Darwins Abstammungslehre und der Alkoholgenuss

 

Alkoholisierter Elephant? Aus dem Calwer historischen Bilderbuch, Tafel 60, 1883

Von uns Menschen wissen wir nur zu genau, dass die Bedeutung des Trinkens und auch des Essens weit über die Bereitstellung von Nährstoffen für den täglichen Kalorienbedarf hinaus geht. Essen und Trinken sind wesentliche Bestandteile der Lebensfreude und des Genusses. Beinahe so alt wie die Menschheit selbst ist die Erkenntnis, das zucker- oder stärkehaltige Flüssigkeiten bei warmer Temperatur vergären können und danach noch höheren Lustgewinn erzeugen. Bei exzessivem Genuss alkoholischer Getränke entstehen Rauschzustände, die die Konsumenten „angeheitert, torkelnd und kommunikativ“ erscheinen lassen. Wir glauben vielfach, dass diese Alkohol-bedingten Rauschzustände etwas sehr spezifisch Menschliches seien und, dass komplette Nüchternheit nur bei Tieren vorkommen würde.
Dass dies mitnichten so ist zeigen zwei willkürlich ausgewählte Beispiele:

Manche Vögel lieben den Traubenmost – sowohl in seinem fruchtigen Original, wie in seinem vergorenen Zustand. So sehr, dass Schwärme von Vögeln im Herbst die Trauben ganzer Weinberge gierig in ihren Schnäbeln verschwinden und die Weinbauern ohne Ernte dastehen lassen. Als Ergebnis von Gärprozessen finden sich Spuren von Alkohol praktisch immer bereits in den reifen Trauben und zeigen damit den Vögeln an, dass die Beeren zum Verzehr geeignet sind. Sie benötigen in ihrer Nase das biologische „o.k.” des vergorenen Mostes um sich dem Genuss hingeben zu können.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Darwins Abstammungslehre und der Alkoholgenuss

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Was Thiole im Wein alles bewirken.

Der individuelle Fruchtgeschmack wird u.a. durch Thiol-Verbindungen vermittelt. Bild von suju auf Pixabay

Chemisch betrachtet sind Thiole (vom griechischen “ theío“ = Schwefel) organische Verbindungen, die den Alkoholen ähneln, aber statt des Sauerstoffatoms ein Schwefelatom enthalten, daher werden sie auch als Thioalkohole bezeichnet.  Sie sind ein ganzer Strauß von chemisch leicht abgewandelten Molekülen, die sehr geruchsintensiv sein können und z. B.  verantwortlich für den aggressiven Duft der Stinktiere (Mephitidae), ebenso wie für den der Zwiebel und den des Knoblauchs sind. Wegen der geruchlichen Missempfindung, die diese Substanzen beim Menschen erzeugen können, werden sie auch im Gaswerk dem Haushaltsgas als olfaktorisches Warnsignal beigemengt.  Auch der charakteristische Geruch von Milchprodukten, einschließlich des überreifen Käses, wird von Thiolen mitbestimmt. Andererseits können Thiole auch sehr positive Geruchsempfindungen auslösen, man denke nur an die Grapefruit-, Zitronen- und Limettenaromen beim Sauvignon Blanc und der Scheurebe. Die Passionsfrucht- und Muskat-Aromen der Traminer-Familie sowie die schwarze Johannisbeere beim Cabernet Sauvignon sind ebenfalls durch spezifische Thiole mit bedingt.  Auch Feuersteinaromen, die im Wein gelegentlich den Eindruck von großer Mineralität vermitteln können (z.B. beim „Fino“ aus Jerez de la Frontera), sind strukturell wiederum Thiole.

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Passt die Welt des Hieronymus Bosch noch zum Zeitgeist?

