 Franz Liszt am Klavier zur Zeit seiner Begegnung mit Kaiserin Eugénie
Historiker-Dilettanten, wie ich zweifellos einer bin, können sich in Personen der Geschichte regelrecht verlieben und mit ihnen in emotionalen Kontakt treten. Die Recherche über das Privatleben und gesellschaftliche Bedeutung der französischen Kaiserin Eugénie (1826 – 1920), Gemahlin Napoleons III., hat mich fasziniert und ich habe mein Herz ein wenig an diese vor über 100 Jahren verstorbene Frau verloren. Sie wurde als Eugenia de Montijo in Granada geboren. Dort, im Museum Casa de los Tiros ist ein Raum dieser Tochter der Stadt gewidmet. Er ist im Stile des französischen Empire eingerichtet, an der Wand hängen farbenfrohe Bilder mit Motiven Granadas und ein Stich auf dem Eugenia mit ihrem etwa dreijährigen Sohn, dem Prinzen Louis Napoleon, zu sehen sind. Der Betrachter ahnt welchen großen Einfluss in Stilfragen Eugenia auf Europa gehabt haben muss. Ihr ganzes Leben und die von ihr beeinflusste Umgebung ordneten sich einem ästhetischen Prinzip unter, dessen Schlichtheit enorme Eleganz ausdrückt. In dem Ambiente spüre ich den Duft des kostbaren Parfüms der Kaiserin. Auf dem Bild über dem mit gelber Seide bezogenen Sofa strahlt Eugenia und mir wird klar, dass der deutsche Maler Franz Xaver Winterhalter (1805 – 1873) mit seinem Portrait nicht übertrieben hat. Eugenia kann froh sein, dass ihr langes Leben zu einer Zeit stattfand, in der die Macht der Medien noch beschränkt war. Kaum vorzustellen wie sie heute kompromisslos vereinnahmt worden wäre. …. bitte lesen Sie hier weiter: Die spanischen Beziehungen von Franz Liszt
 Für Körper und Seele: Feuer und Wein
Feurig ist ein Adjektiv, welches auf manche Weine zu passen scheint, denn es gehört zu den häufigsten Rotweinbeschreibungen in deutscher Sprache. Kein Wunder, dass es in allen spezifischen Weinlexika erwähnt ist und regelmässig mit Eigenschaften wie Alkoholreichtum, Fülle, Kraft, Körperreichtum, Macht, Wuchtigkeit, Schwere, Reife und rubinroter Farbe, belegt wird. Das ist erstaunlich, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Feuer als das wildeste und destruktivste der antiken, vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde gilt. Die griechische Mythologie lässt einen der Titane, nämlich Prometheus, das Feuer von den Göttern rauben und es den Menschen bringen. Dafür hat ihn der Göttervater Zeus hart bestraft: er ließ ihn an einen Felsen des Kaukasus-Gebirges fesseln und machte ihn zur Beute des Adlers. Irgendwann befreite Herakles den Titanen und Zeus versöhnte sich wieder mit ihm. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Mythos um das gestohlene Feuer und den grausam bestraften Prometheus in unserem abendländischen Kulturkreis zum fest etablierten Motiv in der Literatur, in der Musik und in den bildenden Künsten. Entsprechend der fundamentalen Bedeutung des Feuers für den Menschen wurde dieses im Laufe der Zeit in allen Kulturen der Welt mit enormer Symbolkraft ausgestattet. …. bitte lesen Sie hier weiter: Das Mysterium Feuer in der Weinbeschreibung
 Der Präsident der Ukraine: Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj (Screenshot der Tagesschau vom 19. März 2022)
Wie viele Bürger unseres Landes sehe auch ich mit Wut und Empörung auf die russischen Invasoren der Ukraine. Welche menschlichen Dramen sich in diesem Krieg direkt vor unserer Haustüre abspielen, hätte ich mir vor Kurzem noch nicht vorstellen können. Die Bilder von zerbombten Städten sind so bedrohlich, wie sie vor acht Jahrzehnten nach Adolf Hitlers Krieg hier bei uns waren und ich sie als Kind hautnah miterleben musste. Wieder ist es ein Gewaltherrscher, Wladimir Putin, dessen Machtgelüste Leid und Elend über Menschen bringen. Die Politiker der Ukraine rufen verzweifelt nach militärischer Unterstützung in dieser Auseinandersetzung mit einem übermächtigen Feind von Demokratie und Freiheit. Das westliche Verteidigungsbündnis will diese Hilfe nicht gewähren mit dem Argument, dass dies einen neuen Weltkrieg heraufbeschwören könnte. Diese Logik erinnert mich an die französische Haltung von 1939 „Mourir pour Danzig?