 CDs im Regal können für einen Musikliebhaber große Erlebnisse bedeuten
Wegen ihres Umzuges in eine kleinere Wohnung hat uns eine Freundin ihre gesamte, in den letzten Jahrzehnten zusammengetragene Sammlung an CDs mit klassischer Musik überlassen. Voller Stolz und Freude haben wir dies immer wieder anderen Bekannten und Musik-Freaks erzählt und dafür meist furchtbare Häme geerntet. „Wie könnt ihr euch das antun? Heute holt man sich doch jedes beliebige Musikstück über einen Streaming-Dienst ins Wohnzimmer!“, so oder so ähnlich hieß es mehrheitlich. Stream heißt Strom und bezeichnet einen kontinuierlichen Datenstrom über ein Netzwerk, in das man sich mit oder ohne Kosten „einloggen“ und Musik hören kann. Man braucht weder Regale zum Aufbewahren der Tonträger noch Speicherplatz im Computer und hat Zugang zu unendlichem Musikspaß. Meine limitierte Erfahrung mit Spotify o. ä. Diensten hat mir gezeigt, dass diese tatsächlich unübertroffen sind, wenn es darum geht, sich rasch in ein exotisches, unbekanntes Stück Musik „einzuhören“. …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Compact Disk (CD) – ein alter Hut?
 Die Bayerische Staatsoper in München am Abend (Foto von Sebastian Flegl auf Pixabay)
In einer Aufführung der Bayerischen Staatsoper habe ich im Juli 2025 W. A. Mozarts (1756 – 1792) „Cosi fan tutte“ gesehen. Wenn man das Schauspiel und die Musik nicht nur als harmlose Verwechslungs- und Verkleidungskomödie im Rokokostil sieht, sondern darin eine weithin gültige Metapher erkennt, gewinnen der Inhalt und seine Musik eine geradezu frappierende Aktualität, der in der Münchner Inszenierung voll Rechnung getragen wurde: eine der Szenen war z.B. eine Garage, in der ein leibhaftiger SUV (der Sponsor-Marke BMW!) zum Mittelpunkt der Handlung wurde, die übrigens schnell erzählt ist:
1. Akt: Ferrando und Guilelmo preisen die Schönheit und die Treue ihrer Geliebten, den Schwestern Dorabella und Fiordiligi. Don Alfonso ist bezüglich der Treue skeptisch und schlägt seinen beiden Freunden eine Wette vor: Innerhalb eines Tages soll die Treue der Frauen auf die Probe gestellt werden und dazu versprechen die beiden Offiziere Ferrando und Guilelmo den Anweisungen Alfonsos bedingungslos zu folgen. Bleiben ihre Partnerinnen standhaft, so sind die jungen Männer die Gewinner. …. bitte lesen Sie hier weiter: „Cosi fan tutte“: Mozarts Beitrag zur sexuellen Befreiung
 Photographie der Marie d´Agoult von Antoine-Samuel Adam-Salomon – gemeinfrei
Einer der Höhepunkte der Klaviermusik von Franz Liszt (1811 – 1886) sind seine drei Bände mit dem Titel „Années de pèlerinage“. Der erste Band ist der Reise in die Schweiz in den Jahren 1835/36 gewidmet, die er mit seiner damaligen Liebeseroberung, der 28-jährigen Gräfin Marie d’Agoult unternimmt (dieser Verbindung entstammt übrigens Cosima, die spätere Frau von Richard Wagner). Fünf Jahre später werden die neun poetischen Ton-Miniaturen veröffentlicht. Sie schildern, manchmal auch durchaus onomatopoetisch, verschiedene Orte oder Stimmungen der Schweizer Landschaft, die die beiden besucht hatten. In Bex, einem Städtchen im unteren Rhônetal, hatten die zwei Verliebten eine längere Reisepause eingelegt, während der sie gemeinsam den Briefroman „Oberman“ des französischen Schriftstellers Étienne Pivert de Senancour (1770 – 1846) gelesen haben. Darin berichtete der junge Oberman seinem Freund in 91 Briefen vom eigenen Liebesleiden, der Sehnsucht und der Resignation, wobei die Grundstimmung entfernt an Goethes „Werther“ (erschienen 1774) erinnert. …. bitte lesen Sie hier weiter: Franz Liszt, la Vallée d´Oberman und Marie d´Agoult
 Agrivoltaik der Fa. AgriPV-Solutions GmbH, einem Pionier auf diesem Gebiet.
