 Theophile Gautier: Autor der in „Les Nuits d´Eteé“ zusammengestellten und von Berlioz komponierten Lieder
Es geschieht schon recht selten, dass ich eine CD-Einspielung zum Anlass nehme ein Essays über ein beeindruckendes Stück Musik zu verfassen. Aber vor einiger Zeit konnte ich im Radio Bekanntschaft mit Berlioz´ großartiger Lied-Komposition „Les Nuit d´Eté“ (Die Sommernächte) machen. Es sang die wunderbare Veronique Gens. Ich war hingerissen von der Musik und ihrer Interpretin! Am nächsten Tag begab ich mich zu einem „Record store“, wie es neudeutsch heißt, und versuchte einen Tonträger mit den „Nuits“ zu bekommen. Die einzige CD, die vorrätig war, war die mit Janet Baker als Mezzosopran unter dem Dirigat von John Barbirolli. Die Aufnahme stammte aus dem Jahr 1967. Das machte mich sehr skeptisch, denn ich hatte ja vermutlich eine deutlich geringere Tonqualität zu erwarten. Was später aus den Lautsprechern kam, war jedoch allerhöchster Musikgenusss und übertraf das Erlebnis meiner ersten Radiobekanntschaft mit dem Liederzyklus bei Weitem! …. bitte lesen Sie hier weiter: Les Nuits d´Eté (Sommernächte) von Hector Berlioz
 Gurken und Tomaten: wesentliche Bestandteile des Gazpacho andaluz (Foto: Nuzul Arifa auf Pexels)
Die kalte Gemüsesuppe namens „Gazpacho“ hat ihren Siegeszug durch die internationale kulinarische Welt längst hinter sich und ist heute ein fester Bestandteil der Gourmetküche sowie des heimischen Speiseplans der Bürger aller sozialen Schichten. Linguisten zerbrechen sich seit langem über den Ursprung des Wortes „Gazpacho“ den Kopf. Dass es lateinischer Herkunft sei wird von allen akzeptiert und während die einen den Begriff „gazophylacium“, was so viel wie Schatzkammer bzw. Kirchgenschatz bedeutet, bemühen, nehmen andere an „caspa“, die Schuppe, stünde Pate. Das würde auch, im Gegensatz zum „Kirchenschatz“, Sinn ergeben, denn man kann es auch mit Brotkrümel übersetzen, und diese sind natürlich wesentlicher Bestandteil eines Gazpacho. Noch heute findet man in Andalusien Familien die von der Suppe im Plural sprechen und sie „Gazpachos“ (die Brotkrümel) nennen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Gazpacho – der Sommerstar mediterraner Küche
 Die Farbskala: Beeren mit unterschiedlichem Anthocyangehalt an einer Traube (Foto: Pixabay)
Haben wir all die herrlichen Weißweine, wie die Riesling Beerenauslesen oder die großen Burgunder aus Chardonnay nur einer Laune der Natur zu verdanken? Die Wissenschaft hat längst erkannt, dass die weißen Rebsorten durch Mutationen des Erbgutes aus den roten Sorten entstanden sind. Dabei handelt es sich um Veränderungen der genetischen Informationen, die durch Umwelteinflüsse oder auch spontan bei der Zellteilung entstehen können. Den Beginn der eigentlichen Weißweinkultur muss man in der Antike suchen. Während in den frühen Schriftdokumenten immer nur der Wein als solcher angesprochen wurde, erwähnte der Begründer der wissenschaftlichen Medizin, der griechische Arzt Hippokrates (ca.460 v. Chr. – 370 v. Chr.), erstmals explizit den Weißwein. In Rom erlangte der Weißwein schließlich eine gewisse Popularität, wie uns der römische Universalgelehrte und Weinbauexperte Plinius der Ältere (23-79) schriftlich hinterlassen hat. Diese Tatsache hat die Feldherren und ihre Soldaten jener Tage ermuntert in den eroberten Gebieten im Norden Europas auch weiße Rebsorten anzupflanzen. Der in ihrer Heimat so populäre Rotwein hatte es dort nämlich schwer, da mancherorts das raue Klima eine ausreichende Farbbildung in den Schalen verhinderte, der blasse Weißwein dagegen hatte dieses Problem ganz offensichtlich nicht. Die Anthocyane, wie die roten Farbstoffe genannt werden, sind, biochemisch gesehen, komplexe Polymerverbindungen, die sich in den Beerenschalen während der Traubenreife bei direkter Sonneneinstrahlung bilden. Sie gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, sind also für die Rebe selbst nicht lebenswichtig, haben aber für den Menschen vermeintlich gesundheitsfördernde Wirkungen und werden in der Beerenschale durch licht- und temperaturabhängige Gene reguliert. …. bitte lesen Sie hier weiter: Zwischen rot und weiß: das Farbenspiel der Rebsorten
