäss: der heilige Gral
 In der Kelter Illustration aus dem Buch „Tacuina sanitatis“ (14.Jahrhundert)
Der Rohstoff, der am Anfang der Weinbereitung steht, ist bekanntlich die Traube. Sie wird im Rebgarten vom Winzer, ggf. mit Unterstützung der Önologin oder des Önologen, über viele Monate bis zu ihrer Lese gehegt und gepflegt. Danach kommen die Trauben ins Kelterhaus, wo der erste Schritt die Entrappung ist, gefolgt von der„Entsaftung“ der Früchte. Bei Weißweinen findet dies vor der Gärung, bei Rotweinen erst nach der Gärung statt. Für die naturnahe Kellerwirtschaft ist das Abpressen des Mostes bzw. des Jungweins einer der ganz wesentlichen Vorgänge, denn die vielen Substanzen in der Schale oder in den Kernen der Trauben, die als Bitterstoffe oder andere Fehlaromen den Wein verderben würden möchte man eigentlich möglichst an ihrem angestammten Ort belassen. Daraus ergibt sich, dass der Technik der Pressung große Bedeutung zukommt. Den „Brei“ aus gepressten Beerenschalen und Kernen nennt man übrigens beim Weißwein ebenso wie beim Rotwein die „Maische“.
In den frühen Zeiten der Weinkultur, wie z.B. in der hellenischen Antike, war das Maischen der Trauben mit den bloßen Füßen die Methode der Wahl. Die Weinbergsarbeiter haben die Trauben in Weidenkörbe gefüllt, die in Holztrögen standen und anschliessend mit den eigenen Füßen gestampft. Vom Holztrog floss der Most direkt zu den in die Erde eingelassenen Tongefäßen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Mysterien der Weinbereitung: barfuß in der Kelter
 Leonardo da Vinci: Der Vitruvianische Mensch
In diesem Essay werde ich drei Dinge zusammenbringen, zwischen denen das kollektive Bewusstsein bislang keine Verbindung angenommen hat. Ich werde über Käse, Wein und den gefürchteten „Morbus Alzheimer“ schreiben. Vergesslichkeit, Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit sind die ersten Hinweise auf eine beginnende Erkrankung, unter der bereits 1,2 Millionen Bürger in unserem Land, mit zunehmender Tendenz, leiden. Kein Wunder, dass viele Menschen große Angst davor haben, zumal das Alter den absolut größten Risikofaktor darstellt und wir, als gesamte Bevölkerung, bekanntlich immer älter werden. Die Konsequenz aus dem Gesagten ist die Suche nach Möglichkeiten die Entstehung des Morbus Alzheimer zu unterbinden bzw. zu verzögern. Seit langem ist bekannt, dass soziale und medizinische sowie ernährungsphysiologische Faktoren bei seiner Entwicklung eine Rolle spielen. Genetische Ursachen kann man in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht völlig ausschließen. Unter den diätetischen Faktoren wird u. a. auch dem gemäßigten Alkoholkonsum eine prophylaktische Wirkung bei der Entwicklung verschiedener Formen der Demenz, einschließlich des M. Alzheimer, zugeschrieben, wobei der Wein eine besonders positive Rolle zu spielen scheint.
…. bitte lesen Sie hier weiter: Käse und Wein verhindern die Alzheimer-Demenz!
 meditative Abendstille
Heute erleben wir Stille nur noch selten. Am Arbeitsplatz muss man viel mit den Kollegen kommunizieren, Telefonanrufe beantworten, Dinge zwischendurch erledigen und zu guter Letzt noch die eigentliche Arbeit bewältigen. Zuhause ist es auch nicht besser: nach dem abendlichen Heimfahrtstress durch verstopfte Straßen, zuhause angekommen, plärren vielleicht die Kinder oder der Hund erfordert Aufmerksamkeit und schließlich möchte der Partner gerne seine Tagesprobleme diskutieren. Wenn es später dann eigentlich ruhig werden könnte dröhnt der Fernseher die Stille zu. Dabei wäre es nur erforderlich einen kleinen Knopf zu bedienen um Ruhe zu haben, aber diese Bewegung schaffen viele Menschen nicht mehr aktiv auszuführen, denn sie wollen, oder können ohne die gewohnte Geräuschkulisse den Abend nicht verbringen, sie würden sich einsam fühlen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Stille und das Gespräch mit dem Wein
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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