 Das „Castil de tierra“ in den Bárdenas Reales (Navarra)
Ich weiß nicht wie es Ihnen in diesen Tagen der unfreiwilligen Reisebeschränkungen geht: lesen Sie Reiseberichte, weil sie schöne Erinnerungen an die Tage der Freiheit und Unbeschwertheit wachrufen? Oder vermeiden Sie deren Lektüre weil sie Ihnen den Verlust ihrer Mobilität schmerzhaft vor Augen führen? Ich tendiere eher zur ersten Auffassung und hoffe, dass es anderen auch so geht, deshalb berichte ich hier von einer Reise, die ich noch kurz vor dem „shut-down“ unternommen habe.
Seit mehr als drei Jahrzehnten verbringe Jahr für Jahr Zeit damit die Geographie und Kultur Spaniens zu entdecken. Nach Abschluss jeder dieser Reisen sage ich mir selbstzufrieden „jetzt hast Du ganz Spanien gesehen“ und in Zukunft würde es ausreichen sich an irgendeiner Küste Iberiens den Sonnenuntergang anzusehen, gut zu essen und dazu weiter auf Entdeckungsreise durch die schier unendlich große, spanische Weinwelt zu gehen. Meist dauert es nicht lange bis ich unerwartet von irgendeiner Region oder Gegend gehört oder gelesen habe, die mir vielleicht doch noch nicht bekannt ist und in die ich gerne reisen möchte. „Las Bárdenas Reales“ war so ein Ziel, von dem ich vorher noch nie gehört hatte. Die „Bárdenas“ sind eine Wüste im Norden des Landes, an den Ausläufern der Pyrenäen in der autonomen Region Navarra. …. bitte lesen Sie hier weiter: In der Pandemie: Erinnerungen an Tudela und Las Bárdenas
 James Pimm (1798–1873) Gründer von Pimm´s Oyster Bar, dem Ort der Schöpfung des Pimm´s No. 1 (Abb. gemeinfrei)
Nach den anfänglich strikten Ausgangsrestriktionen am Beginn der Corona-Krise, beginnen wir jetzt wieder uns an die Sommer-Saison zu erinnern. Werden wir verreisen dürfen oder wird der Urlaub gestrichen? Was machen die Urlaubsländer, werden sie ihre Grenzen für einen vorsichtigen Tourismus öffnen? Fragen über Fragen auf die es noch keine Antwort gibt. Das sind dann Situationen in denen man gerne in den Erinnerungen kramt um sich vorzustellen, wie es sein könnte. So kam es, dass ich mich an einen Bilderbuch-Sommer vor mehr als 20 Jahren in London erinnerte. Ich saß mit Benny und Irene Lynch im Garten ihres Hauses auf der Lonsdale Road im Bezirk SW13. Die weißlackierten Gartenmöbel aus Holz leuchteten freundlich vor dem Hintergrund mit den vielen Grünschattierungen der Büsche und Bäume. Auf dem Tisch stand eine sehr große Glasschale in der sich Gurken- und ein paar Orangenscheiben, eine Zitronenschale und mehrere Zweige frische Pfefferminze befanden. Benny stand auf und holte eine Flasche „Pimm´s No. 1“ während Irene eine Schüssel mit Eiswürfeln brachte. Die ganze Flasche wurde in die Schale mit dem Obst bzw. den Gurken gegossen und das Eis dazugegeben. …. bitte lesen Sie hier weiter: Liebeserklärung an einen „Summer Drink“: Pimm‘s No. 1:
 Leonardo da Vinci: Der truvianische Mensch
Im Augenblick beherrschen zwei Themen die öffentliche Meinung mit unterschiedlicher Priorität: Die Corona-Pandemie und der Klima-Wandel. Beides wird ja häufig mit dem jeweiligen Präfix als Krise bezeichnet, was zum Ausdruck bringt, dass wir noch weit von einer Problemlösung entfernt sind. Sowohl in der Corona-Krise als auch in der Klima-Krise spielt die Wissenschaft eine entscheidende Rolle. In der akuten Phase der Pandemie ging es sogar so weit, dass Viro- und Epidemiologen aus Universitätsinstituten das politische Zepter übernommen zu haben schienen. Es gab im Fernsehen keine Talk-Show in der nicht einer von Ihnen saß und über die Schließung der Schulen und Kitas, der Fußballstadien, den Abstand von Mensch zu Mensch oder über Gesichtsmasken räsonierte. So lange es um die Begründung des „Shut-Down“ ging, waren sich alle einig, als aber Wochen später eine langsame Rücknahme der getroffenen Maßnahmen anstand, war die Pluralität der Spezialistenmeinungen erheblich angeschwollen. Der eine sagte so, der andere so und beide beriefen sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse. …. bitte lesen Sie hier weiter: Hilft die Wissenschaft in Krisen wirklich weiter?
