Schon in meiner Münchener Studentenzeit hat es mich in den Sommermonaten immer wieder nach Nymphenburg in den Schlosspark gezogen. Vor der Amalienburg konnte ich stundenlang auf dem Rasen sitzen und die wunderschöne Rokoko-Fassade auf mich wirken lassen und neben mir lagen die trockenen medizinischen Lehrbücher im Gras, die ich dann keines Blickes mehr würdigen wollte. Ich glaubte der Musik Mozarts näher als irgendwo anders auf der Welt zu sein. Das Dämonische in den Tönen des Salzburger Meisters konnte ich damals allerdings noch nicht begreifen.
…. bitte lesen Sie hier weiter: Die begeisternde Erotik des Rokoko
Unter den drei Handvoll großen und bedeutenden Rebsorten dieser Welt sind beinahe die Hälfte französischen Ursprungs. Während man die spanische Tempranillo, die italienische Sangiovese oder die amerikanische Zinfandel außerhalb ihrer Landesgrenzen nur sehr selten antrifft, werden französische Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir, Syrah, Chardonnay, Viognier oder Sauvignon Blanc so gut wie überall auf der Welt angebaut. Sie sind geradezu zum Synonym für „internationale Rebsorten“ geworden. Gibt es eine plausible Erklärung dafür? Es kann eigentlich nicht sein, dass die klimatischen oder geologischen Voraussetzungen für nichtfranzösische Rebstöcke so anders sind, dass sie fast nirgendwo auf der Welt eine neue Heimat finden könnten. Vielleicht kommt man dem Phänomen der Dominanz gallischer Sorten über einen Blick auf die Kulturgeschichte etwas näher.
…. bitte lesen Sie hier weiter: Das französische Vorbild in der Weinkultur
Bei Oscar Wilde (1854 – 1900) dem großen irischen Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor habe ich eine Aussage gefunden, deren Inhalt mir sehr einleuchtend scheint: „Die Leidenschaft für die Lust ist das Geheimnis der Junggebliebenen.“ Als ich diese Zeile las erinnerte ich mich sofort wieder an meine Begeisterung in Studentenzeiten für die Schriften Sigmund Freuds (1856 -1939). In dessen faszinierendem Buch „Das Unbehagen in der Kultur“ (veröffentlicht 1930) stand zu lesen, dass ausschliesslich das Lustprinzip den Lebenszweck bestimmt. Hatte Wilde diese Erkenntnis schon Jahrzehnte vorher? Freud, der Begründer der Psychoanalyse, hat das „Lustprinzip“ als Antipoden des „Realitätsprinzips“ gesehen und gleichzeitig damit die psychische Regelung der sogenannten „Primärvorgänge“ definiert: alles was wir als Bilder oder Empfindungen direkt wahrnehmen und was in uns das Bedürfnis nach Befriedigung weckt, gehört in die vom Lustprinzip gesteuerten unbewussten Primärvorgänge. Die Bedingung dabei ist, …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Leidenschaft für die Lust
 Leonardo da Vinci: Der truvianische Mensch
In den letzten Jahren gab es die Neigung im Getränke-Journalismus die gesundheitsfördernden Eigenschaften des Weins übertrieben positiv darzustellen. Ich selbst bin dieser Sichtweise mehr als einmal erlegen gewesen, wie sich jedermann in diesem blog überzeugen kann. Auch die Liebe zum Wein macht vielleicht blind und verstärkt die Tendenz der selektiven Wahrnehmung positiver Aussagen. Wein und Gesundheit ist ein weithin beachtetes Thema, dem sich auch medizinische Fachgesellschaften nicht mehr verschließen. Klinische Studien haben, allerdings so gut wie immer retrospektiv, herausgefunden, dass Weinkonsum vorbeugend bei so unterschiedlichen Krankheitsbildern wie Krebs, Depressionen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Demenz und Osteoporose wirken soll. Weniges davon scheint aber wissenschaftlich wirklich hieb- und stichfest zu sein, …. bitte lesen Sie hier weiter: Kein Wein in der Schwangerschaft!
Obwohl der Protagonist des Films „Hello I am David“ nur Coca-Cola und Tee trinkt ist es einer der schönsten Streifen, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Wie kein anderes Werk vermittelt er tiefe Einsichten über das Wesen der Musik. Unter den Künsten ist Musik ja die komplexeste, denn sie ist mit den Dimensionen unserer Wahrnehmungswelt alleine nicht zu verstehen. Während Malerei, Skulptur, Literatur und Poesie sich vermeintlich erlebbare Welten vorzustellen versuchen basiert die Musik nur auf Zeit und Gefühl und bleibt, trotz physikalisch messbarer Töne, immer abstrakt. Dies gilt in besonderem Maße für die „reine“ Musik, die ohne Gesangstext oder sonstigem Programm auskommen muss. Musik sind Klänge und Rhytmen, die in einem, vom Komponisten stammenden, mystischen Verhältnis zueinander stehen. Dies nachzuempfinden und dem Zuhörer deutlich zu machen ist die Aufgabe des musikalischen Interpreten. In ihm oder in ihr muss also ein Teil der Seele des Komponisten, dem Schöpfer des Musikstückes, zum Leben erweckt werden. Dass dies primär ein emotionaler Prozess sein muss zeigt nichts eindrucksvoller als das Klavierspiel von David Helfgott. …. bitte lesen Sie hier weiter: David Helfgott: Einsichten in das Wesen der Musik
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Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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