 Der Chinesische Turm in München, 1895 (Foto: Wikimedia)
In den Nachrichten erfahren wir beinahe täglich von der neuen Großmacht China, die sich aufmacht, als technologischer Innovator die Vereinigten Staaten zu überholen. In Bereichen wie Telekommunikation und Künstlicher Intelligenz scheint dies schon geschehen zu sein. Das weckt Ängste in den westlichen Gesellschaften vor dem schleichenden Machtzuwachs der autokratisch regierten sog. Volksrepublik China. Einer der häufig angewandten Abwehrmechanismen ist die Diffamierung Chinas als „Kopier-Wirtschaft“, d.h. China soll ein Meister der Industrie-Spionage und praktischen Anwendung der dadurch gewonnenen Erkenntnisse sein. Da war sicher einmal etwas daran, allerdings muss man das Perfekt in diesem Satz deutlich betonen. China ist heute außerordentlich innovativ, wie die zunehmende Zahl an Patenten und der weltweite Export-Erfolg seiner Waren zeigen. Das „Kleinmachen“ chinesischer Innovationskraft ist zu einem großen Teil aus einem Gefühl des Neides geboren und dies hat mich veranlasst, die Geschichte der kulturellen Beziehungen zwischen China und Europa etwas näher zu betrachten. …. bitte lesen Sie hier weiter: China: einst kulturelles Vorbild, später Plagiator und heute Weltmacht
 Feuerwerk (Foto: Pixabay)
Wie jedes Jahr wurde auch kürzlich wieder vor Silvester die Diskussion über ein Verbot für Feuerwerke und Böller aller Art diskutiert. Die progressiven Niederlande gelten dabei für viele als Vorbild: ab 2026/27 darf das Neue Jahr nicht mehr mit einem Feuerwerk begrüßt werden. Sicherheitsbedenken werden als Grund dafür angeführt und das Parlament, die gewählte Volksvertretung hat es abgenickt! In der letzten Nacht des vergangenen Jahres habe ich das mitternächtliche Feuerwerk von der Terrasse unserer Wohnung im Westend erlebt und war wirklich begeistert von dem grandiosen Himmelsschauspiel aus bewegtem Licht und Farben. Und das wollen einige Mitbürger abschaffen? In der Geschichte müssen wir über 2000 Jahre zurückgehen, um die Erfindung von Knallkörpern aufzuspüren. Etwa zwei Jahrhunderte vor dem Beginn unserer Zeitrechnung wurden in China Bambusstangen ins offene Feuer geworfen. Die entstehende Hitze innerhalb ihrer Hohlräume ließ die Stücke mit einem lauten Knall explodieren. Man tat dies mit einer ganz speziellen Absicht, nämlich die bösen Geister zu vertreiben. Erst die Entdeckung des sog. „Schwarzpulvers“ in einer chinesischen Alchemisten-Küche (ca. 600–900 n. Chr.) – einer Mischung aus Salpeter, Schwefel und Holzkohle – ermöglichte die Herstellung von Feuerwerkskörpern im heutigen Sinne. In den Anfängen wurde das Pulver auch in Bambusrohre gefüllt und gezündet, gleichzeitig wurde die Anwendung der Feuerspektakel um die Ehrung des Paares bei Hochzeiten, beim Neujahrsfest und bei verschiedenen anderen, spirituellen Zeremonien, erweitert. Der tiefe Sinn Glück zu bringen und Dämonen abzuwehren blieb erhalten. …. bitte lesen Sie hier weiter: Feuerwerke zur Vertreibung böser Geister?
