 Für den Wert eines Weines ist die prospektive Beurteilung seiner Entwicklung wichtig.
Die Bedeutung der sog. „Weinkritiker“ für die Vermarktung von Weinen kann eigentlich nicht überschätzt werden. Hohe Bewertungen von bekannten Journalisten können die Umsätze in die Höhe schnellen lassen, selbst wenn der betreffende Tropfen nach Meinung des Autors noch gar nicht „trinkreif“ ist. Eine der ganz wichtigen Funktionen eines professionellen Weinbeschreibers ist die sog. „Prospektion”. Dies bedeutet, dass er die Qualität eines Weines prospektiv beurteilen muss, anders ausgedrückt, er sollte eine Ahnung haben wie sich der Wein entwickeln wird, den er gerade beschreibt.. Die Trinkqualität eines Weines ist an einem bestimmten Zeitpunkt nicht absolut objektivierbar. Viele Kreszenzen erreichen erst nach einer längeren Lagerzeit ihre Trinkreife, ein Umstand der sich zum Zeitpunkt des Genusses einem ungeübten Weintrinker nicht unbedingt …. bitte lesen Sie hier weiter: Wichtiges Element im Weinjournalismus: die Prospektion
 Leonardo da Vinci: Der truvianische Mensch – Harmonie des Körpers (=Gesundheit)
Mein Beitrag über die verhütende Wirkung einer Demenz durch Alkoholkonsum hat eine Diskussion um eine mögliche „medizinische“ Anwendung von Alkoholika – insbesondere Wein – ausgelöst. Eine Literaturrecherche hat ergeben, dass sich in den vergangenen Jahren die medizinische Wissenschaft in klinischen Studien tatsächlich intensiv mit den Zusammenhängen von Wein und Gesundheit beschäftigt hat. Nicht alle Ergebnisse sind schlüssig und mir, als bekennendem Weinfreund, fällt es gelegentlich schwer im Gewirr der Befunde auf dem Boden der gesicherten Tatsachen zu bleiben. Naturgemäß ist allzu oft die Begeisterung Vater einer Erkenntnis. Über das „französischen Paradoxon“ habe ich ja erst kürzlich wieder berichtet. Aber auch andere positive Gesundheitseffekte wurden mäßigem Weintrinken zugeschrieben: Verminderung des Knochenschwunds (Osteoporose), günstige Wirkung auf den Diabetes vom Typ 2, …. bitte lesen Sie hier weiter: Die eigene Verantwortung: Wein und Gesundheit.
Im Fachjargon nennt man sie auch „Rohfäule“ und meint damit den Schimmelpilz Botrytis cinera (Grauschimmel), der bei nasser Witterung die Beeren von noch nicht ausgereiften Trauben befallen kann. Auch verletzte Trauben, wie dies z.B. durch Hagelschlag oder den sog. „Sauerwurmfraß“ (dabei handelt es sich um die zweite Generation des sog.„Traubenwicklers“, einer häufigen Mottenart im Rebgarten) passieren kann, sind sehr empfindlich für den Grauschimmel. Das Resultat eines Botrytisbefalls kann verheerend sein: die Trauben werden weich und beginnen zu faulen. Bei anhaltendem Regen werden sie schließlich regelrecht ausgewaschen, d.h. sie verlieren Zucker und Extrakte; der resultierende Wein ist dann von minderer QualitätDemgegenüber kann in seltenen Fällen der gleiche Schimmelpilz (botrytis cinerea) bei ebenfalls feuchtem aber warmem Herbstwetter auf bereits reifen Trauben wahre geschmackliche Wunder vollbringen. Es entstehen nämlich Löcher und Risse …. bitte lesen Sie hier weiter: Der Januskopf unter den Schädlingen: Botrytis cinerea
Über Lautsprecher ertönt Beethoven und Bach im Weinkeller, in denen die Barriques mit dem jungen Rotwein liegen. Der Wein wird rund um die Uhr beschallt erklärte mir vertrauensvoll der zuständige Önologe. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die abgespielten Stücke „Betriebsgeheimnis“ seien, „zu laut sollten sie allerdings nicht sein!“ gab er zu bedenken. Der Wein wird harmonischer und ausgeglichener durch die Musik während des Reifungsprozesses – so jedenfalls lautete seine Hypothese.
Die Schallwellen sind ja bekanntlich Schwingungen, die sich nicht nur in der Luft sondern auch in Flüssigkeiten, wie Wein und im Holz der Fässer ausbreiten können. Sie sollen helfen die Hefen in der Schwebe zu halten und somit wie eine Art „bâtonage“ auf den reifenden Wein wirken. Die Wirkung von Musik auf biologische Systeme ist ja seit langen bekannt. Ein eklatantes Beispiel ist die Beschallung von Milchkühen zur Steigerung der Milchproduktion. Auch dabei kommt es auf die „richtige“ Musik an. Ein Favorit der Kühe scheint übrigens Beethovens „Pastorale“ zu sein. …. bitte lesen Sie hier weiter: Verbessert Musik den Wein?
In ihrer frühromantischen Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ haben Achim von Arnim und Clemens Brentano nachfolgenden Text festgehalten:
Marienwürmchen setze dich
Auf meine Hand,
Ich tu dir nichts zu Leide.
Es soll dir nichts zu Leid gescheh’n,
Will nur deine bunten Flügel seh’n,
Bunte Flügel meine Freude.
Mit dem Marienwürmchen meinten sie den Marienkäfer, der allgemein als Glückssymbol gilt und so nützlich für die Landwirtschaft ist, dass er als Geschenk der Jungfrau Maria angesehen wurde, daher sein Name. Die sieben Punkte auf seinen Flügeln galten als heiliges Symbol der sieben Tugenden Marias und sein leuchtendes Rot repräsentierte die Liebe. …. bitte lesen Sie hier weiter: Marienkäferton: kein Glücksgefühl!
|
Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
|