 Wegweiser am Camino de Santiago in der Rioja (Pixabay)
Weintourismus in der Rioja ist auch eine Pilgerreise zur Kultur dieser Region. Die önologische Geschichte der Rioja wurde von den großen Ereignissen der „Reconquista“, der Wiedereroberung des maurischen Spaniens durch die nördlichen christliches Königreiche, maßgebend beeinflusst. Im Jahre 1076 wurde das Gebiet der heutigen Rioja von König Alfons VI von Kastilien besetzt. Damit begann ein neues Kapitel in der Geschichte der Rioja: die Region gewann nach vielen Jahrhunderten der relativen Isolation wieder Anschluss an die Außenwelt. Bewirkt hatte dies maßgeblich die in ganz Europa im 9. Jahrhundert erwachende Verehrung des Heiligen Jakobus des Älteren, des „Santiago“, wie ihn die Spanier nannten. Geführt von Lichterscheinungen hatten fromme Männer auf dem „campus stellae“ (lat.: das Sternenfeld, davon abgeleitet span: Compostela), am äußersten Ende der kantabrischen Küste, das Grab des Apostels Jakobus gefunden. An diesem Ort wurde „Santiago de Compostela“ gegründet. Der Inhalt der Jakobus-Legende wurde im Laufe der Jahre weiter ausgeschmückt. Man wusste von unerhörten Wundern zu berichten und eine ständig wachsende Zahl von Menschen kamen aus allen Teilen Nordeuropas in den Nordwesten Spaniens. Entlang des „Jakobsweges“ (Camino de Santiago), pilgerten Tausende und Abertausende und als Erkennungszeichen trugen sie die berühmte „Jakobsmuschel“ am Gewand. Dieser Jakobsweg hieß im Spanischen auch „La Calzada“ (die Pflasterstrasse); er führte quer durch die Rioja an Logroño und Nájera vorbei, nach Burgos. …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Rioja: Wein am Jakobsweg
 Theophile Gautier: Autor der in „Les Nuits d´Eteé“ zusammengestellten und von Berlioz komponierten Lieder
Es geschieht schon recht selten, dass ich eine CD-Einspielung zum Anlass nehme ein Essays über ein beeindruckendes Stück Musik zu verfassen. Aber vor einiger Zeit konnte ich im Radio Bekanntschaft mit Berlioz´ großartiger Lied-Komposition „Les Nuit d´Eté“ (Die Sommernächte) machen. Es sang die wunderbare Veronique Gens. Ich war hingerissen von der Musik und ihrer Interpretin! Am nächsten Tag begab ich mich zu einem „Record store“, wie es neudeutsch heißt, und versuchte einen Tonträger mit den „Nuits“ zu bekommen. Die einzige CD, die vorrätig war, war die mit Janet Baker als Mezzosopran unter dem Dirigat von John Barbirolli. Die Aufnahme stammte aus dem Jahr 1967. Das machte mich sehr skeptisch, denn ich hatte ja vermutlich eine deutlich geringere Tonqualität zu erwarten. Was später aus den Lautsprechern kam, war jedoch allerhöchster Musikgenusss und übertraf das Erlebnis meiner ersten Radiobekanntschaft mit dem Liederzyklus bei Weitem! …. bitte lesen Sie hier weiter: Les Nuits d´Eté (Sommernächte) von Hector Berlioz
 Gurken und Tomaten: wesentliche Bestandteile des Gazpacho andaluz (Foto: Nuzul Arifa auf Pexels)
Die kalte Gemüsesuppe namens „Gazpacho“ hat ihren Siegeszug durch die internationale kulinarische Welt längst hinter sich und ist heute ein fester Bestandteil der Gourmetküche sowie des heimischen Speiseplans der Bürger aller sozialen Schichten. Linguisten zerbrechen sich seit langem über den Ursprung des Wortes „Gazpacho“ den Kopf. Dass es lateinischer Herkunft sei wird von allen akzeptiert und während die einen den Begriff „gazophylacium“, was so viel wie Schatzkammer bzw. Kirchgenschatz bedeutet, bemühen, nehmen andere an „caspa“, die Schuppe, stünde Pate. Das würde auch, im Gegensatz zum „Kirchenschatz“, Sinn ergeben, denn man kann es auch mit Brotkrümel übersetzen, und diese sind natürlich wesentlicher Bestandteil eines Gazpacho. Noch heute findet man in Andalusien Familien die von der Suppe im Plural sprechen und sie „Gazpachos“ (die Brotkrümel) nennen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Gazpacho – der Sommerstar mediterraner Küche
 Die Farbskala: Beeren mit unterschiedlichem Anthocyangehalt an einer Traube (Foto: Pixabay)
