
- Die reife Merlottraube
Der Merlot ist eine sehr charaktervolle Rebsorte, die sich von ihrer Heimat an der Gironde über fast alle Weingegenden der Welt verbreitet hat. In seinem Ursprungsland Frankreich wird er selten als reinsortiger Wein ausgebaut und in den Cuvées spielt der Cabernet Franc, dessen Charakter dem Merlot ähnlich ist, eine große Rolle. Der Siegeszug des Merlots begann mit seinem reinsortigen Ausbau in den 80-iger Jahren, insbesondere in der neuen Welt. Im Gegensatz zum Cabernet Sauvignon, der immer als „männlicher“ Wein mit Ecken und Kanten galt, wurde der Merlot mit dem Prädikat „weiblich“ bedacht und mit Eigenschaftsklischees wie weich, geschmeidig, fruchtig und charmant versehen. Seine Verbreitung hat der Merlot nicht nur den genannten Eigenschaften sondern auch seiner Ertragsstärke zu verdanken. Auf den ersten Blick erscheint er als eine komplikationslose, einfach zu handhabende Sorte.
Wer sich aber durch die vielen Anbaugebiete des Merlots in Europa und Übersee durchprobiert hat, wird rasch erkennen, daß es nur selten wirklich gute Weine …. bitte lesen Sie hier weiter: Spanien – eine neue Heimat für den Merlot

- Titelblatt des Don Quijote 1605 (4. Auflage)
Am Beginn des 16. Jahrhunderts entstand mit dem Don Quijote in Spanien Weltliteratur. Seither haben sich Jung und Alt über die Abenteuer des sinnreichen Junkers von der Mancha gefreut und immer wieder voll Bewunderung und Genuss nach den humorvollen und ironischen Erzählungen des Miguel de Cervantes gegriffen, in denen eine längst vergangene Zeit zum Leben erweckt wird. Weinfreunde sehen im erdverbundenen und bauernschlauen Sancho Panza den Vorläufer der heutigen Weinkritiker, denn er verstand sich wahrlich auf den Wein und das Erschmecken seiner Eigenschaften. Er selbst behauptet von sich, dass „wenn man mir irgendeinen beliebigen Wein zu riechen gibt, ich gleich seine Heimat und Herkunft erkenne, und wie er schmeckt und wie lang er sich hält…“ Auf die Frage wo er denn diese Gabe her habe, entgegnet er, …. bitte lesen Sie hier weiter: Sancho Panza – eine ironische Verspottung des Weinkenners?
Wir reden heutzutage viel von „gepanschten“ oder „von der Chemie verbesserten“ Weinen. In diesem Zusammenhang bin ich auf eine höchst amüsante Literaturstelle aus dem 19. Jahrhundert gestossen. Johann Wolfgang Döbereiner, geb. 1780 und gestorben 1849, war einer der großen Chemiker seiner Zeit. Er gilt als der Vater der systematischen Ordnung der chemischen Elemente, seine „Triadenlehre“ war eine wichtige Vorarbeit zur Aufstellung des …. bitte lesen Sie hier weiter: Der Traum vom Wein aus der Retorte
Was passt zum emotional unterkühlten Fischgericht wohl besser als ein kühler Weißwein? Wie der Fisch zum Fleisch steht der Weißwein im Kontrast zum Rotwein. Nicht nur die Farbe unterscheidet die beiden konträren Pole, auch ihr Charakter. …. bitte lesen Sie hier weiter: Fisch und Weißwein: die spanische Metapher für gute Küche

- Eine alte Apotheke
Zwar ist dem Kenner spanischer Weinkultur das Wort „bodega“ ein geläufiger Begriff, aber die Vielfalt seiner Bedeutung ahnt er meist nicht. Für den einen ist es vielleicht die kastilische Bezeichnung für eine Kellerei, für den anderen der magische Klang einer spanischen Institution, die man im Deutschen am ehesten mit „Weinschänke“ übersetzen würde. Beides ist natürlich ganz eng miteinander verbunden, denn die Kellereien waren ja früher fast immer auch Treffpunkte von Menschen, deren Gaumen dem Wein andächtig huldigten. In der „guten Stube“, dem Empfangsraum, vieler alter Kellereien hängen oft noch vergilbte Photos von Berühmtheiten aus Politik und Kultur, wie sie zwischen den Faßreihen stehen und ihre „copita“ (Weinglas) zärtlich in der Hand wiegen. Man ist stolz auf den König, den Präsidenten und seine Minister, Stars und Sternchen vom Film oder Theater, …. bitte lesen Sie hier weiter: Was hat die Apotheke mit dem Wein zu tun?
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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