 Klassischer Gebrauch des Taschentuchs. (Foto: Pixabay, mit Dank an Peter Danbury)
An einem der ersten Sommertage bin ich, gleichsam als Begrüßung der neuen Jahreszeit, zu meinem Lieblings-Eisladen gegangen und habe mir einen Becher voll der süßen, kalten Verführung genehmigt. Als das Gefäß leer gelöffelt war, wollte ich mir den Mund abwischen und bemerkte, dass ich meine Papiertaschentücher zu Hause vergessen hatte. Ich musste zurück in das Geschäft, um mir eine Papierserviette geben zu lassen. Dann erinnerte ich mich daran, dass meine Großmutter ständig ein parfümiertes Taschentuch unter dem Ärmel am Handgelenk trug und mein Vater immer peinlich darauf achtete, dass er sich morgens ein frisches Taschentuch in die Hosentasche steckte. Keinem von den beiden wäre mein Fehlendes-Taschentuch-Schicksal am Eissalon widerfahren! Immerhin wurde ich durch diese kleine Begebenheit dazu motiviert, mich mit dem „Kulturgut Taschentuch“ und seiner Geschichte zu beschäftigen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Kultur des Taschentuchs
 Der Chinesische Turm in München, 1895 (Foto: Wikimedia)
In den Nachrichten erfahren wir beinahe täglich von der neuen Großmacht China, die sich aufmacht, als technologischer Innovator die Vereinigten Staaten zu überholen. In Bereichen wie Telekommunikation und Künstlicher Intelligenz scheint dies schon geschehen zu sein. Das weckt Ängste in den westlichen Gesellschaften vor dem schleichenden Machtzuwachs der autokratisch regierten sog. Volksrepublik China. Einer der häufig angewandten Abwehrmechanismen ist die Diffamierung Chinas als „Kopier-Wirtschaft“, d.h. China soll ein Meister der Industrie-Spionage und praktischen Anwendung der dadurch gewonnenen Erkenntnisse sein. Da war sicher einmal etwas daran, allerdings muss man das Perfekt in diesem Satz deutlich betonen. China ist heute außerordentlich innovativ, wie die zunehmende Zahl an Patenten und der weltweite Export-Erfolg seiner Waren zeigen. Das „Kleinmachen“ chinesischer Innovationskraft ist zu einem großen Teil aus einem Gefühl des Neides geboren und dies hat mich veranlasst, die Geschichte der kulturellen Beziehungen zwischen China und Europa etwas näher zu betrachten. …. bitte lesen Sie hier weiter: China: einst kulturelles Vorbild, später Plagiator und heute Weltmacht
 Feuerwerk (Foto: Pixabay)
Wie jedes Jahr wurde auch kürzlich wieder vor Silvester die Diskussion über ein Verbot für Feuerwerke und Böller aller Art diskutiert. Die progressiven Niederlande gelten dabei für viele als Vorbild: ab 2026/27 darf das Neue Jahr nicht mehr mit einem Feuerwerk begrüßt werden. Sicherheitsbedenken werden als Grund dafür angeführt und das Parlament, die gewählte Volksvertretung hat es abgenickt! In der letzten Nacht des vergangenen Jahres habe ich das mitternächtliche Feuerwerk von der Terrasse unserer Wohnung im Westend erlebt und war wirklich begeistert von dem grandiosen Himmelsschauspiel aus bewegtem Licht und Farben. Und das wollen einige Mitbürger abschaffen? In der Geschichte müssen wir über 2000 Jahre zurückgehen, um die Erfindung von Knallkörpern aufzuspüren. Etwa zwei Jahrhunderte vor dem Beginn unserer Zeitrechnung wurden in China Bambusstangen ins offene Feuer geworfen. Die entstehende Hitze innerhalb ihrer Hohlräume ließ die Stücke mit einem lauten Knall explodieren. Man tat dies mit einer ganz speziellen Absicht, nämlich die bösen Geister zu vertreiben. Erst die Entdeckung des sog. „Schwarzpulvers“ in einer chinesischen Alchemisten-Küche (ca. 600–900 n. Chr.) – einer Mischung aus Salpeter, Schwefel und Holzkohle – ermöglichte die Herstellung von Feuerwerkskörpern im heutigen Sinne. In den Anfängen wurde das Pulver auch in Bambusrohre gefüllt und gezündet, gleichzeitig wurde die Anwendung der Feuerspektakel um die Ehrung des Paares bei Hochzeiten, beim Neujahrsfest und bei verschiedenen anderen, spirituellen Zeremonien, erweitert. Der tiefe Sinn Glück zu bringen und Dämonen abzuwehren blieb erhalten. …. bitte lesen Sie hier weiter: Feuerwerke zur Vertreibung böser Geister?
