 Nach Franz Werfel ein denkbarer Treffpunkt der beiden Opern-Giganten Giuseppe Verdi und Richard Wagner: Auf dem Canale Grande in Venedig
Fern vom Fernseher und dem Windows-Office habe ich mir über die Feiertage mal wieder ein Buch vorgenommen und begeistert über Giuseppe Verdi, einen der größten Opernkomponisten, gelesen. Sein wohl schönstes literarisches Denkmal ist Franz Werfels (1890 – 1945) Lektüre mit dem schlichten Titel „Verdi. Roman der Oper“. Eigentlich war Werfel ein Lyriker des Expressionismus aber mit diesem 1924 veröffentlichten Buch gelang ihm der Durchbruch auch als Romancier. Wie sehr die Lyrik in seiner erzählenden Sprache dominiert, zeigen die beiden nachfolgenden Sätze, die die Stimmung am Markusplatz in Venedig, dem Ort der Handlung des Romans, beschreiben: „Die ein wenig überspannte Mittagssonne eines neblig-adriatischen Wintertages brach hervor und überströmte üppig die Kuppeln der Kirche des heiligen Markus, dieser russischen Jahrmarktbude Gottes. Als schiene nicht die Sonne, sondern als bohre ein überirdischer Scheinwerfer seinen Kegel in die Mattigkeit des Tages, stand allein die Kirche und der kleine Raum vor ihr in Strahlenflammen.“ Ein zentrales Thema der Geschichte ist die Auseinandersetzung Verdis mit Richard Wagner, der sich zur gleichen Zeit wie er selbst in der Lagunenstadt aufhält. Zwar kommen sich die beiden mehrmals physisch sehr nahe aber zu einem Dialog, den sich Verdi so innig wünscht, reicht es nicht. …. bitte lesen Sie hier weiter: Franz Werfel: Verdi
 Die archaischen Tiere des Löwenbrunnens in der Alhambra
Die archaischen Tiere des Löwenbrunnens in der AlhambraWenn man sich ein Bild von den Reisegegebenheiten im Spanien des ausgehenden 19. Jahrhunderts machen möchte, ist die einführende Reisebeschreibung zu den „Tales of the Alhambra“ von Washington Irving ein äußerst lesenswertes Dokument. Wegen der Gefahr auf Straßenräuber zu stoßen hat man damals längere Reisen auf dem Pferd oder Esel grundsätzlich nur in Gruppen unternommen. Im Frühjahr 1829 machte sich der Autor zusammen mit einem Bekannten auf Pferden reitend von Sevilla auf den Weg nach Granada. Streckenweise schlossen sie sich anderen Reisenden an, so, dass immer kleine Karawanen unterwegs waren. Man mietete sich einen bewaffneten Führer, falls man in brenzlige Situationen mit „bandoleros“ (Wegelagerer, Banditen, Räuber) kam. Trotz dieser Widrigkeiten gab Irving als Grund für seine Reise lediglich „Neugier“ an. Vielleicht gehörte ja der Nervenkitzel der Möglichkeit einem Robin Hood zu begegnen zum Vergnügen der Reise eines amerikanischen Gentlemans. Auf alle Fälle brachte der Amerikaner beim Verfassen seiner „Tales“ eine Menge Humor mit. So beschreibt er allen Ernstes z.B., wie er eines Tages in der „Posada“ eines Örtchens namens Gandul ankommt und niemand ihm sagen konnte wie spät es war. …. bitte lesen Sie hier weiter: Reflexionen über Washington Irving und Granadas Alhambra
 Symbol der Liebe als Naturereignis oder phototechnisch fabrizierter Himmelskitsch? (Pixabay)