“ wo gefragt wurde ob man für die Verteidigung einer fernen Stadt tatsächlich in einem Krieg sterben müsse. Damals hatte sich die Frage durch die folgenden Ereignisse erübrigt. Wie wird die Frage „Mourir pour l’Ukraine“ beantwortet werden? Wir können nur hoffen, dass die von uns gewählten Volksvertreter über kompetente Berater verfügen und die für Deutschland richtigen Entscheidungen treffen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Meine Sicht auf Russland und die Ukraine
 Santiago Calatrava: futuristische Stadtarchitektur in Valencia
Die Architektur ist immer Ausdruck der Gesellschaft in der sie entstanden ist und drückt daneben auch die Persönlichkeit des jeweiligen Erbauers aus. In der Architektur kann man mühelos die Stärken oder Schwächen ihrer Entstehungszeit wiederfinden. Als Beispiel für diese Verflechtungen von Kunst, Architektur und Zeitgeist möchte ich die europäische Spätgotik nennen. Das 12. Und 13. Jahrhundert, die Zeit der gotischen Hochkultur, war in ganz Europa geprägt von wirtschaftlicher Prosperität, aber dann, im 14. Jahrhundert, begannen, ähnlich wie heute, die Naturkräfte den Wohlstand zu bedrohen. Eine Klimaveränderung mit zunehmender Kälte und ausgiebigen Regenfällen, zerstörte die Ernten und Getreide wurde Mangelware. Als Konsequenz davon gab es schwere Hungersnöte. 1348 begann sich die Beulenpest in den Ländern des Kontinents auszubreiten. Der Schrecken des Schwarzen Todes und die panische Angst davor waren allgegenwärtig und verfinsterten die Gemüter der Menschen. Man hatte Sehnsucht nach Erhabenheit, Licht und Farbe. Die Architektur der gewaltigen, in den Himmel strebenden, gotischen Kathedralen verkörperten diese Wünsche. Da es sich bei der erwähnten Geisteshaltung der Bevölkerung über ein grenzüberschreitendes Phänomen handelte, adaptierte man die Kunst und den Baustil an die jeweilige nationale Ästhetik. Von Frankreich breitete sich der gotische Baustil über ganz Europa aus. …. bitte lesen Sie hier weiter: Große Individualität: spanische Architekturgeschichte
 Wildbienen-Imker bei der Arbeit im Wald (Foto: Pixabay)
Im antiken Griechenland nannte man den Honig „Himmelstau“ und verstand ihn als süße Gabe der Götter an den Menschen. Das großartige und wunderbar erotische „Hohe Lied des Salomo“ im Alten Testament lässt den Bräutigam die Braut preisen „Von deinen Lippen, Braut, tropft Honig; Milch und Honig ist unter deiner Zunge. Der Duft deiner Kleider ist wie des Libanon Duft“ (Einheitsübersetzung von 1980). Die Libanon-Zeder ist noch heute ein beliebter Bestandteil von Parfüms auch Milch und Honig sind in diesem Text zum Symbol der sinnlichen Verführung stilisiert worden. In englisch-sprachigen Ländern reden sich Verliebte gelegentlich mit „Honey“ (Honig) an und wenn sie dann endgültig zusammengefunden haben erleben sie den „Honeymoon“ (Honigmond). Die Vorstellung dahinter könnte, nach Erkenntnis der Sprachforscher, sein, dass die Liebe zu einander – deren Symbol der Honig ist – wie die Mondphasen wechseln kann. …. bitte lesen Sie hier weiter: Metapher sowie einzigartiges Naturprodukt: der Honig
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Etwas über uns … Im Blog "Spaniens Weinwelten" hat der Journalist und Weinkritiker Thomas Götz unter dem Titel „Los Barrancos – der Wein, der Vogel und die schönen Künste“ unser „Vogel-Projekt“ sachkundig beschrieben und kommentiert.
Und hier "Spanischer Biowein, Buchlesung und Kaminfeuer auf Langeoog“ finden Sie zusätzliche Informationen über unsere Aktivitäten.
Kreativität und Wein
In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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