Wahnsinn und Musik

Robert Schumann: Romantrik am Rande des Wahnsinns? (Foto: Wickipedia, gemeinfrei)

Jeder Opernfreund kennt die große und ergreifende Wahnsinnsszene in Donizettis „Lucia di Lammermoor“. Die Protagonistin wird nach einem begangenen Mord von Wahnvorstellungen ergriffen. Nicht viel besser ergeht es dem von seiner Geliebten betrogenen „Wozzeck“ in der gleichnamigen Oper von Alban Berg. In der Opernliteratur ließen sich leicht noch ein weiteres Dutzend musikalisch dargestellter Wahnsinniger aufzählen, was nur besagen kann, dass dieses Sujet auf die Komponisten eine besondere Anziehungskraft hatte. Diese Erkenntnis führt mich zu der These, dass Musiker vielleicht selbst näher als ihre Zuhörer am Wahnsinn stehen und damit mehr Verständnis für diesen Gemütszustand aufbringen können.  Bis ins vorige Jahrhundert war Wahnsinn identisch mit Verrücktsein und wie Johanna die Wahnsinnige im 15. Jahrhundert, wurden die Betroffenen in Narrentürmen oder Kerkern gefangen gehalten. Nach damaliger Definition war Verrücktheit das Gegenteil von vernünftigem Verhalten. Sie hatte also etwas mit dem Denken, der urmenschlichen Eigenschaft, zu tun. Neben dem Denken ist Kreativität ein weiterer Pfeiler unserer Kultur. Ein außerordentlich kreativer Mensch wird allgemein als Genie bezeichnet und einer unserer größten Denker, der griechische Philosoph Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) stellte die These auf, dass Genie und Wahnsinn nahe beieinander liegen. Dies haben mittlerweile sogar genetische Studien bestätigt: kreative Menschen haben eine größere Wahrscheinlichkeit an bestimmten psychischen Erkrankungen zu leiden. Ob der Umkehrschluss, nämlich dass psychisch Erkrankte über ein größeres Kreativitätspotential verfügen, wird, meines Wissens, vermutet, ist aber nicht bewiesen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Wahnsinn und Musik

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Gemalte Landschaften

Septemberblatt aus dem Stundenbuch „Tres rich Heurs“ des Herzogs von Berry

Vor bald einem halben Jahrhundert hatte ich meinen Rucksack gepackt, bin zum Bahnhof gegangen und habe mich auf den Weg ins Tessin begeben. Alleine habe ich mich dort auf die Wanderung gemacht, den Spuren meines damaligen, literarischen Idols Herrmann Hesse folgend. In meiner späteren Schilderung dieser Reise kommt nachfolgender Text vor:

Für mich spiegelt sich in der Landschaft die Schöpfung in ihrer reinsten Form wider. Ich nehme an, dass jede Landschaft irgendwann einmal einen besonderen Reiz besessen hat, aber vermutlich ist es die Dramaturgie, die einem bestimmten Gelände innewohnt und es zum Erlebnis macht. Bewegtes Wasser, die weichen Konturen der Berge im Hintergrund und das gleißende Sonnenlicht machen den Ort an dem man dies erleben kann zu einem Hort der Sinnenfreude. Landschaft kann aber auch angsterregend dramatisch sein, wenn ein Sturm aufkommt oder die Gewitterwolken über dem flimmernden Boden hängen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Gemalte Landschaften

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Gute und schlechte Ernährung

In den Medien: Verbote und Gebote zur Ernährung (Grafik: Pixabay mit Dank an OpenClipart-Vectors)

