 Der Weinkeller des Celler de Can Roca mit über 40.000 Flaschen
Wenn man mit dem Billigflieger ins katalanische Girona fliegt hat man Geld gespart. Die Ersparnisse sind aber sofort futsch wenn man dort ins „Can Roca“ geht. Immerhin die renommierte, San Pellegrino-gesponsorte, Internet-Seite „The World´s Best 50 Restaurants“ hat das Restaurant der drei Roca- Brüder Joan, Josep und Jordi auf Platz 2 der Weltbestenliste gesetzt, nach dem Kopenhagener „Noma“ (Nr. 1). „Die Leidenschaft fürs Kochen und die Gastfreundschaft der drei Brüder kann man förmlich anfassen, aber die Gerichte sind mehr spielerisch als ernsthaft“ kommentierte das Portal. Tatsächlich die karamellisierten Oliven an einem Bonsai- Olivenbaum hängend sind ein wunderbares Beispiel dafür. Sie sind ein Gaumenkitzel mit großartigem Geschmack. Die übrigen Amuse-Bouches waren in einem Lampion versteckt, der die Welt darstellte und jeder der fünf Gaumenschmeichler repräsentierte ein Land (Mexiko, Peru, China, Marrokko und Japan) …. bitte lesen Sie hier weiter: Celler de Can Roca – mutmaßlich zweitbestes Restaurant der Welt
Es ist noch gar nicht lange her, als Weinfreunde sich nicht vorstellen konnten, dass etwas anderes als ein Korken eine gefüllte Weinflasche verschließen könnte. Kork galt als das Material der Wahl für Flaschenverschlüsse und dafür schien eine erdrückende Fülle von Tatsachen zu sprechen, die eine immense Flut von Literatur hervorgebracht haben. Erst als in den 80-iger Jahren die Sherry-Kellereien begannen ihre „Finos“ und „Manzanillas“ mit Schraubverschlüssen auf den Markt zu bringen wurde mancher Weinfreund hellhörig. Bereits seit Jahrzehnten kannte man diese Verschlusstechnik für Mineralwasser und Spirituosen. Kaum ein Wein war ja oxydationsempfindlicher als die unter „flor“ gereiften Sherries. Meist begannen sie schon 6 Monate nach ihrer Abfüllung aus der Solera sich golden zu verfärben und die typischen „Sherrynoten“ anzunehmen. Von der ursprünglichen Finesse und Frische war dann kaum mehr etwas zu spüren. Viele Sherryfreunde in unseren Breitengraden glaubten sogar, dass ein Fino eben genauso schmecken müsse. Wie sich bald herausstellte, hielten sich diese Weine mit Schraubverschluss dann deutlich länger frisch. …. bitte lesen Sie hier weiter: Schraubverschlüsse für Weinflaschen?
 Spanien um 1000 n. Chr. Im Kalifat von Cordoba gab es – trotz der Vorschriften im Koran – schon eine sehr ausgeprägte Weinkultur.
“Landwein” ist in Europa eine offizielle Bezeichnung für einen Weintyp, der nicht aus einer Region mit garantierter Herkunftsbezeichnung (z.B. einer A.C., D.O. oder D.O.C.) stammt. In Spanien nennt er sich “vino de la tierra” (VdT) und steht in der Qualitätshierarchie über dem “Tafelwein” (vino de mesa). Auf seinem Etikett dürfen, im Gegensatz zum Tafelwein, der Jahrgang und die Rebsortenzusammensetzung angeführt sein. “Indicazione geografica tipica” heißt er in Italien, “vinho regional” in Portugal und “vin de pays” in Frankreich. Unter diesen jeweiligen Bezeichnungen können Perlweine, Likörweine und klassische Spätlesen (“vendimias tardías”, bzw Strohweine) vermarktet werden. Die Bezeichnung “Viñedos de España” als Synonym für Landweine gibt es neuerdings in vielen Regionen, u.a. auf den Kanaren, in Katalonien und in der “Communidad de Madrid”. Diese Kategorie besagt aber eigentlich überhaupt nichts und ist ein reines Marketinginstrument um im Ausland bei preisgünstigen Weinen aus Spanien einen gewissen Qualitätsanspruch zu suggerieren. …. bitte lesen Sie hier weiter: Sehr gut trinkbar: spanische Landweine
 Wertvolle Glaskaraffen (Dekanter) aus dem 19. Jahrhundert für wertvolle Weine im 21. Jahrhundert
Ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema im Umgang mit Wein ist die Frage des Dekantierens. Das Zeremoniell scheint für viele ein kultischer Akt zu sein, dessen Utensilien auch beliebte Geschenke an Weinfreunde sind. Neben aufwendig geschliffenen Glaskaraffen und komplexen Dekantiergeräten aus Holz und Messing (sog. Dekantierwiegen), bei denen die langsame Flaschenneigung durch einen Drehmechanismus zustande kommt, werden eine Vielzahl von Trichtern aus edlen Materialien mit Sieben und Filtern in einschlägigen Geschäften angeboten. Ja, für´s Dekantieren kann man viel Geld ausgeben! Aber muss das eigentlich sein? Die Antwort ist doppelzüngig: Geld ausgeben nein, Dekantieren häufig ja, aber…. …. bitte lesen Sie hier weiter: Leiden Weinfreunde unter Dekantomanie?
 Wein unterliegt der Mode ebenso wie die trendigen Kleider in den Schaufenstern von Boutiquen
Trends sind ein soziologisches Phänomen, welches tatsächlichen Strömungen und Entwicklungen in der Gesellschaft vorausgeht. Die Trendforschung versucht die gemachten Beobachtungen auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen auf der Voraussagen über zukünftiges Konsumverhalten von Gruppen gemacht werden können. Im Bereich des Weins gibt es selbstverständlich auch Trends, die frühzeitig zu erfassen der Wunsch eines jeden Weinmachers ist, um nicht am Markt vorbei zu produzieren, denn Trends sind immer die Vorreiter einer späteren Mode. Wir Weinfreunde erinnern uns an viele solcher Moden, die unseren Geschmack und unsere Freude am Wein z. T. erheblich beeinflusst haben. Manchmal waren es Personen oder bestimmte Ereignisse, die zu „Trendsettern“ wurden. …. bitte lesen Sie hier weiter: Trends in der Weinwelt
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Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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