Die Weinkultur hat schon einmal durch einen Eingriff in die Biologie der Reben den Weintrinker vor dem Verdursten gerettet: die Einführung reblausresistenter Unterlagen und die Pfropfung europäischer Sorten darauf hat die sich anbahnende Katastrophe verhindert: die Reblaus konnte in Schach gehalten werden. Aber andere Pilzkrankheiten, wie z.B. der echte und der falsche Mehltau können in manchen Jahren die Ernten ganz erheblich reduzieren. Die Anwendung von Fungiziden ist dann unerlässlich und das wiederum ruft die Verfechter des ökologischen Rebbaus auf den Plan. Wen wundert´s, dass schon frühzeitig begonnen wurde nach pilzwiderstandsfähigen Sorten (PIWIS) Ausschau zu halten. …. bitte lesen Sie hier weiter: PIWIS – ein „Kick“ für Ökowinzer
Kaum ein Ort ist so oft mit dem Wein in Verbindung gebracht worden wie das Paradies. Weinläden, Bars, Kneipen, ja ganze Regionen tragen in ihrem Namen den Begriff „Weinparadies“. Keiner hat das Paradies so friedlich und anheimelnd dargestellt wie der anonyme oberrheinische Meister aus dem 15. Jahrhundert in seinem kleinen Bild „Das Paradiesgärtlein“ – zu besichtigen im Frankfurter Städel. „Paradiesgärten“ haben es mir ganz besonders angetan, denn ich bin hienieden auf der Erde ein großer Verehrer von Gärten. In ihnen spiegelt sich …. bitte lesen Sie hier weiter: Der Wein im Paradies
 Die Melodie der amerikanischen Nationalhymne geht auf eine musikalische Huldigung Anakreons zurück. (Abb.: Wickimedia, gemeinfrei)
Wussten Sie dass die Melodie der amerikanischen National-Hymmne „The Star-Spangled Banner“ (Die sternenbesetzte Flagge) die gleiche ist wie ein volkstümliches, von John Stafford Smith etwa um 1800 komponiertes englisches Trinklied mit dem Titel „To Anacreon in Heaven“? Wer war dieser „Anakreon im Himmel“ über den Gotthold Ephraim Lessing einst dichtete:
…. bitte lesen Sie hier weiter: Anakreon und die Hymne der USA
Unter dem Titel “Oft sind die Hefen besser als der Wein” habe ich vor etwas mehr als einem Jahr an dieser Stelle über die Bedeutung der Hefen für die sinnliche Wahrnehmung von Duft und Geschmack referiert. Dabei bin ich auf eine Vinifikationstechnik überhaupt nicht eingegangen: die Reifung des Weins auf seinen Gärhefen („sur lie“). Historisch gesehen hat dieses Verfahren viele Wurzeln: es wird bei der Weißweinherstellung (siehe blog: Große Liebe: barrique-vergorene Weißweine) in Burgund und manchen Gegenden Spaniens ebenso angewandt wie bei der Herstellung von Schaumweinen nach Art des Chanpagners oder bei der Reifung des Fino-Sherry auf den flor-Hefen. Im Prinzip wird in all diesen …. bitte lesen Sie hier weiter: Rotweine „sur lie“ ausgebaut
An dieser Stelle habe ich mich schon mehrfach über das Thema Wein und Kunst ausgelassen (kürzlich z.B.: Bayreuth, Richard Wagner und der Wein oder Ist die Ästhetik des Weins Kunst?) aber noch nie habe ich ein Wort über ein quantitativ viel wichtigeren Bereich, nämlich „Kitsch und Wein“ verloren. Vielleicht weil es mich selbst so negativ berührt, dass ich am liebsten nichts damit zu tun haben will. Dennoch: jeder bekennende Weinfreund ist sicher schon mal Opfer einer Kitsch-Attacke von Freunden oder Verwandten geworden. Korkenzieher mit übergroßem Wurzelholzgriff oder Gartenzwergen als Aufsatz, Tropfenfänger mit herumgeschwungenen Meerjungfrauen, bunte, mit Reblaub verzierte Weingläser, oder gar Weinflaschen mit …. bitte lesen Sie hier weiter: Weinkitsch und Kitschweine
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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