 Palacio de Pimentel, Geburtshaus Philips II. in Valladolid
 Die Fassade der Kirche San Pablo, Valladolid
Terra castellorum, „Burgenland“, nannte man im Mittelalter das Land, das heute – davon abgeleitet – Kastilien heißt. Im Gegensatz zum österreichischen Bundesland gleichen Namens, wo es überhaupt keine Burgen gibt, ist das spanische Kastilien tatsächliche ein Eldorado für Liebhaber von Burgen als lebendige Kulturdenkmäler. Burgen sind Wehrsiedlungen hinter deren Mauern Menschen Schutz vor feindlichen Kriegern bzw. anderen Aggressoren suchten und sich entsprechend verteidigen konnten. Ihre Baustile und ihre Gestaltungen spiegelten nicht nur den jeweiligen Zeitgeist, sondern in hohem Maße auch die Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten ihrer einstigen Bewohner wider. Häufig waren Burgen auch Herrensitze von adeligen Familien, die sich dann sogar nach dem Namen der Burg oder nach deren Standort nannten. Der Tatsache, dass Kastilien lange Zeit das Grenzland zum maurischen Al-Andalus war und sich den Angriffen der Muslime erwehren musste, ist die große Anzahl der Burgen in diesem Landstrich geschuldet. Andererseits gab es immer wieder lange Friedensperioden, in denen sich maurische und kastilische Kultur gegenseitig befruchten konnten. Noch lange nach der Eroberung von Al-Andalus durch die Christen (1492) wurde der Mudejarsstil, d.h. der von arabisch-stämmigen Architekten entworfene, maurische Baustil, vorwiegend in den kleineren kastilischen Städten und Burgen gepflegt. Er zeichnete sich durch gerade Linien, klare Kanten und eine sehr ästhetische, beinahe spirituelle, Schlichtheit aus. Man findet ihn innerhalb der Städte bei Wohnhäusern oder Kirchen verwirklicht und gelegentlich eben auch bei Burgen, die nach 1492 allerdiungs vorwiegend zu repräsentativen Zwecken von begüterten Familien gebaut wurden. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein Blick in die Seele Kastiliens
 Einzug der Mitglieder des sog. Vorparlaments in die Frankfurter Paulskirche, Holzstich, 1896 mit späterer Kolorierung
Ich sitze in einem Straßen-Café auf dem Frankfurter Paulsplatz, schlürfe einen Espresso, betrachte die unzähligen Touristen, die mit Bussen an- und abfahren und denke an das Paulskirche-Bild im nahegelegenen Frankfurter Historischen Museum. Darauf sieht man den mit schwarz-rot-goldenen Fahnen geschmückten Platz, auf dem am 18. Mai 1848, die Mitglieder des sog. Vorparlaments, eskortiert von Militärformationen, in die Kirche, ihren Tagungsort, ziehen. Die mir gegenüberliegende, heutige Paulskirche sieht zwar ähnlich aus wie auf dem kolorierten Holzschnitt, aber eben nicht ganz: es fehlt die Kuppel über dem Plenarsaal, den im Inneren zu restaurieren man sich nach dem 2. Weltkrieg erst garnicht die Mühe gab. Bereits von 1947 bis 1948 wurde das Gebäude nach alten Plänen durch spärlich fliessende Spenden der Bürger aus dem ganzen Land wieder aufgebaut. Warum die Eile? Die Geschichte der Paulskirche als erste Heimat einer demokratisch legitimierten, deutschen Nationalversammlung sollte, zusammen mit dem von ihr erarbeiteten Katalog der „Grundrechte des deutschen Volkes“, die ideelle Basis der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland werden, und die Pauskirche war deren sichtbares Symbol. …. bitte lesen Sie hier weiter: Paulskirchen-Jubiläum: auch ein Gedenken des Scheiterns?
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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