Die 7 Hauptsünden. Von Hieronymus Bosch oder Nachahmer – www.museodelprado.es : Home : Info : Pic, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1170708

Im Madrider Prado hängen unendlich viele Meisterwerke der europäischen Kunstgeschichte und eines davon ist die 120 x 150 cm große Tischplatte mit der auf das Holz gemalten Darstellung der „Sieben Hauptsünden“  und der „vier letzten Dinge“ vermutlich von Hieronymus Bosch (1450? – 1516) oder einem namenlosen – aber offensichtlich talentierten – Zeitgenossen gemalt. Philip II. von Spanien soll dieses Objekt für sein Schlafzimmer im Escorial gekauft haben. Später hat man es den „Tisch der Weisheit“ genannt. Darauf sieht man folgende Szenen: innerhalb eines Strahlenkranzes in der Mitte des Bildes, der einer riesigen Iris entsprechen könnte und in deren blauer Pupille sich ein Christus-Bild spiegelt, steht geschrieben „Cave, cave, Dominus videt“. (Sieh dich vor, Gott sieht alles). Rings um dieses Gottesauge ordnen sich sieben Darstellungen je einer der im Mittelalter definierten Todsünden (Hauptsünden) an.

Jedem Bild ist die schriftliche lateinische Erklärung seines Inhaltes beigegeben. „Superbia“ = Hochmut, Stolz, Eitelkeit, „Avaritia“ = Geiz,Habgier, Habsucht, „Luxuria“ = Wollust, Ausschweifung, Genusssucht, Unkeuschheit, „Ira“ = Zorn, Jähzorn, Wut, Rachsucht, „Gula“ = Völlerei, Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht, „Invidia“ = Neid, Eifersucht, Missgunst und „Acedia“ = Feigheit, Ignoranz Überdruss Trägheit des Herzens.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Passt die Welt des Hieronymus Bosch noch zum Zeitgeist?

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Butter im Wein?

Geliebt und verehrt: buttrige Nuancen im Weißwein.

Verehrer weißer Burgunder können beim Gedanken an die buttrigen Töne im Glas ins Schwärmen geraten. Es duftet nach frisch gebackenem Croissant unterlegt mit fruchtigen und kräutrigen Noten. In dem Strauß der komplexen Aromen stechen dezent Töne von Vanille und Buttercreme hervor. Eine symphonische Geruchs- und Geschmacksdichtung der ganz besonderen Art! Aber leider geht es auch ganz anders: manch ein Chardonnay stinkt unangenehm nach ranziger bzw. karamellisierter Butter, was als eindeutiger Weinfehler eingestuft werden muss. Hier gilt wieder die alte Regel der Pharmakologie „die Dosis bestimmt die Wirkung“. Im Falle des Butter-Aromas reden wir aus Sicht der Chemiker vom sog. „Diacetyl“. Diese relativ einfache chemische Substanz, ein sog. Di-Keton, ist ein Stoffwechselprodukt, welches während der durch Saccharomyces cerevisiae oder in noch viel höherem Maße durch Milchsäurebakterien induzierten Gärung entsteht und für den Geschmack nach den typischen gerösteten Buttertönen verantwortlich ist und zwar sowohl in Weiß- als auch in Rotweinen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Butter im Wein?

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Die „göttliche“ Partnerschaft von Brot und Wein

Selbst im Supermarkt gibt es frisches Brot, hygienisch verpackt.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand an einem Bäckerladen vorbeigeht, aus dem die Düfte frisch gebackenen Brotes strömen,  ohne dass er oder sie Appetit und Lust auf eine noch warme Scheibe des gerade aus dem Ofen gekommenen Laibes empfindet. Außerdem bin ich mir sicher, dass genau dieses sinnliche Erlebnis in vielen Zivilisationen über alle fünf Kontinente unserer Erde verteilt, vorkommt. Entsprechend der weiten geografischen Verbreitung des Brotes, geht seine Geschichte zurück in Zeiten, die seit mehr als sieben Jahrtausenden vergangen sind. Die ältesten Backöfen fanden Archäologen im Land der Pharaonen, dem Alten Ägypten. Dort gab es auch bereits die ersten Großbäckereien, die die tausende von Arbeitern an den Pyramiden mit Brot versorgen mussten. Der Wein kam im 4. Jahrtausend v. Chr. nach Ägypten, also kurz vor der Zeit des Pyramidenbaus. In anderen Teilen der Welt mussten die Menschen erst sesshaft werden, damit sie das Korn (und den Wein) überhaupt anbauen und pflegen konnten.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die „göttliche“ Partnerschaft von Brot und Wein

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