 Blühender Tempranillo-Stock auf dem Cerro de la Retama (Andalusien)
„Die Bescheidenheit ist eine Eigenschaft, die vom Bewußtsein der eigenen Macht herrührt“. Dieser Aphorismus stammt von Paul Cézanne (französischer Maler 1839 – 1906) und lässt sich auch auf die Natur anwenden. Der spektakuläre aber schrecklich aufgeblasene Pfau ist ein absoluter Nichtsnutz und der kümmerlichen Frucht der selbstbewußten und meist wunderbar duftenden Rose kann man nur mit einiger Mühe Genussfähigkeit zugestehen. Dagegen weiß die Rebe mit ihrer äußerst bescheiden geratenen Blüte um ihre Macht über den Menschen, der aus ihren Früchten das schönste Getränk unter dem Sternenzelt zu machen versteht. …. bitte lesen Sie hier weiter: Blühende Rebstöcke – eine Untertreibung der Natur
 Das Bauhaus in Dessau mit der einst bewunderten Glassfassade
In der modernen Architektur und beim Design von Gebrauchsgegenständen erkennen wir auch heute noch sehr häufig das große ästhetische Vorbild aus den 20/30er Jahren des vergangenen Jahrunderts: den sog. Bauhaus- Stil. Damals im Jahre 1919 gründete Walter Gropius in Weimar das „Bauhaus“. Dies bestand aus einer Gruppe junger und herausragender Künstler, Architekten und Gestalter, die aus der Zusammenführung von Handwerk, Kunst und Technik eine ästhetische Kultur für das 20. Jahrhundert schaffen wollten. Mit modernen, teils revolutionären Unterrichtsmethoden, wollte man dem Nachwuchs die Forschung und künstlerische Entwicklung des Bauhauses nahe bringen. Das Bauhaus wurde zu einer hervorragenden Lehranstalt und schaffte sich innerhalb kürzester Zeit ein enormes internationales Renomée. Dafür standen in den frühen Jahren Namen wie Wassily Kandinsky, Paul Klee, Laszlo Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer, Lyonel Feininger, Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein Geburtsort der Moderne: das Bauhaus in Dessau
 Man spürt die Meeresbrise mit dem charakteristischen Duft
Für die gesamte Natur, einschließlich des Menschen, ist die Verfügbarkeit von Wasser die Voraussetzung für Leben. Die Erkenntnis der grundlegenden Bedeutung des Wassers hat seit Beginn der denkenden Menschheit zu Erklärungsversuchen über das Wesen des Wassers geführt. Anfänglich waren es die Mythen von im Wasser lebenden Geistern, die dem wissbegierigen Menschen die Einsicht in die Natur der vermeintlich magischen Flüssigkeit gaben, später, in der naturwissenschaftlichen Epoche, war es die chemische Forschung, die uns über die Zusammensetzung des Wassers aufklärte. Mit diesem Wissen leben wir auch heute und anstelle von Nymphen und Göttern in Unterwasserpalästen reden wir von Atomen und Molekülen,
Salzen, Gasen und komplizierten chemischen Verbindungen, aus denen das Wasser besteht, bzw. die in ihm gelöst sein können. …. bitte lesen Sie hier weiter: Der Duft von Wasser
 Weißwein aus rotem Tempranillo sucht man in Spanien vergebens.
Manchem Weinfreund läuft beim Erwähnen des Begriffs „Blanc des Noirs“ ein kalter Schauer den Rücken hinunter. Er erinnert sich vielleicht an freudlose Tropfen , die noch einen leichten Rosaton aufwiesen und im Grund nach nichts schmeckten, obwohl „Spätburgunder“ daraufstand. Selbstverständlich kann man aus roten Trauben auch weiße Weine herstellen, vorausgesetzt das Fruchtfleisch der verwendeten Rebsorte ist farblos und der Winzer versteht sein Geschäft. Über Jahrhunderte haben die Weinmacher in der Champagne sich dieses Könnens bedient um aus Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Meunier (Schwarzriesling) die Grundweine für ihren prickelnden Dauer-Bestseller herzustellen. Meines Wissens hat sich bislang noch niemand ernsthaft über diese Machart der Grundweine des Champagners beschwert. Aber der „Blanc des Noirs“ als Stillwein stand schon vielfach in der Kritik, gelegentlich wurde ihm sogar die Existenzberechtigung abgesprochen. Die beiden größten Geheimnisse des Blanc de Noirs-Machens sind einerseits die sehr kurze Zeit, die vergehen darf bis die Trauben nach der Lese in der Kelter ankommen und andrerseits ihr Gesundheitszustand, d. h. sie müssen tatsächlich weitgehend unverletzt zur Verarbeitung kommen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Blanc de Noirs und warum es ihn in Spanien nicht gibt.
 Ausschnitt aus Edward Grutzner: Falstaff at the Boars Head Tavern (Wicki Commons gemeinfrei)
Bereits im 16. Jahrhundert gab es offenbar ein, wohl noch sehr rudimentäres Bewusstsein für den Datenschutz. Ein später Verwandter des Sir John Oldcastle, einst Diener seiner Majestät, beschwerte sich bei Shakespeare, dass dieser in seinem Drama „Heinrich der IV, Teil 1“ einen seiner Protagonisten Sir John Oldcastle genannt hatte, ohne dass dieser irgend einen Bezug zum historischen Vorbild hatte. Der Familienname sei also missbraucht worden und Shakespeare nahm die Angelegenheit sehr ernst: er änderte den Namen in seinem Stück zu Sir John Falstaff. Dieser Falstaff wurde über die folgenden Jahrhunderte zu einem der beliebtesten Charaktere der englischsprachigen Literatur. Er war ein fragwürdiger Saufkumpan des Prinzen Heinrich (Prince Henry, oder einfach Prince Hal). Dieser ließ sich als vergnügungssüchtiger und verantwortungsloser Mensch gerne von Falstaff verführen. Erst im Historiendrama Heinrich V, in dem auch vom Tod Falstaffs berichtet wird, wird aus ihm ein weiser, fähiger und verantwortungsvoller König, der bei Agincourt einen überwältigen Sieg über die Franzosen feiern konnte. …. bitte lesen Sie hier weiter: Wer und wie war Sir John Falstaff?
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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