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Angostura und das Drumherum

Die kleine Flasche mit dem würzigen Inhalt.

In meiner Erinnerung stand in beinahe jeder Hotelbar in einem Eckchen ein Sammelsurium von Dingen: das Cocktail-Sieb, lange Rührstäbe, eine Schale mit halbierten Zitronenscheiben und eine Anzahl kleiner Fläschchen. Neben Tabasco und Worcestershire-Sauce fiel mir immer die in völlig weisses, mit Text bedrucktem Papier eingewickelte Flasche auf, auf der groß in etwas verschnörkelten Buchstaben „Angostura“ stand. Angeblich wurde das erste Etikett versehentlich in einer für die vorgesehene Flasche viel zu großen Variante in Auftrag gegeben und dann aus Sparsamkeit des Herstellers trotzdem benutzt. Heute ist es ein Markenzeichen des Angostura. Allerdings habe ich nie in einer Bar gesehen, dass das Angostura-Fläschchen je benutzt wurde und einmal fasste ich mir ein Herz und fragte den Barmann was es mit dem Angostura wohl auf sich hätte. Es sei ein „Bitter“ für manche Mixgetränke war die schlichte Antwort. „Probieren Sie mal einen Manhattan, dann wissen Sie´s“ fügte er noch hinzu. Ich habe den „Manhattan“ nie getrunken, aber einmal in einer Londoner Pub bestellte ein Nachbar an der Theke einen „Pink G and T“ (Dschie an Tie) und als ich sah, dass dem klassischen Gin-Tonic am Schluss einige Tropfen Angostura hinzugefügt wurden, war meine Neugier auf diese rote Flüssigkeit endgültig geweckt.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Angostura und das Drumherum

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Ein Genuss der besonderen Art: Federrosé

Der fertige Vorgänger des diesjährigen “Federrosé”

Kurz vor der diesjährigen Weinlese Mitte September hatten wir entschieden in der Bodega Los Barrancos wieder einen Roséwein zu keltern. Daher haben wir die ersten, vollreifen, entrapptenTempranillo-Trauben in der pneumatischen Presse bei sehr niedrigem Druck kurz angepresst und anschliessend knappe drei Stunden mit den Schalen in der Presse in Kontakt gelassen. Dann wurde der trübe Most in einen Edelstahltank gefüllt und auf 16 °C heruntergekühlt. Jetzt begann die Wartezeit: nach etwa drei Tagen hörte man ein ganz leises Knistern bzw. Blubbern im Tank, als Zeichen, dass die Gärung begonnen hatte. Die allererste Probe des neuen Weins fand eine Woche nach Beginn der Aktion statt. Der kühle Trunk war eher penetrant süß als wirklich genussvoll. Etwa eine weitere Woche später sah es schon ganz anders aus: aus der süßen Plörre war richtiger, perlender, trüber Wein (ca. 8 – 10 Vol.-% Alkohol) geworden, eine überwältigende Frucht von roten Beeren und Apfelnoten, zarte Hintergrundsüße und würzige Hefetöne gaben dem Getränk im Glas einen unwiderstehlichen, jugendlichen Charme. Ein Wein im status nascendi, voll Lebendigkeit und Frische! Am liebsten hätte ich ihn sofort als “Naturwein” (auch häufiger “Orange Wine”  genannt) in Flaschen gefüllt, aber das hätten weder der Wein noch die Flaschen überlebt. Nach dem bekannten Motto des römischen Dichters Horaz „Carpe diem“ habe ich mir statt dessen ein zweites Glas aus dem Tank geholt in dem vollen Bewusstsein, dass ich diesen Wein genauso wie er jetzt war nie wieder trinken werden könne. Was für ein schönes Erlebnis an diesen Tag, in dieser Stunde!  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein Genuss der besonderen Art: Federrosé

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…kommt mir sehr spanisch vor: die ProWein 2015

