Die dunkle Geschichte eines großen Trinkvergnügens

Kupferstich von William Hogarth (16t97 – 1764): Gin Lane

Die Sonne steht tief im Westen über den Bergkuppen, ihr Licht lässt die Landschaft mit ihren Mandel- und Olivenbäumen golden aufleuchten, ich sitze auf der Terrasse und denke mir, dass es Zeit für einen Gin-Tonic wäre. Genüsslich bereite ich mir das Glas mit Eis und einer Limettenscheibe vor, schütte reichlich Gin dazu und fülle das Ganze mit sehr kaltem Tonic Wasser auf. Bereits der erste Schluck nimmt die angestaute Hitze des Tages aus den Gliedern und ein wohliges Gefühl macht sich breit. Was ich hier tue ist nicht der spezielle Genuss meiner Person sondern eine weit verbreitete Mode der Hedonisten in aller Welt. Um dem Geschmacksbedürfnis der unterschiedlichen Genießer-Soziologien Rechnung zu tragen sind im letzten Jahrzehnt unendlich viele Gin-Marken erschienen, die neben dem klassischen Wacholder lokale Kräuter und Gewürze enthalten. Ja, sogar die Kräuter der Frankfurter „grünen Soße“ sind im Gin verarbeitet worden! Eine ganz ähnliche Entwicklung hat bei den Tonic-Wässern stattgefunden: manche sind gefärbt, andere enthalten zusätzlich zum Chinin verschiedene, weitere Aromen, so dass es eine schier unüberschaubare Kombinationsmöglichkeit zwischen Gin- und Tonic Geschmacksnuancen gibt.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die dunkle Geschichte eines großen Trinkvergnügens

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Romantische Malerei in Leipzig

Caspar David Friedrich: Friedhof im Schnee Museum der Bildenden Künste, Leipzig

Den drei Berliner Architekten Karl Hufnagel, Peter Pütz und Michael Rafaelian gebührt der Ruhm eines der imposantesten und aufregendsten – und natürlich auch meist kritisierten – Museen in unserem Land gebaut zu haben, das Museum der Bildenden Künste in Leipzig. Dort befindet sich im zweiten Stockwerk eine kleine, aber dennoch repräsentative Abteilung von Malerei der deutschen Romantik. Diese Bilder ziehen mich magisch an und eine Fahrt nach Leipzig beinhaltet daher immer eine Fahrstuhlfahrt in den 2. Stock des MdbK auf der Katharinenstraße 10. Neben Gemälden von Carus, Richter, Boecklin, Spitzweg und vielen anderen, faszinieren mich ganz besonders zwei Ölgemälde ungefähr gleichen, kleinen Formats. Beide sind von Caspar David Friedrich (1774 – 1840) und betitelt „Friedhof im Schnee“ sowie „Seestück bei Mondschein“. Obwohl es sich um zwei völlig unterschiedliche Sujets handelt liegen beide Bilder inhaltlich sehr nahe beieinander. Beide stammen aus der gleichen Schaffensperiode zwischen den Jahren 1825 und 1927.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Romantische Malerei in Leipzig

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Eine leere Weinkaraffe als „Vanitas“-Symbol

Hans Holbein der Jüngere. Erasmus von Rotterdam

Eines der ganz großen Portraits der deutschen Renaissance-Malerei stammt von Hans Holbein dem Jüngeren (1498 – 1543)  und stellt den einflußreichen, zeitgenössischen Humanisten und Schriftsteller Erasmus von Rotterdam (1469-1536) dar.  Erasmus war als Philologe, Theologe und Philosoph mit seinen kirchlichen Reformideen ein Wegbereiter Martin Luthers. Auf dem Portrait (National Gallery, London) wird er vom Künstler ganz bewusst als feinsinniger Gelehrter idealisiert. Sein kultivierter und aufgeklärter Charakter, der aus seinen Gesichtszügen spricht, überträgt sich auf den Betrachter, der sofort Vertrauen in die Person von Erasmus fasst. Oben rechts im Bild erkennt man hinter einem halb aufgezogenen, grünen Vorhang und auf einem kleinen Holzregal an der Wand, eine Art Vanitas-Stillleben: ein paar Bücher, mit offensichtlich unbedeutenden Titeln und eine ganz typisch geformte, aber leere, Weinkaraffe.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Eine leere Weinkaraffe als „Vanitas“-Symbol

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Genuss mit Rabatt: Weinfreunde als Schnäppchenjäger

Wird da gerade ein Schnäppchen-Wein eingeschenkt? (Foto: Pixabay)

Wie bei vielen Konsumgütern spielt auch beim Wein die Marke des Produktes eine wichtige Rolle. Vergleichbar mit Polohemden, Armbanduhren, Autos oder Kameras muss beim Wein nicht nur die Qualität sondern auch die Marke sofort und leicht identifizierbar sein. Um dies zu erreichen haben sich die Hersteller immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Man denke an die phantastische Präsentation des auf durchsichtiges Glas gebrannten Emails der „Belle Époque” von Perrier-Jouët oder das bräunlich-grünliche Etikett in Schildform auf der dickbauchigen Flasche der Edelmarke „Dom Pérignon” um zu ermessen, welche Bedeutung dem Image einer Marke beim Champagner zukommt. Beim Wein ist es nicht anders: das schlichte Weiß mit den abgeschnittenen Ecken und dem edlen, doppellinigen Rahmen um das Etikett des „Chateau Margaux” ist unzählige Male in der ganzen Welt kopiert worden. Moderne, optisch und inhaltlich auffällige Designs richten sich an die weinaffine Jugend.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Genuss mit Rabatt: Weinfreunde als Schnäppchenjäger

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Jedem seine „Siesta“!

Auich Ferkel scheinen die „Siesta“ zu geniessen (Foto: Pixabay).

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle das Loblied der Faulheit gesungen. Dabei bezog ich mich auf Paul Lafargue (1842 – 1911), den Schwiegersohn und großen Bewunderer von Karl Marx, der 1883 eine Broschüre mit dem Titel „Das Recht auf Faulheit“ schrieb. Jetzt möchte ich mich einer spanischen Spielart dieses Gemütszustandes widmen, der dort als „Siesta“ bezeichnet wird. Das Konversationslexikon erläutert den Begriff mit seinem Synonym „Mittagsruhe“. Tatsächlich liegt der etymologische Hintergrund des spanischen Wortes „siesta“ im Lateinischen hora „sexta“, die sechste Stunde. Gemeint ist die sechste Stunde nach Sonnenaufgang, der im spanischen Sommer mehr oder weniger um 6.00 Uhr morgens stattfindet. Während der 6ten Stunde klettern auf der Iberischen Halbinsel die Tagestemperaturen langsam auf ihr Maximum und das Verlangen nach einer Arbeitspause wurde immer stärker. Die ersten Hinweise auf eine institutionalisierte Mittagspause mit dem Namen „siesta“ stammt aus dem 17. Jahrhundert, also aus jener kulturellen Blütezeit Spaniens, die als „siglo de oro“ (goldenes Zeitalter zwischen 1550 und 1681) ihren Platz in der Geschichte gefunden hat.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Jedem seine „Siesta“!

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