Bag-in-Box nennt sich eine Verpackungsart von Wein, mit der ich persönlich noch keine Bekanntschaft gemacht habe. Sie setzt sich zusammen aus einem dünnen Beutel aus Plastik oder Aluminium, in den ein Zapfhahn eingelassen ist. Das Ganze ist von einem Pappkarton umschlossen, der die Verpackung stabilisiert und aufstellbar macht. Beim Aufdrehen des Hahns läuft der Wein hinaus und das dadurch entstehende Vakuum …. bitte lesen Sie hier weiter: Skepsis geboten: „bag-in-box“-Weine
 Erinnerung an das Ambiente bei einer Weinprobe zu zweit (Lithographie von Franz Teichel ca. 1845)
Bei Weinproben, die eine gewisse Objektivität erfordern, z.B. weil ein Wein unter mehreren Kandidaten für eine Veranstaltung ausgewählt werden soll, oder weil ein Händler die Wahl für die Aufnahme eines Weines in sein Sortiment treffen muss, sollte ohne Kenntnisse des Namens und der Vorgeschichte des Produkts verkostet werden. Die Erwartungshaltung des Weintrinkers kann das Genusserlebnis nämlich ganz wesentlich beeinflussen. Was haben Weinkritiker oder PR-Leute der Kellerei in ihrem Prospekt über den Wein im Glas gesagt oder veröffentlicht? Dieser Faktor spielt eine so große Rolle, dass bei professionellen Weinproben immer blind probiert wird: derjenige, der den Wein beurteilen soll, weiß nicht was für ein Wein das ist, d.h. er kann keine vorgefassten Meinungen mit ihm assoziieren, …. bitte lesen Sie hier weiter: Fehlender Spaßfaktor: Blindverkostungen
Mit Erstaunen habe ich kürzlich im „Wall Street Journal“ gelesen, dass Robert M. Parker, der viel geschmähte und gleichzeitig hochgeachtete amerikanische Weinkritiker einen großen Teil seines „The Wine Advocate“ nach Singapur verkauft hat. Ein Kaufpreis von 15 Mio $ wurde genannt. Hat Parker aufgegeben? Angeblich will er weiterhin für die Zeitschrift tätig sein und sich um die französischen Weinbaugebiete Bordeaux und Rhône sowie um Kalifornien kümmern. Wird das Blatt seine vom Gründer immer wieder herausgestellte Unabhängigkeit bewahren können? Es wurde bereits eingeräumt, dass nicht-Wein-bezogene Werbung fortan im Wine Advocate zugelassen werden soll – der Anfang vom Ende? …. bitte lesen Sie hier weiter: Das Ende der Ära Robert M. Parker?
Neben dem Duft und Geschmack des Terroirs sind Fruchtaromen die wichtigsten Merkmale eines jungen, nicht im Holzfaß gereiften Weines. Immer mehr, insbesondere jüngere Weinfreunde begeistern sich für die natürlichen, klaren Primäraromen der Traube. „Fort vom Holz“ ist eine zeitgemäße Aufforderung an die Weinmacher, die sich in immer größerer Zahl diesem Wunsch auch zuwenden. Junge Weine sind aber nicht nur Fruchtbomben sondern bringen auch viele andere …. bitte lesen Sie hier weiter: Weinaromen: die Betonung liegt auf „Frucht“!
 David Schwarzwälder, Angel Anocíbar und Pablo Calvo (ICEX) in der Diskussion um den „Tempranillo“
Es ist noch gar nicht so lange her, da haben viele Weinfreunde den Tempranillo als eine rustikale Rebsorte aus dem Norden Spaniens etwas verächtlich betrachtet. Schuld daran war u. a. der intensive Holzgebrauch spanischer Winzer, deren Weine mehr nach Eiche als nach einer spezifischen Traubensorte schmeckten. Ich erinnere mich noch sehr genau an viele deutsche Weinkritiker, die in den 80-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts Rioja-Weine lapidar als „Eichensäfte“ abtaten. Seither hat sich unendlich viel getan: …. bitte lesen Sie hier weiter: Tempranillo – eine Rebsorte für die Welt?
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Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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