 Anna Maria von Berchthold zu Sonnenburg geb. Mozart
Hinter dem eindrucksvollen Namen der Reichsfreiin (Baronin) von Berchthold zu Sonnenburg steckt eine mindestens so beeindruckende Musikerin, nämlich die Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart, das berühmte „Nannerl“. Die populäre Erzählung vom adretten, kleinen Mädchen, welches die ersten Kompositionen ihres jüngeren Bruders in den europäischen Fürstenhäusern zum Besten gab, übersieht die Komplexität und Bedeutung ihrer Biografie. Maria Anna Mozart (1751 – 1829) wurde im gleichen Haus wie Wolfgang auf der Salzburger Getreidegasse, geboren und wurde, genau wie ihr Bruder, schon im Kindesalter vom autoritären, aber didaktisch versierten Vater Leopold im Klavierspiel unterrichtet. Leopold Mozart (1719 – 1787), selbst ein hervorragender Pianist, hatte mit seinem guten musikalischen Gespür frühzeitig erkannt, dass seine beiden Kinder außerordentlich begabt waren. In den Tagen des ausgehenden 18. Jahrhunderts war die Erziehung der Frau allerdings ausschließlich auf ihre Rolle als zukünftige Ehefrau ausgerichtet und professionelle Musikerinnen gab es nicht. Trotzdem muss man zur Kenntnis nehmen, dass die jugendliche Maria Anna Mozart, dank ihrer Virtuosität auf dem Piano, eine der ersten kosmopolitischen Star-Instrumentalisten ihrer Zeit war. Zusammen mit ihrem Bruder und Vater bezauberte sie auf ihren gemeinsamen Reisen die Musikwelt in ganz Europa. …. bitte lesen Sie hier weiter: Maria Anna Reichsfreiin von Berchthold zu Sonnenburg
 Abfall auf den Straßen macht unsere Städte unwirtlich (Foto: Pixabay, mit Dank an Derks24)
Der Staat benötigt Unsummen an Geld für Investitionen in die Infrastruktur und die Verteidigung des Landes. Wer soll das bezahlen, wenn nicht letztlich wir alle! Daher heißt es, dass die Ausgaben u. a. durch Einsparungen ausgeglichen werden müssen und das bedeutet für viele Menschen Verzicht auf manch lieb gewonnene finanzielle Kapriole bzw. Annehmlichkeit. Dem gleichsam staatlich verordneten Verzicht, der für alle Bürger gleichermaßen gilt, steht der freiwillige Verzicht gegenüber. Jeder gewünschten Aufgabe einer persönlichen Neigung geht der Vorsatz voraus, dies zu tun. Wir kennen alle die guten Vorsätze an Sylvester, dass ich im nächsten Jahr das Rauchen aufgebe, weniger Alkohol trinke, mich mehr um die kranke Tante kümmere oder keine Waren mehr bei Online-Giganten kaufe um den Einzelhandel zu unterstützen. Jeder Mensch hat seine eigenen Verzichtsvorsätze in einer Welt, in der er „normalerweise“ im Überfluss lebt. …. bitte lesen Sie hier weiter: Das Erlernen von Verzicht – eine Lebensaufgabe?
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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