Eduardo Chillida in Wiesbaden

Eduardo Chillida: Windkamm in San Sebastian

Seit dem optischen und akustischen Erbebnis  der „Windkämme“ an der Westseite der Bucht von San Sebastian vor etlichen Jahren habe ich mich total in die schlichte Formensprache des Eduardo Chillida verliebt. Jedem Verfolger der Nachrichten im deutschen Fernsehen muss außerdem die eindrückliche Tentakel-Skulptur namens „Berlin“ vor dem Bundeskanzleramt in unserer Hauptstadt bekannt sein. Auch sie ist von Chillida! Anlässlich einer Veranstaltung vor etwa 20 Jahren in Bad Homburg hatte ich die Gelegenheit dem 2002 verstorbenen Künstler die hagere Hand zu schütteln und ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Also war es für mich ein Muss zur Ausstellung „Eduardo Chillida – Architekt der Leere“ im Museum Wiesbaden zu gehen, wieder seine Nähe zu spüren und meine ganz persönlichen Eindrücke davon niederzuschreiben.

Ein Schwerpunkt dieser Schau lag auf dem graphischen Werk des Künstlers. Dem unvoreingenommenen Betrachter erscheinen die Grafiken Chillidas wie „Entwürfe“ für seine Skulpturen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Eduardo Chillida in Wiesbaden

Empfehlen Sie uns weiter - würde uns freuen!

Wein – ein Fetisch der Konsumgesellschaft

Wäre auch heute exotisch und selten:ein Weinstock in Palästina, aus: Calwer Bilderbuch, Tafel 20., 1883

Schon oft habe ich, auch auf diesen Seiten, von der „Seele“ des Weins gesprochen und mich damit, für mich selbst gänzlich unbewusst,  in die lange Reihe der Weinfetischisten eingereiht. Definitionsgemäß ist nämlich ein Fetisch ein lebloser Gegenstand, dem transzendente Eigenschaften zugeschrieben werden; in meinem gerade erwähnten Fall ist es der Wein, dem ich eines der menschlichsten Attribute, nämlich die Seele, zuteilwerden lasse. Bei der Wertschätzung einer Flasche Wein kann es sich möglicherweise auch um ein klassisches Beispiel von „Warenfetischismus” handeln. Der Wein, eigentlich ein Konsumgegenstand par excellence, wird in den Augen derer, die ihm huldigen, über seine eigentliche Bestimmung, nämlich den Genuss, erhöht. Seine Bedeutung für die Person geht dann weit über den Gebrauchscharakter hinaus und erreicht einen hohen Grad von Irrationalität, wie am Beispiel der „Seele“ deutlich wird. Die kapitalistische Maxime vom „Preis-/Leistungsverhältnis” wird außer Kraft gesetzt oder gelegentlich zu einem emotionalen „Preis-/Genuss-Verhältnis” stilisiert und entzieht sich dadurch ganz absichtlich jeglicher objektiven Bewertung.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Wein – ein Fetisch der Konsumgesellschaft

Empfehlen Sie uns weiter - würde uns freuen!

Die spanischen Wurzeln der Kartoffel

Kartoffelauswahl auf dem Ulmer Wochenmarkt

Kann man über so etwas vermeintlich Alltägliches wie die Kartoffel überhaupt schreiben? Ihr haftet die Behauptung der dümmste Bauer hätte die dicksten Kartoffeln wie ein ewiger Makel an, und der „Kartoffelfresser“ (Bezeichnung für uns Deutsche) ist auch nicht gerade der Ausbund an Freundlichkeit. Und trotzdem war die Geschichte ihres Siegeszuges durch die Welt mit sehr viel kulinarischer Phantasie durchwoben. Preußenkönig Friedrich der Große hat den Grundstein für die Liebe der Deutschen zu den Kartoffeln gelegt. Auf seine Anordnung musste im Königreich jedes verfügbare Brachland mit
Kartoffeln bepflanzt werden und Zuwiderhandlungen wurden geahndet (der sog. „Kartoffelbefehl“)! Niemand liebte anfangs diese merkwürdigen „Erdäpfel“, die aus der transatlantischen Fremde hergebracht wurden. Für einen anständigen Christen-Menschen war es sowieso eher Teufelszeug, denn  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die spanischen Wurzeln der Kartoffel

Empfehlen Sie uns weiter - würde uns freuen!

„Kindermord“ beim Weintrinken?


Frei nach Friedrich Nietzsche: „Die Reife eines Weins kommt auf Taubenfüßen daher“ (original: Die großen Ideen kommen auf…)

Über die Flaschenreifung des Weines habe ich mich an dieser Stelle bereits vor einiger Zeit ausgelassen, möchte aber anlässlich einer Begebenheit nochmals auf dieses Thema zurückkommen: Bei einer Weinprobe unter Gleichgesinnten war ich von einem außerordentlich animierenden und fruchtbetonten Spätburgunder aus der Pfalz ganz begeistert. Da fiel mir ein anderer Genießer, der mir gegenüber saß, ins Wort: „Aber diesen Wein zu trinken ist doch reiner Kindermord!“ dozierte er mit bitterernster Miene. Obwohl ich den Begriff aus der Kriminalistik im Zusammenhang mit jungem Wein schon mehrfach gehört hatte (auch in der Variante „Babymord“) war ich wieder tief getroffen von der verbalen Hässlichkeit und Aggressivität dieser Aussage, die tatsächlich wie eine Anklage klang! Ich schämte mich beinahe denn in den Augen meines Gegenübers haben wir alle, die dem Öffnen der Flasche widerspruchslos zugesehen haben, Beihilfe zu einem Kapitalverbrechen geleistet, was in meinem speziellen Fall besonders verabscheuungswürdig war, weil ich beim Trinken des Mordopfers sogar noch Lust empfunden hatte.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: „Kindermord“ beim Weintrinken?

Empfehlen Sie uns weiter - würde uns freuen!

Bietet „terra preta“ einen Vorteil für die Reben?

Würde „Terra preta“ zu noch besserem Wein führen?

In der Kulturgeschichte des Menschen gebührt der Geschichte der Landwirtschaft besondere Aufmerksamkeit, denn um das Überleben unserer Spezies zu garantieren bedurfte es zu allen Zeiten und in allen Regionen der Erde Techniken, die mit der stetig wachsenden Bevölkerung die Effizienz der Nahrungsmittelproduktion  steigerten. Dazu gehörte auch die Bodenbearbeitung, die im Laufe der Jahrtausende durch Verbesserungen und Innovationen erhebliche Fortschritte gemacht hat. Irgendwann in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts hat sich ein Team von Archäologen und Biologen in den brasilianischen Regenwald des Amazonas-Gebietes aufgemacht um dort nach Spuren der alten amerikanischen Hochkulturen zu suchen. Dabei stießen sie nicht nur auf deutliche Hinweise für eine rege Kultur in dieser aus klimatischen Gründen schwer bewohnbaren Gegend, sondern fanden auch an manchen Stellen eine seltsame, torfartige Schwarzerde, die sie einfach „Terra preta“ (portugiesisch = schwarze Erde) nannten.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Bietet „terra preta“ einen Vorteil für die Reben?

Empfehlen Sie uns weiter - würde uns freuen!