 Frühlingsboten: ein blühender Magnolienbaum
Der Frühling ist eine Jahreszeit, die die Seele eines Romantikers zum Schwingen bringt. Das hat auch der schwäbische Lyriker Eduard Mörike (1804 – 1875) so erfahren und das wunderschöne Gedicht vom blauen Band des Frühlings geschrieben:
Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!
Hugo Wolf hat es kongenial vertont, die überschäumende Freude über die Düfte des Frühlings findet Ausdruck in den zärtlichen und lebhaften Tönen des Lieder-Komponisten. …. bitte lesen Sie hier weiter: Zeit für die Frühlingsweine
 Zwei sehr lesenswerte Bücher
Die Lektüre zwei thematisch eng mit einander verbundener Bücher von Georg Bossong „Das maurische Spanien – Geschichte und Kultur“ und „Die Sepharden – Geschichte und Kultur der spanischen Juden“ (beide als Taschenbuch erschienen im Verlag C. H. Beck, München 2016) hat mich begeistert. Während der Recherche zu meinem Buch „Der maurische Traum“ (Jenior Verlag, Kassel, 2. Aufl. 2002) hatte ich schon sehr viel von anderen Autoren über diese beiden Aspekte der spanischen Geschichte gelesen und glaubte eigentlich alles Wesentliche zu wissen. Aber G. Bossong hat in sehr anschaulicher Sprache einige Schwerpunkte aufgegriffen, die ich selbst bislang noch nicht ausreichend gewürdigt hatte.
Da ist zum Beispiel die wichtige Frage wie die Rolle des maurischen Al-Andalus, also des islamischen Staates auf der Iberischen Halbinsel, in der spanischen Geschichte insgesamt zu bewerten ist. …. bitte lesen Sie hier weiter: Spanische Geschichte lesen
 Ein gereifter Wein kann ein großartiges Geschenk sein.
„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ sagt der Volksmund und damit ist auch schon eine hintergründige Definition des Sinns von Geschenken gegeben: man erwartet nämlich in irgendeiner Form eine Gegenleistung. Im Falle des obigen Spruchs soll Freundschaft erhalten bleiben. In der Philosophie wird gelehrt, dass eine Gabe ohne die Erwartung einer Gegengabe überhaupt nicht denkbar sei. Selbst wenn der Eindruck erweckt werden soll das Schenken sei eine rein altruistische Handlung lässt sich vermutlich immer eine Erwartungshaltung des Schenkenden nachweisen, die sich nach Erfüllung sehnt. Im täglichen Umgang mit unseren Mitmenschen stellen wir beim Schenken natürlich solche Überlegungen nicht an. Wir glauben fest an die Uneigennützigkeit des Vorganges. Unter Weinfreunden sind Weingeschenke an der Tagesordnung. Wenn man sich gegenseitig besucht bringt man Wein mit. Damit dieser nicht in der nächsten Bratensoße landet versucht man sich am Geschmack des Beschenkten zu orientieren. Dazu muss man diesen natürlich kennen und trotzdem kann man erheblichen Schiffbruch erleiden. Warum das so ist erklärt eine Studie aus der Soziologie. …. bitte lesen Sie hier weiter: Wein schenken
 In jeder Schublade ein Pülverchen für einen wohlschmeckenden Wein.
Das Aufsichtsratsmitglied einer kleinen Textilfirma, Martin F. war, zusammen mit seinem Chauffeur, auf dem Wege zur Jahressitzung dieses Gremiums am nächsten Tag in einer fränkischen Kleinstadt. Ein Motorschaden zwang die beiden Herren in einem nahe gelegenen Dorf eine Werkstatt aufzusuchen. Da es schon spät geworden war, entschloss man sich statt im Zielort im Dorfgasthof zu nächtigen. Die Speisekarte im Hotel war eher bescheiden und eine Weinkarte nicht vorhanden. Man wählte ein Bauernomlette zu dem sich der Chauffeur ein Bier bestellte. Herr F. bat die Kellnerin um ein Glas stilles Mineralwasser, aber bitte in einem großen Weinglas! Als ihm die verwunderte Bedienung das Glas auf den Tisch stellte, griff er in seine Jackentasche und holte ein kleines Tütchen hervor, in Form und Größe einem Umschlag für einen Teebeutel nicht unähnlich. Er riss eine Ecke auf und kippte den Inhalt in das Glas. Das Wasser färbte sich durch das Pulver tief rot. Er schwenkte das Glas vorsichtig und schnupperte: „Ist o.k.“ ließ er verlauten während sein Chauffeur ihm wie versteinert gegenüber saß und versuchte das leere Tütchen über den Tisch zu sich zu ziehen. Er las, immer noch reglos: „NESWINE – Red Bordeaux, Type Pomerol“. Während Herr F. sichtlich zufrieden an dem Glas hing und schnupperte war sein Chauffeur verwirrt und unsicher ob des gerade Erlebten. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein Alptraum: „NESWEIN“
 Auf diesem Flügel spielte Radu Lupu im Gewandhaus
Mitten auf der Bühne des Leipziger Gewandhauses steht ein Flügel und davor ein schlichter Bürostuhl mit Lehne. Radu Lupu soll heute (am 12. Februar 2017) spielen. Pünktlich um 20.00 Uhr geht links am Podium die Türe auf und ein großer, weißhaariger und bärtiger Mann kommt aufrechten Ganges mit etwas schlürfend-trippelnden Schritten hinaus, geht zum Piano, verbeugt sich kurz vor dem Publikum und setzt sich hin. Sofort beginnen die Töne den Saal zu füllen und eine wohlig warme Atmosphäre füllt langsam den Raum. Die Szene hat etwas Unwirkliches, der Pianist rührt sich kaum nur seine Hände streifen über die Tasten, es sieht etwas mechanisch aus, was aber aus dem Klangkörper kommt ist göttlicher Haydn. Zunächst spielt er die Variationen in f-moll des Hofmusikus von Schloss Esterhászy. Radu Lupo entlockt der Musik aus der sog. Wiener Klasssik wunderbar gefühlvolle Nuancen, die glücklich machen – die Töne klangen transparent und filigran wie ein zarter Luftstoß. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein Abend mit Radu Lupu
|
Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
|