 Nationalistischer Geist soll da bleiben wo heute auch die Hexen sind: in der Versenkung! (Bild: Pixabay)
Kürzlich las ich das Buch „Europa gegen die Juden 1880 – 1945“ (S. Fischer Verlag, Frankfurt/M., 2017) des bekannten Historikers und Journalisten Götz Aly. Er beleuchtet darin das Schicksal der Juden im modernen Europa. Ihr Leben war bekanntlich ein fester Bestandteil der sehr komplexen, neueren europäischen Geschichte. Als allseits ungeliebte Minderheit, mussten sie sich nach dem Ersten Weltkrieg in fast allen Ländern als Opfer des vom amerikanischen Präsidenten Wilson propagierten „Selbstbestimmungsrechtes“ alter und neu entstandener oder wiedererstarkter Nationalitäten sehen. In vielen Ländern wurden die Juden zu Fremden deklariert und entsprechend behandelt. Zwar reden wir heute nicht mehr unbedingt vom Selbstbestimmungsrecht eines Volkes, aber wir reden wieder viel von Nationalismus und der angeblichen Größe und Überlegenheit einer ethnisch homogenen Bevölkerung. Wie einst in der Vergangenheit werden Feindbilder erneut aufgebaut: in den Migranten und Flüchtlingen, …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein längst tot geglaubtes Gespenst regt sich wieder
 Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) vergärt auch im Trauben-Most den Zucker zu Alkohol. (Foto: Pixabay)
Mein besonderes Interesse gilt seit langem den Weinhefen, über die ich an gleicher Stelle auch schon mehrfach geschrieben habe (1 und 2). Die Erkenntnis, dass das sog. „Terroir“ eines Weines ganz wesentlich von der Mikrobiologie seiner Umgebung abhängt, hat die Hefen wieder in den Focus des Interesses der Weinmacher gerückt. Während Saccharomyces cerevisiae, die klassische Bierhefe, die für die Umwandlung von Zucker in Alkohol zuständig ist, von ihrer Biologie her sehr gut erforscht ist, gibt es andere, natürlich vorkommende, Hefen, deren komplexe Wirkungen bzw. Wirkmechanismen noch weitgehend unbekannt sind. Eine davon heißt „Lachances thermotolerans“ (L.T.) und ist tatsächlich eine praktisch ubiquitär auf der ganzen Welt vorkommende Hefe, die man u.a. in Böden, in Insekten und auf Pflanzen findet. Antonio Morata und Mitarbeiter von der „Universidad Politécnica de Madrid” haben kürzlich eine Zusammenfassung des Wissenstandes zu dieser Hefe publiziert (Fermentation, 2018 – mdpi.com) und daraus möchte ich im Folgenden einiges für die Kellertechnik Relevantes zusammenfassen und mit persönlichen Notizen ergänzen.
Die genannten Autoren aus Spanien beschreiben u. a. das geringere Gärpotential von L.T. im Vergleich zu S. cerevisiae, welches aber mit einer sehr hohen Ansäuerung des Mostes durch die bakterielle Produktion von Milchsäure einhergeht. …. bitte lesen Sie hier weiter: Eine Alternative zur Bierhefe bei der Vinifikation?
 Das ideale Rentnerdasein: hoch oben und frei von Zwängen, wie die Störche auf dem Kirchturm
Vor einigen Jahrzehnten begann für viele gestresste Arbeitnehmer der Freitag mit dem morgendlichen Ausruf „Thank God it’s Friday!“. So hieß nämlich der Titelsong des 1975 erschienenen, gleichnamigen Musik-Films von Robert Klane. Hintergrund dieses Ausrufs war die Vorfreude auf das bevorstehende, arbeitsfreie Wochenende. Für viele von uns war das Wochenende irgendwie das Synonym par excellence für das wirkliche Leben. In dieser arbeitsfreien, maximal 60 Stunden dauernden Periode, konnte man eine Freiheit genießen, die während des Restes der Woche durch Fremdbestimmung, berufliche Verpflichtungen, Konferenzen, Schlafmangel, allgemeine Erschöpfung und Müdigkeit verloren gegangen zu sein schien. Der Wochenendtraum von der, zeitlich limitierten, wiedergewonnenen Unabhängigkeit war für viele Menschen zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden und sie träumten ihn nicht nur, sondern leben diesen Traum auch heute noch. „Thank God it’s Friday!“ bedeutet, dass die Drangsal ein vorläufiges, aber absehbares, Ende hatte: kein schriller Wecker am Morgen, ausgiebiges Frühstück ohne Hetze, bequeme Freizeitkleidung statt Krawatte und gebügeltem Hemd, endlich mal Zeit haben nichts zu tun, mittags gut zuhause oder im Restaurant essen, vielleicht Einkaufen in der Stadt und abends ins Kino gehen oder auf dem Sofa vor dem Fernseher eine gute Flasche Wein öffnen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Gottseidank, es ist Freitag!