Isabel am Stand der Bodega Los Barrancos auf der Prowein 2015

Isabel del Olmo am Stand der Bodega Los Barrancos auf der Prowein 2015

Natürlich war es auch für die Spanier auf der ProWein (Düsseldorf, vom 14. bis 17. März 2015) mal wieder eine Messe der Superlative: mehr Aussteller und mehr Besucher aus mehr Ländern und auf mehr Ausstellungsfläche als je zuvor. Abgesehen von einigen neuen Kellereien haben sich mir während der Messe besonders zwei Dinge ins Gedächnis geprägt, über die ich kurz berichten wil

Eine Presse-Veranstaltung im Düsseldorfer Restaurant “Victorian” bei der der Michelin-Stern-dekorierte Koch Matthias Hein feine Gerichte zu verschiedenen Premium-Cavas präsentierte, war ein Höhepunkt. Die Harmonie zwischen Getränk und Speise war bei ausnahmslos jedem Gang überzeugend.  Die Sommelière Yvonne Heistermann gab eine sachkundige Einführung in die jeweiligen Cavas, die von allen großen Erzeugern stammten. Selbst mich, der ja eigentlich kein großer Freund flaschenvergorener Weine ist, hat die Auswahl überzeugt. Ganz besonders aufregend  ….  bitte lesen Sie hier weiter: …kommt mir sehr spanisch vor: die ProWein 2015

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Sind spanische Rosados tatsächlich Klarett-Weine?

Enate rosadoNach einer vom Frankfurter Collegium Vini e.V. durchgeführten Probe deutscher Rotweine  habe ich anlässlich der Präsentation von zwei Spätburgundern von der Ahr einen Kommentar auf der web site des Vereins verfasst. Da sein Inhalt möglicherweise auch für die Leser des La Vineria-blogs von Interesse ist, werde ich ihn hier nochmals veröffentlichen. Um mich nicht dem Vorwurf auszusetzen mich selbst zu plagiieren, habe ich das Original-Zitat in Anführungsstriche gesetzt.

Beide Weine zeigten ein „schönes Kirschbukett und zarte Frucht am Gaumen, ihre Farbe war relativ blass und auch von Gerbsäure spürte man eher wenig. Da habe ich mir die Frage erlaubt, ob man derartige Kreszenzen mit gutem Gewissen „Rotwein“ nennen dürfe. Ein Sturm der Entrüstung gab mir eine eindeutige Antwort: wer diese wunderbar filigranen und zarten Tropfen nicht zu schätzen weiß, ist ein totaler Ignorant in Sachen Wein. Ich meine, dass sich deutsche Winzer und Weinfreunde nicht zu schämen brauchen, wenn ihre Rotweine aus klimatischen Gründen nicht die Farbe und Aromenintensität ihrer südlichen Nachbarn in die Flasche bringen, sie haben andere Vorzüge. Auch in Bordeaux  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Sind spanische Rosados tatsächlich Klarett-Weine?

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Rosé: Charmeoffensive in Pink

Die Rosenblüte: Vorbild für Name und Farbe des Roséweins

Die Rosenblüte: Vorbild für Name und Farbe des Roséweins

Rosé-Weine (span.: rosado) hatten lange Zeit ein schlechtes Image: „Nicht Fisch nicht Fleisch“ war die fast einhellige Meinung unter Weinfreunden. Das hat sich, Gott sei Dank, erheblich geändert, seit man verstanden hat, dass der Winzer viel Können und Gespür für das Machen eines richtig guten Rosés benötigt. Dass es überhaupt möglich ist Weine dieses Typs herzustellen, liegt daran, dass die meisten roten Trauben weißes Fruchtfleisch haben, d.h. der Most ist in seiner Farbe von dem eines Weißweins zunächst nicht zu unterscheiden. Beim Rosé geht es darum den Schalen der roten Trauben möglichst viel Aroma zu entlocken, ohne ein Übermaß an roter Farbe und Tanninen in den Wein zu bringen.

Ein Rosé sollte ein attraktives, leuchtendes Pink zeigen, in dem sich vielleicht auch Blau-, Orange- und Grautöne finden. „Oeil de perdrix“, Rebhuhnauge, nennen die Schweizer ihre Rosés aus Pinot Noir. Vielleicht steckt  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Rosé: Charmeoffensive in Pink