Das Kunstmuseum Bern: die neue Heimat der Sammlung Gurlitt
Kunstfreunde erinnern sich vermutlich noch sehr genau an den November 2013 und an die Aufregung der Medien über den sog. „Schwabinger Kunstfund“. Bereits zwei Jahre vorher, im Jahr 2011 hatten Beamte wegen des dringenden Verdachtes auf ein Steuer-Vergehen in der Wohnung des damals schon fast 80-jährigen Cornelius Gurlitt über 1.200 Kunstwerke entdeckt. Erst ein detaillierter Bericht im „Focus“ machte die Kunstsammlung in der Öffentlichkeit bekannt. Schnell wurde deutlich, dass es sich dabei um unbeschreibliche Werte handelte, die größtenteils aus dem Nachlass des Vaters , dem einst angesehenen Kunstexperten und -händler Hildebrand Gurlitt (1895 – 1956), stammten. Da dieser u.a. in großem Stil die in der Nazi-Zeit als „entartete Kunst“ diffamierten Bilder ins Ausland verkaufte und gleichzeitig Einkäufer für Hitlers Linzer Kunstmuseum war, musste man annehmen, dass sich in seiner vererbten Sammlung etliches an „Nazi-Raubkunst“ befand. Somit stellte sich die Frage nach der Herkunft der einzelnen Werke, die sich jetzt im Besitz des Sohnes, Cornelius Gurlitt, befanden. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein großartiger Monet in der Berner Sammlung Gurlitt
Das Rebenkreuz der Heiligen Nino vor der Swetichoveli-Kathedrale in Mzcheta.
Unter der heutigen Jugend, soweit sie überhaupt dem Wein als Genussmittel zugänglich ist, haben die sog. „Naturweine“ so etwas wie Kultstatus. In unseren Breiten ist es eine zahlungskräftige, urbane Schicht junger Erwachsener (schon seit einiger Zeit als „BoBo“ = Bourgeois-Bohemiens, definiert) mit ausgeprägtem Umweltbewusstsein die sich beim Wein dem Geschmack der Väter und Großväter verweigert. Man möchte neue Wege gehen, möglichst rational begründbar, und da haben sich, dem ökologischen Zeitgeist voll entsprechend, die sog. „Naturweine“ angeboten. Für diese stellte man einige Kriterien in den Raum, die erfüllt sein müssen um den ungetrübten Genuss zu garantieren: (1) In den Prozess der Vinifikation sollte von Seiten der Weinmacher möglichst wenig eingegriffen werden, (2) der Wein sollte keine Zusätze, selbstverständlich auch keinen Schwefel, enthalten und schließlich sollte er (3) unfiltriert bleiben. …. bitte lesen Sie hier weiter: „Naturweine“: Georgien ist das große Vorbild
Aus Bolivien (?) für die Welt: süße und scharfe Paprika
Der Begriff „Nachtschattengewächse“, zu denen so beliebte Nahrungsmittel wie die Tomate, die Kartoffel, die Aubergine und die Paprika gehören, regt die Phantasie an. Die Herkunft des erstaunlichen Namens dieser Pflanzenfamilie ist nicht eindeutig geklärt. Er lässt aber vermuten, dass Aberglaube und Magie bei der Namensgebung eine Rolle gespielt haben könnten. Schon im Mittelalter war nämlich der „schwarze Nachtschatten“ (mittelhochdeutsch: nahtschade), der fast überall auf der Welt auf Brachland wächst, ein begehrtes Genuss- und Heilmittel. Das darin enthaltene Solanin, ein Alkaloid, konnte allerdings beim Verzehr der Blätter oder der tiefblauen Beeren erhebliche Magenbeschwerden verursachen und sogar von Todesfällen wurde berichtet. Aber insbesondere die in jenen Tagen besonders gefürchtete, magische Kraft der Hexen konnte durch die Einnahme von schwarzem Nachtschatten gebrochen werden! Wenn danach die Nebenwirkungen der Behandlung überwiegten waren es, im Glauben der Betroffenen, noch die Reste des erfolgreich kupierten Hexenzaubers.
Ein sehr spezifisches „Terroir“ in der Nähe von Toledo (Alt-Kastilien)
Über das sog. „Terroir“ habe ich an dieser Stelle schon vielfach geschrieben. Zu definieren, was der Begriff beinhaltet war eigentlich nie besonders schwer: (1) die Zusammensetzung des Bodens, (2) die klimatischen Besonderheiten und (3) die Gewohnheiten der Winzer ihre Rebstöcke zu pflanzen und zu pflegen sind die klassischen Trias der „Terroir“-Definition. Aber das wirkliche Problem ist, dass diese drei Begriffe nur theoretisch die besonderen olfaktorischen und gustatorischen Charakteristika eines Weines erklären können. Dem kritischen Genießer musste allerdings schon immer klar gewesen sein, dass es wesentlich mehr Geruchs- und Gechmacks- als mögliche „Terroir“ -Variationen gibt. Zu dieser wichtigen Frage haben bereits 2014 amerikanische Wissenschaftler in den renommierten „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (Jan 2014, 111 (1) 5-6) eine plausible Antwort gegeben. Um ihre Arbeit in einen allgemein verständlichen Zusammenhang zu bringen seien mir vorab einige wenige erklärende Sätze zur Thematik gestattet:
In den grauen, kontrastlosen Wintermonaten unserer nördlichen Geographie entsteht bei vielen Menschen die Sehnsucht nach Licht und Farbe. Nur ein paar Flugstunden entfernt, im Süden Spaniens, findet der Besucher genau das, nämlich das großartige Licht auf dem Alhambrahügel und in der Stadt Granada. Seit diese zu meiner zweiten Heimat geworden ist bin ich zu vielen unterschiedlichen Stunden des Tages durch die Gassen gestreift, nur um um die Augen auf zu machen, zu sehen und zu empfinden. Da ich nicht über die Begabung verfüge, diese großartigen Licht-Eindrücke selbst adäquat zu beschreiben, möchte ich eine kleine, sehr subjektive Auswahl von Schriftstellern aus den beiden vergangenen Jahrhunderten zu Worte kommen lassen, die dies plastisch und teilweise auch berührend geschafft haben. …. bitte lesen Sie hier weiter: Gegen den November-Blues: das Licht von Granada
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard