Glück, Zufriedenheit, Erfüllung?

In der Kindheit liegt das Glück ausschließlich in der Gegenwart (Foto: Pixabay mit Dank an Adelkazaika)

Wann sind die Menschen wirklich glücklich? Eine denkbare Antwort ist natürlich: in den frühen Lebensjahren! Virginia Woolf, eine der großen Schriftstellerinnen der klassischen Moderne, schrieb: „Ich glaube, dass voll in der Gegenwart zu leben das größte Glück ist, das einem Menschen widerfahren kann“. Wann lebt man mehr in der Gegenwart als in der Kindheit? In dieser Zeit gibt es nur Gegenwart, die Vergangenheit ist sehr kurz und das Erinnerungsvermögen nicht ausgeprägt, das Morgen ist noch unvorstellbar, denn die dazu notwendigen Begriffe und ihre Definitionen fehlen. Weder emotional noch intellektuell besteht genug eigene Erfahrung, um sich ein Bild von der Zukunft machen zu können. Das spätere Wiedererleben der Kindheit, in der man tatsächlich voll und ganz im Jetzt gelebt hat, muss demnach Glücksgefühle auslösen. Nicht nur die Kindheit, auch die Zweisamkeit mit einem geliebten Menschen und die Musik sind Gelegenheiten, bei denen nur das Jetzt eine Bedeutung hat, lösen bei den meisten Menschen Glücksgefühle aus. Diese minimalistische Beschreibung von Glück zeigt, dass es nur sehr persönliche Definitionen von Glück geben kann. Glück ist nur in zeitlich begrenzten Perioden möglich, wir reden ja deshalb oft von „Glücksmomenten“. Glück ist der Kontrast zum eintönigen und häufig freudlosen Alltag.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Glück, Zufriedenheit, Erfüllung?

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Symbol und Genuß – der Granatapfel

Granatapfel aufgeschnitten (Pixabay)

Das lateinische Wort „granum“ ist das deutsche „Korn“ oder der „Kern“ bzw. der „Samen“ (die Redewendung „cum grano salis“ bedeutet ja  „mit einem Körnchen Salz = Wahrheit“) und als Eigenschaftswort heißt es „granatus“ (bekernt) und schon sind wir bei dem Ursprung des Namens für den Granatapfel mit seiner Vielzahl wohlschmeckender Kerne. Die Waffe namens „Granate“ hat ihre etymologische Wurzel im gleichen Wort, da sie mit Pulverkörnern gefüllt war. Wenn die Frucht des Granatapfels reif wird, platzt gelegentlich die Schale mit einem Riss auf und gewährt einen Einblick in ihr kerniges Innere. Die Frucht stammt aus Kleinasien und hat sich bereits lange vor unserer Zeitrechnung entlang der damaligen Handelsrouten sowohl im Mittelmeerraum als auch im fernen Osten verbreitet.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Symbol und Genuß – der Granatapfel

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Der Barock und Georg Friedrich Händel

Barockes Vanitas-Stilleben (Pieter Claesz 1598-1660) mit charakteristischem Inhalt (Musik und Tod)

Ludwig van Beethoven nennt ihn „den größten Komponisten, der je gelebt hat“ noch ohne zu wissen, dass er selbst einmal dieses Prädikat erlangen sollte. Zwei Titanen der Musikgeschichte, diese Erkenntnis hat mich motiviert etwas mehr über Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) zu erfahren. Dieser wird musikgeschichtlich in der Periode des Spätbarocks verortet. In unserer heutigen Perspektive erscheint uns im Zeitalter des Absolutismus die Epoche des Barocks gesellschaftlich gespalten: einerseits sehen wir die künstlerischen Dokumente eines großen materiellen Reichtums und  glänzender Pracht mit ihrer unbeschreiblichen,  gelegentlich bis ins Kitschige gehende Liebe zum Detail und andererseits die Todesangst mit dem ständigen Bewusstsein der Vergänglichkeit des Lebens. Diese dualistische Weltsicht spiegelt sich auch in der Kunst, und damit ebenfalls in der Musik, wider. Der tiefere Grund für diesen emotionalen Zustand der ganzen Epoche war der Dreißigjährige Krieg (1618 – 1648).  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Der Barock und Georg Friedrich Händel

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Grimms Märchen: Perversitäten für Kinder?

„Hänsel und Gretel“. Holzschnitt von Ludwig Richter (Gondrom Verlag, Bayreuth)

Im vergangenen, wohltemperierten Sommer habe ich aus kindheitsbezogener Nostalgie und zu meiner moralischen Erbauung immer wieder den dicken Band der „Kinder und Hausmärchen gesammelt durch die Brüder Grimm“ in die Hände genommen, darin gelesen und mich an den Textbegleitenden Holzschnitt-Illustrationen von Ludwig Richter erfreut. Diese Reise in die Vergangenheit hat meine Großmutter wieder zum Leben erweckt und ich hörte ihre leise, weiche Stimme mir von Hexen, Feen, Königen, Prinzessinnen, Bauern, Rittern, Riesen, Zwergen, Wäldern und Schlössern erzählen. Es war eine bunte und vielfältige Welt, die ich ehemals abends vor dem Einschlafen erleben durfte: Sie war geprägt von Harmonie und dem ständigen Sieg des Guten über die bösen Anfechtungen einer schändlichen Welt.

Bei der heutigen Lektüre, beinahe acht Jahrzehnte später, erschienen mir die Grimm’schen Texte alles andere als kindgerecht.  Ich fand Geschichten, in denen Inzest (Allerleirauh, Brüderchen und Schwesterchen), Leichenschändung (Das eigensinnige Kind), Mord (Hänsel und Gretel), Nekrophilie (Schneewittchen), Kannibalismus (Der Räuberbräutigam), Tierquälerei (Der Nagel u.a.)), und Selbstverstümmelungen (Aschenputtel) vorkamen. Diese ethisch fragwürdigen Elemente sind natürlich auch den Pädagogen bekannt und die Frage nach Gewalt und Grausamkeit in Grimms Märchen führt bis heute zu sehr kontroversen Diskussionen. Die Befürworter argumentieren, dass Märchen ja vom Leben erzählen und dazu gehört eben auch das Gewalt- und Grausame.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Grimms Märchen: Perversitäten für Kinder?

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Eine flüchtige Erinnerung an Odessa

Opernhaus Odessa. Detail. (Dank an NadiiaArt bei Pixabay)

In meinem Arbeitszimmer hängt in einem einfachen Holzrahmen ein kleines, etwas stümperhaft gemaltes Ölbild der Oper von Odessa. Irgendwann in den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts bin ich auf Einladung eines Krebsforschers, ich nenne ihn Prof. Solajew, an der dortigen Universität nach Odessa geflogen. Es muss im Frühsommer gewesen sein, denn ich erinnere mich an das bunte, quirlige Leben auf den Straßen und in ihren Cafés. Einer der architektonischen Höhepunkte dieser bezaubernden Stadt ist das neubarocke Opernhaus, welches sicher zu den schönsten Opernhäusern in Europa zählt. Zusammen mit meinem akademischen Cicerone habe ich das Gebäude erkundet und mir damals fest vorgenommen, einmal zu einer Veranstaltung wiederzukommen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Eine flüchtige Erinnerung an Odessa

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