Für Sterne-Küche war ich immer zu haben: kein Umweg war zu groß oder keine Route zu kompliziert um zu einem der gelobten Restaurants in Europa zu gelangen, wo es sich gut essen ließ. Dieser blog ist voll von Beschreibungen derartiger Reisen (siehe z.B. Celler de Can Roca, Carme Ruscalleda, die großen aus San Sebastian, Stephan Wiesner und das Echaurren). Natürlich war immer eines der Kriterien ob es an dem Ort dazu auch gute Weine gab. Die gelungene Verbindung von beidem hat mich oft genug ins gastronomische Nirwana entführen können. Dass das alles nicht für peanuts zu haben war ist mir immer erst bei der Kreditkartenabrechnung aufgefallen. Mein ständig enger werdender Gürtel hat nach jedem Mahl einen dezenten Hinweis auf die Nahrhaftigkeit meines Hobbys gegeben. In diesen Situationen kam ich mir gelegentlich ein wenig vor wie ein Angehöriger einer gastrosophischen Religionsgemeinschaft, die sich an bestimmte Speisevorschriften und -rituale hält und damit allen Sterneclub-Mitgliedern ein sonderbares „Wir-Gefühl“ vermittelt. An die Kosten eines Mahles zu denken, die eine arme, 5-köpfige Familie vermutlich einen Monat ernährt hätten, war, wegen der eingebauten Spaßbremse, tabu.
Erstaunt hat mich immer wieder, dass ich mich nach den gastronomischen Erlebnissen, die ich zugegebenermaßen genossen habe, sehr schnell einer Erinnerungslücke gegenüber konfrontiert sah. …. bitte lesen Sie hier weiter: Plädoyer für eine sternelose Küche
Bei der Betrachtung der Geschichte der Wikinger werde ich zwangsläufig an die islamischen Terrormilizen im vorderen Orient erinnert: wie diese heute zogen im frühen Mittelalter die Wikinger kreuz und quer durch die Lande, plünderten, raubten und brandschatzten die Dörfer und töteten die Einheimischen. Wer waren diese Menschen? Sie kamen aus dem Norden, dorther wo wir heute die skandinavischen Länder auf der Landkarte sehen. Sie waren keine ethnische Einheit sondern ein bunt zusammengewürfeltes Volk aus den verschiedensten nordischen Stämmen. Ihre Gemeinsamkeit waren die enormen Kenntnisse im Schiffbau. Die langen, schlanken Segelboote, mit denen sie über das Meer kamen und auf den Flüssen ins Festland eindrangen, waren sehr schnell und manövrierfähig. Aber es waren nicht nur kriegerische Absichten, die die Nordmänner verfolgten, sie trieben auch Handel mit ihren landeseigenen Produkten wie Stockfisch, Bienenwachs und Honig, Fellen und Tierhäuten sowie Bernstein. Dafür bekamen sie wertvolle Stoffe, Gewürze und vermutlich auch Wein. Auch im lukrativen Sklavenhandel engagierten sie sich.
…. bitte lesen Sie hier weiter: Die Wikinger und der Wein

Ende Oktober 2015 wurde in Granada in der Nähe der Kathedrale das neue „Centro Garcia Lorca“ eröffnet. In der sehr ansprechenden, modernen Architektur wurde für diese Gelegenheit eine Ausstellung zusammengestellt, die verschiedene Dokumente und Kunstwerke zum Thema „Teoría Del Duende“ versammelt hat (läuft vom 30.10.2015 bis zum 10.02,2016). Was ist „Duende“? Im Lexikon findet man dazu die Übersetzungen „Gespenst“, „Kobold“, „Poltergeist“, „Elfe“, „Klopfgeist“ oder „das gewisse Etwas“. Federico Garcia Lorca, der geniale Sprachkünstler aus Andalusien, hat es etwas anders definiert: Duende ist eine Kraft, die durch den ganzen Körper zieht, eine kreative, magische Kraft, die sich in der Kunst, vor allem in der Musik, formt und ihr Ausdruck verleiht. Der Duende ist ein Geist, der dem Künstler die Beschränkung des Intellektes verdeutlicht. Lorca schrieb in seiner berühmten Abhandlung deren Titel die Überschrift der Ausstellung ist: „Alles, was schwarze Töne in sich birgt hat Duende. Diese mysteriöse Kraft kann jedermann spüren aber kein Philosoph erklären, sie ist die Seele der Welt.“ Kein Wunder, dass das erste Ausstellungsstück im Centro Garcia Lorca der 1929 fertiggestellte, surrealistische Film von Luis Buñuel und Salvador Dalí …. bitte lesen Sie hier weiter: Der „Duende“ des Weins
 Beethoven mit spanischem Akzent: Programmheft der Klaviersonaten in Granadas Corral del Carbón
Mitten in der Stadt Granada, ein Katzensprung von der Kathedrale entfernt, liegt das älteste Gebäude der Stadt aus maurischen Zeiten: der „Corral del Carbón“, eine Karawanserei aus dem 14. Jahrhundert. Hier wechselten in muslimischen Zeiten verschiedenste Waren ihre Besitzer, zuletzt, wie der Name andeutet, waren es die Kohlehändler, die hier ihren schwarzen Brennstoff feilboten. Heute ist der Innenhof dieses Ortes, dessen filigrane maurische Ästhetik den Besucher bezaubert, Schauplatz von kleinen Kammerkonzerten während des Internationalen Musik- und Tanzsommerfestivals in Granada, einer der bedeutendsten europäischen Kulturveranstaltungen südlich der Pyrenäen. Unter der Überschrift „Beethoven – mit spanischem Akzent“ haben neun herausragende …. bitte lesen Sie hier weiter: Beethoven im Corral del Carbón
Für beinahe jeden von uns hat der Sommer seinen ganz eigenen, individuellen Reiz. Wärme, Sonne, Meer, Berglandschaften oder die berühmte duftende Sommerwiese lösen Glücksgefühle aus und vermitteln das intensive Gefühl zu leben. Einen ganz besonderen Aspekt des Lebens repräsentieren für mich die Vögel. Sie sind ortsungebunden und scheinbar frei von jeglichen geographischen Zwängen. Manche von ihnen sind dazu noch wunderschön, andere können bezaubernd singen wieder andere vollführen ein kunstvolles Ballett in den Lüften. Kurzum, die Vögel sind Lebewesen, die in ihrer Ausdruckskraft der menschlichen Spiritualität ähneln. Sie haben Eigenschaften, die unseren geistigen Fähigkeiten nahe kommen. Auch die Vielfältigkeit des Geistes findet ihr Gegenstück in der Artenvielfalt der Vögel. Deswegen sind sie so faszinierend. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ich bin dann mal bei den Bienenfressern!
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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