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Veganismus: Diät oder Weltanschaung?

Wunderbare Natur: Mandelblüte vor den Schneebergen im Februar 2017 in den Alpujarras

Ein mir unerklärliches Phänomen ist die offensichtliche Unkenntnis über die Grundprinzipien der menschlichen Ernährung. Die Wissenschaft redet über schwarze Löcher im Universum, das menschliche Genom, die molekularen Ursachen von Krankheiten u.s.w., u.s.w. Aber eines ist bis heute so unklar wie eh und je: die adäquate Zusammensetzung der Nahrung für den Menschen. Zwar haben die Forscher auf diesem Gebiet ein enormes Faktenmaterial zusammengetragen, aber über die Relevanz all dieser unzähligen Wissensbrocken für das kulinarische Glück des Menschen ist sehr wenig bekannt, wenn man von der reinen Mangelernährung einmal absieht. Über Ernährung kann sich jeder auslassen und sogar „gesicherte Erkenntnisse“ bei feuilletonistischen Ausschweifungen in der Laienpresse ungeahndet außer Acht lassen. Bei näherer Betrachtung komme ich zu dem zwingenden Schluss, dass Nahrungsaufnahme sehr viel mit Religion gemein hat. In beiden Bereichen spielt der Glaube eine ganz ausschlaggebende Rolle. Wie in den Religionen scheint mir auch im Bereich der Ernährung die Intelligenz des Menschen der ärgste Feind des Glaubens an die Lehrmeinung zu sein.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Veganismus: Diät oder Weltanschaung?

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Tausend Jahre Apokalypse – eine Betrachtung

Bilder aus der Handschrift des Beatus von Liebana

Bilder aus der Handschrift des Beatus von Liebana

Auf einer meiner Reisen durch die Regionen Spaniens traf ich in Kantabrien auf den Namen des Beatus von Liebana. Sein Wirken liegt so lange zurück (8. Jahrhundert), dass die heutigen Lexika ihn schon nicht mehr erwähnen. In seinem großartigen Reisebuch „Umweg nach Santiago” ist  Cees Nooteboom ihm auch begegnet. Im Schatten der schroffen Felsen um die Picos de Europa liegt der Ort Liebana. Dort war Beatus Abt des Klosters Santo Toribio und hatte einen Kommentar zur Offenbarung des Johannes, der s.g. „Apokalypse”, geschrieben. Noch im gleichen Jahrhundert haben fromme Mönche dieses Werk illustriert und es damit zu einem Kunstwerk von unschätzbarem Wert gemacht. Kein Wunder, dass es sich heute in verschlossenen Schränken der Klosterbibliothek befindet.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Tausend Jahre Apokalypse – eine Betrachtung

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Wer ist das Volk?


Nach dem Superwahlsonntag mit seinem sehr eindeutigen Ergebis kann selbst ich, ein eher unpolitischer Mensch, mich nicht mehr dem großen Thema „Flüchtlinge“ entziehen. In allen Medien scheint es bei dieser Thematik nur noch um die gleichen Fragen zu gehen, nämlich, müssen wir Angst vor dem nationalen Identitätsverlust haben oder schaffen wir die Aufnahme und Integration von zusätzlichen Millionen Menschen? Während ein Teil unserer Mitbürger bereits den Untergang des Abendlandes aufziehen sieht, spricht der andere Teil von den Chancen für die deutsche Wirtschaft und Kultur. Wenn ich mich selbst zu einer dieser beiden Gruppen bekennen sollte, könnte ich meinen genauen Standort zur Zeit nicht bestimmen. Da fühle ich mich den Politikern in unserem Lande durchaus verbunden, denn auch sie positionieren sich quer über die gesamte Bandbreite der Meinungen. Das hat zu dem Eindruck geführt, dass auch unsere politische Elite die Orientierung verloren hat und der “Flüchtlingsfrage” keine intellektuelle oder emotionale Richtung mehr vorgeben kann.

In so einer Situation verwundert es nicht, dass Teile der Gesellschaft populistischen Bewegungen Gehör schenken und Ihnen  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Wer ist das Volk?

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Plädoyer für eine sternelose Küche

Für Sterne-Küche war ich immer zu haben: kein Umweg war zu groß oder keine Route zu kompliziert um zu einem der gelobten Restaurants in Europa zu gelangen, wo es sich gut essen ließ. Dieser blog ist voll von Beschreibungen derartiger Reisen (siehe z.B. Celler de Can Roca, Carme Ruscalleda, die großen aus San Sebastian, Stephan Wiesner und das Echaurren). Natürlich war immer eines der Kriterien ob es an dem Ort dazu auch gute Weine gab. Die gelungene Verbindung von beidem hat mich oft genug ins gastronomische Nirwana entführen können. Dass das alles nicht für peanuts zu haben war ist mir immer erst bei der Kreditkartenabrechnung aufgefallen. Mein ständig enger werdender Gürtel hat nach jedem Mahl einen dezenten Hinweis auf die Nahrhaftigkeit meines Hobbys gegeben. In diesen Situationen kam ich mir gelegentlich ein wenig vor wie ein Angehöriger einer gastrosophischen Religionsgemeinschaft, die sich an bestimmte Speisevorschriften und -rituale hält und damit allen Sterneclub-Mitgliedern ein sonderbares „Wir-Gefühl“ vermittelt. An die Kosten eines Mahles zu denken, die eine arme, 5-köpfige Familie vermutlich einen Monat ernährt hätten, war, wegen der eingebauten Spaßbremse, tabu.

Erstaunt hat mich immer wieder, dass ich mich nach den gastronomischen Erlebnissen, die ich zugegebenermaßen genossen habe, sehr schnell einer Erinnerungslücke gegenüber konfrontiert sah.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Plädoyer für eine sternelose Küche

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Der “Duende” des Weins

Mischsatz: häufig uralte Buschrebstöcke

Ende Oktober 2015 wurde in Granada in der Nähe der Kathedrale das neue „Centro Garcia Lorca“ eröffnet. In der sehr ansprechenden, modernen Architektur wurde für diese Gelegenheit eine Ausstellung zusammengestellt, die verschiedene Dokumente und Kunstwerke zum Thema „Teoría Del Duende“ versammelt hat (läuft vom 30.10.2015 bis zum 10.02,2016). Was ist „Duende“? Im Lexikon findet man dazu die Übersetzungen „Gespenst“, „Kobold“, „Poltergeist“, „Elfe“,  „Klopfgeist“ oder „das gewisse Etwas“.  Federico Garcia Lorca, der geniale Sprachkünstler aus Andalusien, hat es etwas anders definiert: Duende ist eine Kraft, die durch den ganzen Körper zieht, eine kreative, magische Kraft, die sich in der Kunst, vor allem in der Musik, formt und ihr Ausdruck verleiht. Der Duende ist ein Geist, der dem Künstler die Beschränkung des Intellektes verdeutlicht. Lorca schrieb in seiner berühmten Abhandlung deren Titel die Überschrift der Ausstellung ist: „Alles, was schwarze Töne in sich birgt hat Duende. Diese mysteriöse Kraft kann jedermann spüren aber kein Philosoph erklären, sie ist die Seele der Welt.“ Kein Wunder, dass das erste Ausstellungsstück im Centro Garcia Lorca der 1929 fertiggestellte, surrealistische Film von Luis Buñuel und Salvador Dalí  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Der “Duende” des Weins