Der rätselhafte Kern in der Musik von Claude Debussy

Claude Debussy am Sommerstrand

Beim Hören von Debussys „La Mer“ hake ich mich gedanklich oft am Begriff „Impressionismus“ fest. Unweigerlich entstehen vor meinen Augen das Licht, die Farben und die schemenhaften Umrisse der Bilder von Gaughin, Monet oder Pissarro. Aber die Bilder reichen bei Weitem nicht aus das Gehörte zu erklären, dahinter verbirgt sich noch etwas anders, und mir fällt kein besserer Begriff dafür ein als  „Spiritualität“.  Der erste Satz von «La Mer» mit dem Titel, «Von der Morgendämmerung bis zum Mittag auf dem Meer», beginnt langsam, meditativ wie der Blick auf die Nebelschwaden im Zwielicht des Morgens über dem Wasser.  Dann wird die Geburt des Tages, der Aufgang der Sonne, eingeleitet, die mit dem ihr eigenen Lichtgetöse langsam als Feuerball am Horizont erscheint. Was dann folgt, ist weit mehr als Tonmalerei und lässt die Gedanken in eine flimmernd-farbige Welt voll üppig lebender Natur schweifen. Im zweiten, mittleren Satz („Spiel der Wellen“) nimmt man tatsächlich die Schaumkronen auf den kleinen, kurzen Wellen akustisch wahr, sie vollführen einen fröhlichen Tanz. Im letzten Teil, „Zwiegespräch von Wind und Meer“, vereinigen sich die Themen des Meeres aus dem ersten Satz mit den neuen Themen des Windes und spätestens zu diesem Zeitpunkt wird deutlich, dass in Debussys Musik ein wunderbar orchestrierter, mystischer Kern steckt, den ich unbedingt kennenlernen möchte.

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Magischer Realismus: das „Barockkonzert“

Karneval in Venedig. Bild von Serge WOLFGANG auf Pixabay

Es lohnt sich gelegentlich ohne Absicht und Zweck in Buch-Antiquariaten zu stöbern. So bin ich zu einem kleinen Büchlein gekommen, von dessen Existenz ich durch einen Musikfreund gehört hatte: Alejo Carpentiers „Barockkonzert“. Es handelte sich um eine Lizenzausgabe des Ost-Berliner Verlages „Volk und Welt“ aus dem Jahre 1977. Das 110 Seiten starke Taschenbuch kostete seinerzeit 2,20 (Ost-) Mark. Der Autor Alejo Carpentier gehört zu den einflussreisten südamerikanischen Schriftstellern des sog. „magischen Realismus“.  Er wurde 1904 als Sohn eines Franzosen und einer Russin in Havanna geboren. Zweisprachig mit Französisch und Spanisch aufgewachsen, ging er in Havanna und Paris zur Schule, studierte u.a.  Literatur und Musikwissenschaften. Später war er Mitarbeiter und Herausgeber verschiedener Zeitungen und Zeitschriften. 1946 verfasste er die Schrift „La música en Cuba“ und avancierte zu einem der führenden Musikwissenschaftler Lateinamerikas.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Magischer Realismus: das „Barockkonzert“

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Die Wiedergeburt des Mazuelo (Carignan)

Synonyme: Carignan/Mazuelo/Carignano/Cariñena/Samsó/Uva di Spagna (aus der „Ampélographie Viala et Vermorel“, Wickimedia)

Die Meinungen zur Rebsorte mit dem Namen „Mazuelo“ gehen, je nachdem wen man frägt, sehr auseinander. Ein Winzer in der Rioja wird vermutlich auf die schäbigen 2 % der Rebfläche seiner Region hinweisen, die noch mit dieser Sorte bepflanzt sind. In Katalonien wird man bei manchem Weinmacher Begeisterungsstürme entfachen, wenn man den „Samsó“, eines der vielen Synonyme für den Mazuelo, erwähnt. Im Rest Spaniens wird man hochnäsig von der „Cariñena“, einer weiteren Namensvariante, behaupten, dass sie ganz ordentlich für Cuvées sei, sonst aber zu wenig tauge. Jenseits der Pyrenäen in der französischen Weinregion Languedoc-Roussilion wird man hören, dass der „Carignan“, das nächste Synonym für die gleiche Sorte, auf der ganzen Welt beliebt und zu den weitverbreitetsten Rebsorten überhaupt gehöre. Nach kurzer Recherche musste ich feststellen, dass in dieser Behauptung viel Wahrheit liegt. Zwar sanken die globalen Anbauzahlen der Carignan durch Rodung in den letzten Jahren ganz erheblich, aber 2018 waren es noch über 80.000 ha , etwas weniger als der gesamte, weltweite Pinot Noir -Bestand.

