Warum „Parzellen“-Weine in einer globalisierten Weinwelt?

Was für ein königliches Terroir haben wohl die Weinterrassen von Sanssouci?

Unter Weinfreunden wird kaum ein Wort zur Beschreibung des Charakters eines Weines so viel benutzt wie „Terroir“. Ein bestimmter Wein sei maßgeblich von Terroir geprägt, hört man gelegentlich mit Erstaunen und fragt sich „ja wie schmeckt er denn dann?“. Ich persönlich habe häufiger das Gefühl, dass vieles an Gerüchen und Geschmäckern, was nicht sofort zuordenbar ist, als „Terroir“ klassifiziert wird. Das kann  so weit gehen, dass ein regelrechter Böckser dem Terroir zugeschrieben wird – was natürlich Unfug ist. Darüber kann man dann nur noch humorvoll  hinwegsehen. Spätestens seit der Mosel-Winzer Reinhard Heymann-Löwenstein seine Streitschrift „Terroir: Weinkultur und Weingenuss in einer globalen Welt“ (2006) veröffentlichte, weiß die teutonische Genießerwelt, dass Terroir der Gegensatz zu „industriell-gefertigt“ und Massen-Abfüllung bedeuten kann oder soll. Manch einer mag sich an den Latein-Unterricht erinnern, wenn er meint terroir sei die direkte französische Übersetzung von „terra“ (Erde) und nach erdigen Tönen im Wein sucht.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Warum „Parzellen“-Weine in einer globalisierten Weinwelt?

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Das mediterrane Licht des Joaquín Sorolla

Joaquín Sorolla: Boote am Strand (1915). www.wikiart.org/en/joaqu-n-sorolla/beached-boats-1915 (public domain)

Auf dem Paseo del General Martínez Campos, 37, mitten unter ziemlich hässlichen und  hohen Wohnblocks im Madrider Chamberí-Viertel, steht ein wahres Juwel: das kleine Stadtpalais des spanischen Malers Joaquín Sorolla y Bastida (1863 – 1923). Durch ein schmiedeeisernes Tor betritt man den kleinen, vom Künstler selbst entworfenen Garten. Er ist eine Oase der Ruhe und Besinnlichkeit inmitten des Getümmels der Großstadt. Zwischen plätschernden Brunnen, blühenden Sträuchern und marmornen Skulpturen, umweht vom Duft nach Buchsbaum und Moos spürt man schnell, dass sich hier ein kreativer Geist ein  Paradies im Diesseits geschaffen hat und ist von der Intensität der sinnlichen Eindrücke wie berauscht. Im Haus selbst ist alles noch so wie zu den Zeiten als Sorolla mit seiner Frau Clotilde García del Castillo hier gelebt haben. Sie hat das Anwesen und viele darin enthaltene Bilder und Kunstgegenstände nach seinem Tod dem spanischen Staat vermacht.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Das mediterrane Licht des Joaquín Sorolla

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Die Magie der grünen Fee

Anis: aus „Arznei- und Giftgewächse“ hrsg. von Hermann Wagner. 1861
(Collection Missouri Botanical Garden’s Materia Medica)

In der Geschichte gab es viele Gelegenheiten bei denen es zu einer Verbrüderung von Künstlern mit der Arbeiterklasse kam. So geschehen z.B. im Frankreich der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dort war der Absinth, eine Spirituose aus dem Schweizer Kanton Neuchâtel, zum Kultgetränk avanciert. Die sog. „Bohème“, heute eine verehrte und gefeierte Randgruppe der damaligen Gesellschaft, hatte sich dem Genuss der „grünen Fee“, wie der Absinth liebevoll genannt wurde, hingegeben. Namen wie van Gogh,  Lautrec, Baudelaire, Hugo, Picasso u.v.a. sind eng mit dieser Subkultur verbunden. Aber der Absinth war auch der Liebling der einkommensschwachen Arbeiter, denn ein Rausch war deutlich billiger mit ihm zu erreichen als mit teurem Wein, Die explosionsartige Entwicklung der 1737 im schweizerischen Val-de-Travers entwickelten Rezeptur bewirkte, dass sich in der geographischen Nachbarschaft westlich vom Neuenburger See, einschließlich grenznaher Orte in Frankreich, ein regelrechter Absinth-Manufakturen-Boom ausbrach. Vorreiter war ein gewisser Henri Louis Pernod, der, um der Zahlung von Zoll in Frankreich zu entgehen seine Schweizer Destille 1805 in den grenznahen, französischen Nachbarort Pontarlier verlegte.

