Russische Überraschung: der Tonkünstler Alexey Kurbatov

Festeburg-Kirche: Gottesdienst- uns Konzertraum für die Festeburg-Konzerte

Im Musikleben der Stadt Frankfurt am Main gibt es einen absoluten Geheimtipp für Liebhaber der Kammermusik: die Festeburg-Konzerte  (www.festeburgkonzerte.de). Unter der künstlerischen Leitung von Angelika Merkle finden sie in der 1969 erbauten Festeburg Kirche im Stadtteil Preungesheim statt. Dieser Ort wurde ursprünglich auch als Kirchenmusikschule geplant und verfügt tatsächlich über eine ganz phantastische Akustik, ist also prädestiniert für musikalische Darbietungen von Solisten und kleinere Ensembles. Das Bauwerk wurde, wegen seiner zeittypischen Architektur 2013 unter Denkmalschutz gestellt. Am 3. November 2024 war der jüdisch-russische Pianist und Komponist Alexey Kurbatov als Interpret eigener Werke dort zu Gast.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Russische Überraschung: der Tonkünstler Alexey Kurbatov

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Wo, wie und wann hilft die Kenntnis der Geschichte?

Der Atem der Geschichte: auf der Akropolis in Athen (Bild von Christo Anestev auf Pixabay)

In meiner Familie habe ich immer meinen Vater als den klügsten Kopf von allen angesehen. In gewisser Weise war er ein Intellektueller, denn er war betont verstandesmäßig, hielt von Emotionen eher wenig und versuchte jedes Problem zunächst rational zu lösen. Noch heute bleibt mir allerdings seine strikte Ablehnung der Geschichte als historische Erklärung für Phänomene der Gegenwart weitgehend unverständlich. Wenn man ihn nach den Gründen für seine negative Sichtweise auf die Fakten der Vergangenheit fragte, zitierte er immer Mahatma Gandhi (1869 –1948) „Die Geschichte lehrt uns, dass die Geschichte uns nichts lehrt“. Mit einem süffisanten Lächeln beendete er damit jede weitere Diskussion zum Thema. Wie immer, pflichtete meine Mutter ihrem Ehemann bei und so blieb mein historisches Interesse während meiner gesamten Jugend und Adoleszenz auf allerniedrigstem Niveau, denn es wurde im häuslichen Umfeld in keiner Weise gefördert. In der Schule wurde das Interesse an Geschichte ebenso wenig geweckt, die Kenntnis der Jahreszahl drei-drei-drei, bei der es angeblich eine Keilerei gab, wurde uns beziehungslos eingehämmert und stand symbolhaft für die Inhalte des Faches Geschichte. Erst die Vorlesungen zur Geschichte der Medizin, während meines Studiums, begannen mich neugierig auf historisches Wissen als Erklärung für die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Gegenwart zu machen. Ich verstand recht bald, dass die Geschichte irgendwie das Bewusstsein für vergangene Gesellschaften deutlicher macht und damit auch den schnellen Wandel des Wissenszustandes meiner eigenen Epoche aufzeigte.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Wo, wie und wann hilft die Kenntnis der Geschichte?

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Lateinamerikanische Genusskultur – ein kleiner Beitrag

Aufgeschnittene Ingwerwurzeln (Bild: Pixabay)

Die Heimat der würzigen Knolle mit dem botanischen Namen „Zingiber officinale“ liegt in China oder Indien, wo sie sowohl kulinarisch als auch medizinisch erhebliche Bedeutung hatte. Die intensiven Handelsbeziehungen des Römischen Reiches mit Südostasien brachten im ersten Jh. n. Chr. auch den Ingwer nach Rom zu den Köchen und Ärzten und er wurde wegen seines aromatisch-scharfen Geschmacks rasch zu einem begehrten Gewürz in der römischen Küche. Ob die Römer die ersten waren, die den Ingwer in ihre Provinzen auf der Iberische Halbinsel brachten oder vielleicht doch erst ein paar Jahrhunderte später die Araber, ist nicht bekannt. Dass Ingwer in al-Andalus einen hohen Stellenwert besessen hat, ist allerdings überliefert. Hauptsächlich Fleisch- und Fischspeisen wurden mit der importierten Knolle gewürzt. Neben anderen orientalischen Spezereien wie Zimt, Kardamom und Kreuzkümmel hielt der Ingwer Einzug in die spanische Küche. So ist es nicht verwunderlich, dass Christoph Columbus (1451 – 1506) und seine Nachfolger auch genau diese Gewürze im Gepäck hatten, als sie sich anschickten Lateinamerika zu erobern. Im Mutterland fielen wenig später all die morgenländischen Aromen, die die Mauren so verehrten, der Inquisition zum Opfer.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Lateinamerikanische Genusskultur – ein kleiner Beitrag

