Baskischer Nationalismus in der Flasche?

Ziemlich genau vor einem Jahr hat der Chef und Önologe von Artadi, Juan Carlos López de la Calle verlauten lassen, dass sich ddie Bodega aus dem Kontrollorgan der Herkunftsbezeichnung „D.O.Ca. Rioja“ zurückziehen werde. Ich hatte an dieser Stelle darüber berichtet („Zerbricht die Einheit der D.O.Ca. Rioja?“). Vordergründig war der Streitpunkt die unzureichenden Möglichkeiten die Weine der Rioja nach Lagen zu charakterisieren. Artadi war bekanntlich Vorreiter der Einzellagen-Weine und Namen wie Valdeginés, La Poza de Ballesteros, El Carretil, Pagos Viejos, Grandes Añadas und Viña El Pisón haben sich tief im sensorischen Gedächtnis vieler Weinfreunde verankert. Schon bisher waren all diese Weine – auch über ihre teilweise sehr hohen Flaschenpreise – immer gut zu erkennen und kein Genießer hat sich meines Wissens je über mangelnde Kennzeichnung auf den Etiketten beklagt.

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Biologischer Säureabbau: ja oder nein?

Insbesondere unter Weißweinfreunden ist das Thema „malolaktische Gärung“ (=biologischer Säureabbau) ein heiß dikutiertes. Bevor ich mich zu einem eigenen Diskussionsbeitrag verleiten lasse möchte ich ganz kurz umreißen was die Begriffe eigentlich bedeuten. Wie jeder Weinfreund weiß, spielen in der Weinbereitung Mikroorganismen eine ganz wesentliche Rolle. Die chemische Umwandlung von den Traubenzuckern Fruktose und Glucose zum Alkohol (Äthanol) ist das Herzstück der Gärung und wird von Hefen vom Stamm des Saccharomyces cerevisiae bewirkt. Wenn dieser Prozess, der ja vorwiegend im kalten Winter stattfindet, abgeschlossen ist und die Außentemperaturen wieder steigen, setzt spontan die „malolaktische Gärung“ (im Fogenden der Einfachheit halber „Malo“ genannt) ein, die die stechende „Äpfelsäure“ (lat. malum = Apfel) im Jungwein in die deutlich mildere „Milchsäure“ (lat. lactis = Milch) unter erneuter Kohlensäurebildung überführt. Verantwortlich dafür sind verschiedene Bakterien, die man zusammenfassend wegen ihres Endproduktes auch „Milchsäurebakterien“ nennt (u.a. auch der Oenococcus oeni). Diese stammen entweder aus dem Lesegut oder sind schon über die Jahre im Weinbereitungskeller heimisch geworden  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Biologischer Säureabbau: ja oder nein?

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Beton-Eier als Barrique-Ersatz?

Es war ein ca 1,3 Meter hohes Beton-Ei in einem versteckten Winkel der Kellerei von Chateaux Calon Segur was sich auf einer Reise in die Region von Bordeaux 2011 in mein Gedächtnis gebrannt hat. Man experimentiere damit, lautete die lapidare Erklärung des Gastgebers. Dass man in solchen 600-Liter-Behältnissen Wein machen konnte hörte ich damals zum ersten Mal. Mittlerweile habe ich sogar schon in Betoneiern ausgebaute Weine getrunken und genossen. Man gab mir zu verstehen, dass der Werkstoff Beton einige physikalische Ähnlichkeiten mit dem Eichenholz der Barriques habe, allerdings ohne Holzgeschmack abzugeben. Die feinen Poren erlaubten eine kontrollierte Sauerstoffzufuhr während des Ausbaus und der Reifung sowohl von Weiß- als auch von Rotweinen. Die Temperaturverhältnisse innerhalb des Eies bewahrten die Primärfrucht des Mostes und leicht zu reinigen seien sie, im Gegensatz zu den kleinen Holzfässern, auch.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Beton-Eier als Barrique-Ersatz?

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Plädoyer für eine sternelose Küche

Für Sterne-Küche war ich immer zu haben: kein Umweg war zu groß oder keine Route zu kompliziert um zu einem der gelobten Restaurants in Europa zu gelangen, wo es sich gut essen ließ. Dieser blog ist voll von Beschreibungen derartiger Reisen (siehe z.B. Celler de Can Roca, Carme Ruscalleda, die großen aus San Sebastian, Stephan Wiesner und das Echaurren). Natürlich war immer eines der Kriterien ob es an dem Ort dazu auch gute Weine gab. Die gelungene Verbindung von beidem hat mich oft genug ins gastronomische Nirwana entführen können. Dass das alles nicht für peanuts zu haben war ist mir immer erst bei der Kreditkartenabrechnung aufgefallen. Mein ständig enger werdender Gürtel hat nach jedem Mahl einen dezenten Hinweis auf die Nahrhaftigkeit meines Hobbys gegeben. In diesen Situationen kam ich mir gelegentlich ein wenig vor wie ein Angehöriger einer gastrosophischen Religionsgemeinschaft, die sich an bestimmte Speisevorschriften und -rituale hält und damit allen Sterneclub-Mitgliedern ein sonderbares „Wir-Gefühl“ vermittelt. An die Kosten eines Mahles zu denken, die eine arme, 5-köpfige Familie vermutlich einen Monat ernährt hätten, war, wegen der eingebauten Spaßbremse, tabu.

Erstaunt hat mich immer wieder, dass ich mich nach den gastronomischen Erlebnissen, die ich zugegebenermaßen genossen habe, sehr schnell einer Erinnerungslücke gegenüber konfrontiert sah.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Plädoyer für eine sternelose Küche

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Die Wikinger und der Wein

Bei der Betrachtung der Geschichte der Wikinger werde ich zwangsläufig an die islamischen Terrormilizen im vorderen Orient erinnert: wie diese heute zogen im frühen Mittelalter die Wikinger kreuz und quer durch die Lande, plünderten, raubten und brandschatzten die Dörfer und töteten die Einheimischen. Wer waren diese Menschen? Sie kamen aus dem Norden, dorther wo wir heute die skandinavischen Länder auf der Landkarte sehen. Sie waren keine ethnische Einheit sondern ein bunt zusammengewürfeltes Volk aus den verschiedensten nordischen Stämmen. Ihre Gemeinsamkeit waren die enormen Kenntnisse im Schiffbau. Die langen, schlanken Segelboote, mit denen sie über das Meer kamen und auf den Flüssen ins Festland eindrangen, waren sehr schnell und manövrierfähig. Aber es waren nicht nur kriegerische Absichten, die die Nordmänner verfolgten, sie trieben auch Handel mit ihren landeseigenen Produkten wie Stockfisch, Bienenwachs und Honig, Fellen und Tierhäuten sowie Bernstein. Dafür bekamen sie wertvolle Stoffe, Gewürze und vermutlich auch Wein. Auch im lukrativen Sklavenhandel engagierten sie sich.

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