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Zeit für die Frühlingsweine

Frühlingsboten: ein blühender Magnolienbaum

Der Frühling ist eine Jahreszeit, die die Seele eines Romantikers zum Schwingen bringt. Das hat auch der schwäbische Lyriker Eduard Mörike (1804 – 1875) so erfahren und das wunderschöne Gedicht vom blauen Band des Frühlings geschrieben:

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Hugo Wolf hat es kongenial vertont, die überschäumende Freude über die Düfte des Frühlings findet Ausdruck in den zärtlichen und lebhaften Tönen des Lieder-Komponisten.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Zeit für die Frühlingsweine

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Weingenuss und Magensäure

Inbegriff der übermässigen Säure: die Zitrone

Inbegriff der übermässigen Säure: die Zitrone

Ein Zuviel an Magensäure verursacht Sodbrennen, Magendruck und gelegentlich auch Magenschmerzen. Dieses Phänomen ist eine der häufigsten Beschwerden von Männern und Frauen in unseren Breitengraden. Die Ursache dafür ist ein Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre. Wenn im Magen zu viel Magensäure produziert wird, ist Sodbrennen sehr häufig die Konsequenz. Jeder dritte Bürger in unserem Lande leidet häufig oder gelegentlich unter diesem Zustand. Sodbrennen ist so häufig, dass Mediziner heute von einer regelrechten „Zivilisationskrankheit“ sprechen. Ich selbst möchte in diesem Zusammenhang ungerne von „Krankheit“ sprechen, denn es handelt sich ja meist nur um die exzessive Stimulation des ganz natürlichen Vorganges: der Produktion von Magensäure (besteht übrigens zu 0.5 bis 1 % aus aggressiver, freier Salzsäure!). Viele Faktoren können diesen Prozess beeinflussen: bestimmte, fettreiche, insbesondere mit gehärteten Fetten frittierte oder sehr scharf gewürzte Lebensmittel, Kaffeegenuss, Alkoholhaltige Getränke verschiedenster Art, Stress, Medikamente und etliches andere.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Weingenuss und Magensäure

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Ein langer Weg zum Genusserlebnis: die Weinsuppe

Meine beiden Großeltern väterlicherseits stammten aus der Pfalz. Die Großmutter war aus „Lautre“ (Kaiserslautern) und mein Großvater war bekennender Bad Dürkheimer. Ich verbrachte als Kind unzählige Wochenende bei Ihnen auf ihrem Anwesen. In der Erinnerung an diese Tage ist mir, neben vielen Natur- und Landschaftserlebnissen, insbesondere die Küche meiner Großmutter geblieben. Sie ist noch heute das Maß aller kulinarischen Dinge in meinem Leben und immer wieder krame ich ihre Gerichte aus meinem sensorischen Gedächtnis hervor, um sie mit dem was mir die heutige Sterneküche gelegentlich bietet, zu vergleichen. Meistens schneidet meine Großmutter besser ab. Bis auf eine Ausnahme: die Weinsuppe. Die Misere fing schon mit der verbalen Einleitung meines Großvaters zum Mahl an. Genüsslich erzählte er allen am Tisch, dass in der Suppenschüssel eine ganze Flasche eines Forster Ungeheuers sei (für alle die es nicht wissen: das Forster Ungeheuer ist eine berühmte Reblage zwischen Deidesheim und Bad Dürkheim). Ich hatte damals gerade das Märchen der Brüder Grimm vom Geist im Glas gehört und nahm selbstverständlich an, dass das Ungeheuer in der Suppe etwas ganz ähnliches war. Ich wollte partout nichts davon zu mir nehmen. Erst als alle anderen davon gegessen hatten und die Teller leer waren ohne, dass etwas Fürchterliches passiert war, habe ich auch einen Löffel probiert. Es war eine „ungeheuerliche“ Tortur  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein langer Weg zum Genusserlebnis: die Weinsuppe

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Biologischer Säureabbau: ja oder nein?

Insbesondere unter Weißweinfreunden ist das Thema „malolaktische Gärung“ (=biologischer Säureabbau) ein heiß dikutiertes. Bevor ich mich zu einem eigenen Diskussionsbeitrag verleiten lasse möchte ich ganz kurz umreißen was die Begriffe eigentlich bedeuten. Wie jeder Weinfreund weiß, spielen in der Weinbereitung Mikroorganismen eine ganz wesentliche Rolle. Die chemische Umwandlung von den Traubenzuckern Fruktose und Glucose zum Alkohol (Äthanol) ist das Herzstück der Gärung und wird von Hefen vom Stamm des Saccharomyces cerevisiae bewirkt. Wenn dieser Prozess, der ja vorwiegend im kalten Winter stattfindet, abgeschlossen ist und die Außentemperaturen wieder steigen, setzt spontan die „malolaktische Gärung“ (im Fogenden der Einfachheit halber „Malo“ genannt) ein, die die stechende „Äpfelsäure“ (lat. malum = Apfel) im Jungwein in die deutlich mildere „Milchsäure“ (lat. lactis = Milch) unter erneuter Kohlensäurebildung überführt. Verantwortlich dafür sind verschiedene Bakterien, die man zusammenfassend wegen ihres Endproduktes auch „Milchsäurebakterien“ nennt (u.a. auch der Oenococcus oeni). Diese stammen entweder aus dem Lesegut oder sind schon über die Jahre im Weinbereitungskeller heimisch geworden  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Biologischer Säureabbau: ja oder nein?

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Ein 1971 geborenes Kellerkind von der Mosel

Im Keller vergessen: 1971er Kinheimer Hubertuslay von der Mosel

Im Keller vergessen: 1971er Kinheimer Hubertuslay von der Mosel

Gut gereifte Weine begeistern mich, aber es muss ja nicht immer Spanien sein! Seit der Auflösung des Weinkellers meines Vaters vor etwa 30 Jahren ruhen bei mir gut temperiert zwischen älteren Gran Reservas aus der Rioja auch ein paar verstaubte Flaschen eines Moselweins des Jahrgangs 1971 („Kinheimer Hubertuslay Spätlese“ vom Weingut Alwin Römer. Über das Gut konnte ich übrigens nichts mehr in Erfahrung bringen, außer dass es in Kinheim heute noch eine Weinhandlung gleichen Namens gibt). Ich hatte die Flaschen im Keller völlig vergessen und wenn ich sie bei der Suche nach einem guten Tropfen für den Abend gelegentlich mal wahrnahm, verwarf ich sofort die Idee eine davon zu öffnen, denn ich war mir sicher, dass da nach so langer Zeit nichts Genussvolles mehr drin sein konnte. Dann erfuhr ich vor kurzem, dass der 71er in unseren Gefilden einer der besten Jahrgänge des 20. Jahrhunderts gewesen sein sollte und es dauerte keine Woche bis eine geöffnete Flasche neben einem bauchigen Burgunderglas vor mir stand.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein 1971 geborenes Kellerkind von der Mosel