Selbst wenn man den täglichen Blätterwald nur sehr oberflächlich durchforstet, fällt einem die regelmäßige Behandlung von Ernährungsthemen auf. Ständig erscheinen neue Studien zum positiven oder negativen Effekt von Nahrungsmitteln auf unsere Gesundheit und damit auf unser Wohlbefinden. Die Intensität mit der diese Themen behandelt werden, lässt vermuten, dass hier ein großer Informationsbedarf in der Bevölkerung besteht.  Essen und Trinken sind seit Menschengedenken biologische Notwendigkeiten für das menschliche Überleben. Ursprünglich hat der Mensch wohl gegessen und getrunken was die Natur unmittelbar zur Verfügung gestellt hat. Irgendwann in seiner kulturellen Entwicklung muss er festgestellt haben, dass man die Naturprodukte auch mit verschiedenen Methoden verfeinern konnte und so wurde die Gastrosophie geboren. Die Entdeckung des sinnlichen Genusses von festen und flüssigen Nahrungsmitteln wurde zu einem wichtigen Pfeiler des entstehenden Hedonismus und der damit einhergehenden, ganzheitlichen Philosophie, die in den Lehren des Epikurs gipfelte. Das griechische Wort „hedoné“ bedeutet Freude, Lust, Genuss sowie sinnliches Erleben und man kann wohl mit Recht behaupten, dass zu Epikurs Zeiten die Lust zu Essen und Trinken noch ganz mit der Natur und der entsprechenden Kultur verschmolzen war.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Gute und schlechte Ernährung

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Porno im Prado?

Die bekleidete Maja von Francisco de Goya (Prado, Madrid)

Manchem Leser bzw. mancher Leserin dieses Blogs mag schon das Wort Pornographie obszön klingen und diesen Begriff an einer Stelle zu thematisieren, an der es eigentlich um Wein und andere schöne Dinge unserer Kultur gehen sollte, mag wie ein Tabubruch erscheinen. Die Herkunft des Wortes Pornographie liegt in der griechischen Sprache: „porne“ ist auf deutsch die Dirne  und „graphia“ die Beschreibung. Im Sprachgebrauch hat sich aber eine wesentlich explizierte Bedeutung durchgesetzt: im Allgemeinen bezeichnet man mit Pornographie direkte Beschreibungen oder Darstellungen sexueller Handlungen. In vielen Kulturkreisen ist oder war Pornographie verboten und mancherorts sogar strafbar, was nicht selten zur Einrichtung einer Zensur geführt hat. Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von pornographischen Darstellungen im Internet ist die Pornographie  heute zu einem gesellschaftlichen Faktor ersten Ranges geworden. Die Statistiken sagen, dass sich in Deutschland 25 % aller Anfragen im Internet um Pornographie drehen, das sind täglich 68 Millionen Suchanfrage-Klicks ! Der tägliche pornographie-vermittelte Internet-Umsatz beträgt 12,6 Millionen Euro (nach: „Netzsieger“ vom 16.05.18). Selbst Kinder aller Altersstufen kommen heute über ihre Smartphones  ohne Schwierigkeiten an pornographische Seiten. Trotz dieser offensichtlich immensen Verbreitung in allen Gesellschaftsschichten wird die Pornographie in den Medien noch immer weitgehend totgeschwiegen.

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Die Shoah, Israel und die Palästinenser – eine Meinung

Jerusalems Tempelberg: Drei Weltreligionen erheben Ansprüche darauf

Am 27. Januar 1945 erreichte Russlands Rote Armee auf ihrem Vormarsch zur deutschen Hauptstadt das Konzentrationslager Auschwitz. Der Abscheu vor dem Horror, den sie dort vorfanden und dokumentierten, wirkt bis heute unvermindert nach. Die Zahl der in Auschwitz ermordeten Menschen wird auf etwa 1,1 bis 1,5 Millionen geschätzt. 7.000 noch lebende Häftlinge, vorwiegend Juden, fanden die Befreier im Lager vor. Im Jahr 2025, leben davon noch einige wenige. Eine Handvoll von ihnen nahmen an der letzten Gedenkfeier in der polnischen Kleinstadt Oswiecim (dt. Auschwitz) in der Nähe von Krakau, teil. Sämtliche Redner die während der Feier das Wort ergriffen hatten, sagten in der Essenz das Gleiche wie sie selbst oder ihre Vorgänger in den vergangenen acht Jahrzenten: das notorische „Nie wieder“ und die Beschwörung der Menschlichkeit sollten das Grauen und die Scham für die Täter, die Opfer und deren Nachkommen erträglicher machen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die Shoah, Israel und die Palästinenser – eine Meinung

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