Horaz und der Wein – die Übersetzung macht´s!

Aussichten von dem Landhause des Horaz in den Sabiner Bergen (Jacob Philipp Hackert, 1737 – 1807)

Von Horaz wusste ich bislang nur, dass er ein römischer Dichter zur Zeit des Kaisers Augustus war und Verse in mir nur sehr schwer zugänglichen, daktylischen Hexametern schrieb.  Erst in meinem schon sehr fortgeschrittenen Alter schenkte mir ein lieber Freund eine aktuelle Ausgabe der Briefe (Epistulae) in der völlig neuen und zeitgemäßen Übersetzung von Christoph Schmitz-Scholemann  (Horaz: „Und zum Glück fehlt mir nichts – nur Du“, Elsinor Verlag, Coesfeld 2020). Diese 115 Seiten habe ich im andalusischen Herbst regelrecht verschlungen. Das Gedankengut eines wahrhaft großen Mannes war in eine Sprache gegossen, die nichts mehr mit der starren literarischen Form des römischen Vorbildes in der Übersetzung von Johann Heinrich Voss aus dem 19. Jahrhundert gemein hatte, sondern spannungsreich und klar ihre Inhalte in einer modernen Sprache übermittelte.

Horaz, sein kompletter Name ist „Quintus Horatius Flaccus“, wobei flaccus „der Schlappe“ bedeutet, ist eines der frühen Beispiele für einen aus einem extrem bildungsfernen Milieu stammenden großen Denker und Schriftsteller:  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Horaz und der Wein – die Übersetzung macht´s!

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AKTUELL: Covid-19 und Wein

Die Deutsche Weinakademie (DWA) GmbH, mit Sitz in Bodenheim,  ist eine Organisation, die  die wissenschaftlichen Aspekte der Themenschwerpunkte Wein und Gesundheit sowie Wein und Gesellschaft bearbeitet. Ihre Gesellschafter sind das Deutsche Weininstitut, der Deutsche Weinbauverband, der Bundesverband der Deutschen Weinkellereien und des Weinfachhandels sowie der Deutsche Raiffeisenverband. In Ihrer monatlich erscheinenden Ärzte-Publikation „Vinomed“ wird, wissenschaftlich begründet, regelmäßig über die obige, vielfältige Thematik informiert. In der November-Ausgabe (2020) wurde dort vom Wissenschaftlichen Beirat der DWA zum Thema „Covid-19 und Wein“ Stellung bezogen. Da diese Publikation nicht allgemein zugänglich ist, der Inhalt des erwähnten Beitrages aber auch für meine Leser von Interesse ist, möchte ich ihn hier wortwörtlich zur Kenntnis bringen:

„COVID-19: WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT DER DWA POSITIONIERT SICH KLAR

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind viele, teils sehr unseriöse Pressemeldungen zu Wein und COVID-19 veröffentlicht worden. Da die DWA nur Kenntnisse vermittelt, die auf einer wissenschaftlichen Evidenz beruhen, distanziert sie sich klar von unbewiesenen Aussagen. Auf seiner Sitzung am 08. 10. 2020 positionierte sich der Wissenschaftliche Beirat der DWA deutlich dazu und bekräftigte seine bestehenden Leitlinien für einen verantwortungsvollen Weinkonsum, die selbstverständlich auch in Corona-Zeiten gelten. In der dazu formulierten Stellungnahme (1) hielt der Beirat folgende Punkte fest:

  • Der Konsum von Wein schützt nicht vor COVID-19.
  • Wein sollte nicht getrunken werden, um eine Infektion zu verhindern oder zu behandeln.
  • Übermäßiger Alkoholkonsum schwächt das Immunsystem und verringert somit die Fähigkeit des Körpers, mit Infektionskrankheiten umzugehen.
  • Unabhängig von Corona empfehlen wir den moderaten Weinkonsum gemäß den Wine in Moderation-Richtlinien. Dies bedeutet, dass der Weinkonsum nicht ein bis zwei Standardgläser (ca. 150 bis 300 ml) pro Tag überschreiten und am besten im Rahmen einer Mahlzeit erfolgen soll. Hingewiesen sei insbesondere auf die Lebenssituationen, in denen auf den Konsum alkoholischer Getränke jeglicher Art gänzlich verzichtet werden sollte
  • Ein bis zwei Abstinenztage in der Woche sind empfehlenswert.

