 Geklonte Langweile?
Seit man weiß, dass spezifische biologische Eigenschaften einer Pflanze durch ihr Erbgut reguliert werden, hat man versucht durch Klonierung, d.h. der Herstellung gleichartiger und genetisch ähnlicher Nachkommen, die gewünschten, positiven Eigenschaften der jeweiligen Mutterpflanze im Rebgarten zu bewahren bzw. zu vermehren. Diese Züchtung von Klonen ist eine äußerst zeitaufwendige Angelegenheit und es können bis zu zwanzig Jahre vergehen um einen kleinen Rebgarten mit der neuen geklonten Sorte als Grundlage für ihre weitere Vermehrung zu schaffen. Bei der klonalen Selektion wird naturgemäß nur das genetische Material einer einzigen, sorgfältig ausgewählten, Pflanze vervielfältigt und es ist leicht verständlich, dass dadurch letztlich eine genetische Verarmung des gesamten Rebbestandes zustande kommt, d.h. der sog. Genotyp der Rebstöcke wird immer homogener. Dem Wunsch die Verschiedenartigkeit des Erbgutes zu bewahren dient die sog. Massenselektion. …. bitte lesen Sie hier weiter: Für Vielfalt und Individualität: Massenselektion im Rebbau
 Die Liebe von Mensch und Vogel gibt es auch in H.C. Andersen´s Märchen (aus B.G. Teubner Verlag, Leipzig ca. 1880)
Zwischen Mensch, Vogel und Wein besteht eine innige Dreiecksbeziehung. Dieses Liebesverhältnis zwischen dem Menschen, einem Tier und einer Pflanze ist wohl einzigartig in der Natur. Der Mensch liebt die Vögel wegen ihrer Schönheit und manche auch wegen ihres Geschmackes, genau wie den Weinstock, den er insbesondere wegen der Wirkung und des Aromas seiner vergorenen Früchte schätzt. Der Mensch hat also ein ästhetisches und ein erotisches Verhältnis zum Vogel und ein sensorisches zum Weinstock. Dem Vogel geht es da ganz ähnlich: er liebt ebenfalls den Wein. So sehr, dass Schwärme von ihm im Herbst die Trauben ganzer Weinberge gierig in ihren Schnäbeln verschwinden und die Weinbauern ohne Ernte dastehen lassen. Der Weinstock wiederum liebt beide, den Menschen und die Vögel, ganz utilitaristisch, nämlich einerseits wegen der Fürsorge des Menschen um seine Ernährungs- und Wachstumsbedingungen und, da es ihm egal ist wer seine Trauben bekommt, liebt er auch die gierigen Vögel wegen ihrer sommerlichen Lust neben den Trauben auch die für den Wein schädlichen Insekten zu fressen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Mythen um Vögel und Wein
 Cover der hier beschriebenen CD mit Musik aus dem KZ Theresienstadt
Es fällt mir nicht leicht über ein musikalisches Erlebnis zu berichten, welches mich persönlich tief berührt hat. Nicht nur die Musik an sich, sondern auch die Umstände ihres Entstehens und die Personen, die sie geschrieben und erstmals vorgetragen haben, zwingen mich beinahe über diese Musik zu schreiben. Ich denke sogar, dass in einem blog, der sich eigentlich voll und ganz dem Hedonismus verschrieben hat, durchaus auch einmal hinter den Vorhang der reinen Freude geschaut werden kann. Es scheint mir allerdings als seien die beiden Sujets über die ich schreiben will, nämlich Musik und die Konzentrationslager der Nazis, moralisch und ethisch unvereinbar, ja geradezu von einer unüberbrückbaren inneren Gegensätzlichkeit. Dem war aber offenkundig nicht unbedingt so, wie uns die neuere Geschichte und die CD „Theresienstadt“ lehrt. …. bitte lesen Sie hier weiter: Musik – Leid und Hoffnung in finsterer Zeit
 Eine Probe hat´s gezeigt: auch zur Zeit dieser Architektur (Auxerre, Burgund) gab es guten Wein.
Den vorliegenden Bericht habe ich in Ludwig Fienholds Internet-Magazin BISS im März 2018 bereits publiziert. Um ihn auch den Freunden dieser Web site zugänglich zu machen gebe ich ihn hier, in etwas abgeänderter Form, wider.
Am 15. Februar 2018 ging es beim Frankfurter Collegium Vini um das Thema „Historische Rebsorten“. Ulrich Steger, der Vorsitzende des „Vereins zur Förderung des Historischen Weinbaus im Rheingau“ und ehemals Hessischer Justizminister, hat, zur Begeisterung aller Anwesenden, zusammen mit dem Winzer Baron Knyphausen aus Eltville, einem Pionier des Roten Rieslings und „Gemichen Satzes“, ein intellektuelles und sensorisches Feuerwerk gezündet. …. bitte lesen Sie hier weiter: Im Collegium Vini: eine denkwürdige Verkostung historischer Rebsorten
 Leonardo da Vinci: Der truvianische Mensch
Mir ist sehr bewusst, dass in der öffentlichen Diskussion zum Pro und Contra von Tierversuchen die Gegner die vermeintliche Tierquälerei als Grundlage für Fortschritte in der Humanmedizin vollständig ablehnen. Auf dieses Thema bin im Zusammenhang mit meiner Diskussion des Veganismus in diesem Blog bereits ausführlich eingegangen. Trotz allem Verständnis für die Argumente der Tierschützer ist meine persönliche Sichtweise auf Tierversuche stark von meiner Vergangenheit in der Arzneimittelforschung geprägt. Es hat sich nämlich gezeigt, dass sorgfältige und selektive Versuchsplanung bei sehr genau definierten Fragestellungen tatsächlich gute bis sehr gute Ergebnisse liefern kann, die auf die Verhältnisse beim Menschen durchaus übertragen werden und Erkenntnisse liefern können. Die objektiven Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte in der medikamentösen Therapie sehr vieler Krankheiten bezeugen dies eindrucksvoll. …. bitte lesen Sie hier weiter: Kann Alkohol tatsächlich gut für das Gehirn sein?
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Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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