Vielleicht erstaunt den Leser eines „önosophischen Blogs“ der Titel dieses Beitrags. Über die Liebe zu schreiben ist nun wirklich nicht originell und wenn ein Autor es trotzdem tut, sollte er schon einen besonderen Grund dafür haben. Urteilen Sie bitte selbst, ob dies hier zutrifft! Was ist denn überhaupt Liebe? In Lehrbüchern der Psychologie finden wir meist eine Definition, die so oder so ähnlich lautet: Liebe ist ein Gefühlszustand der starken Zuneigung. Wenn wir uns die körperlichen Reaktionen vor Augen führen die Liebe verursachen kann, wie erhöhten Herzschlag, feuchte Haut und Hände oder stärker durchblutete, rote Wangen, können wir beobachten, wie seelische Vorgänge eine somatische Reaktion auslösen. Am deutlichsten wird dies wenn sich die Liebe auf einen Partner oder eine Partnerin bezieht. Zwischenmenschliche Beziehungen sollen aber nicht mein Thema sein, denn ich möchte aufzeigen, dass wir auch leblose Gegenstände lieben, d.h. ihnen gegenüber einen Gefühlszustand der leidenschaftlichen Zuneigung erreichen können. …. bitte lesen Sie hier weiter: Es geht um die Liebe
 Sehnsuchtsort der Weinfreunde auch schon im 19. Jahrhundert: das Rheintal
Wenn Musikhistoriker vom „Krieg der Romantiker“ sprechen, meinen sie den Streit zwischen zwei Betrachtungsweisen der Musik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die eine Richtung wollte die Harmonien der Klassik auflösen und der Musik ein erzählerisches Programm unterlegen während sich die anderen Musiker der Tradition verpflichtet fühlten und der „absoluten Musik“ huldigten. Die progressive „Neudeutsche Schule“, die ihre Heimat in Weimar hatte, wurde von Franz Liszt und Richard Wagner angeführt, während die Protagonisten des konservativen Kreises, vorwiegend in Leipzig ansässig und auf dem Einfluss von Felix Mendelsson-Bartholdy fußend, Clara Schumann, Johannes Brahms und der Star-Geiger Joseph Joachim waren. Interessanterweise war für beide Gruppen der geistige und künstlerische Vater ihrer Bewegung Ludwig van Beethoven. …. bitte lesen Sie hier weiter: Der Weingenuss hätte Wagner und Brahms zusammenführen können
 Bei maschineller Lese können Pyrazine aus Weinblättern mit in den Gärtank und später in den Wein kommen (Foto: Pixabay)
Wie kann es sein, dass frisch gepflückte Essweintrauben, auch Tafeltrauben genannt, neben ihrer Süße nur sehr verhalten fruchtige Aromen preisgeben? Manchmal kann man allerdings Muskat-, grasige Apfelnoten oder auch andere, vegetabile Geschmacksstoffe wahrnehmen. Dagegen bringt das Traubenprodukt Wein häufig eine ganz unerwartete Fülle von Aromen ins Glas. Das hat natürlich mit dem Prozess der Vinifikation und der anschließenden Lagerung des Weins zu tun. Entsprechend spricht man von drei Aromentypen: (1) den Primäraromen, die tatsächlich aus den Trauben stammen, (2) den Sekundäraromen, die während und rund um den Prozess der Gärung entstehen, und (3) den Tertiäraromen, die sich während der Tank- bzw. Flaschenlagerung bilden. Im Folgenden möchte ich mich auf eine ganz besondere Gruppe von Primäraromen und deren Hintergründe konzentrieren. …. bitte lesen Sie hier weiter: Pyrazine stehen für die grünen Aromen im Wein
|
Kontakt Sie erreichen uns am besten per mail an
info@lavineria.de
oder per Telefon unter 069 – 752816
Etwas über uns … Im Blog "Spaniens Weinwelten" hat der Journalist und Weinkritiker Thomas Götz unter dem Titel „Los Barrancos – der Wein, der Vogel und die schönen Künste“ unser „Vogel-Projekt“ sachkundig beschrieben und kommentiert.
Und hier "Spanischer Biowein, Buchlesung und Kaminfeuer auf Langeoog“ finden Sie zusätzliche Informationen über unsere Aktivitäten.
Kreativität und Wein
In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
|