Bei der Frage nach der Herkunft des Mazuelo scheiden sich erneut die Geister, diesmal die der Ampleographen.  Wegen der Namensgleichheit des Synonyms „Cariñena“ mit der gleichnamigen Stadt in Aragonien wurde diese als Ursprungsort postuliert.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die Wiedergeburt des Mazuelo (Carignan)

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Im Fokus des Gender-Diskurses: Richard Wagner

Frou-Frou Wagner. Karikatur auf die Publikation der Briefe Wagners an seine Wiener Putzmacherin. Floh, Wien 1877 (links: Richard Wagner, rechts: Daniel Spitzer)

Die berühmte Aussage Simone de Beauvoirs (1908 – 1986) eine Frau werde nicht zur Frau geboren sondern dazu gemacht, lässt sich, wie man weiß, mit der gleichen Berechtigung auch auf das Mann-Sein beziehen. Wenn wir von den sozialen Aspekten der Geschlechtsdifferenzen reden, benutzen wir heute vielfach den englischen Terminus „Gender“ im Gegensatz zum Sex, der die biologische Seite des Geschlechts bezeichnet. Komplex wird es, wenn wir juristische Aspekte mit in Betracht ziehen, denn seit Ende 2018 haben Menschen in Deutschland die Möglichkeit, beim Eintrag in das Personenstandsregister außer den Geschlechtern „männlich“ und „weiblich“ auch die Option „divers“ zu wählen, die sogenannte „Dritte Option“. Damit war ein neuer Diskurs über non-binäre (binär = zweiteilig) Veranlagungen in der deutschen Gesellschaft eröffnet. Wegen der genau umrissenen Thematik des vorliegenden, kleinen Beitrages möchte ich mich auf die sog. „Maskulinität“ beschränken. Diese wird, wie ihr Gegenstück die Feminität, von sozialen, historischen und kulturellen Faktoren wesentlich stärker beeinflusst, als von anatomischen oder biologischen Strukturen. Vereinfachend kann man vielleicht auch von männlichem und weiblichem „Lebensgefühl“ sprechen um die geistigen und emotionalen Gender-Eigenschaften gegenüber den sexuellen abzugrenzen. Klar ist, dass das Lebensgefühl, oder im Plural die -gefühle, einer Bevölkerungsgruppe von einer sozialpsychologischen Entwicklung abhängen, die von den Strömungen der jeweiligen Gegenwart, dem sog. Zeitgeist, wesentlich mitbestimmt werden. Diese müssen dann auch immer, insbesondere bei Künstlern, vor dem Hintergrund der Selbstinszenierung verstanden werden.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Im Fokus des Gender-Diskurses: Richard Wagner

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Das berühmteste Weingefäss: der heilige Gral

Der Kelch der Doña Urraca in der Basilica San Isidro in León, Spanien

Es ist schon ein paar Jahre her, dass endlich Klarheit herrscht, wie das Gefäß aus dem Christus beim Abendmahl getrunken hat, aussieht und wo es sich zur Zeit befindet: Der Heilige Gral steht, wie spanische Historiker behaupten, als Reliquie in der Nordspanischen Stadt León in der dortigen romanischen Basilica San Isidro. Es ist ein pompöser Kelch aus Achat, der mit Gold und wertvollen Edelsteinen besetzt ist. Der unvoreingenommene Besucher dieser stimmungsvollen Kirche aus den frühen Tagen der Christenheit, kommt angesichts dieses großen Kunstwerkes schnell ins Grübeln: Wo hatte die Gesellschaft um den armen, zum Tode verurteilten Zimmermann namens Jesus  von Nazareth so ein teures Trinkgefäß her? Bei der meditativen Betrachtung des Kelches beginnt es einem zu dämmern: der Heilige Gral war und ist nur eine populäre Legende unserer christlichen Kultur. Schon die berühmte Tafelrunde der Ritter um König Artus hatte im Mittelalter von ihm geträumt und jeder Einzelne der Ritter wollte ihn aufspüren. Im Falle des Kelchs von León verhielt es sich aber, gemäß der spanischen Wissenschaftler, etwas anders denn sein Ursprung ist nachvollziehbar. Er kam von Jerusalem nach Kairo und von dort als Geschenk eines Emirs an einen Taifa-Fürsten nach al Andalus, und dann weiter nach Kastilien. Seine Präsens auf iberischem Boden wird bekanntlich auch in Wagners „Lohengrin“ besungen (Monsalvat ist ein Synonym für den Berg Montserrat in Katalonien, wo sich die Gralsburg befand):  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Das berühmteste Weingefäss: der heilige Gral

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