Gottseidank, es ist Freitag!

Störche bringen aus dem Süden auch nichts mit

Das ideale Rentnerdasein: hoch oben und frei von Zwängen, wie die Störche auf dem Kirchturm

Vor einigen Jahrzehnten begann für viele gestresste Arbeitnehmer der Freitag mit dem morgendlichen Ausruf „Thank God it’s Friday!“. So hieß nämlich der Titelsong des 1975 erschienenen, gleichnamigen Musik-Films von Robert Klane. Hintergrund dieses Ausrufs war die Vorfreude auf das bevorstehende, arbeitsfreie Wochenende. Für viele von uns war das Wochenende irgendwie das Synonym par excellence für das wirkliche Leben. In dieser arbeitsfreien, maximal 60 Stunden dauernden Periode, konnte man eine Freiheit genießen, die während des Restes der Woche durch Fremdbestimmung, berufliche Verpflichtungen, Konferenzen, Schlafmangel, allgemeine Erschöpfung und Müdigkeit verloren gegangen zu sein schien. Der Wochenendtraum von der, zeitlich limitierten, wiedergewonnenen Unabhängigkeit war für viele Menschen zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden und sie träumten ihn nicht nur, sondern leben diesen Traum auch heute noch. „Thank God it’s Friday!“ bedeutet, dass die Drangsal  ein vorläufiges, aber absehbares, Ende hatte: kein schriller Wecker am Morgen, ausgiebiges Frühstück ohne Hetze, bequeme Freizeitkleidung statt Krawatte und gebügeltem Hemd, endlich mal Zeit haben nichts zu tun, mittags gut zuhause oder im Restaurant essen, vielleicht Einkaufen in der Stadt  und abends ins Kino gehen oder auf dem Sofa vor dem Fernseher eine gute Flasche Wein öffnen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Gottseidank, es ist Freitag!

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Was ein „Verschwindestoff“ im Wein alles bewirken kann

Dank DMDC kann die Süße der Trauben im Wein bleiben

Unter kriminalistischen Aspekten könnte man bei der Chemikalie „Dimethyldicarbonat“ (DMDC) von der perfekten Mordwaffe sprechen. Nachdem sie ihre abscheuliche Wirkung getan hat, verschwindet sie spurlos aus der Welt und ist auch mit subtilen Methoden nicht mehr nachweisbar. Die Opfer von DMDC sind Gärhefen in Fruchtmosten und -säften, also auch im Wein und seinen verwandten Produkten wie Cooler, Sekt, Likörweinen u.v.m. Das DMDC dringt in die Hefezellen ein und zerstört dort wichtige Proteine bzw. Enzyme. Die Substanz, selbst eine Flüssigkeit, reagiert zusammen mit Wasser und zerfällt in den Alkohol Methanol und das Gas Kohlendioxyd („Kohlensäure“). So lange sich das Molekül DMSC im Originalzustand befindet ist es ein starkes Fungizid (Pilzvernichtungsmittel) und Entkeimungsmittel, tötet also Hefen und Bakterien und Schimmelpilze im Produkt, dem es zugegeben wurde. In der Originalform ist es auch giftig für dem Menschen! Das entstandene Methanol wird, bei richtiger Dosierung von DMDC, in so geringen Mengen gebildet, dass es den natürlich vorhandenen Methanolgehalt im Most bzw. im Wein nur unwesentlich erhöht und toxikologisch völlig unbedenklich bleibt.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Was ein „Verschwindestoff“ im Wein alles bewirken kann

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Aufwühlend: „der Tod der Kleopatra“ von Hector Berlioz

