 Stefan Zweig ca, 1912 (Wikipedia.org, gemeinfrei)
Selten gelang es einem Buch mich so zu fesseln, dass ich jede freie Minute nach ihm griff um weiterzulesen. „Die Welt von Gestern“ von Stefan Zweig ist so ein Schmöker. „Erinnerungen eines Europäers“ lautet sein Untertitel und mir schien es tatsächlich als sei die europäische Welt vor den beiden Weltkriegen nicht nur eine historische Begebenheit sondern auch eine wunderschöne Utopie, ja eine Blaupause für unsere heutige Zeit, gewesen. Das Schengener Abkommen brauchte man damals nicht: jeder und jede konnte innerhalb des Kontinents ohne Papiere hinreisen wohin er oder sie wollte. Stefan Zweig tat es und knüpfte an vielen Orten Beziehungen über die er dann informativ und spannend berichtete. Der geschichtliche Rahmen, der in letzter Konsequenz zum Verlust seiner österreichischen Heimat, zur Emigration und zum Selbstmord führte, ist, obwohl er sehr gut bekannt ist, zu tiefst aufwühlend und macht das Buch zu einem erschütternden Dokument der jüngeren Geschichte. …. bitte lesen Sie hier weiter: Stefan Zweigs Welt von gestern
 Blick von Gomera auf den Teide auf Teneriffa
Wer von den kanarischen Inseln redet hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Gran Canaria oder Teneriffa im Sinn und verbindet damit verstopfte Flughäfen und zubetonierte Strände. Den scheußlichen Charakteristika des modernen Massentourismus kann man aber noch einigermaßen entkommen, wenn man sich auf eine Fähre begibt oder ein kleines Flugzeug der Binter-Canarias nach Gomera nimmt . Schon am Hafen von San Sebastian de Gomera empfangen den Besucher die Chiringuitos und verbreiten durch den Duft von in Öl frittiertem Fisch das richtige Inselgefühl. Von Schickimicki keine Spur! Unter Jahrhunderte alten Lorbeerbäumen sitze ich kurze Zeit später auf der Plaza de la Constitución und schlürfe einen kühlen Insel-Weißen aus Tamargada, dessen Cuvée aus den mir bisher unbekannten Forastera und Listán blanca besteht. Frisch und süffig! …. bitte lesen Sie hier weiter: Sanfter Tourismus: die Insel Gomera
 Stockfischproduktion 1924 auf den Lofoten, von: National Library of Norway via Wikimedia Commons
„De gustibus non est disputandum“ (Über Geschmäcker lässt sich nicht streiten) diese lateinische Erkenntnis soll der französische Gastrosoph, Schriftsteller und Koch Brillat-Savarin seinen unzähligen Anhängern hinterlassen haben. Vermutlich ist es die Übersetzung der spanischen Weisheit „sobre los gustos no hay disputo“ (oder umgekehrt). Ob Brillat-Savarin dabei auch an den Klippfisch bzw. seine Mittelmeer-Variante, den (span.:) „Bacalau“, gedacht hat, ist nicht überliefert. Es gibt in der Tat nur sehr wenige, etablierte und in vielen Gegenden rund um das Mittelmeer bereits traditionelle, Gerichte, die von Feinschmeckern so kontrovers beurteilt werden wie der gesalzene und luftgetrocknete Kabeljau, auf spanisch Bacalau genannt. Noch heute kann man einen Teil der Gründe für seine Ablehnung in manchen kleinen Lebensmittelläden in andalusischen Dörfern erriechen: den typischen, trockenen und penetranten Fischgeruch, dem das Tranige allerdings völlig fehlt. Es ist ein so charakteristischer Sinneseindruck, den man nicht vergisst und der sich bei gut zubereiteten Speisen mit Bacalau auch am Gaumen wiederfindet und für viele Feinchmecker den geschmacklichen Reiz ausmacht. …. bitte lesen Sie hier weiter: Genuss in Spanien: Bacalau und anderer Pökelfisch
 Der Ebro fließt durch das Herz der Rioja
Seit den Tagen des ersten Booms in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben sich die Weingüter und deren Winzer in der Rioja voll und ganz dem jeweils herrschenden Publikumsgeschmack verschrieben. Damals war es die Rotwein-Stilistik von Bordeaux, der man nacheifern musste, nachdem die Rebgärten an der Gironde fast vollständig der Reblaus zum Opfer gefallen waren und französische Händler Ersatz jenseits der Pyrenäen suchten. Lange später kam irgendwann Robert Parker und propagierte einen fruchtig-saftigen und Tannin-betonten Stil. Man folgte bereitwillig, denn Parker-Punkte versprachen ja gute Umsätze.
…. bitte lesen Sie hier weiter: Endlich bewegt sich etwas bei den Weißweinen der Rioja!
 Isabel del Olmo nimmt die Urkunden auf der BioFach 2018 in Nürnberg entgegen
Auf der Welt größten Messe für Bio-Lebensmittel und -Getränke, der BIOFACH 2018, in Nürnberg sind unsere Weine
Corral de Castro 2013
und
Loma de los Felipes 2014
am 15.02.18 mit je einer Goldmedaille von Mundus Vini ausgezeichnet worden. Wir freuen uns, in aller Bescheidenheit, über diese Anerkennung unserer Bemühungen etwas mehr als nur guten Wein zu machen.
Isabel del Olmo & Peter Hilgard
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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