 Anna Maria von Berchthold zu Sonnenburg geb. Mozart
Hinter dem eindrucksvollen Namen der Reichsfreiin (Baronin) von Berchthold zu Sonnenburg steckt eine mindestens so beeindruckende Musikerin, nämlich die Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart, das berühmte „Nannerl“. Die populäre Erzählung vom adretten, kleinen Mädchen, welches die ersten Kompositionen ihres jüngeren Bruders in den europäischen Fürstenhäusern zum Besten gab, übersieht die Komplexität und Bedeutung ihrer Biografie. Maria Anna Mozart (1751 – 1829) wurde im gleichen Haus wie Wolfgang auf der Salzburger Getreidegasse, geboren und wurde, genau wie ihr Bruder, schon im Kindesalter vom autoritären, aber didaktisch versierten Vater Leopold im Klavierspiel unterrichtet. Leopold Mozart (1719 – 1787), selbst ein hervorragender Pianist, hatte mit seinem guten musikalischen Gespür frühzeitig erkannt, dass seine beiden Kinder außerordentlich begabt waren. In den Tagen des ausgehenden 18. Jahrhunderts war die Erziehung der Frau allerdings ausschließlich auf ihre Rolle als zukünftige Ehefrau ausgerichtet und professionelle Musikerinnen gab es nicht. Trotzdem muss man zur Kenntnis nehmen, dass die jugendliche Maria Anna Mozart, dank ihrer Virtuosität auf dem Piano, eine der ersten kosmopolitischen Star-Instrumentalisten ihrer Zeit war. Zusammen mit ihrem Bruder und Vater bezauberte sie auf ihren gemeinsamen Reisen die Musikwelt in ganz Europa. …. bitte lesen Sie hier weiter: Maria Anna Reichsfreiin von Berchthold zu Sonnenburg
 Abfall auf den Straßen macht unsere Städte unwirtlich (Foto: Pixabay, mit Dank an Derks24)
Der Staat benötigt Unsummen an Geld für Investitionen in die Infrastruktur und die Verteidigung des Landes. Wer soll das bezahlen, wenn nicht letztlich wir alle! Daher heißt es, dass die Ausgaben u. a. durch Einsparungen ausgeglichen werden müssen und das bedeutet für viele Menschen Verzicht auf manch lieb gewonnene finanzielle Kapriole bzw. Annehmlichkeit. Dem gleichsam staatlich verordneten Verzicht, der für alle Bürger gleichermaßen gilt, steht der freiwillige Verzicht gegenüber. Jeder gewünschten Aufgabe einer persönlichen Neigung geht der Vorsatz voraus, dies zu tun. Wir kennen alle die guten Vorsätze an Sylvester, dass ich im nächsten Jahr das Rauchen aufgebe, weniger Alkohol trinke, mich mehr um die kranke Tante kümmere oder keine Waren mehr bei Online-Giganten kaufe um den Einzelhandel zu unterstützen. Jeder Mensch hat seine eigenen Verzichtsvorsätze in einer Welt, in der er „normalerweise“ im Überfluss lebt. …. bitte lesen Sie hier weiter: Das Erlernen von Verzicht – eine Lebensaufgabe?
