Im Internet finden sich einige Foren in denen es um Sinn und Vergnügen von und mit alkoholfreien Weinen geht. Bei allen Beiträgen ist der Tenor durchgehend der gleiche. Was für alkoholfreies Bier schon allgemein akzeptiert ist, liegt beim Wein noch in weiter Ferne: genussvolles Trinken. Auf der spanischen Weinmesse Fenavin (2013) habe ich auch zweimal einen entalkoholisierten Wein probiert und mich zweimal mit Grausen abgewandt. Ich kann nicht leugnen, dass ein Bedarf für derartige Weine besteht, denn oft genug verhindert Alkohol die Nachhausefahrt nach einem guten Mahl – und auf ein paar Gläser eines guten Weines zum Gaumengenuss verzichtet ein Gourmet nur sehr ungern. Natürlich gibt es alkoholfreie Alternativen, aber keine ersetzt wirklich den Wein. Wer in Spanien einen „vino sin alcohol“ bestellt bekommt häufig ein Glas Traubenmost serviert. Schmeckt auch, insbesondere wenn er eiskalt getrunken wird, aber eben nicht nach Wein. …. bitte lesen Sie hier weiter: Alkoholfreier Wein: muss das sein?
Vor mehr als 70 Jahren sang das Wiener Original Hans Moser „I muass im frühern Leben a Reblaus gwesen sein!“ Damit begründete er seine Liebe zum Wein und ihm folgten unzählige Epigonen, die ihre Weinläden oder -kneipen „Zur Reblaus“ o. ä. nannten. Das klingt zunächst ganz anheimelnd und lustig, wenn man aber etwas genauer nachdenkt, erkennt man den Hohn, denn dahinter verbirgt sich nichts anderes als eine beschönigende Bechreibung des Insektes welches im 19. Jahrhundert zu einer der größten biologischen Katastrophen der Geschichte wurde: der Phylloxera (Reblaus). Sie wurde vermutlich vor 1863 von den Vereinigten Staaten nach Südfrankreich eingeschleppt und hatte binnen kurzem fast den gesamten Weinbau des Landes vernichtet. Napoleon III. setzte noch vor Beginn des deutsch-französichen Krieges 1870 eine Kommission zur Erforschung und Bekämpfung der Phylloxera ein, …. bitte lesen Sie hier weiter: Was hat es mit der Reblaus auf sich?
„Der Traum der Vernunft erzeugt Ungeheuer“, so nannte Goya eine seiner berühmtesten Radierungen in den sog. Caprichos. Es könnte auch der Albtraum eines Depressiven sein. Es wird geschätzt, dass gegenwärtig beinahe 6 Millionen Menschen in Deutschland unter Depressionen leiden. Da verwundert es nicht, dass mit konstanter Regelmäßigkeit über Prominente, vielfach auch Sportler, berichtet wird, die an einer Depression erkrankt sind. Anfang des Jahres wurde der fünfmalige australische Olympiasieger Ian Thorpe (31) mal wieder in den Medien erwähnt, denn er soll wegen Alkoholmissbrauch und Depressionen in ein Krankenhaus in Sidney eingeliefert worden sein. Tatsächlich scheint es generell so zu sein, dass ein auffälliges Trinkverhalten öfter mit Depressionen einhergeht. Bei näherer Betrachtung könnte die Kausalitätskette aber auch genauso von der anderen Seite her aufgezogen werden, denn Depressionen verleiten vermutlich zur überdosierten Selbsttherapie mit der Flasche.
…. bitte lesen Sie hier weiter: Regelmäßiger Weinkonsum beugt Depressionen vor
 Blick auf den Hafen von Funchal, dem Zentrum des Weinhandels auf Madeira
Vor ca. 3 Jahren habe ich an dieser Stelle ein Plädoyer für die Aufnahme bestimmter Aspekte der Weinkultur in das Weltkulturerbe der UNESCO veröffentlicht. Dazu gehören aus heutiger Sicht unbedingt auch die „Südweine“, jene mit reinem Alkohol verstärkten, süßen Kreszenzen aus dem europäischen Süden. Sherry (einschließlich der Weine aus Montilla-Moriles), Port, Málaga, Marsala und Samos waren, und sind teilweise noch immer magische Namen, die leider langsam in Vergessenheit geraten – hätten sie nicht längst Eingang in die Weltliteratur gefunden. Kürzlich, bei einem Besuch der schönen Blumeninsel im Atlantik ist noch ein weiterer, vom Aussterben bedrohter in mein Bewusstsein katapultiert worden: der grandiose Madeira-Wein. …. bitte lesen Sie hier weiter: Gehört zum „Weltgenußerbe“: der Madeira-Wein
 Das offizielle spanische Staatswappen
Jeder Spanienbesucher sollte es kennen. An den Grenzübergängen von Frankreich und Portugal, in den Flughäfen des Landes, an den Zollbüros von Seehäfen, an vielen öffentlichen Gebäuden und in der Nationalflagge sieht man das spanische Staatswappen (Escudo de España) . Wenn man einen Touristen allerdings fragt was darauf abgebildet ist, bekommt man – wie bei der Frage nach dem Aussehen eines 10-Euro-Scheins – meist ein Achselzucken zur Antwort. Dabei ist die Darstellung im spanischen Staatswappen die symbolisierte Geschichte des Landes in einer Nussschale.
Das Wappen zeigt zwei gekrönte Säulen zwischen denen sich das eigentliche Wappenschild befindet. Es sind die Säulen des Herkules an der Meerenge von Gibraltar (der Monte Hacho in Ceuta auf afrikanischer und der Felsen von Gibraltar auf spanischer Seite). …. bitte lesen Sie hier weiter: Spaniens Wappen: lebendige Geschichte
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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