 Bilder aus der Handschrift des Beatus von Liebana
Auf einer meiner Reisen durch die Regionen Spaniens traf ich in Kantabrien auf den Namen des Beatus von Liebana. Sein Wirken liegt so lange zurück (8. Jahrhundert), dass die heutigen Lexika ihn schon nicht mehr erwähnen. In seinem großartigen Reisebuch „Umweg nach Santiago” ist Cees Nooteboom ihm auch begegnet. Im Schatten der schroffen Felsen um die Picos de Europa liegt der Ort Liebana. Dort war Beatus Abt des Klosters Santo Toribio und hatte einen Kommentar zur Offenbarung des Johannes, der s.g. „Apokalypse”, geschrieben. Noch im gleichen Jahrhundert haben fromme Mönche dieses Werk illustriert und es damit zu einem Kunstwerk von unschätzbarem Wert gemacht. Kein Wunder, dass es sich heute in verschlossenen Schränken der Klosterbibliothek befindet. …. bitte lesen Sie hier weiter: Tausend Jahre Apokalypse – eine Betrachtung
 Mediterranes Gemüse mit Zitrone
Die Ernährungswissenschaft geht heute fest davon aus, dass die Verminderung des Fettkonsums einen wichtigen Schlüssel zu einer Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen darstellt. Im Umkehrschluss wird angenommen, dass übermäßige Fettzufuhr eine der Ursachen der sog. Adipositas (Fettsucht) ist. Selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt fettreduziertes Essen zur Gewichtskontrolle. Diesen Empfehlungen liegt die Vorstellung zu Grunde, dass jede Art von Fett beim Menschen über ein erhebliches Übergewichtspotential verfügt. Diese Stigmatisierung des Fettes führte in der Vergangenheit zum verstärkten Gebrauch von industrieller, fettreduzierter Fertignahrung, dem sog. „junk food“, …. bitte lesen Sie hier weiter: Fettreiche mediterrane Ernährung schadet nicht*
 halber Union-Jack für ein geteiltes Land
Als ich am Freitag, dem 24. Juni morgens das Ergebnis des Europa-Referendums in Großbritannien aus dem Radio erfuhr, war mein erster Gedanke, dass sich am Wahltag eine Nation selbst die Erlaubnis zum kollektiven Selbstmord gegeben hatte. Ich konnte nicht fassen, dass sich eine Mehrheit der sonst so rational veranlagten Briten gefunden hatte für die romantischen Vorstellungen einiger Populisten. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes zur Sprachlosigkeit verdammt. Was mir allerdings schnell klar wurde, war, dass die direkte Demokratie mit dem Volksentscheid über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union offenbar an ihre Grenzen gekommen war. Noch am Tage vor der Abstimmung waren angeblich über 10 % aller Wahlberechtigten unentschieden wohin sie ihr Kreuzchen setzen sollten. Dies kann doch nur bedeuten, dass vermutlich 4 Millionen Menschen überhaupt nicht verstanden hatten, dass es um eine Schicksalsentscheidung für ihr Vaterland ging. Wie wäre sie ausgegangen wenn die Leute informiert gewesen wären? Darf man das Ergebnis eines derartigen Referendums überhaupt ernst nehmen? …. bitte lesen Sie hier weiter: Eine Meinung zum Brexit
 Lasst den Korken knallen!
Was ich schon immer von mir geben wollte, aber mich nie getraut habe laut zu sagen: ich mag den Champagner nicht! Das ruft bei fast allen Weinfreunden Unverständnis hervor, welches sich gelegentlich bis zur Empörung steigert. Dabei gibt viele Gründe, die dafür sprechen könnten, dass ich recht habe und die fangen schon mit seiner Geschichte an: Den Mönch Dom Perignon der den Champagner angeblich erfunden und dabei ausgerufen haben soll, er trinke gerade Sterne, gab es nie in dieser Rolle. Er ist, wie so vieles in unserer Vergangenheit, eine Geschichtsklitterung, die das im 18. Jahrhundert erwachende PR-Bewusstsein der Champagnerhersteller frei erfunden hatte um ihrem Produkt eine historische Dimension zu geben. Die Wirklichkeit ist sicher viel banaler und ich stelle sie mir so vor: ein Weinbauer in der Champagne hatte einst das Glück, dass ihm eine seiner abgefüllten Weinflaschen im Keller nicht explodierte. Er öffnete sie und fand darin gelöste Kohlensäure von der Nachgärung. Dass er unsauber gearbeitet haben könnte, kam ihm nicht in den Sinn …. bitte lesen Sie hier weiter: Kritische Sicht auf Champagner & Co.
 Blühender Olivenzweig nach einer Illustration aus „Köhler’s Medicinal-pflanzen“ von 1887 (gemeinfrei)
Jeder, der schon einmal auf der Suche nach gutem Olivenöl war hat im Supermarkt oder im Delikatessenladen vor einem meterhohen Regal gestanden auf dem Flaschen oder Metalldosen von 0,25 bis 5 Liter Inhalt mit Olivenöl aus verschiedenen Ländern fein säuberlich aufgereiht waren. Man braucht nur noch zu wählen, ins Regal greifen und das Behältnis der Begierde in den Einkaufskorb legen. Nur, wo soll man hingreifen und wie kann man sicher sein, dass der Inhalt tatsächlich den Erwartungen entspricht? Wenn man, wie ich, kürzlich erst gelesen hat, dass die Stiftung Warentest festgestellt hat die Hälfte aller Olivenöle mit dem höchsten Qualitätszertifikat („Olivenöl nativ extra“) seien fehlerhaft, wird man sehr nachdenklich. Selbst sog. „Bio-Öle“ waren im gleichen Maße betroffen. Nicht nur der Geschmack wurde allzu häufig als „fehlerhaft“ beurteilt auch Kontaminationen mit Schadstoffen wie Mineralöl, Pestiziden und Weichmachern wurden nachgewiesen. Allerdings wurden diese nur in Konzentrationen gemessen, die nach EU-Richtlinien unterhalb der zulässigen Grenze lagen. Trotzdem – obwohl keine gesundheitlichen Schäden beim Konsum dieser Öle zu erwarten sind – Appetit machen solche Erkenntnisse nicht!
…. bitte lesen Sie hier weiter: Was ist los mit dem Olivenöl?
|
Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
|