 Das Idol von Tara, ein archäologisches Fundstück aus Gran Canaria (Foto: Museo Canario)
Schon als Kind habe ich von den „Glücklichen Inseln“ gehört, die irgendwo im Ozean, weit ab von unserem Land, liegen und auf denen paradiesische Zustände herrschen sollten. In der Jugend habe ich dann von meinen Lehrern erfahren, dass irgendwo im äußersten Westen das mythische Paradies in Gestalt der Gärten der Hesperiden liegt. Auch sie waren auf einer Insel, die man genauso wenig kannte wie das sagenhafte, im Meer versunkene Atlantis. Viele Jahrzehnte später erfuhr ich bei einem Besuch des Museo Canario in Las Palmas de Gran Canaria, dass die Insel Gran Canaria vermutlich die Heimat der Hesperiden gewesen war. Natürlich ist auch das eine reine Spekulation, die aber immerhin von archäologischen Funden begleitet wird, die dies nicht explizit ausschließen. Im genannten Museum kann man diese historischen Objekte betrachten und gleichzeitig etwas über die Geschichte der Insel erfahren. Die ersten Menschen, die die Insel bevölkerten, waren die sog. „Antiguos Canarios“ (Altkanarier), deren Spuren man bis ins 10. Jahrhundert v. Chr. verfolgen kann. Sie hatten nichts gemein mit der ethnischen Gruppe der Guanchen, die auf Teneriffa ansässig waren und dort eine eigene, unabhängige Kultur entwickelten. Die Altkanarier stammten möglicherweise von phönizischen Seefahrern ab. Die Sprache der Altkanarier hat für Linguisten offenbar eine gewisse Ähnlichkeit mit der Sprache der Berber in Nordafrika, sodass nicht auszuschließen ist, dass schon frühzeitig auch Einwanderer aus Afrika nach Gran Canaria kamen. All diese Immigranten fanden auf der Insel fruchtbaren Boden mit ausreichend Zugang zu Wasser vor und konnten so eine landwirtschaftliche Kultur entwickeln, die später von den Römern übernommen und in das Handelsnetz um das „Mare Nostrum“, das Mittelmeer, integriert wurde. Eine Spezialität und gleichzeitig ein Exportschlager Gran Canarias in der lateinischen Zeit war wohl das auf der Insel gefertigte Garum für die römische Küche. Die Römer prägten für die kanarische Inselgruppe den Begriff „Fortunatae insulae“ (Glückliche Inseln). …. bitte lesen Sie hier weiter: Besuch auf einer der „Fortunatae Insulae“
 Die blaue Blume: Symbol der Romantik (Foto: Pixabay
In meinen hier vorliegenden Beiträgen nahm ich immer wieder Bezug auf die Epoche der Romantik, wenn ich von Bildern oder von Musik sprach. In der Kulturgeschichte stand der Begriff der Romantik für eine Lebenseinstellung, die den subjektiven Emotionen des Individuums und seinen Fantasiewelten, insbesondere dem Mystischen, einen hohen Stellenwert einräumten. Gleichzeitig kritisierten die Romantiker ihre damalige Gesellschaft und begingen häufig eine Art Weltflucht, in der sie sich wieder der Natur annäherten und die gleichzeitig in einer fatalen, nationalen Utopie mündete. Dies war, wie wir es heute sehen, eine Reaktion auf das vorausgegangene Zeitalter der Aufklärung, deren Ideale auf Vernunft und ihrer Anwendung in Politik und Gesellschaft basierte. Einzig der Verstand sollte die Richtschnur des Lebens sein. Sie sollte endlich zur Mündigkeit des Menschen führen, der, wie Immanuel Kant (1724 – 1804) es formulierte, nur „den bestirnten Himmel über sich und das moralische Gesetz in sich“ als ethischen Leitfaden benötigte. …. bitte lesen Sie hier weiter: Die unsterbliche Romantik heute
 Ist dem Menschen die Lust auf Pralinen angeboren? (Foto: Pixabay)
In manchen Gesellschaftsschichten ist es „hip“, die Geschmacksrichtung süß im Essen oder in Getränken zu verteufeln. Das scheint, wenn überhaupt, nur sehr indirekt mit der gesundheitsschädigenden Wirkung von übermäßigem Zuckergebrauch zu tun zu haben. Schon vor vielen Jahren habe ich in diesem Blog meine persönliche Präferenz für trockene Weine kundgetan. Ich glaube nicht, dass ich mit dieser Aussage einem damaligen Geschmackstrend gefolgt bin, denn ich hatte ganz explizit auch Ausnahmen von dieser Regel für mich definiert. Süße Beerenauslesen, süße Tokaier oder süßer Sauternes gehören zu den Höhepunkten der Weinkultur und sind ohne ihren hohen Restzuckergehalt nicht denkbar! Auf dem Hintergrund ihrer Süße können sie unbeschreiblich komplexe Geschmacks- und Geruchsnoten entwickeln und sind dann wahre Juwelen.
Der Mensch verfügt ursprünglich nur über fünf Geschmacksqualitäten: süß, sauer, salzig, bitter und umami. Diese können, wenn sie von einem Individuum wahrgenommen werden, entweder Lust oder Unlust erzeugen. Da die erste Geschmackserfahrung praktisch immer mit der Muttermilch in Verbindung gebracht werden kann, gehen wir im Allgemeinen davon aus, dass deren Süße die erste „hedonistische Erfahrung“ eines Menschen ist. …. bitte lesen Sie hier weiter: Süß, süßer …ekelig?
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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