Hector Berlioz, Karikatur von Étienne Carjat, veröffentlicht in Le Boulevard 1863 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Was ist eigentlich „Programmmusik“? Um die Antwort auf diese Frage wirklich verstehen zu können sollte man sich vielleicht den Begriff der „absoluten Musik“ vergegenwärtigen. Diese ist frei von Geschehnissen, die außerhalb der Musik liegen, d.h. dass der Komponist in seiner Musik keine konkrete Geschichte erzählen oder Bilder erzeugen will und die Interpretation seines Werkes alleine dem Zuhörer überlässt. Die großen Sinfonien Beethovens, Schuberts, Brahms´,  Bruckners und meist auch Mahlers sind Protagonisten der absoluten Musik. Denen gegenüber steht die „Programmusik“ mit einem Inhalt, der jenseits des musikalischen Ausdrucks liegt und im jeweiligen Titel des Stückes beschrieben wird. Der Erzromantiker Franz Liszt hat die Gattung der „Sinfonischen Dichtung“ als Bezeichnung seiner inhaltlich  mit Programm versehenen Musik in die Konzertsäle gebracht, beispielsweise die Stücke „Les Préludes“, die „Faust-Sinfonie“ und „Hungaria“. Diese stehen auch am Anfang einer musikalischen Entwicklung, die in Frankreich mit Berlioz und später Debussy, Franck, Dukas und Saint-Saëns  als „Programmmusik“ einen künstlerischen Höhepunkt erreicht hat (siehe u.a. im blog hier). Mittels musikalischer Nachahmung von Geräuschen und Tönen aus einem völlig anderen Kontext oder der sog. „Tonmalerei“, in der visuelle Wahrnehmungen dem  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Aufwühlend: „der Tod der Kleopatra“ von Hector Berlioz

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Ein fragwürdiges Jubiläum: der Beginn der Prohibition in den USA

Alkohol-Entsorgung während der Prohibition im Straßengully unter den Augen der Polizei (Foto: Wikimedia, gemeinfrei)

Im Dezember 1917 verabschiedete der amerikanische Kongress  das 18. Amendment (den 18. Verfassungszusatz) mit einer Zweidrittelmehrheit, allerdings gegen das Veto des Präsidenten Woodrow Wilson. Es sollte noch zwei Jahre dauern, bis das Gesetz alle parlamentarischen Hürden genommen hatte: am 16. Januar 1920, also vor ziemlich genau 100 Jahren, trat es offiziell in Kraft. Die vielen Organisationen und Verbände, die jahrzehntelang für ein generelles Alkoholverbot in den USA gekämpft hatten, schienen am Ziel angelangt zu sein. Die „Herstellung, der Verkauf und Transport sowie die Ein- und Ausfuhr berauschender Getränke“ war ab sofort verfassungswidrig. In den Vereinigten Staaten hatte die Prohibition begonnen. Der schon von den „Mayflower“-Pilgrim Fathers  importierte englische Puritanismus hatte in der amerikanischen Gesellschaft einen vermeintlichen Sieg errungen, aber eben nur einen „vermeintlichen“. Das nicht nur von Soziologen als „The Noble Experiment“ bezeichnete Alkoholverbot war von Anfang an zum Scheitern verurteilt, denn es gab überhaupt keine effiziente staatliche Kontrollmöglichkeit zu seiner Durchsetzung.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein fragwürdiges Jubiläum: der Beginn der Prohibition in den USA

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Von der Wildtraube zur europäischen Weinkultur

Die ursprünglichen Trauben waren vermutlich immer rote

War es der Hochmut der deutschen Weinfreunde in der Vergangenheit, dass sie alles was irgendwie mit der Trauben-Frucht zusammenhing mit dem Präfix „Wein-“ versahen und dies der Sprache aufgezwungen haben?  Die Frucht wird Wein-Traube genannt und wo sie am Wein-Stock wächst sind die Wein-Berge. Die Wein-Flaschen werden im Wein-Keller im Wein-Regal gelagert und schließlich aus einem Wein-Glas getrunken. Unsere geographischen Nachbarn jenseits der Landesgrenzen haben diese linguistische Präzision nicht: beispielsweise sind die Traube schlichtweg „uva/grape/grappe/grappolo“,  der Weinkeller ist „bodega/cellar/cave/cantina“ und die Weinlese „vendimia/vintage/récolte/vendemmia“ jeweils auf spanisch, englisch französisch und italienisch. Steht hinter diesem Sprachphänomen der deutsche Hang zur Genauigkeit im Ausdruck oder die sprachliche Huldigung des von Menschenhand mühsam erzeugten Endproduktes mit seiner langen Geschichte? Über deren Anfänge, die von Historikern im Nahen Osten vermutet werden, werde ich im Folgenden ein wenig nachdenken.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Von der Wildtraube zur europäischen Weinkultur

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