 Spanien um 1000 n. Chr. Im Kalifat von Cordoba gab es – trotz der Vorschriften im Koran – schon eine sehr ausgeprägte Weinkultur.
“Landwein” ist in Europa eine offizielle Bezeichnung für einen Weintyp, der nicht aus einer Region mit garantierter Herkunftsbezeichnung (z.B. einer A.C., D.O. oder D.O.C.) stammt. In Spanien nennt er sich “vino de la tierra” (VdT) und steht in der Qualitätshierarchie über dem “Tafelwein” (vino de mesa). Auf seinem Etikett dürfen, im Gegensatz zum Tafelwein, der Jahrgang und die Rebsortenzusammensetzung angeführt sein. “Indicazione geografica tipica” heißt er in Italien, “vinho regional” in Portugal und “vin de pays” in Frankreich. Unter diesen jeweiligen Bezeichnungen können Perlweine, Likörweine und klassische Spätlesen (“vendimias tardías”, bzw Strohweine) vermarktet werden. Die Bezeichnung “Viñedos de España” als Synonym für Landweine gibt es neuerdings in vielen Regionen, u.a. auf den Kanaren, in Katalonien und in der “Communidad de Madrid”. Diese Kategorie besagt aber eigentlich überhaupt nichts und ist ein reines Marketinginstrument um im Ausland bei preisgünstigen Weinen aus Spanien einen gewissen Qualitätsanspruch zu suggerieren. …. bitte lesen Sie hier weiter: Sehr gut trinkbar: spanische Landweine
 Wertvolle Glaskaraffen (Dekanter) aus dem 19. Jahrhundert für wertvolle Weine im 21. Jahrhundert
Ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema im Umgang mit Wein ist die Frage des Dekantierens. Das Zeremoniell scheint für viele ein kultischer Akt zu sein, dessen Utensilien auch beliebte Geschenke an Weinfreunde sind. Neben aufwendig geschliffenen Glaskaraffen und komplexen Dekantiergeräten aus Holz und Messing (sog. Dekantierwiegen), bei denen die langsame Flaschenneigung durch einen Drehmechanismus zustande kommt, werden eine Vielzahl von Trichtern aus edlen Materialien mit Sieben und Filtern in einschlägigen Geschäften angeboten. Ja, für´s Dekantieren kann man viel Geld ausgeben! Aber muss das eigentlich sein? Die Antwort ist doppelzüngig: Geld ausgeben nein, Dekantieren häufig ja, aber…. …. bitte lesen Sie hier weiter: Leiden Weinfreunde unter Dekantomanie?
 Wein unterliegt der Mode ebenso wie die trendigen Kleider in den Schaufenstern von Boutiquen
Trends sind ein soziologisches Phänomen, welches tatsächlichen Strömungen und Entwicklungen in der Gesellschaft vorausgeht. Die Trendforschung versucht die gemachten Beobachtungen auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen auf der Voraussagen über zukünftiges Konsumverhalten von Gruppen gemacht werden können. Im Bereich des Weins gibt es selbstverständlich auch Trends, die frühzeitig zu erfassen der Wunsch eines jeden Weinmachers ist, um nicht am Markt vorbei zu produzieren, denn Trends sind immer die Vorreiter einer späteren Mode. Wir Weinfreunde erinnern uns an viele solcher Moden, die unseren Geschmack und unsere Freude am Wein z. T. erheblich beeinflusst haben. Manchmal waren es Personen oder bestimmte Ereignisse, die zu „Trendsettern“ wurden. …. bitte lesen Sie hier weiter: Trends in der Weinwelt
 Weinprobe beim Tag der Offenen Tür in den Geschäftsräumen von La Vineria
Immer wieder fallen Weinfreunde in unendlich lange Diskussionen über die Geruchs- und Geschmackseigenschaften eines Weins und jeder, der eine neue Nuance im Objekt der Begierde erschmeckt oder erriecht kommt sich wie ein wahrer Entdecker vor. Mehr als ein nettes Gesellschaftsspiel ist dies aber nicht, denn die Güte eines Weins hängt nicht von erspürten Brombeer-, Himbeer- und Kirsch-Tönen oder von Nuancen von Tabak, Thymian, Rosmarin oder Schokolade ab sondern eher von übergreifenden Eigenschaften. Warum müssen wir überhaupt über Wein reden? Reicht es nicht zu sagen „der schmeckt aber gut (oder noch schlimmer: er schmeckt lecker)!“ Nein und nochmals nein! …. bitte lesen Sie hier weiter: Was ist wirklich wichtig bei der Weinbeschreibung?
 Hohe Qualität, lange Lagerfähigkeit ohne Schwefeldioxyd?
Über die „allergene“ (Allergie erzeugende) Wirkung von Schwefeldioxyd (SO2) und anderen Salzen der schwefligen Säure im Wein bin ich in einem vorangegangenen Blog eingegangen. Forscher vom „Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven“ (ttz Bremerhaven) haben mit Unterstützung auch anderer Unternehmen (u.a. auch einer spanischen Kellerei) ein Verfahren zur Stabilisierung von Wein ohne SO2 bzw. ohne Sulfite entwickelt. Dies wird vermutlich nicht nur in der Önologie sondern in der gesamten Lebensmittelbranche Beachtung finden. Denn auch dort werden unter den Bezeichnungen E-220 und E-228 Sulfite in großem Stil als Antioxydantien angewandt. …. bitte lesen Sie hier weiter: Endlich schwefelfreie Weine mit SO2SAY?
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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