Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung legte kürzlich einige alarmierende Zahlen vor (Zitat:) „9,5 Mio. Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Durchschnittlich werden pro Kopf der Bevölkerung jährlich zehn Liter reinen Alkohols konsumiert. Etwa 1,3 Mio. Menschen gelten als alkoholabhängig. Jedes Jahr sterben in Deutschland 74.000 Menschen an den direkten und indirekten Folgen ihres Alkoholmissbrauchs. Die volkswirtschaftlichen Kosten belaufen sich auf 26,7 Milliarden Euro, davon sind allein 7,4 Milliarden direkte Kosten für das Gesundheitssystem.“ Diese Zahlen sprechen m. M. für sich selbst und benötigen keinen Kommentar.
Ich erinnere mich an einen Vortrag vor Weinfreunden zur spanischen Weinkultur, an dessen Ende mich ein kritischer Journalist fragte, ob ich mir sicher sei, dass die ganze Kultur nicht letztlich nur ein Alibi für das Trinken der gebildeten Gesellschaftsschichten ist. Eine klare Antwort musste ich ihm schuldig bleiben, aber eine kritische Stimme in mir sagte „vielleicht ist da ja etwas dran!“ Die allermeisten Weinfreunde weisen Derartiges allerdings weit von sich und verweisen auf den Ausnahmecharakter ihres Genusses, die relativ kleinen Mengen, die sie konsumieren und die Fähigkeit es auch sofort lassen zu können, wenn erforderlich. …. bitte lesen Sie hier weiter: Schreckgespenst: Alkoholabhängigkeit
In der spanischen Tageszeitung „El Pais“ vom 22. November 2013 hat Jesús Rodríguez unter dem Titel „La rebelión de los blancos“ (Der Aufstand der Weißen) einen sehr lesenswerten Artikel über spanische Weißweine geschrieben. Es handelt sich um eine scharfe Ist-Analyse, denn eigentlich war ja Spanien schon immer ein Weißweinland (siehe Blog: Ein großer Erfolg: die Weißweine Spaniens) und trotzdem: im eigenen Land hat man sie in den vergangenen Jahrzehnten nicht mehr wirklich geschätzt. Es galt das Sprichwort: Der beste Weiße ist rot. …. bitte lesen Sie hier weiter: Begeisterung für spanische Weißweine
Wenn im Zusammenhang mit dem Konsum von akoholischen Getränken von einem „Kater“ die Rede ist, fällt den meisten Menschen sofort der Begriff der „Fuselöle“ ein. Seit Professor Günter Lieck vom Fachbereich Chemieingenieurwesen der Fachhochschule Münster Messungen aus seinem Arbeitskreis erläutert hat, glauben viele Biertrinker, dass der Gehalt an Fuselölen die Verträglichkeit des jeweiligen Gerstendaftes bestimmt. Die Chemiker gehen nämlich davon aus, dass die Fuselöle im Körper zu toxischen (giftigen) Substanzen verstoffwechselt werden, die dann u.a. die Herzleistung negativ beeinflussen und dadurch zu einem temporären Sauerstoffmangel im Gehirn führen, was letztlich Ursache von Kopfschmerzen („Kater“) sein kann. Die in Münster gemessenen Fusel-Konzentrationen im Bier lagen zwischen 160 mg/l im Weißbier bis 55 mg/l in einem normalen Pils. …. bitte lesen Sie hier weiter: Verursachen Fuselöle tatsächlich den gefürchteten „Kater“?
Weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Reduzierung des Krebsrisikos und „Anti-Aging“-Therapie, das Mittel dazu können Sie rezeptfrei in fast jeder beliebigen Drogerie kaufen. Unter dem Namen „Resveratrol“ werden in Stärken von 60 bis 500 Milligramm Tabletten verkauft, deren Inhalt einst im Rotwein entdeckt und für das sog. „french paradox“ verantwortlich gemacht wurde. Wer allerdings Resveratrol in der sog. „Roten Liste“, dem Arzneimittelverzeichnis für deutsche Ärzte, sucht, findet es nicht. Kein Wunder, es handelt sich bei dieser Substanz um eine Nahrungsergänzung, für die es keine festgelegte, „therapeutische“ Dosis gibt und, wie man entsprechend vermuten kann, gibt es nach seiner Einnahme auch so gut wie keine Nebenwirkungen (empfohlene Einzeldosis: bis 500 mg oder mehr täglich). Gibt es denn wenigstens dokumentierte Wirkungen? …. bitte lesen Sie hier weiter: Resveratrol: Rotwein in der Tablette?
 Auch im 18. Jahrhundert war Bier ein populäres Getränk, allerdings mit geringerem sozialen Prestige als Wein
…“Wein auf Bier, das rat´ ich dir!“ Bereits zu Studentenzeiten bin ich mit dieser angeblichen Volksweisheit in enge Berührung gekommen. Nach einer durchfeierten Nacht in den Pfälzer Weinstuben sind wir meist in einer benachbarten Bierkneipe gelandet und noch heute gibt es für mich nach einer Weinprobe nichts Schöneres als ein kühles Bier. Es erfrischt, neutralisiert die Geschmacksnerven und bindet überschüssige Magensäure. Von speziellen Nebenwirkungen, die diese Kombination verursacht haben könnte, kann ich, trotz langer Erfahrung, absolut nichts berichten. In Spanien und anderen Weinländern gibt es diese Regel ja überhaupt nicht und eine wissenschaftliche Erklärung hat dieses nutzlose Gebot letztlich auch nicht.
Gelegentlich verschließen sich passionierte Weintrinker dem Biergenuss, denn sie meinen dem Bier hafte etwas Schwerfällig-dumpfes und Alltägliches an. Tatsächlich stellte auch der passionierte Weintrinker Goethe im Jahr 1768 fest: „Das schwere Merseburger Bier verdüsterte mein Gehirn.” Dagegen hat der Wein ihn immer angeregt. …. bitte lesen Sie hier weiter: Bier auf Wein, das lass sein…
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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