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Die schweigsame Musik des Erik Satie und Federico Mompou

korybantischer Tanz, ein Tanz, der wahrscheinlich auf Gymnopaedien getanzt wurde

Wieder ist es ein ziemlich verwirrender Begriff, der ein Musikgenre bezeichnen und verständlich machen soll: „neue Einfachheit“. Was kann man sich darunter vorstellen? Verzicht auf komplexe musikalische Formen? Leicht verständliche, musikalische Inhalte? Rückgriff auf ältere Perioden der Musikgeschichte? Vielleicht von allem ein bisschen! In einem Aufsatz über das Thema habe ich auch den Begriff „Neoromantik“ als Definition der neuen Einfachheit gelesen. Wird die alte Einfachheit der Romantik wieder zum Leben erweckt und was wäre daran dann „neu“? Ich glaube, dass wir uns über den Begriff und seine möglichen Definitionen nicht den Kopf zerbrechen müssen, sondern die Angelegenheit direkt im Zusammenhang mit der Musik betrachten sollten, und dies mit einem möglichst breiten Gesichtswinkel. An dieser Stelle beziehe ich mich ausschließlich auf die neue Einfachheit in der klassischen Musik, wohl wissend, dass es mit der „minimal music“ eine ähnliche Entwicklung in der sog. Pop-Musik gab und noch gibt.Die Quelle meiner Vorstellungen über die neue Einfachheit, so wie ich sie hier darstelle, liegt in der Musik des französischen Komponisten Erik Satie (1866 – 1925) und seiner drei kurzen Klavierstücke „Gymnopédies“ aus dem Jahr 1888. Völlig nebulös ist die Namensgebung dieser Musik. Die Gymnopaedie war ein Fest im antiken Sparta, auf dem nackte, junge Männer ihre Körper darstellten. Dazu dienten Tänze sowie militärische und sportliche Übungen. Etymologisch stehen die griechischen Worte „gymnos“ (nackt) und „pais“ (Junge) dahinter. Es mag die versteckte Erotik in dem Begriff gewesen sein, die Satie zur Komposition seiner drei „minimalistischen“ Stücke inspiriert hat. Es mag aber auch nur kompletter Nonsense dahinterstecken, den liebte Satie nämlich ganz besonders, denn er war ein veritabler Kauz, der intellektuell bereits dem Dadaismus der Zukunft sehr nahestand. Die von den großen Virtuosen des Pianofortes wegen ihrer musikalischen Einfachheit häufig belächelten „Gymnopédies“ gehören zu den in allen Konzertsälen dieser Welt gespielten Werken.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die schweigsame Musik des Erik Satie und Federico Mompou

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Kumyss: der „kultivierte“ Alkoholkonsum

Historische Postkarte: Das Melken einer Stute auf der Postnikov Dacha in Samara

Unter den deftigen und wortmächtigen „Volkserzählungen“ von Leo Tolstoi (1828 – 1910) befindet sich die Geschichte „Wieviel Erde braucht der Mensch?“ und diese handelt vom Bauern Pachom, der in die Region der Baschkiren wanderte um Land zu erwerben. Dieses am Südural-Gebirge lebende Turkvolk wird folgendermaßen beschrieben: sie „wohnen in der Steppe am Fluß in Zelten aus Filz. Sie treiben keinen Ackerbau und essen kein Brot. In der Steppe weiden ihre Vieh- und Pferdeherden. Hinter den Zelten sind die Füllen angebunden, und zweimal am Tage treibt man die Stuten zu ihnen hin. Die Stuten werden gemolken, und aus der Milch wird Kumyß bereitet. Die Weiber rühren den Kumyß und machen daraus Käse; die Männer tun nichts als Kumyß und Tee trinken, Hammelfleisch essen und die Flöte blasen.“ Ein beschauliches Leben, wie es schien. In diesem Text stieß ich erstmals auf den Kumyss, welcher in einer Fußnote als aus Stutenmilch bereitetes heißes, schäumendes, schwach alkoholisches Getränk beschrieben wurde. Man saß in fröhlicher Runde auf weichen Kissen oder Teppichen und trank den Kumyss aus Tassen. Kein Wunder, dass das „ungebildete Volk“ der Baschkiren „lauter gesunde, lustige Leute waren, die den ganzen Sommer lang feierten.“  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Kumyss: der „kultivierte“ Alkoholkonsum

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