Quelle: www.deutscheweinakademie.de

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Mein nächtlicher Freund: ein Gecko

Mein Gecko an der nächtlichen Wand

An der Wand gegenüber des Kamins reflektiert in impressionistischen Mustern das Fackeln des Feuers und aus dem Schlitz hinter dem dort angebrachten Bild ist ein Gecko hervorgekrochen und klebt jetzt an der weißen Wandfläche. Da sich dieses Reptil an allen Mauern, egal ob horizontal oder waagrecht hängend, gut fortbewegen kann wird es Mauergecko (Tarentola mauritanica) genannt. Seine Bevorzugung von Gemäuer als Habitat hat vermutlich auch mit dessen höherer Wärmespeicherkapazität zu tun. Geckos lieben die Wärme, selbstverständlich auch am Kamin! Sie sehen aus wie ein Spielzeugkrokodil mit Schuppen auf dem grau-braunen Körper. Da sie vorwiegend nachts aktiv sind kann man ihre Farbe als eine Art „Tarnfarbe“ ansehen.  Die fünf Riesenfinger an den „Füßen“ enthalten auf ihrer Unterseite Lamellen mit unzähligen kurzen, dünnen Haaren die mit Widerhäkchen versehen und für die Haftfähigkeit an rauhen Oberflächen verantwortlich sind und dem Tier die dreidimensionale Beweglichkeit geben. Seit wir ungezählte Mauergeckos bei uns in Andalusien als eine Art von Haustiere beherbergen gibt es in keinem Zimmer des Hauses Spinnen, Mücken oder andere kleinere Insekten mehr.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Mein nächtlicher Freund: ein Gecko

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Wein und Musik: das sensorische Erinnerungsvermögen

Gerrit van Honthorst 1592-1656): Der fröhliche  Geiger mit einem Weinglas (1624, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid)

Das Zusammenspiel von Geruchs und Geschmackssinn mit dem akustischen Erlebnis der Musik kann große Emotionen erzeugen und gehört für mich zu den absoluten Höhepunkten sinnlicher Erfahrungen. Es ist das Nasen- und Gaumenerlebnis des Weins gepaart mit der Tonkunst klassischer Musik, was mich in seiner Kombination tief bewegen kann. Bei beiden Wahrnehmungen, der gustatorisch-olfaktorischen (Gaumen/Nase) wie bei der akustischen (Gehör), habe ich seit meiner Jugend das Problem eines sehr geringen Langzeit-Erinnerungsvermögens. Es fällt mir nicht schwer meine akuten sinnlichen Eindrücke zu beschreiben, aber in recht absehbarer Zeit nach dem Genuss beider, habe ich die Details der erlebten Empfindungen „vergessen“. Konkret bedeutet dies, dass es mir schwer fällt selbst mehrfach probierte Weine bei einer späteren Gelegenheit wiederzuerkennen und nicht anders geht es mir mit der Musik. Wie ich den „Kirschgarten“ Spätburgunder vom Pfälzer Weingut Knipser eigentlich jederzeit wiedererkennen müsste es mir aber nicht gelingt obwohl ich ihn schon vielfach genossen habe, erkenne ich beim Reinhören die oft gehörte 6te von Mahler auch nicht, selbst nach längeren Taktfolgen. Die Erinnerungsspuren sowohl zum Geschmack und Duft als auch zur Musik haben sich in den Stürmen meines sensorischen Gedächtnisses verwischt. Dies gilt natürlich nur für die „Kunstmusik“ bzw. die komplexere Weinaromatik. Einen bekannten Gassenhauer der Beatles oder den Geschmack von Coca-Cola würde ich vermutlich ohne Schwierigkeiten jederzeit wiedererkennen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Wein und Musik: das sensorische Erinnerungsvermögen

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Gerald Brenan und die Entdeckung der Alpujarras

Gerald Brenan

Selbst die Bewohner haben es vergessen: das hundertjährige Jubiläum der Ankunft des englischen Schriftstellers Gerald Brenan in ihrem Dorf namens Yegen im Januar des Jahres 1920. Dieser Brenan war in jeder Hinsicht eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Er entstammte einer britischen Offiziersfamilie und der Besuch der Militärakademie im südenglischen Sandhurst sollte ihm, dem Wunsch des Vaters gemäß, die gleiche Laufbahn eröffnen. Aber der junge Gerald war nach seiner Teilnahme am ersten Weltkrieg, dermaßen abgestoßen vom Militär und seiner englischen Heimat mit ihren „verknöchterten Standesdünkel und strengen Konventionen“, dass er den festen Wunsch entwickelte auszuwandern. Das damals im europäischen Kontext rückständige Spanien bot sich dem jungen, potentiellen Emigranten an, denn es hatte sich ein „gewisses Maß an Anarchie und Aufsässsigkeit“ bewahrt und damit die „wesentlichen Bedürfnisse der menschlichen Natur höher geschätzt als die technische Organisation“. Zudem kam Brenan durch seinen Freund Ralph Partridge, den er in den Schützengräben an der Somme kennen gelernt hatte, mit der damals sehr aktiven „Bloomsbury Group“ in Kontakt, in der sich so illustre Geister wie Virginia Woolf,  Lytton Strachey, Dora Carrington, E. M. Forster u. v. a. zur gemeinsamen Gesellschaftskritik zusammengefunden hatten. Schließlich hat Gerald Brenan sein erstes Jahrzehnt andalusischer Beobachtungen und Erfahrungen  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Gerald Brenan und die Entdeckung der Alpujarras

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