 Dank DMDC kann die Süße der Trauben im Wein bleiben
Unter kriminalistischen Aspekten könnte man bei der Chemikalie „Dimethyldicarbonat“ (DMDC) von der perfekten Mordwaffe sprechen. Nachdem sie ihre abscheuliche Wirkung getan hat, verschwindet sie spurlos aus der Welt und ist auch mit subtilen Methoden nicht mehr nachweisbar. Die Opfer von DMDC sind Gärhefen in Fruchtmosten und -säften, also auch im Wein und seinen verwandten Produkten wie Cooler, Sekt, Likörweinen u.v.m. Das DMDC dringt in die Hefezellen ein und zerstört dort wichtige Proteine bzw. Enzyme. Die Substanz, selbst eine Flüssigkeit, reagiert zusammen mit Wasser und zerfällt in den Alkohol Methanol und das Gas Kohlendioxyd („Kohlensäure“). So lange sich das Molekül DMSC im Originalzustand befindet ist es ein starkes Fungizid (Pilzvernichtungsmittel) und Entkeimungsmittel, tötet also Hefen und Bakterien und Schimmelpilze im Produkt, dem es zugegeben wurde. In der Originalform ist es auch giftig für dem Menschen! Das entstandene Methanol wird, bei richtiger Dosierung von DMDC, in so geringen Mengen gebildet, dass es den natürlich vorhandenen Methanolgehalt im Most bzw. im Wein nur unwesentlich erhöht und toxikologisch völlig unbedenklich bleibt. …. bitte lesen Sie hier weiter: Was ein „Verschwindestoff“ im Wein alles bewirken kann
 Hector Berlioz, Karikatur von Étienne Carjat, veröffentlicht in Le Boulevard 1863 (Wikimedia Commons, gemeinfrei)
Was ist eigentlich „Programmmusik“? Um die Antwort auf diese Frage wirklich verstehen zu können sollte man sich vielleicht den Begriff der „absoluten Musik“ vergegenwärtigen. Diese ist frei von Geschehnissen, die außerhalb der Musik liegen, d.h. dass der Komponist in seiner Musik keine konkrete Geschichte erzählen oder Bilder erzeugen will und die Interpretation seines Werkes alleine dem Zuhörer überlässt. Die großen Sinfonien Beethovens, Schuberts, Brahms´, Bruckners und meist auch Mahlers sind Protagonisten der absoluten Musik. Denen gegenüber steht die „Programmusik“ mit einem Inhalt, der jenseits des musikalischen Ausdrucks liegt und im jeweiligen Titel des Stückes beschrieben wird. Der Erzromantiker Franz Liszt hat die Gattung der „Sinfonischen Dichtung“ als Bezeichnung seiner inhaltlich mit Programm versehenen Musik in die Konzertsäle gebracht, beispielsweise die Stücke „Les Préludes“, die „Faust-Sinfonie“ und „Hungaria“. Diese stehen auch am Anfang einer musikalischen Entwicklung, die in Frankreich mit Berlioz und später Debussy, Franck, Dukas und Saint-Saëns als „Programmmusik“ einen künstlerischen Höhepunkt erreicht hat (siehe u.a. im blog hier). Mittels musikalischer Nachahmung von Geräuschen und Tönen aus einem völlig anderen Kontext oder der sog. „Tonmalerei“, in der visuelle Wahrnehmungen dem …. bitte lesen Sie hier weiter: Aufwühlend: „der Tod der Kleopatra“ von Hector Berlioz
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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