 Gegen Durst: Quellwasser als Lebensspender und einfachstes Genussmittel
Durst ist die Empfindung, die uns zum trinken treibt und kann bei mangelnder Flüssigkeitsaufnahme zu einem der stärksten Verlangen des Menschen werden („Durst ist schlimmer als Heimweh“). Kein Wunder, denn ohne Flüssigkeitsaufnahme können wir gerade einmal drei bis vier Tage überleben, während wir wochenlang ohne Essen aushalten. Grund für diese große Bedeutung des Trinkens sind die hochkomplexen Steuerungsmechanismen des menschlichen Körpers, die die Fließfähigkeit des Blutes und die Konzentration der Salze (Elektrolyte) aufrechthalten. Eine sehr genaue Konzentration der Elekrolyte im Blut ist für viele Lebensfunktionen dringend erforderlich. Durst signalisiert uns daher folgendes: entweder leiden wir an Flüssigkeitsmangel oder wir haben eine erhöhte Salzkonzentration im Blut. Die entsprechende Menge Flüssigkeit …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Kultivierung des Durstes war der Beginn des Trinkgenusses
 Eine Delikatesse (nicht nur für Anspruchslose):. Suppe aus Erbswurst und dazu Amontillado
Kurz vor seinem Tod, im Jahr 1872 kündigte der Berliner Fabrikant Johann Heinrich Grüneberg in Zeitungsannoncen an, dass ab sofort sein von ihm erfundenes „Nahrungs- Präparat“ unter der Bezeichnung DEUTSCHE ERBSWURST im Handel sei. Bereits 1867 hatte er sie erfunden und für annähernd 35.000 Thaler (ca. 120.000 €) an die preußische Armee verkauft. Diese nutzte die Erbswurst als Ernährungszusatz für ihre Soldaten im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Auf dem Höhepunkt des Krieges sollen täglich 65 Tonnen (65.000 Kilogramm!) davon produziert worden sein. Ist der deutsche Sieg und die folgende Vereinigung zum Deutschen Reich im Spiegelsaal von Versailles etwa der Erbswurst zu verdanken? Nach dem Ableben von Grüneberg übernahm die Firma Knorr in Heilbronn die Produktion des wohl erfolgreichsten Fertiggerichtes aller Zeiten. Später landete es beim britisch-niederländischen Konzern Unilever.
Die Erbsensuppe aus der Erbswurst war …. bitte lesen Sie hier weiter: Kulturgüter: Erbswurst und Amontillado „Carlos VII“
Kürzlich habe ich von den „Wein-Trends“ gesprochen und ich glaube, dass sich – zumindest bei Weißweinen – in Deutschland gerade eine Wandlung hin zur Bevorzugung von „restsüßen“ Weinen vollzieht. Unter Restzucker versteht man die Menge an unvergorenem Zucker im Wein nach Abschluss der Gärung (ausgedrückt in Gramm pro Liter, g/l). Mancher Weinfreund wundert sich, dass bei diesen restsüßen Weinen dann noch „trocken“ auf dem Etikett vermerkt ist. Das kann völlig in Ordnung sein, denn das Weingesetz sieht vor, dass die Grenze für Bezeichnung „trocken“ bei 7,0 g/l Restzucker liegt bzw. bei maximal 9 g /l, wenn die Gesamtsäure höchstens 2 g/l niedriger ist. (Beispiel: ein Wein mit 9 g/l Zucker muss auf jeden Fall 7 g/l Säure haben wenn er als trocken gelten soll). Im Gegensatz …. bitte lesen Sie hier weiter: Zucker im Wein: Geschmack und Medizin
Wenn Christen zum heiligen Abendmahl schreiten und ihnen der Kelch gereicht wird, befindet sich darin nicht gewöhnlicher Wein. Er muss vorher von einem Priester gesegnet werden. Gekeltert werden darf der Wein auch nur mit besonderer Erlaubnis des zuständigen Bischofs, der auf die Einhaltung des kirchlichen Reinheitsgebotes achtet. Dies beinhaltet, dass der Wein aus Weintrauben gemacht sein und ohne jede Zusatzstoffe (auch ohne zusätzlichen Zucker) auskommen, also naturbelassen bleiben muß. Gestattet ist lediglich der Zusatz von reinem Weinalkohol zu Stabilisierungszwecken. Der Winzer und auch der Händler, der den Messwein herstellt bzw. vertreibt, muss für die Reinheit seines Produktes eidesstattlich bürgen.
Diese Regeln stammen aus dem Mittelalter, wo es im Weinhandel …. bitte lesen Sie hier weiter: Reiner Wein und Religion
 Das Restaurant „Sant Pau“ von Carme Ruscalleda und Toni Balam (3 Michelin-Sterne) in Sant Pol de Mar
Wenn man schon einmal in Girona ist, ist es nicht weit zum kleinen Badeort Sant Pol de Mar an der Costa del Maresme. Hier lässt nichts vermuten, dass es außer ein Paar der üblichen tapas zu einer „caña“, noch irgend etwas anderes Genießbares gibt. In der Gastroszene Kundige wissen aber sehr wohl vom „Grand Pau“, einem von Spaniens sieben mit drei Michelin-Sternen dekorierten Häusern. Hier ist das Reich von Carme Ruscalleda und Toni Balam. Ein schönes lichtes Restaurant mit einem großen Fenster und Blick auf den kleinen Garten und das Meer. Die Farben sind in weiß, elfenbein und warmem gelb gehalten, die Einrichtung ist schlicht und sehr geschmackvoll. Kurzum, man fühlt sich sofort wohl, wozu der aufmerksame und außerordentlich freundliche Service einen wichtigen Beitrag leistet. Wir waren mittags da und hatten uns für das Menü entschieden zu dem der Sommelier auch eine Abfolge von Weinen angestellt hat. …. bitte lesen Sie hier weiter: Carme Ruscalleda: eine sensible *** Geschmackskünstlerin
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Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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