 Aus: Wilhelm Busch „Bildergeschichten“, Edition XXL, Reichelsheim, 2002 , Einzelheiten siehe Text.
Über die vielfältigen medizinischen Wirkungen des Weinkonsums habe ich an dieser Stelle immer wieder berichtet. Dabei wurde der Wein stets in konventioneller Weise genossen, d. h. er wurde getrunken. Kürzlich stieß ich aber auf einen Bericht in dem dargelegt wurde, dass der dem Badewasser zugefügte Wein auch über und an der Haut seine wohltuenden Wirkungen entfalten könne. Der magische Begriff hieß „Vinotherapie“ und es wurde behauptet, dass man damit den Kreislauf ankurbeln, das Immunsystem stärken, den Fettstoffwechsel aktivieren und den Alterungsprozess der Haut aufhalten würde. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein Lifestyle-Accessoire: das Bad im Wein
 Kohlensäure im Rosé: erfrischend und lebendig!
Ein spritziger Wein zeichnet sich durch seine am Gaumen wahrnehmbare frische Säure aus. Das bewirken häufig nicht nur die üblichen Weinsäuren sondern auch die im Wein enthaltene Kohlensäure, d.h. dem Reaktionsprodukt des gasförmigen Kohlendioxyds (CO2) mit Wasser. CO2 entsteht im Prozess des Gärablaufes gleich zwei Mal: zunächst bei der alkoholischen und später ggf. bei der malolaktischen Gärung, dem biologischen Säureabbau. Sehr vereinfacht beschrieben besteht die erste Gärung in der Umwandlung des Zuckers der Trauben in Alkohol durch die Hefezellen (Saccharomyces cerevisiae). In dieser biochemischen Reaktion werden immer auch größere Mengen von Kohlendioxyd gebildet und so ist es nicht verwunderlich, dass jeder Wein dieses Gas in gelöster Form enthält. Der Gehalt an Kohlendioxyd beträgt normalerweise bis zwischen 0,5 und 2,0 g/l CO2. Mengen über 2,0 g/l bleiben bei normalen Umwelttemperaturen und Luftdruck nicht mehr in Lösung sondern entweichen als Gas, was dann das typische Prickeln kohlensäurehaltiger Getränke auf der Zunge bzw. am Gaumen verursacht. …. bitte lesen Sie hier weiter: Charmant und spritzig: Kohlensäure im Wein
 Aus: „Bilder-Tafeln zur Länder- und Völker-Kunde“ Tafel 112, Calw & Stuttgart 1883
Die Palme ist eine Wüstenpflanze und versinnbildlicht für uns Nordeuropäer. die Wärme, das Licht und das Fremdländische. Ein Sonnenuntergang am Palmenstrand ist der Inbegriff der romantischen Verklärung des wohl temperierten Südens. Die Palme ist tatsächlich ein besonderer Baum: aufrecht, ewig grün und sehr widerstandsfähig. Kein Wunder, dass sie in manchen Kulturen zu einem Symbol des Sieges und Triumpfs geworden ist: als Jesus einst auf einem Esel in Jerusalem eingeritten kam, breiteten die Menschen ihre Kleider vor ihm aus und streuten Palmzweige auf seinen Weg, als Zeichen der Ehrerbietung. Der Name des Baums stammt vermutlich vom lateinischen Palma (= Handteller) ab, vielleicht weil die gefächerten, konkav. nach unten gewölbten Blätter einer menschlichen Hand ähneln. …. bitte lesen Sie hier weiter: Palmen in Spanien: Datteln, Palmwein und Co.
 Stolperstein auf dem Kettenhofweg im Frankfurter Westend
In der Mittagszeit an einem Altweiber-Sommertag ging ich durch das Frankfurter Westend. Vor einem Haus auf dem Kettenhofweg sah ich einige Menschen stehen, zwei oder drei der Männer trugen eine Kippa. Als ich näher trat nahm ich ein paar Rosen auf dem Boden verstreut wahr und schließlich entdeckte ich den neu ins Pflaster eingemauerten „Stolperstein“ mit seiner blitzenden Messingoberfläche. Ein etwas älterer Herr und eine jüngere Dame bemerkten mein Interesse und stellten sich namentlich vor. Sie seien Geschwister und aus Amerika gekommen um bei der Einweihung dieses Stolpersteins, den sie beide gesponsert hätten, dabei zu sein. Wohin denn der ehemalige Bewohner des Hauses vor dem wir standen deportiert wurde, wollte ich wissen. Er sei nicht deportiert worden sondern hätte sich diesem Schicksal durch Selbstmord entzogen. Dann erzählten sie beide abwechselnd die traurige Geschichte des Dr. Karl Gumbel, während in mir wieder jene Gefühle von Trauer und tiefer Scham aufkamen, genau wie ich sie einst in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz erlebt hatte.
Der hier geehrte Dr. Gumbel war jüdischen Glaubens und lebte von 1936 bis zu seinem Tod als Anwalt und Notar im Frankfurter Westend. …. bitte lesen Sie hier weiter: Über einen Stolperstein gestolpert
 Polysaccharide im Wein beeinflussen die Kellertechnik
Mit der Feststellung ein bestimmter Wein sei ein Sol können die meisten Menschen nichts anfangen, aber versuchen wir der Sache einmal auf den Grund zu gehen: Jeder Weinliebhaber kennt trüben Wein. Wenn man das Depot aufgeschüttelt und danach dem Wein zu wenig Zeit zum sedimentieren gelassen hat, erscheint er naturgemäß trübe. Sobald der Bodensatz durch die Schwerkraft wieder da ist wo er hingehört ist der darüber stehende Wein klar. Es gibt aber eine Trübung, die sich nicht durch Stehenlassen bzw. durch Dekantieren der Flasche klärt und – bei Weißweinen besonders gut zu sehen – die Transparenz verändert und ein leicht-milchiges Erscheinungsbild zeigt. Der Chemiker nennt derartige Flüssigkeiten ein Sol, was nichts anderes als eine kolloidale Lösung ist, ähnlich der Tinte, dem Kaffee oder der Milch. …. bitte lesen Sie hier weiter: Was machen Polysaccharide im trüben Wein?
|
Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
|