 Anna Maria von Berchthold zu Sonnenburg geb. Mozart
Hinter dem eindrucksvollen Namen der Reichsfreiin (Baronin) von Berchthold zu Sonnenburg steckt eine mindestens so beeindruckende Musikerin, nämlich die Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart, das berühmte „Nannerl“. Die populäre Erzählung vom adretten, kleinen Mädchen, welches die ersten Kompositionen ihres jüngeren Bruders in den europäischen Fürstenhäusern zum Besten gab, übersieht die Komplexität und Bedeutung ihrer Biografie. Maria Anna Mozart (1751 – 1829) wurde im gleichen Haus wie Wolfgang auf der Salzburger Getreidegasse, geboren und wurde, genau wie ihr Bruder, schon im Kindesalter vom autoritären, aber didaktisch versierten Vater Leopold im Klavierspiel unterrichtet. Leopold Mozart (1719 – 1787), selbst ein hervorragender Pianist, hatte mit seinem guten musikalischen Gespür frühzeitig erkannt, dass seine beiden Kinder außerordentlich begabt waren. In den Tagen des ausgehenden 18. Jahrhunderts war die Erziehung der Frau allerdings ausschließlich auf ihre Rolle als zukünftige Ehefrau ausgerichtet und professionelle Musikerinnen gab es nicht. Trotzdem muss man zur Kenntnis nehmen, dass die jugendliche Maria Anna Mozart, dank ihrer Virtuosität auf dem Piano, eine der ersten kosmopolitischen Star-Instrumentalisten ihrer Zeit war. Zusammen mit ihrem Bruder und Vater bezauberte sie auf ihren gemeinsamen Reisen die Musikwelt in ganz Europa. …. bitte lesen Sie hier weiter: Maria Anna Reichsfreiin von Berchthold zu Sonnenburg
 Abfall auf den Straßen macht unsere Städte unwirtlich (Foto: Pixabay, mit Dank an Derks24)
Der Staat benötigt Unsummen an Geld für Investitionen in die Infrastruktur und die Verteidigung des Landes. Wer soll das bezahlen, wenn nicht letztlich wir alle! Daher heißt es, dass die Ausgaben u. a. durch Einsparungen ausgeglichen werden müssen und das bedeutet für viele Menschen Verzicht auf manch lieb gewonnene finanzielle Kapriole bzw. Annehmlichkeit. Dem gleichsam staatlich verordneten Verzicht, der für alle Bürger gleichermaßen gilt, steht der freiwillige Verzicht gegenüber. Jeder gewünschten Aufgabe einer persönlichen Neigung geht der Vorsatz voraus, dies zu tun. Wir kennen alle die guten Vorsätze an Sylvester, dass ich im nächsten Jahr das Rauchen aufgebe, weniger Alkohol trinke, mich mehr um die kranke Tante kümmere oder keine Waren mehr bei Online-Giganten kaufe um den Einzelhandel zu unterstützen. Jeder Mensch hat seine eigenen Verzichtsvorsätze in einer Welt, in der er „normalerweise“ im Überfluss lebt. …. bitte lesen Sie hier weiter: Das Erlernen von Verzicht – eine Lebensaufgabe?
 Das Idol von Tara, ein archäologisches Fundstück aus Gran Canaria (Foto: Museo Canario)
Schon als Kind habe ich von den „Glücklichen Inseln“ gehört, die irgendwo im Ozean, weit ab von unserem Land, liegen und auf denen paradiesische Zustände herrschen sollten. In der Jugend habe ich dann von meinen Lehrern erfahren, dass irgendwo im äußersten Westen das mythische Paradies in Gestalt der Gärten der Hesperiden liegt. Auch sie waren auf einer Insel, die man genauso wenig kannte wie das sagenhafte, im Meer versunkene Atlantis. Viele Jahrzehnte später erfuhr ich bei einem Besuch des Museo Canario in Las Palmas de Gran Canaria, dass die Insel Gran Canaria vermutlich die Heimat der Hesperiden gewesen war. Natürlich ist auch das eine reine Spekulation, die aber immerhin von archäologischen Funden begleitet wird, die dies nicht explizit ausschließen. Im genannten Museum kann man diese historischen Objekte betrachten und gleichzeitig etwas über die Geschichte der Insel erfahren. Die ersten Menschen, die die Insel bevölkerten, waren die sog. „Antiguos Canarios“ (Altkanarier), deren Spuren man bis ins 10. Jahrhundert v. Chr. verfolgen kann. Sie hatten nichts gemein mit der ethnischen Gruppe der Guanchen, die auf Teneriffa ansässig waren und dort eine eigene, unabhängige Kultur entwickelten. Die Altkanarier stammten möglicherweise von phönizischen Seefahrern ab. Die Sprache der Altkanarier hat für Linguisten offenbar eine gewisse Ähnlichkeit mit der Sprache der Berber in Nordafrika, sodass nicht auszuschließen ist, dass schon frühzeitig auch Einwanderer aus Afrika nach Gran Canaria kamen. All diese Immigranten fanden auf der Insel fruchtbaren Boden mit ausreichend Zugang zu Wasser vor und konnten so eine landwirtschaftliche Kultur entwickeln, die später von den Römern übernommen und in das Handelsnetz um das „Mare Nostrum“, das Mittelmeer, integriert wurde. Eine Spezialität und gleichzeitig ein Exportschlager Gran Canarias in der lateinischen Zeit war wohl das auf der Insel gefertigte Garum für die römische Küche. Die Römer prägten für die kanarische Inselgruppe den Begriff „Fortunatae insulae“ (Glückliche Inseln). …. bitte lesen Sie hier weiter: Besuch auf einer der „Fortunatae Insulae“
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Etwas über uns … Im Blog "Spaniens Weinwelten" hat der Journalist und Weinkritiker Thomas Götz unter dem Titel „Los Barrancos – der Wein, der Vogel und die schönen Künste“ unser „Vogel-Projekt“ sachkundig beschrieben und kommentiert.
Und hier "Spanischer Biowein, Buchlesung und Kaminfeuer auf Langeoog“ finden Sie zusätzliche Informationen über unsere Aktivitäten.
Kreativität und Wein
In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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