Alkoholische Anis-Zubereitungen sind seit der Verfügbarkeit von einfachen Destillationsverfahren im 15. Jahrhundert um das ganze Mittelmeer verbreitet: Ouzo, Raki, Sambuca, Masticha, Chinchon und Pastis sind nur einige wenige Namen dafür. Man bezeichnet  diese Anis-Spirituosen auch mit dem französischen Oberbegriff „Anisées“. Der Absinth wurde einst in den Apotheken des Schweizer Jura als Hausmittel bei Magenverstimmungen verkauft.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die Magie der grünen Fee

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Richard Wagners Schweizer Idylle

Richard Wagner Bronzekopf vor seinem Haus in Tribschen (Luzern)

Auf einer kleinen Halbinsel im Vierwaldstätter See mit Blick auf die Stadt Luzern, liegt das Haus, in dem Richard Wagner von 1866 bis 1872 gewohnt hat. Hier fand er nach langer Zeit  wieder Ruhe und Entspannung von seinen selbstgeschaffenen Problemen. Aus Staatsraison hatte er Hals über Kopf seinen damaligen Wohnort München verlassen müssen, denn er hatte,  entgegen der Absprache mit seinem Gönner  König Ludwig II., versucht sich in die bayrische Politik einzumischen. Zusätzlich hatte er sich in ein kompliziertes Beziehungsgeflecht mit zwei Frauen und einem gehörnten Ehemann begeben. Die überstürzte Abreise in die Schweiz und das gemietete Haus dort in beschaulicher Landschaft waren der Beginn eines ruhigeren und kreativen Lebensabschnittes des Komponisten. Cosima, die Mutter seiner beiden Kinder Isolde und Eva, die noch mit dem Dirigenten und Pianisten Hans von Bülow verheiratet war, war erneut von Wagner schwanger. Im Sommer 1869 kam der ersehnte „Stammhalter“ in Tribschen zur Welt und wurde Siegfried genannt. Kurz danach konnte die frisch geschiedene Cosima ihren Geliebten, Richard Wagner, heiraten. In den darauf folgenden Monaten entstand das „Tribschener Idyll mit Fidi-Vogelgesang und Orange-Sonnenaufgang“ Fidi war der Kosename für die Tochter Eva, die tatsächlich einen Vogel ihr eigen nannte, dessen Gesang in den Bläserstimmen im Mittelteil des „Idyll“ verarbeitet wurde.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Richard Wagners Schweizer Idylle

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Der Maler Murillo als Zeuge der Geschichte des Weins

Ausschnitt aus dem Gemälde von Murillo „Die Hochzeit von Kana“ (Wickimedia Commons, gemeinfrei)

Der große spanische Maler des Barock, Bartolomé Esteban Murillo, wurde 1618 in Sevilla geboren. Anlässlich seines 400sten Geburtstages hat man in seiner Geburtsstadt in den Sälen der von ihm selbst mitgegründeten Akademie der Schönen Künste (Real Academia de Bellas Artes de Santa Isabel de Hungría) eine repräsentative Ausstellung seiner Werke gezeigt. Dabei handelte es sich im Wesentlichen um die Darstellungen religiöser Sujets, die aber in zeitgenössische Alltagssituationen projiziert waren. Daher entpuppte sich die ganze Ausstellung als eine faszinierende Schau des barocken Lebens in der Stadt Sevilla, die zu Murillos Zeiten eines der führenden Handelszentren der iberischen Halbinsel war. Die engen Verbindungen der andalusischen Stadt zu den amerikanischen Kolonien sorgten damals dort für eine weltoffene und stimulierend kosmopolitische Atmosphäre.

Dass auch Luxus und Wohlstand Bestandteil dieser Gesellschaft waren, zeigte Murillos Bild „die Hochzeit zu Kana“ (Joh.2,1-12). Der Inhalt dieser Geschichte aus dem Neuen Testament ist schnell zusammengefasst:  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Der Maler Murillo als Zeuge der Geschichte des Weins

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