 Das Flaschenetikett ist die Visitenkarte des Weins.
Damit alles seine Ordnung hat und diese auch kontrolliert werden kann benötigt unsere Gesellschaft Verordnungen. Diese sind Reglungen, die durch jeweils zuständige Verwaltungen erlassen werden. Je komplexer und detaillierter die Durchführung/Kontrolle einer Verordnung vorgeschrieben wird, desto intensiver entwickelt sich eine Bürokratie darum. Da Bürokraten meist keine poetische Ader besitzen, geben sie dem Ergebnis ihrer Beschäftigung ziemlich holprige Namen bzw. Abkürzungen. So ist z. B. die „BürstPiAusbV“ die Verordnung über die Berufsausbildung zum Bürsten- und Pinselmacher. Selbstverständlich blieb auch der Wein nicht vom Verordnungs-Furor der Beamten in Berlin und Brüssel verschont. In der LMIV (Lebensmittelinformationsverordnung) und ihrer ergänzenden „Weinbezeichnungsdurchführungsverordnung“ von 2011 wurde u. a. festgeschrieben, dass Wein ein Lebensmittel sei und somit seine Etikettierung unter die beiden genannten Verordnungen falle, allerdings mit gewissen Einschränkungen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Weinetiketten: mehr drin als drauf!
 Die Partitur von Sebstian Yradiers „El Arreglito“ .
Das polyphone Stimmen der Instrumente im Orchestergraben verstummt, der scharlachrote Samtvorhang öffnet sich und wir, die Zuschauer, schauen auf die alte Tabakfabrik in Sevilla. Dort stehen Soldaten gespannt gestikulierend vor dem Eingang, sie scheinen auf die Mittagspause der Arbeiterinnen zu warten. Kurze Zeit später betritt Carmen, eine von ihnen, die Bühne und wird sofort von Männern umringt. Stolz wehrt sie sich gegen die maskulinen Aufdringlichkeiten und beginnt zu singen „L’amour, L’amour est un oiseau rebelle“ (Die Liebe, die Liebe ist ein rebellischer Vogel). Die nun folgende Arie ist einer der Höhepunkte der gesamten Opernliteratur. Sie charakterisiert die Person der Carmen auf geniale Weise: lebensfroh und emotional, dabei selbstbewusst und beherrscht. In der rhythmischen Musik George Bizets offenbart sich die ganze Leidenschaft und Erotik dieser grandiosen Frauenrolle. Mit dieser Musik hat der Komponist sein Werk bereits im ersten Akt auf die ewige Hitliste aller Opernfreunde gesetzt.
Vor Kurzem habe ich mir die „Symphonie Espagnole“ von Édouard Lalo auf einer CD angehört. Wie Bizets „Carmen“ ist auch dieses Musikstück der französischen Hispanophilie des 19. Jahrhunderts geschuldet. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein Meisterwerk der Opernliteratur ist ein „Plagiat“!
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Etwas über uns … Im Blog "Spaniens Weinwelten" hat der Journalist und Weinkritiker Thomas Götz unter dem Titel „Los Barrancos – der Wein, der Vogel und die schönen Künste“ unser „Vogel-Projekt“ sachkundig beschrieben und kommentiert.
Und hier "Spanischer Biowein, Buchlesung und Kaminfeuer auf Langeoog“ finden Sie zusätzliche Informationen über unsere Aktivitäten.
Kreativität und Wein
In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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