 Kartoffelauswahl auf dem Ulmer Wochenmarkt
Kann man über so etwas vermeintlich Alltägliches wie die Kartoffel überhaupt schreiben? Ihr haftet die Behauptung der dümmste Bauer hätte die dicksten Kartoffeln wie ein ewiger Makel an, und der „Kartoffelfresser“ (Bezeichnung für uns Deutsche) ist auch nicht gerade der Ausbund an Freundlichkeit. Und trotzdem war die Geschichte ihres Siegeszuges durch die Welt mit sehr viel kulinarischer Phantasie durchwoben. Preußenkönig Friedrich der Große hat den Grundstein für die Liebe der Deutschen zu den Kartoffeln gelegt. Auf seine Anordnung musste im Königreich jedes verfügbare Brachland mit
Kartoffeln bepflanzt werden und Zuwiderhandlungen wurden geahndet (der sog. „Kartoffelbefehl“)! Niemand liebte anfangs diese merkwürdigen „Erdäpfel“, die aus der transatlantischen Fremde hergebracht wurden. Für einen anständigen Christen-Menschen war es sowieso eher Teufelszeug, denn …. bitte lesen Sie hier weiter: Die spanischen Wurzeln der Kartoffel
 Frei nach Friedrich Nietzsche: „Die Reife eines Weins kommt auf Taubenfüßen daher“ (original: Die großen Ideen kommen auf…)
Über die Flaschenreifung des Weines habe ich mich an dieser Stelle bereits vor einiger Zeit ausgelassen, möchte aber anlässlich einer Begebenheit nochmals auf dieses Thema zurückkommen: Bei einer Weinprobe unter Gleichgesinnten war ich von einem außerordentlich animierenden und fruchtbetonten Spätburgunder aus der Pfalz ganz begeistert. Da fiel mir ein anderer Genießer, der mir gegenüber saß, ins Wort: „Aber diesen Wein zu trinken ist doch reiner Kindermord!“ dozierte er mit bitterernster Miene. Obwohl ich den Begriff aus der Kriminalistik im Zusammenhang mit jungem Wein schon mehrfach gehört hatte (auch in der Variante „Babymord“) war ich wieder tief getroffen von der verbalen Hässlichkeit und Aggressivität dieser Aussage, die tatsächlich wie eine Anklage klang! Ich schämte mich beinahe denn in den Augen meines Gegenübers haben wir alle, die dem Öffnen der Flasche widerspruchslos zugesehen haben, Beihilfe zu einem Kapitalverbrechen geleistet, was in meinem speziellen Fall besonders verabscheuungswürdig war, weil ich beim Trinken des Mordopfers sogar noch Lust empfunden hatte. …. bitte lesen Sie hier weiter: „Kindermord“ beim Weintrinken?
 Würde „Terra preta“ zu noch besserem Wein führen?
In der Kulturgeschichte des Menschen gebührt der Geschichte der Landwirtschaft besondere Aufmerksamkeit, denn um das Überleben unserer Spezies zu garantieren bedurfte es zu allen Zeiten und in allen Regionen der Erde Techniken, die mit der stetig wachsenden Bevölkerung die Effizienz der Nahrungsmittelproduktion steigerten. Dazu gehörte auch die Bodenbearbeitung, die im Laufe der Jahrtausende durch Verbesserungen und Innovationen erhebliche Fortschritte gemacht hat. Irgendwann in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts hat sich ein Team von Archäologen und Biologen in den brasilianischen Regenwald des Amazonas-Gebietes aufgemacht um dort nach Spuren der alten amerikanischen Hochkulturen zu suchen. Dabei stießen sie nicht nur auf deutliche Hinweise für eine rege Kultur in dieser aus klimatischen Gründen schwer bewohnbaren Gegend, sondern fanden auch an manchen Stellen eine seltsame, torfartige Schwarzerde, die sie einfach „Terra preta“ (portugiesisch = schwarze Erde) nannten. …. bitte lesen Sie hier weiter: Bietet „terra preta“ einen Vorteil für die Reben?
 Ist der ökologische Rebbau ohne Kupfersulfat nicht mehr möglich?
Unter dem Begriff „Bordelaiser Brühe“ versteht man weder eine Suppen-Spezialität von der Garonne noch einen in der Kellerei verunglückten Bordeaux-Wein. Es handelt sich vielmehr um ein altbewährtes Pflanzenschutzmittel bestehend aus Kupfervitriol, Kalk und Wasser welches in der Landwirtschaft beim Wein- und beim Obstbau seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Anwendung findet. Der „falsche Mehltau“ ist eine Pilzkrankheit der Reben, die entweder einen muffig-schimmeligen Geschmack im Wein erzeugen und oder auch zu erheblichen Einbußen der Erntemenge führen kann. Diese Rebkrankheit reagiert sehr empfindlich auf die Bordelaiser Brühe. …. bitte lesen Sie hier weiter: Problematisch: Kupfer im ökologischen Weinbau
 Buchcover: Ansichten der Natur
Die vergangenen Sommermonate (des Jahres 2018) standen bei mir ganz im Zeichen der Lektüre von Andrea Wulfs grandioser Humboldt-Biografie „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ (C. Bertelsmann, München 2016). Die Autorin hat darin einen Mann porträtiert, in dessen Persönlichkeit sowohl ein ernsthafter Naturwissenschaftler als auch ein reisender Abenteurer mit einer großen Begabung für Poesie verwirklicht war. In seinem kleinen, 1807 erschienenen und seinem großen Bruder Wilhelm gewidmeten Buch mit dem Titel „Ansichten der Natur“ (Nikol Verlag, Hamburg 2018) hat sich Alexander von Humboldt als ein Meister der Naturbeschreibung „geoutet“. Kein Wunder, dass diese vielfach übersetzte Schrift zu einem Bestseller in ganz Europa wurde. Die Erklärung für diese erstaunliche Tatsache hat der Autor selbst geliefert. In den „Ansichten“ versuchte er zu erklären warum die nordischen Völker, also unsere daheimgebliebenen Vorfahren, den Naturgenuss, den die Tropen bieten konnten, nicht hatten und sich deshalb kaum ein Bild von der Üppigkeit der Flora und Fauna dieser Regionen machen konnten. „Aber“, schrieb er „in der Ausbildung unserer Sprache, in der glühenden Phantasie des Dichters, in der darstellenden Kunst der Maler ist eine reiche Quelle des Ersatzes geöffnet. Aus ihr schöpft unsere Einbildungskraft die lebendigen Bilder einer exotischen Natur. …. bitte lesen Sie hier weiter: Alexander von Humboldt und das ökologische Bewusstsein
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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