Symbol und Genuß – der Granatapfel

Granatapfel aufgeschnitten (Pixabay)

Das lateinische Wort „granum“ ist das deutsche „Korn“ oder der „Kern“ bzw. der „Samen“ (die Redewendung „cum grano salis“ bedeutet ja  „mit einem Körnchen Salz = Wahrheit“) und als Eigenschaftswort heißt es „granatus“ (bekernt) und schon sind wir bei dem Ursprung des Namens für den Granatapfel mit seiner Vielzahl wohlschmeckender Kerne. Die Waffe namens „Granate“ hat ihre etymologische Wurzel im gleichen Wort, da sie mit Pulverkörnern gefüllt war. Wenn die Frucht des Granatapfels reif wird, platzt gelegentlich die Schale mit einem Riss auf und gewährt einen Einblick in ihr kerniges Innere. Die Frucht stammt aus Kleinasien und hat sich bereits lange vor unserer Zeitrechnung entlang der damaligen Handelsrouten sowohl im Mittelmeerraum als auch im fernen Osten verbreitet.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Symbol und Genuß – der Granatapfel

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Der Barock und Georg Friedrich Händel

Barockes Vanitas-Stilleben (Pieter Claesz 1598-1660) mit charakteristischem Inhalt (Musik und Tod)

Ludwig van Beethoven nennt ihn „den größten Komponisten, der je gelebt hat“ noch ohne zu wissen, dass er selbst einmal dieses Prädikat erlangen sollte. Zwei Titanen der Musikgeschichte, diese Erkenntnis hat mich motiviert etwas mehr über Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) zu erfahren. Dieser wird musikgeschichtlich in der Periode des Spätbarocks verortet. In unserer heutigen Perspektive erscheint uns im Zeitalter des Absolutismus die Epoche des Barocks gesellschaftlich gespalten: einerseits sehen wir die künstlerischen Dokumente eines großen materiellen Reichtums und  glänzender Pracht mit ihrer unbeschreiblichen,  gelegentlich bis ins Kitschige gehende Liebe zum Detail und andererseits die Todesangst mit dem ständigen Bewusstsein der Vergänglichkeit des Lebens. Diese dualistische Weltsicht spiegelt sich auch in der Kunst, und damit ebenfalls in der Musik, wider. Der tiefere Grund für diesen emotionalen Zustand der ganzen Epoche war der Dreißigjährige Krieg (1618 – 1648).  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Der Barock und Georg Friedrich Händel

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Grimms Märchen: Perversitäten für Kinder?

„Hänsel und Gretel“. Holzschnitt von Ludwig Richter (Gondrom Verlag, Bayreuth)

Im vergangenen, wohltemperierten Sommer habe ich aus kindheitsbezogener Nostalgie und zu meiner moralischen Erbauung immer wieder den dicken Band der „Kinder und Hausmärchen gesammelt durch die Brüder Grimm“ in die Hände genommen, darin gelesen und mich an den Textbegleitenden Holzschnitt-Illustrationen von Ludwig Richter erfreut. Diese Reise in die Vergangenheit hat meine Großmutter wieder zum Leben erweckt und ich hörte ihre leise, weiche Stimme mir von Hexen, Feen, Königen, Prinzessinnen, Bauern, Rittern, Riesen, Zwergen, Wäldern und Schlössern erzählen. Es war eine bunte und vielfältige Welt, die ich ehemals abends vor dem Einschlafen erleben durfte: Sie war geprägt von Harmonie und dem ständigen Sieg des Guten über die bösen Anfechtungen einer schändlichen Welt.

Bei der heutigen Lektüre, beinahe acht Jahrzehnte später, erschienen mir die Grimm’schen Texte alles andere als kindgerecht.  Ich fand Geschichten, in denen Inzest (Allerleirauh, Brüderchen und Schwesterchen), Leichenschändung (Das eigensinnige Kind), Mord (Hänsel und Gretel), Nekrophilie (Schneewittchen), Kannibalismus (Der Räuberbräutigam), Tierquälerei (Der Nagel u.a.)), und Selbstverstümmelungen (Aschenputtel) vorkamen. Diese ethisch fragwürdigen Elemente sind natürlich auch den Pädagogen bekannt und die Frage nach Gewalt und Grausamkeit in Grimms Märchen führt bis heute zu sehr kontroversen Diskussionen. Die Befürworter argumentieren, dass Märchen ja vom Leben erzählen und dazu gehört eben auch das Gewalt- und Grausame.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Grimms Märchen: Perversitäten für Kinder?

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Eine flüchtige Erinnerung an Odessa

Opernhaus Odessa. Detail. (Dank an NadiiaArt bei Pixabay)

In meinem Arbeitszimmer hängt in einem einfachen Holzrahmen ein kleines, etwas stümperhaft gemaltes Ölbild der Oper von Odessa. Irgendwann in den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts bin ich auf Einladung eines Krebsforschers, ich nenne ihn Prof. Solajew, an der dortigen Universität nach Odessa geflogen. Es muss im Frühsommer gewesen sein, denn ich erinnere mich an das bunte, quirlige Leben auf den Straßen und in ihren Cafés. Einer der architektonischen Höhepunkte dieser bezaubernden Stadt ist das neubarocke Opernhaus, welches sicher zu den schönsten Opernhäusern in Europa zählt. Zusammen mit meinem akademischen Cicerone habe ich das Gebäude erkundet und mir damals fest vorgenommen, einmal zu einer Veranstaltung wiederzukommen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Eine flüchtige Erinnerung an Odessa

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Grau denken!

Ausschnitt aus Pablo Picassos in Grautönen gemaltem Bild „Guerica“ (Museo Reina Sofia, Madrid)

Versetzen Sie sich einmal kurz zurück in den Monat November:  der Blick durch die Fensterscheibe offenbart in alle Blickrichtungen ein tristes Grau: Der Himmel, die Nachbarhäuser, die Straße und die Menschen unter ihren Regenschirmen auf den Bürgersteigen sind kontur- und farblos. Im Kalender lesen Sie „Allerseelen“, „Volkstrauertag“ und „Totensonntag“, diese Gedenktage finden alle in diesem Monat statt und führen uns vor Augen, dass der Tod omnipräsent ist. Zu dieser Erkenntnis bin ich selbst allerdings schon vor langer Zeit, völlig ohne das Zutun der grauen Novembertristesse, gekommen. Die Assoziation von der „Unfarbe“ Grau mit dem Tod hängt wohl genau mit dieser Farblosigkeit zusammen: denn Grau ist die Vorstufe von Schwarz. Schwarz ist ja, strenggenommen, überhaupt keine Farbe, sondern lediglich ein Zustand ohne Licht. Wo kein Licht ist, ist auch kein Leben – also Tod, Verletzbarkeit, Angst und Unsicherheit! Schwarz wirkt auf uns folgerichtig aufwühlend und bedrohlich, gemahnend an den Tod, die Trauer, die Ruchlosigkeit der Menschen und das Böse schlechthin. Wie die Abenddämmerung die finstere Nacht ankündigt, weist Grau auf das Schwarz hin. Dabei gibt es viele Abstufungen zwischen Hell- und Dunkelgrau, die dann jeweils die Intensität der von ihr induzierten Gefühle beschreiben können.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Grau denken!

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