In den Rebgärten unserer kleinen Bodega „Los Barrancos“ in den andalusischen Alpujarras haben wir, trotz der beträchtlichen Höhenlage von 1.300 Metern, hautnah gesehen, dass die Hitzetoleranz der Weinreben beschränkt ist. Zwar mag der Weinstock die Sonne und die Wärme über alles, aber es kann auch zu viel werden und dann erhebliche Schäden und Qualitätseinbußen bewirken. Das mussten wir, trotz der Höhe, leidvoll in den letzten Sommern immer wieder erleben. Intensive Sonnenbestrahlung führt zum klassischen Sonnenbrand, der sich zunächst in einer rötlich blauen bis rötlich braunen Verfärbung der Blätter und dann in deren Welken äußert, schlussendlich kommt es zum frühzeitigen Eintrocknen der Weinbeeren. Derartig geschädigte Trauben können nicht zur Weinbereitung herangezogen werden, da sie durch die fehlende Ausreifung zu viele grüne Töne und unreife Tannine in das Endprodukt bringen würden. Die übermäßige Wärme tut ihr Übriges, den späteren Wein zu beeinflussen: eine Veränderung in der Aromatik, ein hoher Zucker- und damit auch Alkoholgehalt und schließlich ein vermehrter Säureabbau, der den Wein fett und fade erscheinen lässt. Außerdem haben wir erfahren, wie sich der Zeitpunkt der Weinlese im vergangenen Jahrzehnt immer weiter in den Sommer verschoben hat. …. bitte lesen Sie hier weiter: Vitivoltaik: die doppelte Flächennutzung im Rebgarten
 Die Orgel ist der Inbegriff der Kirchenmusik (Hier: in der Cathedrale St. Sauveur in Aix-en-Provence)
Ein von Musikern immer wieder genanntes Zitat lautet „Musik ist meine Religion“. So nannte sich einst auch der Titel der Erinnerungen von Richard Burmeister (1860-1944), einem Schüler und Bewunderer von Franz Liszt. Er muss selbst ein hervorragender Pianist und gelegentlich auch Komponist gewesen sein. Völlig unabhängig von Burmeisters Biographie-Titel haben Musik und Religion schon seit Urzeiten sehr viele Gemeinsamkeiten und wechselseitige Beziehungen. Immer wieder trifft man auf Menschen, die von religiösen Gefühlen beim Anhören von Musik berichten. Schon als Kleinkinder hören wir in vielen Schlafliedern von Gott, der die Sternlein zählet oder wenn er will, uns am Morgen wieder weckt. Die Melodien sind so einfach und harmonisch, dass sie sich in die Kinderseele einprägen und Abend für Abend Ruhe und Geborgenheit vermitteln. Später, wenn der eigene Geist erwacht ist, wird vermutlich eine der ersten Fragen sein „Was oder wer ist eigentlich Gott?“ Die abendlich-musikalische Zeremonie des Zubettgehen ist somit der erste Gottesdienst im Leben eines christlich erzogenen Menschen. Später, in der Kirchenbank trifft er die Musik wieder und sie hat zunächst die gleiche Wirkung wie damals: Sie schafft ein Gefühl der Sicherheit und des Friedens und tut der Seele einfach gut. …. bitte lesen Sie hier weiter: „Musik ist meine Religion“
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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