Haben wir all die herrlichen Weißweine, wie die Riesling Beerenauslesen oder die großen Burgunder aus Chardonnay nur einer Laune der Natur zu verdanken? Die Wissenschaft hat längst erkannt, dass die weißen Rebsorten durch Mutationen des Erbgutes aus den roten Sorten entstanden sind. Dabei handelt es sich um Veränderungen der genetischen Informationen, die durch Umwelteinflüsse oder auch spontan bei der Zellteilung entstehen können. Den Beginn der eigentlichen Weißweinkultur muss man in der Antike suchen. Während in den frühen Schriftdokumenten immer nur der Wein als solcher angesprochen wurde, erwähnte der Begründer der wissenschaftlichen Medizin, der griechische Arzt Hippokrates (ca.460 v. Chr. – 370 v. Chr.), erstmals explizit den Weißwein. In Rom erlangte der Weißwein schließlich eine gewisse Popularität, wie uns der römische Universalgelehrte und Weinbauexperte Plinius der Ältere (23-79) schriftlich hinterlassen hat. Diese Tatsache hat die Feldherren und ihre Soldaten jener Tage ermuntert in den eroberten Gebieten im Norden Europas auch weiße Rebsorten anzupflanzen. Der in ihrer Heimat so populäre Rotwein hatte es dort nämlich schwer, da mancherorts das raue Klima eine ausreichende Farbbildung in den Schalen verhinderte, der blasse Weißwein dagegen hatte dieses Problem ganz offensichtlich nicht. Die Anthocyane, wie die roten Farbstoffe genannt werden, sind, biochemisch gesehen, komplexe Polymerverbindungen, die sich in den Beerenschalen während der Traubenreife bei direkter Sonneneinstrahlung bilden. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, sind also für die Rebe selbst nicht lebenswichtig, haben aber für den Menschen vermeintlich gesundheitsfördernde Wirkungen und werden in der Beerenschale durch licht- und temperaturabhängige Gene reguliert. …. bitte lesen Sie hier weiter: Zwischen rot und weiß: das Farbenspiel der Rebsorten
 Palacio de Pimentel, Geburtshaus Philips II. in Valladolid
 Die Fassade der Kirche San Pablo, Valladolid
Terra castellorum, „Burgenland“, nannte man im Mittelalter das Land, das heute – davon abgeleitet – Kastilien heißt. Im Gegensatz zum österreichischen Bundesland gleichen Namens, wo es überhaupt keine Burgen gibt, ist das spanische Kastilien tatsächliche ein Eldorado für Liebhaber von Burgen als lebendige Kulturdenkmäler. Burgen sind Wehrsiedlungen hinter deren Mauern Menschen Schutz vor feindlichen Kriegern bzw. anderen Aggressoren suchten und sich entsprechend verteidigen konnten. Ihre Baustile und ihre Gestaltungen spiegelten nicht nur den jeweiligen Zeitgeist, sondern in hohem Maße auch die Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten ihrer einstigen Bewohner wider. Häufig waren Burgen auch Herrensitze von adeligen Familien, die sich dann sogar nach dem Namen der Burg oder nach deren Standort nannten. Der Tatsache, dass Kastilien lange Zeit das Grenzland zum maurischen Al-Andalus war und sich den Angriffen der Muslime erwehren musste, ist die große Anzahl der Burgen in diesem Landstrich geschuldet. Andererseits gab es immer wieder lange Friedensperioden, in denen sich maurische und kastilische Kultur gegenseitig befruchten konnten. Noch lange nach der Eroberung von Al-Andalus durch die Christen (1492) wurde der Mudejarsstil, d.h. der von arabisch-stämmigen Architekten entworfene, maurische Baustil, vorwiegend in den kleineren kastilischen Städten und Burgen gepflegt. Er zeichnete sich durch gerade Linien, klare Kanten und eine sehr ästhetische, beinahe spirituelle, Schlichtheit aus. Man findet ihn innerhalb der Städte bei Wohnhäusern oder Kirchen verwirklicht und gelegentlich eben auch bei Burgen, die nach 1492 allerdiungs vorwiegend zu repräsentativen Zwecken von begüterten Familien gebaut wurden. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein Blick in die Seele Kastiliens
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Etwas über uns … Im Blog "Spaniens Weinwelten" hat der Journalist und Weinkritiker Thomas Götz unter dem Titel „Los Barrancos – der Wein, der Vogel und die schönen Künste“ unser „Vogel-Projekt“ sachkundig beschrieben und kommentiert.
Und hier "Spanischer Biowein, Buchlesung und Kaminfeuer auf Langeoog“ finden Sie zusätzliche Informationen über unsere Aktivitäten.
Kreativität und Wein
In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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