Kürzlich habe ich von den „Wein-Trends“ gesprochen und ich glaube, dass sich – zumindest bei Weißweinen – in Deutschland gerade eine Wandlung hin zur Bevorzugung von „restsüßen“ Weinen vollzieht. Unter Restzucker versteht man die Menge an unvergorenem Zucker im Wein nach Abschluss der Gärung (ausgedrückt in Gramm pro Liter, g/l). Mancher Weinfreund wundert sich, dass bei diesen restsüßen Weinen dann noch „trocken“ auf dem Etikett vermerkt ist. Das kann völlig in Ordnung sein, denn das Weingesetz sieht vor, dass die Grenze für Bezeichnung „trocken“ bei 7,0 g/l Restzucker liegt bzw. bei maximal 9 g /l, wenn die Gesamtsäure höchstens 2 g/l niedriger ist. (Beispiel: ein Wein mit 9 g/l Zucker muss auf jeden Fall 7 g/l Säure haben wenn er als trocken gelten soll). Im Gegensatz …. bitte lesen Sie hier weiter: Zucker im Wein: Geschmack und Medizin
Wenn Christen zum heiligen Abendmahl schreiten und ihnen der Kelch gereicht wird, befindet sich darin nicht gewöhnlicher Wein. Er muss vorher von einem Priester gesegnet werden. Gekeltert werden darf der Wein auch nur mit besonderer Erlaubnis des zuständigen Bischofs, der auf die Einhaltung des kirchlichen Reinheitsgebotes achtet. Dies beinhaltet, dass der Wein aus Weintrauben gemacht sein und ohne jede Zusatzstoffe (auch ohne zusätzlichen Zucker) auskommen, also naturbelassen bleiben muß. Gestattet ist lediglich der Zusatz von reinem Weinalkohol zu Stabilisierungszwecken. Der Winzer und auch der Händler, der den Messwein herstellt bzw. vertreibt, muss für die Reinheit seines Produktes eidesstattlich bürgen.
Diese Regeln stammen aus dem Mittelalter, wo es im Weinhandel …. bitte lesen Sie hier weiter: Reiner Wein und Religion
 Das Restaurant „Sant Pau“ von Carme Ruscalleda und Toni Balam (3 Michelin-Sterne) in Sant Pol de Mar
Wenn man schon einmal in Girona ist, ist es nicht weit zum kleinen Badeort Sant Pol de Mar an der Costa del Maresme. Hier lässt nichts vermuten, dass es außer ein Paar der üblichen tapas zu einer „caña“, noch irgend etwas anderes Genießbares gibt. In der Gastroszene Kundige wissen aber sehr wohl vom „Grand Pau“, einem von Spaniens sieben mit drei Michelin-Sternen dekorierten Häusern. Hier ist das Reich von Carme Ruscalleda und Toni Balam. Ein schönes lichtes Restaurant mit einem großen Fenster und Blick auf den kleinen Garten und das Meer. Die Farben sind in weiß, elfenbein und warmem gelb gehalten, die Einrichtung ist schlicht und sehr geschmackvoll. Kurzum, man fühlt sich sofort wohl, wozu der aufmerksame und außerordentlich freundliche Service einen wichtigen Beitrag leistet. Wir waren mittags da und hatten uns für das Menü entschieden zu dem der Sommelier auch eine Abfolge von Weinen angestellt hat. …. bitte lesen Sie hier weiter: Carme Ruscalleda: eine sensible *** Geschmackskünstlerin
 Der Weinkeller des Celler de Can Roca mit über 40.000 Flaschen
Wenn man mit dem Billigflieger ins katalanische Girona fliegt hat man Geld gespart. Die Ersparnisse sind aber sofort futsch wenn man dort ins „Can Roca“ geht. Immerhin die renommierte, San Pellegrino-gesponsorte, Internet-Seite „The World´s Best 50 Restaurants“ hat das Restaurant der drei Roca- Brüder Joan, Josep und Jordi auf Platz 2 der Weltbestenliste gesetzt, nach dem Kopenhagener „Noma“ (Nr. 1). „Die Leidenschaft fürs Kochen und die Gastfreundschaft der drei Brüder kann man förmlich anfassen, aber die Gerichte sind mehr spielerisch als ernsthaft“ kommentierte das Portal. Tatsächlich die karamellisierten Oliven an einem Bonsai- Olivenbaum hängend sind ein wunderbares Beispiel dafür. Sie sind ein Gaumenkitzel mit großartigem Geschmack. Die übrigen Amuse-Bouches waren in einem Lampion versteckt, der die Welt darstellte und jeder der fünf Gaumenschmeichler repräsentierte ein Land (Mexiko, Peru, China, Marrokko und Japan) …. bitte lesen Sie hier weiter: Celler de Can Roca – mutmaßlich zweitbestes Restaurant der Welt
Es ist noch gar nicht lange her, als Weinfreunde sich nicht vorstellen konnten, dass etwas anderes als ein Korken eine gefüllte Weinflasche verschließen könnte. Kork galt als das Material der Wahl für Flaschenverschlüsse und dafür schien eine erdrückende Fülle von Tatsachen zu sprechen, die eine immense Flut von Literatur hervorgebracht haben. Erst als in den 80-iger Jahren die Sherry-Kellereien begannen ihre „Finos“ und „Manzanillas“ mit Schraubverschlüssen auf den Markt zu bringen wurde mancher Weinfreund hellhörig. Bereits seit Jahrzehnten kannte man diese Verschlusstechnik für Mineralwasser und Spirituosen. Kaum ein Wein war ja oxydationsempfindlicher als die unter „flor“ gereiften Sherries. Meist begannen sie schon 6 Monate nach ihrer Abfüllung aus der Solera sich golden zu verfärben und die typischen „Sherrynoten“ anzunehmen. Von der ursprünglichen Finesse und Frische war dann kaum mehr etwas zu spüren. Viele Sherryfreunde in unseren Breitengraden glaubten sogar, dass ein Fino eben genauso schmecken müsse. Wie sich bald herausstellte, hielten sich diese Weine mit Schraubverschluss dann deutlich länger frisch. …. bitte lesen Sie hier weiter: Schraubverschlüsse für Weinflaschen?
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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