 Auf 1.300 m.ü.M. ist selbst am 38. Breitengrad Schnee im Winter keine Seltenheit.
Ein Weingutsbesitzer, dessen Rebgärten („Bodega Los Barrancos“) sich am 38. Breitengrad auf 1.300 Metern über dem Meeresspiegel befinden, muss sich zwangsläufig mit dem Thema Sonneneinstrahlung und Rebwachstum beschäftigen. Alleine die geografische Lage, tief im Süden, bewirkt ja eine wesentlich höhere Strahlungsintensität der Sonne als sie im Norden vorkommt. Der Winkel in dem sie auf die Erde trifft ist im Sommer der Senkrechten angenähert, d.h. der Weg den die Sonnenstrahlen durch die Atmosphäre nehmen müssen um zur Erde zu gelangen, ist deutlich kürzer. Das hat konsequenterweise eine höhere Strahlungsintensität zur Folge. …. bitte lesen Sie hier weiter: Der Effekt von UV-Strahlen auf das Rebwachstum
 Anleitung zum Brauen und Genuss von Bier in einer anonymen Schrift aus dem 18. Jahrhundert
An dieser Stelle habe ich mich kürzlich zum sog. „Craft Beer“ bekannt und versucht klar zu machen, dass diese handwerklichen Biere, die mittlerweile zu einer regelrechten Massenbewegung geworden sind, durchaus in bestimmten Situationen den Wein ersetzen können. Was damals die sehr persönliche Meinung eines Bier- und Weinfreundes war, ist heute zu einer Marketing-Kampagne eines dynamisch aufstrebenden „Craft-Brew-Movements“ geworden. Köche sollten sich doch, bitte schön, intensiver mit dem Thema Essen-und-Bier beschäftigen und ihre gastronomischen Kreationen mit den Aromen bestimmter Gerstensäfte synchronisieren! Das fordern Berufsvereinigungen von Brauern und Restaurateuren. Bei etwas genauerem Hinsehen muss man allerdings feststellen, dass dieser Lobbyisten-Wunsch nur sehr schwer zu erfüllen sein wird, denn nicht nur aus sensorischen, sondern auch aus sehr praktischen Gründen kann man Bier nicht einfach mit Wein vergleichen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Hat Bier gegen Wein überhaupt eine Chance?
 Adäquate Kellertechnik ist Voraussetzung für den späteren Schmelz am Gaumen.
Zugegeben, selbst als Naturwissenschaftler habe ich größten Widerwillen gegen die rein biochemischen Erklärungen sinnlicher Erfahrungen. Was ich damit meine, kann man historisch sehr gut an der Schmerzempfindung festmachen. Früher war der Schmerz ein durch und durch metaphysisches Ereignis, er rief den damit Gequälten offensichtlich zur Besinnung auf über sein Verhalten. Denn der Schmerz war vielleicht Gottes Strafe und Buße war die Schmerztherapie. Sie half oft genug und konnte damit die Richtigkeit des Glaubens an die Schmerzzusammenhänge beweisen. Heute weiß man, dass Schmerz eine durch organische Schäden verursachte Aktivierung bestimmter Rezeptoren ist, bei der biochemische Substanzen wie Prostaglandine, Serotonin, Neurotensin u.s.w. beteiligt sind. Entsprechend besteht die …. bitte lesen Sie hier weiter: Der Schmelz eines Weins und die Wissenschaft
 Die Typik eines Weines ist nur sensorisch möglich und erfordert eine gründliche Probe
Alle Kontrollbehörden der europäischen Herkunftsbezeichnungen für Qualitätsweine verfügen über ein Panel von Weintestern, die dem jeweils eingereichten Wein u.a. auch seine regionale Typizität bescheinigen müssen. Manchmal ist dies eine einfache Angelegenheit, z.B. wenn ein Botrytiston wie beim Sauternes, Tokay oder der Beerenauslese, das typische Hauptmerkmal der Probe ist. Manchmal ist es aber schwieriger, nämlich, dann wenn Geruch und Geschmack eines spezifischen Terroirs ausschlaggebend sind. Je exklusiver und entsprechend teuer ein Wein ist, desto strikter wird die Forderung nach Gebietstypizität erhoben. An billige Massenware, die selbstverständlich als Konsumweine auch ihre Berechtigung hat, werden deutlich geringere Ansprüche an Typizität gestellt, sie müssen nur nach Farbe, Geruch und Geschmack ein bestimmtes Mindestmaß an Qualität erfüllen. Die Frage, die viele Weinfreunde beschäftigt ist nun, wie lassen sich Typizität und Innovation beim Wein unter einen Hut bringen? …. bitte lesen Sie hier weiter: Wie passen beim Wein regionale Typizität und Innovation zusammen?
 Gute Butter kann viele Schwächen eines Brotes verdecken, anders herum geht es aber auf keinen Fall!
Wie ich vor vielen Jahren an dieser Stelle schon bekannt habe, war ich ein großer Verehrer des Philosophen Karl Popper, den ich noch selbst in einer Vorlesung in London sehen und hören durfte. Das Postulat, dass die Möglichkeit der Falsifikation immer die Voraussetzung einer wissenschaftlichen Hypothese sein müsse, faszinierte mich, weil es u.a. auf eine einfache Weise den Unterschied von Wissenschaft zu Pseudo-Wissenschaft bzw. Glauben erklären konnte. Gerade in der Medizin habe ich während meiner Tätigkeit das Phänomen der Falsifikation in der Realität immer wieder erlebt: was einst gesichertes Wissen war, wurde gleichsam über Nacht zum Irrtum. Ein sehr zeitnahes Beispiel dafür ist die Erkenntnis, dass Butter in der Nahrung des Menschen nicht annähernd so gefährlich ist, wie uns jahrzehntelang eine von der Margarine-Industrie beherrschte Ernährungswissenschaft glauben machte. …. bitte lesen Sie hier weiter: Butter ist kein Teufelszeug sondern purer Genuss!
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Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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